Namaste Kerstin,
Das Erleben dieses Friedens und der Verbundenheit, das erleben dieser Liebe ist wunderschön. Die Intensität, wie sie in dieser mystischen Erfahrung da war, ist aber ein Phänomen. Und wie alle Phänomene verschwindet es auch wieder. Und es entwickelt sich sehr leicht so etwas wie ein "anhaften" an die Intensität dieser Phänome. Und dann entsteht Begehren. Aus diesem Begehren entsteht Leid.
All das gehört nicht weg oder bekämpft, es genügt vollkommen es zu sehen, es anzunehmen (es ist ja dann schon da) und zu beobachten.
Wie siehst du das?
Und vllt. ist ja so, dass das Spüren von Frieden und Verbundenheit in der Tiefe immer da ist, nur nicht in dieser Intensität?
Und schliesst Verbundenheit irgendetwas aus?
Es wird mir nicht klar, dass es sich "nur" um ein Phänomen handelt, dass auch wieder verschwindet.
Wirklich nicht?
Du erlebst es doch so im Alltagsbewusstsein? (Es geht hier um die Intensität, nicht um das grundsätzliche, in der Tiefe immer spürbare )
Im Alltagsbewusstsein wird in der Tiefe Leere erfahren. Eine Beschreibung dieser Leere könnte auch Verbundenheit,Liebe,Lebendigkeit oder Anwesenheit sein.
Gleichzeitig erscheint im Alltagsbewusstsein "die Welt" mit ihren "Objekten" die durch Sinne erfahren wird. Scheinbar getrennt voneinander, der Seher, das Sehen und das Gesehene. Bedingt durch Tendenzen der Konditionierung und ein scheinbares Anhaften einer Geschichte.
Eine Metapher um es evt. klarer werden zu lassen. Die "Welle" erfährt sich nicht als Ozean / wie in der mystischen Erfahrung.
Und beim Schreiben bemerke ich auch ein Festhalten daran, ein Begehren und einen Widerstand dass es nicht anders sein kann / darf und das wird als Leidvoll erlebt.
Ja. Es wird als leidvoll erlebt.
Festhalten, Begehren, Widerstand tauchen auf.
Gibt es eine feste Entität, eine Instanz, ein Ich, welches festhält, begehrt, widersteht?
JETZT, HIER ....... Wo ist das Ich? Wo genau taucht es auf? In Gedanken, im Körper, wo?
Es war eine Vorstellung, eine Geschichte die erzählt wurde, mit dem "Motiv" etwas Beständiges zu "haben". Das "Durchschauen" war sehr emotional geladen.
Du fragst weiter wo ein Ich ist JETZT HIER...Es kann nichts gefunden werden. Nur was oben schon beschrieben wurde.
Es ist diese Intensität und "Leichtigkeit" ein im Flow zu sein ohne die "Schablone" Konditionierung und Separation Sinne.
Erlebst du das im Flow sein auch ausserhalb von mystischen Erfahrungen?
Im Flow zu sein bedeutete "ohne Widerstand" zu dem was IST zu SEIN. Bedingungsloses Annehmen ohne das zu tun.Es geschah einfach von SELBST. Und das wird nicht im Alltagsbewusstsein so wahrgenommen.
Das Spüren dieser Intensität von Frieden und Verbundenheit wird nicht im "Alltagsbewusstsein" erlebt. Erlebt wird viel mehr, ein gewisser Automatismus in der Folge von Sinneswahrnehmungen / Gedanken / Gefühle / Körperreaktionen.
Gibt es da eine feste Entität die erlebt oder ist da nur erleben?
Es gibt keine feste Entität die erlebt. Es gibt nur Erleben. Der Eindruck einer festen Entität entsteht durch Gedanken ( z.B. das Bewerten oder Vergleichen mit "Etwas" in einer bekannten Geschichte.
Kannst du beobachten, welche körperlichen Empfindungen bei dir das Label "Angst " bekommen. Was passiert, wenn du bei diesen körperlichen Empfindungen bleibst ohne die gedanklichen Geschichten groß zu beachten?
Das Gefühl Angst habe ich erforscht. Ein Festhalten wollen an scheinbarer Beständigkeit von auftauchenden "Objekten" in einer bekannten Geschichte. Und in der Tiefe scheint es eine Angst vor Auflösung zu geben.
Ja.
Was genau könnte sich da auflösen? Was genau versucht die Angst zu beschützen?
Körperliche Empfindungen sind Reaktionen auf geglaubte Gedanken und Geschichten. Und wenn diese Gedanken oder Geschichten nicht mehr geglaubt werden oder weniger "beachtet"werden, sind auch körperliche Empfindungen weniger oder gar nicht mehr vorhanden. Sie stehen in einer Interaktion.
Die Frage was sich da auflösen könnte oder was genau Angst zu beschützen versucht war sehr schön und interessant. Es war ein Erforschen was der Tod bedeutet. Der Körper und Geist kann "Ich" nicht sein. "Ich" hatte vor einigen Jahren eine "ausserkörperliche" Erfahrung."Ich" nahm mich als "Bewusstsein" wahr. Die Angst ist scheinbar ein archaisches Programm welches bei "Gefahr" entsprechende Gedanken / Gefühle und körperliche Reaktionen auslöst. Die Angst versucht ein Image ( Ich-Illusion ) zu beschützen.
Die körperlichen Empfindungen sind nur in der Reaktion von Gedanken Gefühle zu beobachten. Ohne Geschichte / Gedanken Gefühle, verändert sich die Körperliche Reaktion. Es scheint immer ein Zusammenspiel zu sein als Muster in der scheinbaren Bestätigung dieser Ich Illusion.
Sind Gefühle nicht körperliche Empfindung + Gedanke?
Wow..erst JETZT ist es mir klarer geworden das Gefühle DAS ( wie du es oben gefragt hast ) sind. Und Gefühle, welche auch immer bekommen erst durch den dazugehörigen Gedanken das Label ( Angst,Wut,Liebe usw. )
Kann diese zeitlose Liebe irgendetwas auschliessen? Kann sie Unfrieden, Unverbundenheit ausschliessen?
Oder ist auch das etwas, was in dieser zeitlosen Liebe auftaucht und wieder verschwindet?
Liebe IST-"Vollständig" / Ich versuche es mit einer Metapher zu beschreiben. Liebe IST Bewusstsein / Alles was auftaucht IST Liebe in Bewegung und es passiert nur als scheinbare Bewegung im ewigen und zeitlosen Strom.
Gut.
Gibt es eine Trennung zwischen dir und Liebe/Sein/Bewusstsein?
Von da wo du jetzt gerade bist......geh ein paar Schritte in Richtung Liebe/Sein/Bewusstsein.
Wie weit musst du gehen? Jetzt?
Es bedarf keinen Schritt. ES IST "immer" Anwesend.
Liebe Grüße
Michael