Suchende sucht das Ende der Suche

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sayuri
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Suchende sucht das Ende der Suche

Postby sayuri » Mon Mar 03, 2014 7:06 pm

Hallo,
ich muss ehrlich gestehen, dass ich vor dem Besuch dieser Seite keinen blassen Schimmer hatte, was die Ich-Illusion ist und wie sie mein Leben beeinflusst. Als ich dann jedoch hier landete hatte ich das Gefühl hier richtig zu sein.
Mein Leben besteht aus meiner Weigerung Entscheidungen zu treffen und der ständigen Angst eine falsche könnte sich einschleichen. Doch gleichzeitig hatte ich immer das Gefühl absolut machtlos zu sein und gar nicht in der Lage irgendetwas zu beeinflussen. Nachdem ich mir hier ein paar Beiträge durchgelesen hatte wurde mir klar woher dieses Gefühl kommt und dass der Stress den ich mir mit Entscheidungen mache eigentlich nur Selbst-Sabotage bzw unnötig ist.
Ich habe nun ein paar Tage vergehen lassen und komme einfach nicht mehr los von der Hoffnung, dass ich vielleicht doch entspannter sein könnte, wenn ich nur in der Lage wäre los zu lassen.
Etwas Angst habe ich natürlich auch. Ich könnte ja etwas verlieren von dem ich mir einbilde es zu haben.
Ich hoffe nun dass jemand mir einen Weg zeigen kann die Wahrheit zu sehen.
Danke im voraus für das Bestehen dieser Seite an sich, die Orientierungslosen einen Platz zum orientieren gibt.
Sayuri

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Re: Suchende sucht das Ende der Suche

Postby scharly » Wed Mar 05, 2014 9:49 am

Herzlich Willkommen liebe Sayuri,

ich würde dich gerne auf dem Weg der Selbsterforschung begleiten.

Hier nochmal unsere Regeln
http://liberationunleashed.com/nation/v ... f=18&t=337

Wenn du sie gelesen hast, und damit einverstanden bist, können wir gleich loslegen.

Zuvor bitte ich dich noch, hier im Forum nichts mehr zu lesen, und auch weitere Bücher mal auf die Seite zu legen, so dass du dich ganz diesem Weg der Selbsterforschung widmen kannst.
Etwas Angst habe ich natürlich auch. Ich könnte ja etwas verlieren von dem ich mir einbilde es zu haben.
Das hast du schon sehr gut erkannt.
Aber als man dir erzählte, dass es den Weihnachtsmann gibt, und du dann doch erkanntest, dass es ihn ja nicht wirklich gibt, da hattest du ja auch keine Angst. Oder?

liebe Grüsse
Scharly
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Re: Suchende sucht das Ende der Suche

Postby sayuri » Wed Mar 05, 2014 6:36 pm

Hallo Scharly,
danke dass du dich meiner annimmst.
Ich bin einverstanden und lese vielleicht maximal einen Roman während meinem Prozess hier.
Als man mir erzählte, dass es den Weihnachtsmann nicht gibt, erklärte ich meiner Mama, dass die anderen alle doof sind und ich weiter an den Weihnachtsmann glaube, weil ich mir sicher bin, dass ich Recht habe. Naja aber abgesehen davon dass ich mir mein Leben mit der kleinen Illusion schöner gemacht habe, war mir sicher klar dass es den Weihnachtsmann nicht gibt. Ich denke ich habe es einfach hingenommen und einfach nur ab und an so getan als wäre alles wie früher. Aber Angst hatte ich nicht da hast du Recht.
Ich denke mit dem Weihnachtsmann verhält es sich genauso wie jetzt mit der Illusion. Irgendwo weiß ich schon, dass es Mich nicht gibt, doch ich glaube weiter daran weil es eben manchmal ganz nett ist. Aber es ist aus meiner Sicht eben nur nett für Kinder und ich möchte erwachsen werden um im Leben voran zu kommen.
Grüße
Sayuri

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Re: Suchende sucht das Ende der Suche

Postby scharly » Thu Mar 06, 2014 1:56 pm

Hallo sayuri,

du schreibst:
Irgendwo weiß ich schon, dass es Mich nicht gibt, doch ich glaube weiter daran weil es eben manchmal ganz nett ist.
Na ja, manchmal ist es nett, und auch wie du selbst sagst, ein Glaube.
Da möchte ich dich dann nochmals fragen, ob du dieses ich wirklich hinterfragen willst.

