Wie zeigt sich das, wenn du in die Identifikation kommst?
Indem es sich anfühlt als ob es ein Teil von mir wäre. Der Verlust dieser geliebten Person liegt schon 4 Jahre zurück, und es fühlt sich immer noch so intensiv an, dass es meinen Alltag beeinflusst und ich kaum was unternehme
Da gäbe es einige gute Herangehensweisen wie z.B. The Work von Byron Katie, oder die Sedona Methode... Hast du da schon was ausprobiert um eventuell diese schmerzliche Situation ein wenig zu entspannen?
Ich hab es nochmals durchgelesen. Ich muss gestehen dass ich mir nicht sicher war, ob ich die Aufgaben richtig verstehe. LU ist sehr neu für mich
Keine Sorge, wir haben viele gute Übungen die du ausprobieren kannst und du kannst nichts falsch machen... Antworte immer so wie es für dich gerade ist aus deiner Erfahrung heraus, und sei dann bitte nicht irritiert, wenn ich viel nachfrage... :) Das bedeutet nicht, dass die Antwort falsch gewesen wäre, sondern ich will nur versuchen Hinweise zu geben um dich dazu zu bringen wirklich auf die tatsächlich wahrnehmbare Erfahrung des gegenwärtigen Momentes zu schauen und den Unterschied zu Gedankengeschichten zu erkennen... :)
Wenn du mal nachsiehst, kannst du etwas auf eine andere Art und Weise erfahren als durch Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, körperliche Empfindung, denken (nur den Vorgang des Denkens, nicht der Inhalt)?
Nein, wenn die emotionalen Erfahrungen als körperlich gelten, dann nicht
Ja genau, es fällt grundsätzlich unter spüren + denken... Zu den Emotionen kommen wir ein wenig später noch genauer, wenn wir mal ein paar Basics durchhaben, damit du weißt was mit „Schauen“ und direkter Erfahrung genau gemeint ist... :)
Kannst du außer dem Genannten noch was finden?
Ich hab heute geschaut und ich denke ich bekomme einen Einblick worauf DE hindeutet. Aber es ist vage.
Geht es darum es ständig zu tun? Die Perspektive jede Minute zu ändern wenn es uns auffällt dass wir uns Identifizieren, oder schaltet sich irgendwann ein Schalter um
Generell gilt es, an alles so entspannt wie möglich heranzugehen, aber speziell am Anfang ist es schon vorteilhaft sich so oft wie möglich zu erinnern und immer wieder zu schauen. Und ja genau, wenn man das mal gewohnt ist, wird es eventuell mehr und mehr zum Selbstläufer, dann fällt man wahrscheinlich immer weniger auf die Geschichten die die Gedanken erzählen herein... :)
Alles, was gesehen, gehört, gespürt, gerochen und geschmeckt werden kann, ist das Wirkliche, das was ist.
Gedankeninhalte können nicht wirklich erlebt werden, nur in der Fantasie. Du kannst z.B. nicht in den Apfel beißen an den du denkst. Die meiste Zeit bewegen wir uns in diesem Geschichtenland und nehmen gar nicht an dem Leben teil, durch das der Körper geht.
Es gibt 2 Arten von Gedanken:
1- Der Gedanke weist auf etwas was in diesem Moment via Sinne wahrnehmbar ist – der Gedanke ‚labelt‘.
2- Der Gedanke weist auf einen anderen Gedanken, das ist Gedankeninhalt und die Geschichte, die erzählt wird.
Vertiefe die Übung von gestern noch mal ein Stück und probiere es aus wie es ist, in der Wirklichkeit zu sein. Reduziere dabei die Wirklichkeit auf die Namen, die der Wahrnehmung am nächsten sind.
Mache diese Übung so häufig wie möglich über den ganzen Tag verteilt. Benenne jede Erfahrung einfach als sehen-hören-spüren-riechen-schmecken-denken, wenn du alleine bist dann sprich es am besten laut aus. Wenn mehrere Bezeichnungen passend wären (z.B Auto hören/sehen) dann nimm einfach eines davon, und versuche ein entspanntes Tempo des Labelns zu finden.
Mache das, während du dir verschiedener Dinge bewusst wirst:
Einen Baum sehen, einfach = sehen
Der Geruch von Kaffee= riechen.
Den Wind im Gesicht = spüren .
Die Zahnpasta auf der Zahnbürste = schmecken .
Ein Auto vorbeifahren hören = hören.
Gedanke an die Identifikation = denken (Gedanken können Wörter und geistige Bilder sein).
Verspannung im Nacken = spüren
Schon wieder diese Identifikation = denken
Enge in der Brust (vielleicht durch die Identifikation) = spüren
usw...
Untergliedere einfach alle Erfahrungen in diese Kategorien, die alle direktes Erleben darstellen und erzähle, wie es dir ergangen ist und was dir aufgefallen ist – sei so gut und gib mir ein paar Beispiele.
Findet sich unter all diesen Erfahrungen ein “Ich”, ein “Selbst”?
Das ist eine der Übungen die sehr hilfreich sein kann, wenn du sie immer wieder mal praktizierst. Also nicht nur heute und morgen sondern zumindest so lange wie wir hier die Untersuchung machen...
Lass dir gerne 2, 3 Tage Zeit damit, nimm die Übung am Besten auch mit in den Schlaf... :)