Schau nun nochmal ganz direkt auf dieses Gefühl eines panoramischen Schirms. Beschreib es genauer, als reine Erfahrung:
Wo genau zeigt es sich im Kopf- und Augenbereich?
Hat es eine Form, Grenze oder Ausdehnung?
Hat es eine Dichte oder Textur?
Ist es stabil oder verändert es sich, flackert es, bewegt es sich?
Was passiert genau in dem Moment, wenn du direkt hinschaust und es beginnt, sich aufzulösen?
Ende der Suche
Re: Ende der Suche
Es ist tief im Hinterkopf, vom Schädeldach bis hinter dem Gaumen.Wo genau zeigt es sich im Kopf- und Augenbereich?
Es fühlt sich tief an, etwa deckungsgleich mit dem Hinterkopf und in etwa so klar oder eben auch nicht klar umgrenzt wie bspw. mein Becken, wenn ich versuche, es von innen zu spüren.Hat es eine Form, Grenze oder Ausdehnung?
Ja, es fühlt sich offen und räumlich an aber doch gegenständlich, so als könnte ich es buchstäblich berühren.Hat es eine Dichte oder Textur?
Wenn ich meine Aufmerksamkeit darauf lenke, wird es intensiver, leicht pulsierend.Ist es stabil oder verändert es sich, flackert es, bewegt es sich?
Genau genommen löst es sich nicht auf, es ist nur so, dass es sich nicht so konkret körperlich anfühlt wie mein Brustraum oder mein Becken, viel zarter, durchlässiger, und das nimmt zu, wenn die Aufmerksamkeit sich dort hinwendet.Was passiert genau in dem Moment, wenn du direkt hinschaust und es beginnt, sich aufzulösen?
Re: Ende der Suche
Das ist sehr klar beschrieben.
Bist du dieses Gefühl? Taucht irgendwo in diesem ganzen Erleben ein Ich auf?
Oder sind da einfach Empfindungen, ohne jemanden darin?
Bist du dieses Gefühl? Taucht irgendwo in diesem ganzen Erleben ein Ich auf?
Oder sind da einfach Empfindungen, ohne jemanden darin?
Re: Ende der Suche
Das stimmt - es sind einfach Empfindungen, und auch wenn sie sehr vertraut und intim sind, so sind sie eben einfach das - vertraute Empfindungen. Klingt immer noch ungewohnt, das so zu betrachten, aber wenn ich meine direkte Wahrnehmung ernst nehme, dann ist es nicht von der Hand zu weisen.Bist du dieses Gefühl? Taucht irgendwo in diesem ganzen Erleben ein Ich auf?
Oder sind da einfach Empfindungen, ohne jemanden darin?
Re: Ende der Suche
Ja, Empfindungen im Strom aller Erfahrungen :)
Ist in diesem Strom der Erfahrungen irgendwo ein Ich auffindbar?
Ist in diesem Strom der Erfahrungen irgendwo ein Ich auffindbar?
Ist da jemand, der das tut?wenn ich meine direkte Wahrnehmung ernst nehme
Re: Ende der Suche
Nein.Ist in diesem Strom der Erfahrungen irgendwo ein Ich auffindbar?
Wieder nein, und doch kann ich das Ich nicht aus der Sprache verbannen, auch wenn es nur ein anderer Gedanke ist.Ist da jemand, der das tut?
Re: Ende der Suche
Wunderbar :)
In den Eingangsfragen hattest du geschrieben:
Wie fühlt sich das Leben jetzt an?
Ist die Suche an ihr Ende gekommen?
Das ist auch gar nicht nötig. Das Wort „ich“ ist einfach ein nützliches Werkzeug, das die Kommunikation erleichtert - ein weiterer Gedanke eben, wie du sagst, der auf nichts in der direkten Erfahrung verweist.und doch kann ich das Ich nicht aus der Sprache verbannen
In den Eingangsfragen hattest du geschrieben:
Was kommt auf, wenn du das jetzt liest?Wenn das Selbst wirklich eine Illusion ist und - wie mir scheint - eine leidvolle, belastende darüber hinaus, so würde ich dies gerne so klar erkennen, dass es keinen Zweifel mehr daran gibt und herausfinden, wie das Leben sich anfühlt, wenn diese Illusion von mir abfällt.
Wie fühlt sich das Leben jetzt an?
Ist die Suche an ihr Ende gekommen?
Re: Ende der Suche
Keine Fanfaren, kein Feuerwerk ;-)Was kommt auf, wenn du das jetzt liest?
Wie fühlt sich das Leben jetzt an?
Ist die Suche an ihr Ende gekommen?