Wenn ja, dann fangen wir mit der ersten Übung an.
Hier geht es immer um die Direkte Erfahrung (DE).
Das heißt, dass wir erstmals mit unseren Sinnen arbeiten.
hören sehen, riechen, schmecken, fühlen (spüren)
Ich sage dann lieber spüren, denn beim fühlen geht es mehr um Emotionen, und die lassen wir mal weg.

Lege oder sitze dich bequem hin, schließe deine Augen und spüre mal in den Körper rein.
Was tut sich da so? Was nimmst du wahr?
Versuche einfach mal wie ein kleines Kind zu schauen, das noch nichts von Dingen (z.B. Herz) weiß.
Da ist ein klopfen usw. Laß die Gedanken einfach vorüberziehen, und beschäftige dich nur mit dem was da im Körper passiert. Falls du in Gedanken abschweifen solltest, ist das nicht schlimm, wenn du es bemerkst komme wieder zurück in den Körper und nehme wahr.
Mache das, wenn du kannst öfter mal am Tag.

Berichte mir dann bitte im Detail was du wahrgenommen hast.

Auch möchte ich dich noch bitten, mindestens einmal am Tag zu posten.
Ich werde mich auch daran halten. Wenn es mal nicht geht, dann gebe mir kurz Bescheid.
Und nun viel Spass. :-)
Falls du etwas nicht verstehst, dann frage ruhig.
lg
Scharly
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Re: Suchende sucht das Ende der Suche

Postby sayuri » Thu Mar 06, 2014 7:32 pm

Hallo Scharly,
Ich bin mir sehr sicher, dass mein imaginäres Ich seinen Zweck erfüllt hat und es jetzt Zeit ist weiter zu gehen. Es fühlt sich richtig an.
Nun erstmal kurz bezüglich des täglichen Postens: ich werde deiner Bitte selbstverständlich nachkommen, doch da ich nicht in Deutschland bin ist es bei mir jetzt erst 10 Uhr am Vormittag. Mein Tag beginnt also nach deutscher Zeit ca 17 Uhr und endet ca 7 Uhr. Ich versuche so zu antworten, dass wir da gut zusammen kommen.
So nun zu meiner ersten Aufgabe:
als erstes fiel mir auf, dass ich ein Rauschen wahrnehme. erst dachte ich es wäre gar nicht ein Geräusch meines Körpers doch dann hielt ich mir probe halber die Ohren zu. außerdem hab ich meinen Atem gehört und ein gurgelndes Geräusch aus meinem Bauch. zwischendurch wurde ich immer wieder vom rauschen der Wasserleitung und Vogel Gezwitscher abgelenkt. dadurch ist mir dann auch aufgefallen, dass ich nur wenn ich mir die Ohren zu halte ganz eindeutig sagen kann welches Geräusch von mir kommt und welches nicht. es schien mir so als ob die Geräusche die zwar aus meinem Körper kommen gar nicht von mir sind weil ich sie nicht steuern kann. ich kann meinen blutfluss nicht wie einen Wasserhahn ein und aus schalten. mein Körper macht das einfach so.
dann fiel mir auf dass bei den drei mal die ich das bisher gemacht habe mein Atem immer anders klang. einmal fast wie ein schnaufen dann wieder nahezu lautlos. auch das wirkte irgendwie fremd auf mich. all die Geräusche hätten auch von jemand anders sein können.
gerochen habe ich leider nichts weil ich schnupfen habe, aber ich erinnere mich dass ich normalerweise meinen Körper riechen kann, aber mich immer frage wie diese Gerüche zustande kommen. also nicht dass ich schlecht riechen würde, doch wieso rieche ich überhaupt und wieso kann ich nicht selbst entscheiden wonach ich rieche? mein Geruch könnte genauso gut auch von jemand anders stammen und ich würde es wahrscheinlich nicht mal merken, wenn da nicht die Gewohnheit wäre.
als es um das schmecken ging wurde ich mir bewusst dass ich gar nicht wirklich weiß wie ich schmecke. man schmeckt ja immer irgendetwas das man vor einiger zeit gegessen hat oder man hat einen stumpfen leeren Geschmack im Mund.
auch mit diesen Geschmäckern konnte ich mich nicht wirklich identifizieren. wenn ich sie mir so bewusst mache erscheinen sie mir fremd.
gespürt habe ich den Stuhl unter mir oder den Boden unter meinen Füßen. den luftzug der vom Fenster kam und die Kleidung auf meiner haut. das eine mal fühlten sich die dinge weich an, das andere mal fühlten sich die gleichen dinge hart und kratzig an.
mein Körper schien mir wie ein großes verwinkeltes haus in dem ich mich zwar auskenne (ich habe jedem raum einen Namen gegeben, jeden Flur irgendwann mal durchschritten) aber ich habe keine Ahnung was in den wänden passiert. es ist als hätte mir irgendein Architekt mal gesagt woraus dieses haus besteht, wie er es gebaut hat und wo er angeblich die Klimaanlage hingebaut hat und wo die Heizungsrohre verlaufen. doch eigentlich weiß ich es nicht zu 100%. ich müsste das haus stück für stück abreißen um zu sehen ob der Architekt recht hatte.
dieses haus wurde mir gegeben und ich kann es sehen und die wände berühren. es hat seinen eigenen Geruch und ich erkenne irgendwann das knarren seiner dielen wieder wenn ich es höre. doch letztendlich bin ich dort ein gast. ich habe es nicht selbst erschaffen und nicht entschieden wie es aussehen wird.
so ich hoffe ich bin jetzt nicht vom Thema abgekommen.
einen schönen Abend wünsche ich dir und ich freue mich auf die nächsten spannenden fragen.
lg

