Aufwachen

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Devi
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Aufwachen

Postby Devi » Fri Jun 15, 2018 1:02 pm

Die Begleitung auf LU konzentriert sich darauf zu erkennen, dass es kein wirkliches innewohnendes Ich oder Selbst gibt - was bedeutet das für Dich?
Ich bin nun schon seit 53 Jahren auf der Suche, wie Leben funktioniert. Viele Verletzungen habe ich heilen oder relativieren können. Dadurch habe ich Momente oder Phasen erlebt, die aus innerer Stile und reinem Erleben bestanden. In dieser Zeit ist alles gut, alles richtig und an seinem Platz. Nichts muss verändert werden.


Was führt dich zu Liberation Unleashed?
Ich bin über den Facebook-Kontakt Unterwegs mit Buddha auf den Hinweis gestoßen. Ich erhoffe mir Fragen, die genau auf den Bereich zielen, in dem ich blind bin und alleine nicht weiterkomme. Gelesen habe ich viel, aber vermutlich weicht irgendwas in mir den wirklich wichtigen Fragen aus. Hierfür wünsche ich mir Führung.


Welchen Hintergrund hast du in Bezug auf deine Suche?
Ich habe viel gelesen, vor allem wenn im Titel das Wort Erleuchtung stand. Ich höre viel von Eckart Tolle und Mooji, kann manches "verstehen" und manches fühlen, vieles ist wie eine Offenbarung, aber es hat noch nicht "klick" gemacht. Ich eiere vor dem Tor herum - oder bin noch nicht mal in der Nähe. Ich weiß nicht, wo ich stehe.


Was erwartest du von dem Gespräch in diesem Forum?
Ich erhoffe mir Fragen, die mir Klarheit bringen. Auf das deuten, wo ich selbst blind bin und mir im Weg stehe.


Wie bereit bist du, deine Glaubensvorstellungen über dich in Frage zu stellen und um jeden Preis die Wahrheit zu finden?
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Jadzia
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Re: Aufwachen

Postby Jadzia » Fri Jun 15, 2018 1:16 pm

Hallo Devi,

Willkommen bei LU! Ich bin Jadzia und wenn du willst können wir gleich loslegen.

Es wäre schön, wenn du dich während unserer Zeit nur auf LU konzentrierst, dh z.B. Bücher oder Videos zu spirituellen Themen beiseite lässt.
Wenn es geht lass uns täglich schreiben damit das Ganze in einen guten Fluss kommt.

Hier kannst du dir angucken, wie die Zitierfunktion zu benutzen ist:
https://www.liberationunleashed.com/nat ... =18&t=6275
Ich habe viel gelesen, vor allem wenn im Titel das Wort Erleuchtung stand.
Das Wort scheint dich ja magisch angezogen zu haben. Was genau bedeutet Erleuchtung für dich?
Und welche Erwartungen verknüpfst du mit unserem gemeinsamen Weg?

Schau genau hin und antworte ganz ehrlich. Hier gibt es keine richtigen oder falschen Antworten.

Alles Liebe,
Jadzia

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Devi
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Re: Aufwachen

Postby Devi » Fri Jun 15, 2018 3:53 pm

Liebe Jadzia,

dabke, dass Du Dich so schnell zur Verfügung gestellt hast!

Ja, Erleuchtung hat mich schon immer fasziniert und die Bedeutung für mich hat sich im Laufe der Jahre gewandelt. Erst wollte ich, dass mir alles nicht mehr so viel ausmacht und ich nicht mehr so verletzlich wäre. Das hat sich gewandelt und jetzt wünsche ich mir, dass ich mir im Erleben nicht mehr so im Weg stehe. Dass ich nicht immer wieder in Geschichten und Ablehnung versinke, sondern einfach hinschauen kann. Denn dann erlebe ich, dass alles (na ja, vieles) voller Schönheit ist.

Ich kann manchmal Gedanken verfolgen, die sich sinnfrei formen und eigentlich nichts mit mir zu tun haben. Und dann - zack - rastet doch wieder einer ein und nimmt mich mit auf eine Geschichte. Die mir die Ruhe raubt und gar nichts mit der Realität zu tun hat.