Aber tatsächlich ein kleines feines Gefühl von Leichtigkeit, und das, obwohl ich mich gerade in einer Lebensphase befinde, wo viele eher schwere Gefühe durchziehen - aber eben, sie ziehen durch, ohne dass da jemand sich persönlich angesprochen fühlen müsste.
Lass mich da noch ein wenig nachspüren!
Re: Ende der Suche
Ja klar :) schau, was sich zeigt.
Re: Ende der Suche
Hmm, ehrlich gesagt habe ich nicht das Gefühl, dass sich da wirklich etwas entscheidend und nachhaltig verändert hat - wir haben alle Schritte getan und ich habe sie so gut ausgeführt, wie ich konnte, bloß: auch jetzt ist mir vom Verstand her klar, dass das Ich nichts weiter als eine Geschichte ist, eine Ansammlung von Konzepten, und trotzdem: tief in mir empfinde ich mich als ein Ich, und zwar eines, das den anderen Ichs in der Welt gegenüber steht.Ja klar :) schau, was sich zeigt.
Danke für deine Zeit und Bemühungen, aber es scheint, ich bin wohl nicht für diese Methode geeignet.
Liebe Grüße
Andreas
Re: Ende der Suche
Lieber Andreas,
danke für deine Offenheit und Ehrlichkeit. Was du beschreibst, ist ein Zwischenschritt, den viele erleben: Es ist klar, dass das, was man für das Ich gehalten hat, sich nur aus Geschichten und Konzepten zusammensetzt, und trotzdem fühlt es sich irgendwie noch so an, als sei da eine Entität, die man selber ist und die getrennt von allem anderen existiert. Das wird auch das „Ich-Gefühl“ genannt. Wie genau erlebst du es? Ist es „du“, oder ist es eine Erfahrung, die du hast?
Natürlich gibt es absolut keinen Druck von meiner Seite, wenn diese Art der Untersuchung im Moment nicht stimmig für dich ist. Allerdings haben wir die Ich-Illusion noch bei weitem nicht von allen Seiten beleuchtet - es sind also noch nicht alle Schritte getan, die möglich sind, um das “torlose Tor“ zu durchschreiten. Möglicherweise hat die Richtung, die der Dialog über die letzten Posts eingeschlagen hat, bei dir den Eindruck erweckt, dass wir da angekommen seien, wo das Ende sein sollte, es aber für dich nicht funktioniert habe. (Sag Bescheid, wenn ich falsch liege). Aber das Ende ist dann erreicht, wenn du es so erlebst. Es gibt keinen festen Zeitrahmen und keinen vorgegebenen Weg. Wir können so lange zusammen gehen und schauen, bis es sich nicht mehr nur wie ein intellektuelles Verstehen anfühlt, dass da kein getrenntes Ich ist, sondern es zum Erleben geworden ist, und du aus tiefstem Herzen sagen kannst, dass die Suche an ihr Ende gekommen ist.
Wie ist es? Möchtest du gerne noch aus anderen Perspektiven weiterschauen? Wie gesagt, es gibt noch viele Werkzeuge (= u.a. Übungen) im Kasten.
Herzlichst
Elea
danke für deine Offenheit und Ehrlichkeit. Was du beschreibst, ist ein Zwischenschritt, den viele erleben: Es ist klar, dass das, was man für das Ich gehalten hat, sich nur aus Geschichten und Konzepten zusammensetzt, und trotzdem fühlt es sich irgendwie noch so an, als sei da eine Entität, die man selber ist und die getrennt von allem anderen existiert. Das wird auch das „Ich-Gefühl“ genannt. Wie genau erlebst du es? Ist es „du“, oder ist es eine Erfahrung, die du hast?
Natürlich gibt es absolut keinen Druck von meiner Seite, wenn diese Art der Untersuchung im Moment nicht stimmig für dich ist. Allerdings haben wir die Ich-Illusion noch bei weitem nicht von allen Seiten beleuchtet - es sind also noch nicht alle Schritte getan, die möglich sind, um das “torlose Tor“ zu durchschreiten. Möglicherweise hat die Richtung, die der Dialog über die letzten Posts eingeschlagen hat, bei dir den Eindruck erweckt, dass wir da angekommen seien, wo das Ende sein sollte, es aber für dich nicht funktioniert habe. (Sag Bescheid, wenn ich falsch liege). Aber das Ende ist dann erreicht, wenn du es so erlebst. Es gibt keinen festen Zeitrahmen und keinen vorgegebenen Weg. Wir können so lange zusammen gehen und schauen, bis es sich nicht mehr nur wie ein intellektuelles Verstehen anfühlt, dass da kein getrenntes Ich ist, sondern es zum Erleben geworden ist, und du aus tiefstem Herzen sagen kannst, dass die Suche an ihr Ende gekommen ist.