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Re: Suchende sucht das Ende der Suche

Postby scharly » Fri Mar 07, 2014 9:35 am

Hallo sayuri,
Nun erstmal kurz bezüglich des täglichen Postens: ich werde deiner Bitte selbstverständlich nachkommen, doch da ich nicht in Deutschland bin ist es bei mir jetzt erst 10 Uhr am Vormittag. Mein Tag beginnt also nach deutscher Zeit ca 17 Uhr und endet ca 7 Uhr. Ich versuche so zu antworten, dass wir da gut zusammen kommen
Das kriegen wir schon hin. Es geht nur darum, dass wir dran bleiben, sonst verflüchtigt es sich wieder.
als erstes fiel mir auf, dass ich ein Rauschen wahrnehme. erst dachte ich es wäre gar nicht ein Geräusch meines Körpers doch dann hielt ich mir probe halber die Ohren zu. außerdem hab ich meinen Atem gehört und ein gurgelndes Geräusch aus meinem Bauch. zwischendurch wurde ich immer wieder vom rauschen der Wasserleitung und Vogel Gezwitscher abgelenkt. dadurch ist mir dann auch aufgefallen, dass ich nur wenn ich mir die Ohren zu halte ganz eindeutig sagen kann welches Geräusch von mir kommt und welches nicht. es schien mir so als ob die Geräusche die zwar aus meinem Körper kommen gar nicht von mir sind weil ich sie nicht steuern kann. ich kann meinen blutfluss nicht wie einen Wasserhahn ein und aus schalten. mein Körper macht das einfach so.
Da musste ich erstmal herzhaft lachen, als ich deine Beobachtungen gelesen habe, nicht weil sie nicht gut sind, sondern weil du alle aufeinmal gemacht hast. :-)
Aber gut, das vertiefen wir jetzt.

Jetzt möchte ich, dass du nur in den Körper reinspürst. Jetzt geht es nicht um die Geräusche, Gerüche usw. sondern die Bewegungen im Körper.
z.B. kribbeln in den Beinen, bum, bum (Herzschlag)usw, spüre da mal intensiv hin, und berichte mir dann.
Denke dran, dass du wie ein Kind schaust, das diese Benennungen (Herz, Atem usw.) noch nicht weiß.
mein Körper schien mir wie ein großes verwinkeltes haus in dem ich mich zwar auskenne (ich habe jedem raum einen Namen gegeben, jeden Flur irgendwann mal durchschritten) aber ich habe keine Ahnung was in den wänden passiert. es ist als hätte mir irgendein Architekt mal gesagt woraus dieses haus besteht, wie er es gebaut hat und wo er angeblich die Klimaanlage hingebaut hat und wo die Heizungsrohre verlaufen. doch eigentlich weiß ich es nicht zu 100%. ich müsste das haus stück für stück abreißen um zu sehen ob der Architekt recht hatte.
Du must "dieses Haus" nicht abreißen, sondern einfach nur schauen, ob es überhaupt da ist!
Ja es wurde dir erzählt, oder du hast es gelernt, dass da Blutgefäße, Knochen usw sind. Und auch dass der Körper an der Haut endet. Deshalb schauen wir jetzt selbst nach.

