Liebe Verananda,
Danke, dass du das hier mit mir machst. :-)
Gedanken sind Gedanken. Wahr werden sie scheinbar, wenn ein anderer Gedanke da ist, der sagt: "Das ist wahr." und er geglaubt wird.
Warum wird er dadurch wahr?
Naja, er wird ja nur scheinbar wahr. Durch den anderen Gedanken, der die Überzeugung bildet, dass es wahr ist. Dennoch sind beides nur Gedanken, die wahrgenommen werden. Mehr ist da nicht. Mehr wird nicht wahrgenommen, also ist auch nicht mehr da. - Auch wenn die Gedanken mal wieder was anderes behaupten. Und andere Gedanken ihnen widersprechen.
Lustige Gedankenunterhaltung ...
Wie oft glauben wir felsenfest dass wir in irgendeiner Sache im Recht sind? Und sind diese Gedanken deswegen wahr, nur weil sie so doll und immer wieder gedacht werden?
Die Gedanken behaupten es mit Nachdruck, dass es stimmt. Also scheint es so, solange keine zweifelnden Gedanken dazu kommen. Es ist so, wie du sagst.
Und es sind eben nur Gedanken, ohne wahrnehmbare Entsprechung und somit ohne Realität.
Aber sagt das ganze Gedankenspiel irgendwas darüber aus, ob es nun "wahr" ist?
Kann irgendein Gedanke wirklich wahr sein?
Ausgehend davon, dass Dinge nur wahr sein können, wenn sie wahrgenommen werden, dann können Gedanken nicht wahr sein, es sei denn, sie beziehen sich auf etwas, das gerade direkt wahrgenommen wird. - Oder?
Wenn meine Freundin vor mir auf dem Stuhl sitzt und der Gedanke da ist: "Da sitzt meine Freundin vor mir auf dem Stuhl.", dann ist er wahr.
Wenn da der Gedanke ist: "Sie sitzt in der Küche auf dem Stuhl." und ich sitze aber in einem anderen Zimmer und kann sie nicht sehen, dann ist es ein Gedanke, ohne Bezug zur Realität. Auch wenn andere Gedanken sagen: "Aber ich habe sie doch eben noch da sitzen sehen, als ich die Küche verlassen habe. Also sitzt sie da."
Wenn dann keine anderen Gedanken dazu kommen, die das bezweifeln, ist die Überzeugung, dass der Gedanke wahr ist, perfekt.
Nun kommt der Gedanke dazu, dass es nur dann wahr ist, wenn es auch so wahrgenommen werden kann. Sonst ist es ein Gedanke ohne Bezug zur Realität. Einfach ein Gedanke. Ohne weitere Bedeutung.
Das ist wirklich spannend, wie Gedanken eine ganze "Realität" konstruieren können.
Es sind einfach nur Gedanken. Und der Gedanke "Das ist wahr". oder "Das ist bedeutsam". Irgendwas darüber hinaus? Wenn es mehr ist müssten wir ja wen finden, der/die da glaubt? Irgendwas zu finden?
Das ist eine spannende Frage. Es gibt ein ganz klares Empfinden von "mir", die glaubt. Eine ganz bestimmte Art, wie es sich anfühlt, wenn "ich" etwas glaube.
Es kommt oft vor, dass wahrgenommen wird, ohne dass ein Ich-Gefühl dabei ist. Dann ist einfach das da, was gerade ist. Das scheinbare Ich taucht erst im Nachhinein auf, wenn das Beobachtete erinnert wird. Dann kommt ein Gedanke, der besagt, dass "ich" das erlebt habe und mit ihm das Ich-Gefühl.
Wenn der Gedanke wegfällt, dass da irgendjemand schaut, wer schaut dann?
Wie können Gdanken, die noch nicht mal bewusst sind als wahr empfunden werden?
Beschreib mal diese Empfindung genau!
Oder ist es eher so das da einfach nur Handlung geschieht?
Die Gedanken werden ja wahrgenommen. Solange keine anderen Gedanken da sind, die sagen, dass es ja nur Gedanken sind, werden sie als wahr empfunden.
Und ja. Dann geschieht einfach nur Handlung.
Und im Nachhinein kommen Gedanken, die sagen, dass "ich " unbewusst war. Auch das sind wiederum Gedanken, die geglaubt werden und eine neue Jetzt-Realität erschaffen: Den Eindruck, als gäbe es da eine Person "ich", die manchmal wahrnimmt, dass es nur Gedanken sind und manchmal den Gedanken auf den Leim geht.
Die müssen auch nicht geglaubt werden. Dann sind es auch einfach nur Gedanken, ohne Realitätsbezug. Keine Person. Hm. ...
Gut. Schau auf deine Hände. Jetzt. Was wird wirklich wahrgenommen? Was sind Gedanken? ISt das Ich-Gefühl irgendwas darüber hinaus? Noch irgendwas das du finden kannst?