Wie ist es? Möchtest du gerne noch aus anderen Perspektiven weiterschauen? Wie gesagt, es gibt noch viele Werkzeuge (= u.a. Übungen) im Kasten.
Herzlichst
Elea
Re: Ende der Suche
Hallo Elea,
danke für dein Verständnis und die aufmunternde Perspektive!
Du hattest recht - ich dachte, wir wären am entscheidenden Punkt angekommen und ich hätte es (mal wieder) nicht geschnallt...
Ja, ich würde gerne weitermachen, schließlich geht es hier um nichts Banales. Also: tief durchatmen und dann lass uns sehen, was wir als Nächstes betrachten. Ich bin für alles offen, was hilfreich sein könnte.
Nochmals vielen Dank und ich bin gespannt, wie es weitergeht.
Liebe Grüße
Andreas
danke für dein Verständnis und die aufmunternde Perspektive!
Du hattest recht - ich dachte, wir wären am entscheidenden Punkt angekommen und ich hätte es (mal wieder) nicht geschnallt...
Ja, ich würde gerne weitermachen, schließlich geht es hier um nichts Banales. Also: tief durchatmen und dann lass uns sehen, was wir als Nächstes betrachten. Ich bin für alles offen, was hilfreich sein könnte.
Nochmals vielen Dank und ich bin gespannt, wie es weitergeht.
Liebe Grüße
Andreas
Re: Ende der Suche
Lieber Andreas,
es freut mich sehr, dass sich das Missverständnis über den vermeintlichen Endpunkt aufgeklärt hat!
Übrigens, ganz wichtig: Es gibt gar nichts zu schnallen, nur zu sehen!
Dieses Sehen kann auf unterschiedliche Weise kommen. Z.B. kann es allmählich entstehen, oder beim Experimentieren mit einer der Übungen oder irgendwann im Alltag ganz plötzlich da sein. Und bis es für dich offensichtlich (und nicht nur verstehbar) geworden ist, dass kein separates Selbst existiert, handelt oder entscheidet, schauen wir ganz in Ruhe in verschiedene Richtungen - als nächstes dorthin:
Übung: Hand anheben
1. Lege beide Hände mit den Handflächen nach unten auf einen Tisch vor dir.
2. Ruhe einen Moment. Hebe dann eine Hand in die Luft, aber nicht die andere.
Geh nicht in Gedanken – untersuche deine direkte Erfahrung.
Wiederhole dies so oft du möchtest und prüfe dabei jedes Mal:
Was genau wählt aus, welche Hand angehoben wird?
Lässt sich ein getrenntes Individuum oder irgendetwas finden, das diese Wahl trifft?
Was kontrolliert die Bewegung der Hand?
Lässt sich ein „Kontrolleur“ irgendeiner Art finden?
Lässt sich irgendetwas finden, das bewirkt, dass sich die Hand bewegt?
Wie wird die Entscheidung getroffen?
Berichte auch jederzeit gerne, wenn dir unabhängig von den Übungen und Fragen etwas auffällt, sich etwas verändert oder sonst wie erwähnenswert erscheint. Das gibt mir zusätzliche Hinweise darauf, welche Blickrichtung als nächstes hilfreich sein könnte.
es freut mich sehr, dass sich das Missverständnis über den vermeintlichen Endpunkt aufgeklärt hat!
Übrigens, ganz wichtig: Es gibt gar nichts zu schnallen, nur zu sehen!
Dieses Sehen kann auf unterschiedliche Weise kommen. Z.B. kann es allmählich entstehen, oder beim Experimentieren mit einer der Übungen oder irgendwann im Alltag ganz plötzlich da sein. Und bis es für dich offensichtlich (und nicht nur verstehbar) geworden ist, dass kein separates Selbst existiert, handelt oder entscheidet, schauen wir ganz in Ruhe in verschiedene Richtungen - als nächstes dorthin:
Übung: Hand anheben
1. Lege beide Hände mit den Handflächen nach unten auf einen Tisch vor dir.
2. Ruhe einen Moment. Hebe dann eine Hand in die Luft, aber nicht die andere.
Geh nicht in Gedanken – untersuche deine direkte Erfahrung.
Wiederhole dies so oft du möchtest und prüfe dabei jedes Mal:
Was genau wählt aus, welche Hand angehoben wird?
Lässt sich ein getrenntes Individuum oder irgendetwas finden, das diese Wahl trifft?
Was kontrolliert die Bewegung der Hand?