Mache die Übung mit geschlossenen Augen und spüre mal nach, wo der Körper anfängt, und wo er aufhört.
Hört der Körper wirklich an der Haut auf? Hört er am Kopf auf? Wo sind die Blutgefäße? Kannst du sie sehen?
Versuche mal deine Zehen zu zählen, ohne dass dir die Gedanken sagen, dass du doch welche hast. Bewege sie dabei nicht. Nur hinspüren.
Was kannst du wahrnehmen?

lg
Scharly
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Re: Suchende sucht das Ende der Suche

Postby sayuri » Sat Mar 08, 2014 4:38 am

Hallo Scharly
da heute ein langer und turbulenter Tag war bekommst du jetzt meinen Gedankenmuss einfach ungefiltert aufgetischt:
Als erstes fällt mir auf dass ich es nur schwer aushalten kann einfach nur da zu sitzen und die Augen zu schließen.alles scheint zu verschwimmen und alle formen und bekannten Werte verlaufen. Es ist als hätte ich mir irgendwann mal ein Bild gemalt und auf einmal giesse ich Wasser darüber. Die Farben und formen verschwimmen langsam, werden zu einem grossen matsch bis sie verschwinden und da nichts mehr bleibt. Ich finde diesen zustand unangenehm weil er unbekannt ist. Ich weiss nicht was danach kommt.
Nun zu dem was ich bezüglich meines Körpers in diesem Moment spüre: nichts und alles. Ich kann nicht sagen wie ich aussehe, welche Farbe meine Haut hat oder wie lang meine Haare eigentlich sind. Die Frage nach den Zehen ist einfach nicht zu beantworten geschweige denn die Frage wie viele Finger ich habe und wo genau sich eigentlich meine Ohren befinden. Ich bin eben dieses verschwommene Bild von dem ich vorhin schrieb und es spielt auch keine Rolle.
Die Dinge in mir drin fühlen sich etwas konkreter an. Sie bewegen sich leicht und haben grenzen. Ich kann spüren dass sie irgendwo anfangen und irgendwo enden und sie wirken nicht so schwerelos wie das Gesamtbild.
Trotzdem habe ich das Gefühl mich zu verlieren und nicht mehr zu existieren.
Desto länger ich in diesem zustand bleibe nicht konkret zu sein desto angenehmer finde ich es. Ich hatte nie das Bedürfnis mein "ego" auszuleben wie andere es vielleicht haben. Ich hatte das Gefühl dass es unrealistisch ist mir einzubilden ich wäre etwas anderes oder besseres als andere. Ich mag es mit der Welt um mich herum zu verschwimmen und nicht zu existieren.
so das ist heute alles in mir mit mir passiert. ich bin ehrlich gesagt heute nicht in der lage zu erkennen welche dieser Empfindungen mich auf meinem weg weiter bringen und welche mich nur ablenken. ich hoffe morgen bin ich wieder etwas sortierter und vielleicht fällt mir ja noch etwas auf, das mich weiter bringt.
lg saxuri

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Re: Suchende sucht das Ende der Suche

Postby scharly » Sat Mar 08, 2014 10:22 am

Hallo sayuri,
Als erstes fällt mir auf dass ich es nur schwer aushalten kann einfach nur da zu sitzen und die Augen zu schließen.alles scheint zu verschwimmen und alle formen und bekannten Werte verlaufen. Es ist als hätte ich mir irgendwann mal ein Bild gemalt und auf einmal giesse ich Wasser darüber
Genau, es ist nicht so, wie du es dir vorgestellt hast. Wenn du kannst, blende einfach mal dieses "Bild" aus.