Machmal bin ich nur kurz in Geschichten, manchmal länger. Spirituelle Bücher oder Texte helfen mir oft schnell da raus.

Die spirituelle Bücherdiät wird mir vermutlich schwer fallen, aber ich wage es :-).

Einzig die Hörbücher von Eckart Tolle brauche ich manchmal zum Wiedereinschlafen in der Nacht, wenn ich mal wieder gegen 4 Uhr aufwache und mein Hirn zu plappern anfängt. Nicht, dass es irgendwas Besonderes sagen würde - manchmal formt es nur Nonsenssätze.

Auf dem Flohmarkt habe ich mir vor langer Zeit einen Spuch gekauft: "Erwache und lache". War vielleicht damals anders gemeint gewesen, aber so ähnlich stelle ich es mir vor.

Liebe Grüße,
Devi

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Re: Aufwachen

Postby Jadzia » Fri Jun 15, 2018 6:06 pm

Hallo Devi,

Das Selbst, das von allem getrennte ‚Ich‘ ist eine Illusion, die zwar vorhanden ist, existiert, aber nicht genau das ist, als was sie erscheint.
Wir reden hier von der Illusion des getrennten ‚Ich‘ von dem geglaubt wird, dass es die Kontrollinstanz ist, die Denkerin, die Handelnde oder dasjenige was wählt und entscheidet. Das sind ungefähr die stärksten Glaubenssätze rund um das ‚Ich‘.
Schau dir eine andere Illusion an, die Fata Morgana in der Wüste. Ist da ein See? Nein. Was da ist ist nichts anderes als flackernde Lichter.
Nach dem ‚Tor‘ ist es also nicht unbedingt anders als vorher, nichts geht verloren und doch, ist die Illusion erst mal unwiderruflich durchschaut kann sich mehr als nur der Blickwinkel ändern.

Wir arbeiten hier mit direktem Sehen/Erleben – alles was direkt erfahrbar ist, ist real.
Wenn du jetzt genau beobachtest und die gesamte Bandbreite des Erlebens betrachtest: Kannst du außer Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, körperlichen Empfindungen und aufkommenden Gedanken noch andere Aspekte des Erlebens erkennen?
Ist da mehr als das, oder lässt sich alles direkte Erleben hiermit beschreiben?
Das hat sich gewandelt und jetzt wünsche ich mir, dass ich mir im Erleben nicht mehr so im Weg stehe.
Wie kann ein illusionäres ‚Ich‘ einem ebenso illusionären ‚mir‘ im Weg stehen?
Wäre nicht alles "Mehr" als direktes Erleben in jedem Fall nur ein GEDANKE ÜBER etwas?
Kann es also sein, dass dieser Satz ein Gedanke ist, ein Gedanke ÜBER etwas, dh Gedankeninhalt, der sich auf nichts Reales bezieht?

Alles Liebe,
Jadzia

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Re: Aufwachen

Postby Devi » Fri Jun 15, 2018 10:47 pm

Hmm,

es scheint mir noch ein Erleben über die Sinnesorgane hinaus zu geben. Vielleicht zählt es aber auch zu den Körperempfindungen. So eine Art virtueller Raum um den Körper? Schwer zu erklären. Aber wichtige Empfindungen sind zwar körperlich fühlbar, aber irgendwie außerhalb von mir. Wie z.B. ein Gefühl des in alles eingebettet seins in meinem Rücken ist, aber dort 1-2 m entfernt.

Kannst Du damit irgendwas anfangen?

Letztendlich ist es aber auch eine körperliche Empfindung. Nur eben anders.

Nein. Mehr finde ich eigentlich nicht. Innere und äußere Bilder, Geräusche, Gerüche, Körperempfindungen.
Ich weiß, zu welcher Erkenntnis wir wollen. Aber die Konzentration auf die Empfindungen scheint das Gefühl des Ich-seins zu verstärken. Ich fühle mich damit konturierter, abgegrenzter von der Welt.
Außer beim Hören, das macht weit.