Lässt sich ein „Kontrolleur“ irgendeiner Art finden?
Lässt sich irgendetwas finden, das bewirkt, dass sich die Hand bewegt?
Wie wird die Entscheidung getroffen?
Berichte auch jederzeit gerne, wenn dir unabhängig von den Übungen und Fragen etwas auffällt, sich etwas verändert oder sonst wie erwähnenswert erscheint. Das gibt mir zusätzliche Hinweise darauf, welche Blickrichtung als nächstes hilfreich sein könnte.
Re: Ende der Suche
Wenn ich genau hinsehe, dann... habe ich keine Ahnung ;-) Jeder Gedanke, welche Hand ich heben will, erscheint in gewisser Weise erst nach der Handlung, wenn auch sehr kurz danach.Was genau wählt aus, welche Hand angehoben wird?
Eben nicht. Die Wahl "geschieht" einfach. Ist es dann überhaupt noch eine Wahl?Lässt sich ein getrenntes Individuum oder irgendetwas finden, das diese Wahl trifft?
Nichts zu finden.Was kontrolliert die Bewegung der Hand?
Nein.Lässt sich ein "Kontrolleur" irgendeiner Art finden?
Ich weiß es wirklich nicht.Wie wird die Entscheidung getroffen?
Hmm, so weit, so gut: kein Kontrolleur - aber gilt das auch für die "großen" Entscheidungen im Leben?
Re: Ende der Suche
Sehr genau beobachtet!Jeder Gedanke, welche Hand ich heben will, erscheint in gewisser Weise erst nach der Handlung, wenn auch sehr kurz danach.
Gute Frage :) Was ist Wahl ohne einen "Wähler"? Oder, anders gefragt: Was ist das, was wir als "Wahl" bezeichnen, in der direkten Erfahrung wirklich? Was passiert da genau?Die Wahl "geschieht" einfach. Ist es dann überhaupt noch eine Wahl?
Auch eine gute Frage. Die folgende Übung zielt genau auf diese Frage ab:aber gilt das auch für die "großen" Entscheidungen im Leben?
Vorbereitung:
Stell dir für einen Moment eine Szene vor: einen kleinen Gebirgsbach, der einen Hang in einer Rinne hinabstürzt. Es hat geregnet, daher ist der Wasserstand recht hoch. Versuche dir vor deinem inneren Auge vorzustellen, wie das Wasser nach rechts über einen kleinen Felsen fließt (wo es bei niedrigerem Wasserstand vermutlich daran vorbeigeflossen wäre), dann nach links über einen umgestürzten Baumstamm, sich an einer breiteren Stelle etwas verlangsamt und schließlich über eine kleine Kaskade in ein Becken spritzt – und so weiter den Hang hinab. Wählt der Bach irgendeine seiner Richtungen? Ist er überhaupt wirklich eine eigenständige Entität, getrennt von dem Wasser, das ihn speist, den Felsen, den Vertiefungen im Boden usw.? Ist er von Moment zu Moment überhaupt „derselbe“ Bach – oder eher das Ergebnis von Wetterbedingungen und Wasser, ein sich ständig veränderndes Muster?
Untersuchungen:
1. Kannst du irgend einen Punkt finden, wo „Andreas“ autonom in das Leben eingreift und eine Wahl trifft, die nicht das Ergebnis von Bedingungen und Ursachen ist – also kein Teil des gesamten Flusses?
2. Betrachte nun eine alltägliche Entscheidung, z. B. was du morgens anziehst oder was du zu Mittag isst, und beschreibe, was dabei geschieht. Es gibt Umwelteinflüsse, Farbvorlieben (aber woher kommen die – gibt es dort irgendeinen autonomen Eingriff?), praktische Aspekte (z. B. was verfügbar ist), die zur Verfügung stehende Zeit für die Zubereitung, einen Zweck (z. B. für den Tag satt sein oder für eine bestimmte Person besonders „cool“ wirken) usw.
Wo genau darin greift eine autonome Entität in den Fluss des Lebens ein?
Kannst du irgendwo jemanden finden?
3. Betrachte eine etwas größere Entscheidung, die du kürzlich getroffen hast – nichts, was für den Rahmen dieses Forums zu persönlich wäre.
Wie ist diese Entscheidung zustande gekommen?
Betrachte alle Bedingungen, die notwendig waren, damit sie so zustande kam.
Wenn eine dieser Bedingungen anders gewesen wäre – hätte das Ergebnis dann dasselbe sein können?
Wie viele dieser Bedingungen lagen außerhalb deines Einflusses?
Und was lag in deiner Kontrolle?
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