Ich finde diesen zustand unangenehm weil er unbekannt ist. Ich weiss nicht was danach kommt.
Dieser Zustand ist immer da, er wird nur immer wieder von unseren Vorstellungen (Bild) verdeckt.
Du weißt ja auch nicht was in der nächsten stunde passiert, oder? Wo ist da der Unterschied?
Du wirst nicht einfach so verschwinden, warum denn auch?
Die Dinge in mir drin fühlen sich etwas konkreter an. Sie bewegen sich leicht und haben grenzen.
Schau da nochmal genauer hin, sind da wirklich Grenzen? Kannst du eine Grenze zwischen Körper und Außenwelt ausmachen? Wenn du auf einem Stuhl sitzt, welche Empfindungen sind da? Oder wenn du auf dem Boden stehst, wo ist die Grenze zwischen Boden und Füße? Teile mir deine Empfindungen mit.
Trotzdem habe ich das Gefühl mich zu verlieren und nicht mehr zu existieren.
Das ist auch nur ein Gefühl. Um das zu untersuchen, ob du verloren werden kannst, bist du ja hier.
Die Frage nach den Zehen ist einfach nicht zu beantworten geschweige denn die Frage wie viele Finger ich habe und wo genau sich eigentlich meine Ohren befinden.
Genau, du weißt nicht wo die Ohren sind. Lausche oder höre heute auf Geräusche, Stimmen usw. Hörst du mit den Ohren, oder ist da einfach nur hören?
Und kannst du das hören abschalten, oder findet das hören einfach nur statt?

liebe grüsse
Scharly
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Re: Suchende sucht das Ende der Suche

Postby sayuri » Sat Mar 08, 2014 7:01 pm

Hallo Scharly,
Um es ganz konkret zu sagen: es gibt keinen Unterschied und es gab nie einen. Maximal ist der Unterschied dass ich es jetzt bewusst wahrnehme und vorher eben nicht.
Über Nacht hat sich für mich jetzt nochmal einiges sortiert und vielleicht kann ich dir jetzt etwas verständlichere antworten geben.
Was die Frage nach den Grenzen betrifft: ich denke ich habe mich gestern noch etwas zu sehr auf mein Wissen bezogen. Ich weiss dass meine Organe etc ihre Grenzen haben und diese mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht immer wieder ändern. Aber hätte mir das nicht jemand gesagt würde ich es nicht wissen. Dass meine Haut eine Grenze ist weiß ich nur so lange ich sie ansehe und darüber nachdenke.
Sobald ich aber meine Gedanken außen vor lasse und mich nur auf das Gefühl konzentriere, dass meine Haut "produziert" kann ich keine aussage mehr darüber treffen. Ich kann vielleicht sagen, dass sie da ist aber nur wenn sie von irgendetwas berührt wird. Doch eigentlich weiß ich nicht ob sie wirklich von etwas berührt wurde. Das einzige was ich weiß ist dass ich ein Gefühl hatte, das ich als auf meiner Haut befindlich lokalisiert habe. Dieses Gefühl könnte aber genauso gut Einbildung sein oder es kommt ganz wo anders her.
ebenso ist das mit dem Hören. Es ist einfach da und ich habe ihm im laufe meines Lebens einen Namen gegeben und aufgrund von Dingen die ich gelernt habe sage ich jetzt, dass ich mit meinen Ohren höre. Ich kann natürlich meine Ohren zu halten und dann höre ich weniger und dann könnte ich das als bewiesen ansehen, aber wenn ich dieses zwanghafte beweisen wollen, dass etwas ist wie man es mir beigebracht hat, sein lasse, dann ist das Hören in meinem Kopf.
Ich kann nicht entscheiden wann ich was höre und wie laut oder wie leise. Das Hören kommt und dann geht es irgendwann wieder.
Ich denke genauso ist es mit allen Sinnen. Ich höre, sehe, rieche, schmecke oder spüre irgendetwas und wenn ich aufhöre diesen Sinnen Namen zu geben und sie zwanghaft zu beweisen, dann sind sie einfach nur da und ich nehme sie wahr und dann sind sie wieder weg.
Ich muss ehrlich sagen dass ich diesen permanenten Fluss von irgendwelchen Dingen, die da so passieren ziemlich anstrengend finde. Dauernd kommt etwas neues, rast an mir vorbei, und laut meiner bisherigen Prägung muss ich alles was da vorbei rast interpretieren, am besten dokumentieren und kommentieren.
Abgesehen davon dass ich es momentan noch anstrengend finde, weil ich noch in meinen alten Mustern fest stecke, ist es albern. Wieso sollte ich einer Sache so viel Bedeutung beimessen, die eben einfach passiert, ohne dass sie tatsächlich eine Bedeutung hat?
grüße
sayuri

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Re: Suchende sucht das Ende der Suche