Irgendwie bin ich davon ausgegangen, dass ein illusionäres "Ich" einem echte "mir" im Weg steht. Weil sich die Empfindungen dann so viel näher und echter anfühlen als im "Ich"-Modus.

Zwei Ichs - beide Konstrukte?
Das muss ich erst mal sacken lassen.

Gute Nacht ✨

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Re: Aufwachen

Postby Jadzia » Sat Jun 16, 2018 5:49 am

es scheint mir noch ein Erleben über die Sinnesorgane hinaus zu geben. Vielleicht zählt es aber auch zu den Körperempfindungen. So eine Art virtueller Raum um den Körper? Schwer zu erklären. Aber wichtige Empfindungen sind zwar körperlich fühlbar, aber irgendwie außerhalb von mir. Wie z.B. ein Gefühl des in alles eingebettet seins in meinem Rücken ist, aber dort 1-2 m entfernt.
Ein Empfinden ist erst mal nur ein reines Empfinden.
Woher wird gewusst, dass es einen „virtueller Raum um den Körper“, „irgendwie außerhalb von mir“ oder „Wie z.B. ein Gefühl des in alles eingebettet seins in meinem Rücken ist, aber dort 1-2 m entfernt“ ist? Sind das nicht Gedanken, die dem reinen Empfinden ‚dazugegeben‘ werden – Etiketten, Erklärungen, Deutungen?

Uns interessiert grade nur was über die Sinne aufgenommen werden kann – direkt erlebt werden kann.
Innere und äußere Bilder, Geräusche, Gerüche, Körperempfindungen.
Innere und äußere Bilder?
Sitzt du bequem?
Stell dir ein Lebensmittel vor, dass du zuhause hast und das du auch jetzt gleich essen magst – vielleicht einen Apfel oder einen Keks.
Stell es dir ganz genau vor. Wie du es in der Hand hältst, der Geruch, die Form, rauh oder weich. Stell dir vor wie du da reinbeißt, wie das Gefühl im Mund ist, das Kauen und der Geschmack.
Lass dir Zeit und mal dir das Ganze richtig aus.

Jetzt geh und hole es dir und beiß rein. Fokussier dich auf das Erfahren ohne die Benennungen zu beachten. Nimm dir auch hier wieder Zeit.

Dann vergleiche:
Was ist der Unterschied zwischen dem Essen des vorgestellten Keks und dem realen, den du erfahren kannst?

Hatte die Vorstellung des Essens irgendwas mit dem direktem Erleben zu tun?
Ist das Vorstellen nicht alles Gedanken ÜBER etwas, aber nicht das direkte Erleben?
Kann es sein, dass innere Bilder nichts Weiteres als Gedanken über etwas sind, ein direktes Erleben eines oder mehrerer Gedanken, aber kein direktes Erleben von etwas?
Aber die Konzentration auf die Empfindungen scheint das Gefühl des Ich-seins zu verstärken. Ich fühle mich damit konturierter, abgegrenzter von der Welt.
Hat dieses „Ich fühle mich damit konturierter, abgegrenzter von der Welt.“ irgendwo ein physischen Pendant? Wie eine körperliche Empfindung, im Körper wahrnehmbar?
Eine Empfindung, die ein Label bekommt „konturierter, abgegrenzter“?
Wenn nein, dann ist das ein Gedanke ohne Bezug auf etwas was direkt erfahren werden kann, oder?


Alles Liebe,
Jadzia

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Re: Aufwachen

Postby Devi » Sat Jun 16, 2018 8:37 am

Guten Morgen!

Ob diese konturiertere Gefühl eine körperliche Empfindung ist? Für mich ja. (Ich habe versucht zu zitieren, aber am Handy funktioniert das bei mir nicht gescheid und löscht sich immer wieder weg).
Für mich gibt es eine Wahrnehmung, die ich in der Haut spüre und die sich wahr anfühlt. Nicht vergleicbar mit der vorgestellten Erdbeere.
Die Interpretation der Wahrnehmung ist allerdings ein Gedanke. Sie könnte genausogut einen anderen Namen tragen und damit eine andere Bedeutung bekommen. Wenn ich das so zulasse, fühlt es sich entlastend an, weil die Empfindungen dann nicht irgendwie sein muss, sondern einfach ist. Möglicherweise hat sie ja gar keine Aussage.