Wahrgenommen wird ein Gefühl im Bauchraum und der Gedanke, dass das meine Hände sind, dass sie mir sehr vertraut sind. Wenn ich bei dem Gefühl bleibe, steigt es auf, Traurigkeit kommt auf und Tränen steigen in meine Augen.
Gefühle, Körperwahrnehmungen, Emotion und Gedanken, die versuchen, diese Reaktionen einzuordnen.
Sonst nichts. Das oben genannte und Gedanken von "meine Hände".
Dieses "werden irgendwie geglaubt", das ist noch unklar. Wie entsteht dieses geglaubt werden von Gedanken? Dass sie scheinbar Realität beschreiben?
Indem nur Gedanken da sind, die das eine behaupten und keine, die das Gegenteil oder was anderes Behaupten. Ist "glauben" irgendwas anderes als Gedanken?
Gedanken und ein dazu gehöriges Gefühl, von dem die Gedanken sagen, dass es das Gefühl von Glauben ist.
Das was wir schon ganz lange immer wieder denken (glauben) nennen wir dann Überzeugungen.
Die Ich-Illusion ist eine davon.
Dass wir es schon ganz lange immer wieder denken (glauben), ist ja dann letztlich auch nur ein Gedanke, oder? Ein Gedanke, der etwas über eine scheinbare Vergangenheit erzählt, in der wir es schon lange immer wieder gedacht (geglaubt) haben. ... und der wiederum geglaubt wird, weil es keinen Gedanken gibt, der ihm widerspricht.
Bezogen auf die Ich-Illusion, macht das alles Sinn. Es wird immer wieder gedacht, dass es ein Ich gibt. Es gibt keinen Gedanken, der das bezweifelt. Andere Menschen erzählen das selbe. Lauter scheinbare Ichs. Die Überzeugung ist perfekt.
Jetzt kommen Gedanken, die das infrage stellen.
Ja. Nur Gedanken. Das wird erkannt beim "Erwachen". Deswegen heisst es auch Erwachen weil es genauso wie beim Aufwachen aus dem NAchtraum erkannt wird, das es nur Gedanken sind, das es nur das Jetzt gibt und der Rest ein riesiger Gedankentraum.
Ganz schön riesig, der Gedankentraum. Das ist wirklich beeindruckend. Und kaum zu glauben, dass es nur ein Traum ist. So überzeugend und perfekt gemacht.
Nimm dir mal eines dieser Fotos aus der Vernagenheit und schau es an.
Was ist reale Erfahrung?
Und was Gedanken?
Was genau wird erlebt "wenn es ganz schön dicht wird"? Nicht denken, mal wirklich wahrnehmen.
Reale Erfahrung ist, dass da ein Bild gesehen wird. Dazu kommen Emotionen und Gedanken, die sagen, wo und von wem das Bild aufgenommen wurde.
Dicht wird es, wenn Gedanken da sind, die die Überzeugung transportieren, dass ich die Person auf dem Bild bin und dass es in der Vergangenheit aufgenommen wurde. Da gibt es keinen Gedanken, der genug Gegengewicht hat, um diese Überzeugung aufzulösen.
Es ist ganz normal, wenn Alltagsgeschehen ist, das genau das bewusst ist was gerade ist. WIrd dann ein Ich erlebet? Oder wird einfach nur gehandelt, (situationsbezogen) gedacht, etc. ? Kommt der Gedanke "das hab ich gemacht / toll gemacht / falsch gemacht / nicht gemacht / ...." nicht erst danach? Wie soll etwas das es nicht gibt (= das Ich / eine Illusion) (permanent) bewusst sein, ausserhalb des Gedankens der zB sagt "Das gibt es / das gibt es nicht"?
Ja. Das stimmt. Im Alltagsgeschehen ist oft einfach nur Handeln, Denken, Fühlen. Da ist oft kein Ich-Gedanke. (Macht ja auch Sinn, wenn es kein Ich gibt.) Und erst im Nachhinein kommt der Gedanke: Ich habe das gemacht, gesagt, gedacht ...
Wieder ein Gedanke im Hier und Jetzt, der sehr glaubhaft von einer Zukunft erzählt und eben geglaubt wird ...
Was macht den GEdanken so glaubhaft?
Die Überzeugung, dass es so ist. Keine Ahnung. Die Illusion. Gedanken, die sich gegenseitig bestätigen und scheinbar schon oft gedacht wurden. Gedanken über ein Ich, über eine Zukunft und über etwas, das es da zu erreichen gibt mit dazugehörigen Emotionen. Harter Tobak.
Wie wirkt es sich denn aus, wenn die Ich-Illusion tief genug durchschaut wurde?
Einen lieben Gruß
Om