Postby scharly » Sun Mar 09, 2014 8:14 am

Guten Morgen sayuri,

zuerst möchte ich mal vorneweg sagen, dass durch diese Übungen die wir machen, leichter festzustellen ist, ob da ein persönliches ich ist, oder nicht.
ich denke ich habe mich gestern noch etwas zu sehr auf mein Wissen bezogen.
Ja, die Gedanken interpretieren alles. Es ist dann eben leichter im Leben zurecht zu kommen.
Für unsere Untersuchung ist es aber nur hinderlich.
Das einzige was ich weiß ist dass ich ein Gefühl hatte, das ich als auf meiner Haut befindlich lokalisiert habe. Dieses Gefühl könnte aber genauso gut Einbildung sein oder es kommt ganz wo anders her.
Genau, ein Gefühl kann Einbildung sein, aber das wahrnehmen und erspüren was da so ist, ist keine Einbildung.
Ich wollte von dir nur wissen, was du wahrnimmst, wenn du schaust, ob eine Grenze zwischen dem Körper und der Außenwelt besteht. Geht das fließend ineinander über? Oder spürst du da einen Widerstand zwischen Außenwelt und Körper?
Schreibe mir doch bitte was genau du spürst.
Ich höre, sehe, rieche, schmecke oder spüre irgendetwas und wenn ich aufhöre diesen Sinnen Namen zu geben und sie zwanghaft zu beweisen, dann sind sie einfach nur da und ich nehme sie wahr und dann sind sie wieder weg.
Genau.
Ich kann nicht entscheiden wann ich was höre und wie laut oder wie leise.
So ist es!
aber wenn ich dieses zwanghafte beweisen wollen, dass etwas ist wie man es mir beigebracht hat, sein lasse, dann ist das Hören in meinem Kopf.
Da schauen wir nochmal hin.
Ist das hören wirklich in deinem Kopf?
Wenn du auf die inneren und äußeren Töne lauscht, findest du da einen Unterschied ob sie von deinem Kopf kommen, oder von außen?
Oder ist es da nicht auch so, dass alles ineinander fließt, keine Trennung zwischen innen und außen.
Und bitte erzähle mir genau wie du das empfindest und wahrnimmst.
Ich muss ehrlich sagen dass ich diesen permanenten Fluss von irgendwelchen Dingen, die da so passieren ziemlich anstrengend finde. Dauernd kommt etwas neues, rast an mir vorbei, und laut meiner bisherigen Prägung muss ich alles was da vorbei rast interpretieren, am besten dokumentieren und kommentieren.
Das ist nicht nur deine Prägung, das ist bei allen so und ganz normal.
Abgesehen davon dass ich es momentan noch anstrengend finde, weil ich noch in meinen alten Mustern fest stecke, ist es albern. Wieso sollte ich einer Sache so viel Bedeutung beimessen, die eben einfach passiert, ohne dass sie tatsächlich eine Bedeutung hat?
Das verstehe ich nicht ganz was du damit meinst. Erkläre mir das doch bitte.
Die Muster wirst du sowieso nicht so schnell los, auch wenn du die Ich-Illusion durchschaut hast.
Mit solchen sachen befassen wir uns gar nicht im Moment, denn sie sind grad überhaupt nicht wichtig.

Und was genau findest du albern?
Wenn du die Untersuchung meinst, dann täuscht du dich gewaltig. Muster hin oder her.
Welcher Sache misst du soviel Bedeutung bei, und was ist albern daran? Bitte kläre mich auf.
Ich kann mich vielleicht ja täuschen, aber ich habe den Eindruck, dass du diese Untersuchung für albern hälst.

wünsche dir noch einen schönen Tag

lg
Scharly
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Re: Suchende sucht das Ende der Suche