Die Frage von gestern - das ich, das dem mir im Weg steht - hat mich offenbar umgetrieben. Ich habe die halbe Nacht davon geträumt. Von Bildern, die zerspringen und einem ich, das sich selbst liebevoll anblickt.

Mir ist klar geworden, dass ich offenbar zwischen einem (nennen wir es kleinen) Ich unterscheide und einem (nennen wir es) großen Ich. Das kleine Ich lebt den Alltag, ärgert sich über das Wetter, sorgt sich um die Gesundheit und schaut, dass es die billigste Tankstelle erwischt. Dieses Ich erscheint mir unwirklich, denn was es heute beschäftigt, ist morgen schon wieder unsinnig.
Das große Ich (mit dem ich mich wohl hauptsächlich identifiziere) steht im Hintergrund, beurteilt von einer Metaebene und wünscht sich Erleuchtung.
Vermutlich möchte das große Ich das kleine Ich loswerden.
Und dann gibt es noch die seltenen Momente, in denen ich nur wahrnehme und sich die Frage nach dem Wahrnehmenden nicht stellt, weil sich da gerade gar keine Frage stellt.

Tolle Fragen, die ich mir so noch nicht gestellt habe. Und irgendwie kann ich ohne die nächste Frage auch gar nicht weiterdenken. Wie ein Esel, der den nächsten Schritt nur geht, wenn er geführt wird.

Viele Grüße
Devi

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Re: Aufwachen

Postby Jadzia » Sat Jun 16, 2018 9:35 am

Devi, kannst du bitte in Zukunft jede Frage beantworten und einzeln? Das macht es für mich einfacher, weil ich verfolgen kann wo du stehst.
Würdest du auch noch die Fragen zur Übung beantworten?
Hat dieses „Ich fühle mich damit konturierter, abgegrenzter von der Welt.“ irgendwo ein physischen Pendant? Wie eine körperliche Empfindung, im Körper wahrnehmbar?
Eine Empfindung, die ein Label bekommt „konturierter, abgegrenzter“?
Wenn nein, dann ist das ein Gedanke ohne Bezug auf etwas was direkt erfahren werden kann, oder?

Ob diese konturiertere Gefühl eine körperliche Empfindung ist? Für mich ja. Für mich gibt es eine Wahrnehmung, die ich in der Haut spüre und die sich wahr anfühlt. Nicht vergleicbar mit der vorgestellten Erdbeere.
Die Interpretation der Wahrnehmung ist allerdings ein Gedanke. Sie könnte genausogut einen anderen Namen tragen und damit eine andere Bedeutung bekommen. Wenn ich das so zulasse, fühlt es sich entlastend an, weil die Empfindungen dann nicht irgendwie sein muss, sondern einfach ist. Möglicherweise hat sie ja gar keine Aussage.
Ok, es gibt eine körperliche Wahrnehmung, damit gibt es einen realen Bezug, etwas was direkt erfahrbar ist im Gegenteil zur vorgestellten Erdbeere.
Allerding die Gedanken wie „konturiertes Gefühl“, „die ich in der Haut spüre“, „die sich wahr anfühlt“ sind nicht real, oder kann irgendetwas davon direkt erfahren werden?
Wenn nein, dann ist das alles Gedankeninhalte – nicht real.
Wenn ich das so zulasse, fühlt es sich entlastend an, weil die Empfindungen dann nicht irgendwie sein muss, sondern einfach ist.
Schön. Die Wahrnehmung ist einfach nur Wahrnehmung.
Weiß die Wahrnehmung irgendwas von Kontur, Haut, wahr oder nicht wahr? Ist das irgendwie in der Wahrnehmung mit drin?
Mir ist klar geworden, dass ich offenbar zwischen einem (nennen wir es kleinen) Ich unterscheide und einem (nennen wir es) großen Ich.
Das ist nicht ungewöhnlich. Manche nennen das eine ‚kleinere Selbst‘ und das andere ‚höhere Selbst‘ – beide sind ein Illusion.
Und dann gibt es noch die seltenen Momente, in denen ich nur wahrnehme und sich die Frage nach dem Wahrnehmenden nicht stellt, weil sich da gerade gar keine Frage stellt.
Gibt es in diesen Momenten ein ‚Ich‘ was wahrnimmt – kann ein ‚Ich‘ direkt wahrgenommen werden? Oder geschieht Wahrnehmung einfach?
Schau genau, guck jedes Mal.

