1.Empfindung: im Sinne von "etwas tatsächlich körperlich spüren, vorfinden". Dazu gehört von deiner Aufzählung Wärme, Kälte, Schmerz, Jucken, Berührung. Es gibt tausenderlei Arten, etwas zu beschreiben, was auf irgendeine Art körperlich GESPÜRT wird.
SPÜREN ist der kleinste gemeinsame Nenner dieser Art Erfahrung
Ok, Danke, die Benennung ist verstanden.
Was nicht klar ist: Durst/Hunger und Puls können auch gespürt werden...!?
2. Gefühl/Emotion: Was ist denn zB Freude? Woraus besteht das, was man so nennt? Ist es nicht eine unterschiedlich gewichtete Kombination aus bestimmten Gedanken, evtl auch Sehen/Hören/Riechen/Schmecken, und körperlichen Empfindungen?
Findest du irgendetwas Konkretes, das von sich aus sagt, dass es "Traurigkeit" ist? Oder ist da nicht vielmehr wieder eine Kombination aus zB bestimmten Gedanken(=Denken), einer "Enge im Kehlkopfbereich"(=Spüren) usw.?
Versuch da mal genau hinzuschauen, wenn sich ein "Gefühl" zeigt.
Vielen, vielen Dank!
Das was als Gefühle/Emotionen bezeichnet wird, sind eine Kombination von verschiedenen Gedanken und den 5 Sinnen. Eigentlich war das klar, aber erst durch das direkte Hinschauen wurde wirklich deutlich was passiert.
„Freude“ und Lachen sind hier z.B. wenn ein Eichhörnchen vorbei huscht.
„Traurigkeit“ und Tränen sind hier z.B. wenn ein fast verhungertes Kind im Jemen auf dem Bildschirm zu sehen ist.
Ich habe mit den beiden Bildern, die auch auch als Gedankenbilder (=Erinnerungen) Gefühle auslösen können, gespielt.
Die Trauer hielt sich deutlich länger. Und es sind nicht nur die Gedankenbilder, die diese Gefühle auslösen, sondern auch die Gedanken (Bewertungen) und Geschichten, die mit ihnen zusammen auftauchen.
Im Falle der Traurigkeit zeigt sich zusätzlich auch noch eine weitere "gedankliche Verbindung“, ein Bezug. Hier sitzt ein
Mensch mit einem angeschwollenen Knöchel und jammert über die Unberechenbarkeit des Lebens und weil er sich nicht mehr schmerzfrei bewegen kann. Dort liegt ein
Mensch, der wegen Unterernährung nicht mehr die Kraft hat sich zu bewegen. Dem Menschen dort geht es viel, viel schlechter als dem Menschen hier.
Und es wurde klar, wenn ich mich mit etwas wirklich identifiziere, dann mit dem Satz:
„Ich bin ein (mit-) fühlender Mensch“...
ist denn "Spüren" das Einzige was 'immer da' ist?
Wahrnehmung hat keinen OFF-Schalter, für keinen der 5 Sinne und auch nicht für die Gedanken. Die Sinne können aber auch nur wahrnehmen was sich hier/jetzt zeigt. Sie können nicht die Abwesenheit von etwas wahrnehmen. Es sind Gedanken die sagen „Der Schmerz ist weg - der Knöchel tut nicht mehr weh“. Das ist nicht durch spüren möglich,
Und Gedanken werden auch gebraucht. Zwar benennen, beschreiben und beurteilen sie und erzählen Geschichten, aber für die Kommunikation werden sie gebraucht. Hätte ich bei der Ärztin angerufen und nur gesagt „hier ist jetzt Schmerz“, dann wäre das mit dem Rezept für die Salbe wahrscheinlich schwierig geworden. Aber auch das ist ein Gedanke. Ich habe es nicht ausprobiert… ;)
Dann: Wahrnehmung und Aufmerksamkeit spielen zusammen. Die Wahrnehmung die „am stärksten“ ist, bekommt die Aufmerksamkeit. Keine Ahnung wo/wann das entschieden wird!
Beispiel. Nic sitzt (=spüren) hier/jetzt mit den Füßen an der warmen (=spüren) Heizung und versucht endlich (=denken) die richtigen Worte/Sätze zu formulieren (=denken) und tippt (=spüren) so vor sich hin, während draußen der Sturm Geräusche (=hören) macht und sich gleichzeitig Durst (=spüren?) und ein Geschmack im Mund (=schmecken) bemerkbar machen und Gedanken sagen (=denken) „Zähne putzen und was trinken!“
Es passiert so viel auf einmal und so schnell… Wohin geht der Fokus, die Aufmerksamkeit. Wie wird entscheiden was hier/jetzt gerade passiert bzw. wahrgenommen wird. Auf was geht der Wahrnehmungs-„Spot“? All diese Gedanken, führen zu einem schwindligen Gefühl… Da ist es gut die Augen zu schließen und einfach nur zu spüren und hören was gerade hier/jetzt ist… bzw die nächste Übung zu machen:
Für die 1. Minute lass die Augen offen und richte die Aufmerksam nur aufs Sehen. Blick dich im Zimmer um und jedes mal, wenn der Blick auf einem Objekt haften bleibt, sagst du laut „sehen“. Die auftauchenden Gedanken lass durchziehen. Sehen – Sehen – Sehen......
Für die zweite Minute schließe die Augen, und konzentriere dich aufs Hören. Ganz egal ob Kühlschrank, Auto, jedes mal wenn die Aufmerksamkeit auf ein Geräusch kommt label es laut mit „hören“. Hören – Hören – Hören.....
Für die dritte Minute konzentriere dich aufs spüren (nur Körperempfindungen). Ganz egal ob der Druck vom Hintern auf dem Stuhl, das Jucken am Fuß, die Verspannung im Nacken, das Grummeln oder Druck im Bauch, die Enge in Brust oder Kehle... benenne es mit „spüren“. Alles andere wieder ignorieren.... Spüren – Spüren – Spüren.
Die vierte Minute widme dem Denken. Nicht der Inhalt ist wichtig, nur das bemerken von auftauchenden Gedanken...(egal ob Wort- oder Bildgedanken) Sprich laut das Label „denken“. Denken – Denken – Denken..
Die fünfte Minute (wenn du möchtest kannst du auch länger) lass die Aufmerksamkeit frei, und was auch immer in das Wahrnehmungsfeld kommt versehe mit einem Label. Hören – denken – spüren – spüren – denken – sehen ….......
Wenn du merkst, dass du in Gedankengeschichten abgedriftet bist, dann freue dich, dass du es gemerkt hast, und komme wieder zur direkten Erfahrung zurück.. :)
Das sind sehr schöne Übungen um „runter zu kommen“.
Beim
Sehen fällt es etwas schwer, bzw. ist es nicht möglich, nur EIN Objekt zu sehen. Vielleicht weil hier so viel rumsteht, vielleicht aber auch, weil kein Bildausschnitt gewählt werden kann. Das, was um das Objekt drumherum ist wird auch gesehen. Und wenn durch das fokussierte Sehen, das Benennen und die Geschichten in den Hintergrund treten, dann sind hier einfach nur viele Farben.
Hören und
Spüren sind schön, weil die Augen dann zu sind. Entspannung im Space, in dem einfach nur alles auftaucht, was eben auftaucht :) ... es fließt... und der Verstand hat keine Lust, das als "hören" oder "spüren" zu labeln.
Ich mach die Übung aber auch noch ein paar mal - DANKE!