Postby sayuri » Sun Mar 09, 2014 5:21 pm

Hallo Scharly
ich halte die Untersuchung nicht für albern, sonst würde ich sie ja nicht machen. Ich meinte dass ich das Interpretieren der Menschen albern finde. Es ist albern so zu tun als hätten die Dinge einen expliziten Sinn oder als könnte ich beeinflussen was ich denke und fühle.
Ich finde es langsam etwas langweilig immer die selbe Untersuchung zu machen, aber ich glaube das liegt daran dass ich nicht verstehe was du eigentlich von mir wissen willst, oder wo ich hingucken soll. Ich meine da ist nichts. Irgendwo plätschern da Gedanken und Gefühle und ebenso auch Sinneswahrnehmungen vor sich hin und ansonsten ist da nichts.
Ich weiß gar nicht so recht was ich dir noch dazu schreiben soll.
Klar fühle ich irgendetwas irgendwann aber es scheint mir so irrelevant weil schon wenn ich es aufgeschrieben habe ist es vorbei und ist nur noch eine Erinnerung, die wahrscheinlich gleichzusetzen ist mit Einbildung.
Und was die Dinge, die ich als "in meinem Kopf" beschrieben habe, betrifft, ich meinte damit eben diese Einbildung. Wo genau die stattfindet kann ich dir nicht sagen. sie ist überall und nirgendwo gleichzeitig.
Also ich weiß nicht ganz wieso das jetzt so ist, aber ich kann dir deine Fragen ob ich Grenzen habe und was ich spüre und wie das mit dem Hören ist nur so beantworten: Erstens spielt es keine Rolle und zweitens ist da nichts. Etwas existiert und empfindet, das kann ich dir mit Sicherheit sagen. Fühlen, sehen, hören, riechen, schmecken, spüren ist da und passiert. Doch, da es eben einfach nur passiert und nicht "meins" ist kann ich es auch einfach vorbei gehen lassen. Und wenn du mich jetzt fragst was ich spüre, dann kann ich dir natürlich sagen: da ist ein Boden unter mir und kalte Luft kommt aus dem offenen Fenster, aber mehr ist da eben nicht. Da gibts nichts zu beschreiben weil da nichts ist.
Also entweder habe ich Probleme dir meine Empfindungen zu schildern, oder ich brauche eine andere Übung, weil ich mit der wie es scheint nicht dahin komme wo ich hin will. Oder ich mache schon brav und artig meine Schnittchen dahin wo ich hin will und merke es nur nicht.
Dir einen schönen Abend noch!
lg

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Re: Suchende sucht das Ende der Suche

Postby scharly » Sun Mar 09, 2014 8:25 pm

Hallo sayuri,

es gibt einen Unterschied zwischen konzeptueller Wahrnehmung
und direkter Wahrnehmung.

Bitte nimm dir mal einen von deinen Texten vor, in dem du mir deine Erfahrungen schilderst, und markiere in Farbe, welche konzeptionell sind, und welche direkte Erfahrungen sind.

lg
Scharly
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Re: Suchende sucht das Ende der Suche

Postby sayuri » Mon Mar 10, 2014 1:08 pm

Hallo
Ok ich kanns versuchen. Ich werde dir aber leider erst morgen was schreiben können weil ich meine Nacht im Flugzeug verbracht habe und schrecklich müde bin.
LG
Sayuri

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Re: Suchende sucht das Ende der Suche

Postby scharly » Tue Mar 11, 2014 1:27 am

Hallo sayuri,

ja probiere es einfach mal.
Wenn es nicht ganz so klappt, macht ja nix.

Wir schauen es uns dann gemeinsam an, und anhand deines Post´s kann ich dir dann den Unterschied zeigen und erklären.

lg
Scharly
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Re: Suchende sucht das Ende der Suche

Postby sayuri » Tue Mar 11, 2014 9:16 pm

Hallo Scharly,
ich habe sehr viel nachgedacht und ich denke wir haben ein kleines Kommunikationsproblem. das was ich geschrieben habe auf deine fragen waren meine Emotionen. ganz direkt und pur ohne die Einflüsse meines Verstandes. an den stellen, wo mein verstand doch nochmal die überhand hatte habe ich dir das im Nachhinein geschrieben. also aus meiner Sicht ist alles was ich dir geschrieben habe direkte Wahrnehmung. doch ich verstehe, dass es für dich aussieht als würde ich das alles sehr rational betrachten.
ich weiß nicht wie ich dir besser antworten kann, denn das ist meine art meine Empfindungen auszudrücken.
abgesehen davon kannst du gerne versuchen mir zu erklären was mein "Fehler" ist oder wo ich dich nicht richtig verstehe. aber ich mag jetzt nicht mehr drauf los raten was du von mir wissen wollen könntest.
egal wie ich es drehe und wende meine Antwort darauf was ich spüre wenn ich mich ganz auf mich selbst konzentriere und verstand und Emotionen ausblende wird immer wieder die sein die ich dir schon gegeben habe. somit sind meine Antwort meiner Meinung nach das Resultat direkter Wahrnehmung.
ich würde mich über eine Anregung freuen wie ich trotzdem weiter kommen kann und vielleicht ist es ja auch nur ein kleines Missverständnis auf beiden Seiten, das alles grade so kompliziert macht.
lg
sayuri


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