Sei aufmerksam und beobachte genau was reine Wahrnehmung (sehen, riechen, hören, schmecken, körperliche Wahrnehmung) ist und was Gedanken.

Alles Liebe,
Jadzia

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Re: Aufwachen

Postby Devi » Sat Jun 16, 2018 10:08 am

Zur Erdbeerübung:

Das ist mir relativ schwer gefallen. Ich kann die vorgestellte Erdbeere zwar ungefähr sehen, aber nicht riechen und kaum schmecken. Es ist eher so, als würde ich ein Bild oder ein Modell davon betrachten.

Bei der realen Erdbeere war ich überrascht über den Geruch. Der war so intensiv. Der Geschmack war süß. Die kleinen Kerne haben leicht beim Kauen geknirscht.

Auf den Rest kann ich erst heute Abend antworten.

Viele Grüße
Devi

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Re: Aufwachen

Postby Devi » Sat Jun 16, 2018 10:09 pm

Zum Hautgefühl

Ja, das ist ein für mich reales Gefühl. Vielleicht vergleichbar mit dem Eindruck von Wärme einer schwachen oder weit entfernten Wärmequelle. Oder einem sehr leisen Windhauch.

Formulierungen wie "in der Haut spüren" sind ein - vermutlich wenig präziser - Versuch, diese Wahrnehmung mit Worten zu erklären.
Wenn ich anfangen würde, "ich sehe" mit Worten zu erklären, würde das wohl ziemlich verschwurbelt klingen, unpräzise und verkopft.
Besser bekomme ich die Beschreibung der Wahrnehmung leider nicht hin.

Dass ich mich dabei abgegrenzer fühle, ist keine Wahrnehmung, sondern eine Interpretation. Diese kommt so schnell, dass ich es fast nicht merke und auch nicht, dass es vielleicht andere (oder gar keine) geben könnte.

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Re: Aufwachen

Postby Devi » Sat Jun 16, 2018 10:18 pm

Zu den Momenten der Wahrnehmung:

Die Frage ist ein Knoten im Kopf Rätsel für mich.

In den Momenten habe ich weder das Gefühl, dass ein wahrnehmendes Ich noch eine Zeit existiert. Dennoch kann ich mich daran erinnern, es beurteilen, bewerten und darüber schreiben. Es muss also wahrgenommen worden sein. Aber von wem? Auch gibt es, trotz des Gefühls der Zeitlosigkeit, ein Gefühl für das Verstreichen von Zeit. Also nicht wie bei Bewusstlosigkeiten, in denen das Verstreichen von Zeit nicht abschätzbar ist.

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Re: Aufwachen

Postby Devi » Sat Jun 16, 2018 10:25 pm

Gedanken oder Wahrnehmung

Es scheint (mir) kaum möglich, die Wahrnehmung von den Gedanken zu trennen. Ein rotes Licht (Wahrnehmung) führt zur Interpretation "Ampel" und zur Aktion "bremsen".
Selbst ein Baum wird mit "schön!" belegt.

Wie soll ich die Freude über Schönheit von der Wahrnehmung trennen? Und - warum sollte ich das wollen?

Nicht zu werten scheint sinnvoll - auf das Negative bezogen. Aber was mache ich, wenn etwas einfach nur schön ist?

Gute Nacht ✨

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Re: Aufwachen

Postby Jadzia » Sun Jun 17, 2018 6:36 am

Dass ich mich dabei abgegrenzer fühle, ist keine Wahrnehmung, sondern eine Interpretation. Diese kommt so schnell, dass ich es fast nicht merke und auch nicht, dass es vielleicht andere (oder gar keine) geben könnte.
Sehr schön.
Körperliches Gefühl + Gedanke (= Etikett/Interpretation)
Die Gedanken kommen fast zeitgleich mit dem direkten Erfahren und meistens fällt uns das nicht auf.
Hier noch mal die Frage:
Weiß die Wahrnehmung irgendwas von Kontur, Haut, wahr oder nicht wahr? Ist das irgendwie in der Wahrnehmung mit drin?
Die direkte Erfahrung, die Wahrnehmung ist da, einfach nur da, es sind die Gedanken, die „Gefühl auf Haut“ „das ist wahr“ „das trennt“ dazugeben.
In der Erfahrung sind diese Label/Interpretationen nicht enthalten, und ja, es könnte auch andere oder gar keine geben.

Hier geht es um das Beobachten und das Erkennen was reine Erfahrung ist und was Gedanke. Nicht um das Trennen der Beiden oder um nicht Werten.
In den Momenten habe ich weder das Gefühl, dass ein wahrnehmendes Ich noch eine Zeit existiert.
Kann man ein „wahrnehmendes Ich“ oder „Zeit“ fühlen oder nicht fühlen?
Oder sind das Gedanken mit Gedankeninhalt „Da ist kein wahrnehmendes Ich und keine Zeit“?

Nicht zu werten scheint sinnvoll - auf das Negative bezogen. Aber was mache ich, wenn etwas einfach nur schön ist?
Sind das nicht Gedanken mit Inhalt „Das ist jetzt aber schön“ und „Mit dem Tatoo sollte man lieber lange Hosen tragen“?
Kannst du das Etikettieren, Interpretieren und Werten stoppen?
Kannst du Gedanken stoppen und nur bestimmte Gedanken denken?


Alles Liebe,
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Re: Aufwachen

Postby Devi » Sun Jun 17, 2018 8:31 am

Hmm, weiß die Wahrnehmung etwas von Haut? Vermutlich nicht. Haut ist der Sinneskanal. Das Auge weiß auch nichts vom Gesehenen. Aber kann man eine Wahrnehmung vom Sinneskanal entkoppeln? Trägt das nicht irgendwie zur geistigen Gesundheit bei, dass ich weiß, was das für ein Reiz ist und wo er ungefähr herkommt?
Der Reiz oder die Wahrnehmung selbst wissen nichts vom Sinneskanal, wohl aber das verarbeitende System. Welchen Namen oder Bedeutung der Reiz dann bekommt, ist eine Etikettierung, die zur Orientierung wichtig oder auch nur ganz nett ist (Ampel vs. Ruf des Sommergoldhähnchens).

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Re: Aufwachen

Postby Devi » Sun Jun 17, 2018 8:44 am

Schönheit

Es scheinz mir zwei Arten von Schönheit zu geben.
Einmal die, um die sich "das will ich haben", "so will ich auch aussehen" rankt. Das ist hübsch, das ist nicht hübsch, das kann man doch so nicht tragen. Diese Bewertung ist erlernt und wandelbar - was ich gut an Mode beobachten kann, wenn ich erstmal etwas ganz furchtbar finde und, oft genug gesehen, es mir dann doch irgendwie gefällt. Das ist fast so was wie eine Gewohnheit - Vertrautes wird schöner.

Dann gibt es für mich aber auch Schönheit: ein Sonnenstrahl, alles leuchtet, das Wahrnehmen tut einfach in der Seele gut. Das muss ich nicht haben, es ist einfach schön, dass es jetzt gerade da ist. Schwierig, mit Worten zu beschreiben. Wenn ich es lese, verstehe ich ja selbst den Unterschied nicht. Die Unterschied ist für mich irgendwie im Gefühl, im Wahrnehmen. Es ist dann sehr still und sehr nah. Irgendwie echter als andere Wahrnehmungen. Besser kann ich es nicht beschreiben, obwohl ich weiß, dass das gerade dürftig ist.


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