mit großer Ehrfurcht vor dem Tor

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One
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mit großer Ehrfurcht vor dem Tor

Postby One » Sat Jan 14, 2017 5:35 pm

Was führt dich zu Liberation Unleashed?
Die Sehnsucht die Wahrheit zu erkennen und vom Schleier der Ego-Gedanken zu unterscheiden. Das reine Gewahrsam und die Stille bewusst spüren zu können. Nichtdualität nicht nur als Konzept zu verstehen, sondern wirklich erfahren. Den jetzigen Augenblick genießen können.

Welchen Hintergrund hast du in Bezug auf deine Suche?
Ich wurde in einen katholischen Hintergrund geboren. Es war mein Wunsch die Kommunion zu machen, aber bald danach folgten Jahre der Distanz zu allem was mit religiösen Riten zu tun hatte. Im Alter von 22 Jahren fühlte ich in einem Moment von Hingabe einen ungeahnt starken Energiestrom der meinen Körper durchfuhr. In Abständen von mehreren Jahren geschah das zwei weitere Male. Das letzte Mal vor über 10 Jahren. Seit 11 Jahren esse ich kein Fleisch. Seit 6 Jahren meditiere ich. Seit vielen Jahren beschäftige ich mich laienhaft mit den aktuellen Erkenntnissen der Physik, der Kosmologie, der Neurowissenschaften und Philosophie. Während ich zu Beginn von Platon und Hegel am stärksten beeindruckt war, bin ich nun der monistischen Ontologie eines Parmenides am nächsten. Ich verfolge fast jeden Tag was Vertreter der Nondualität zu beschreiben haben.

Was erwartest du von dem Gespräch in diesem Forum?
Den Ego-Schleier, der mir die Wahrnehmung erschwert, zu verlieren. Ich habe keine Ahnung wie lange das dauern mag, es wird wohl von meiner Sehnsucht und Hingabe abhängen. Aber ich spüre natürlich auch die Angst den Schritt zu vollziehen.

Wie bereit bist du, deine Glaubensvorstellungen über dich in Frage zu stellen und um jeden Preis die Wahrheit zu finden?
8

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Daniel777
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Re: mit großer Ehrfurcht vor dem Tor

Postby Daniel777 » Sat Jan 14, 2017 11:59 pm

Hallo One,

Wir hatten bereits über Facebook geschrieben. :)
Ich begleite Dich gern.

Die Bekanntmachungen im oberen Teil des Forums hast Du gelesen und verstanden? Gib mir ein kurzes 'Ja', wenn das der Fall ist.

Lege für diese Zeit der Untersuchung alle Lehren, Bücher, Advaita-Wissen und YouTube Videos, die mit diesem Thema in Verbindung stehen zur Seite. Sie werden hier nicht helfen.

Schreibe spätestens am 2. Tag. Das hält den Fokus aufrecht.

Auch möchte ich noch erwähnen, das ich nicht Dein Lehrer bin. Ich habe Dir nix zu geben. Im Allgemeinen stelle ich fragen und Du schaust offen und ehrlich in das Erleben des augenblicklichen, unmittelbaren Momentes, der Direkten Erfahrung.
Aber ich spüre natürlich auch die Angst den Schritt zu vollziehen.
Kannst Du mir sagen, was Dir Angst macht?
es wird wohl von meiner Sehnsucht und Hingabe abhängen.
Absolut. Ist sie da? Kannst du mir auch eine 10, anstatt einer 8 geben?

Freue mich auf Deine Antwort.

Liebe Grüße
Daniel

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Re: mit großer Ehrfurcht vor dem Tor

Postby One » Sun Jan 15, 2017 3:03 pm

One: Vielen Dank Daniel777. Es ist mir eine große Ehre.

One: Aber ich spüre natürlich auch die Angst den Schritt zu vollziehen.
Kannst Du mir sagen, was Dir Angst macht?
One: Ich habe keine vernünftigen Gründe für diese Angst, denn mir ist klar, dass mein Handeln geschieht. Alles was ich tue, geschieht weil Situationen Impulse erzeugen und dadurch Muster in Gang gesetzt werden. Wenn mir meine Familie einen Wunsch äußert, dann werde ich versuchen ihn auch künftig zu erfüllen oder wenn mir mein Vorgesetzter ein Aufgabe gibt, dann werde ich selbstverständlich meinen Beitrag leisten. Trotzdem habe ich die irrationale Angst, dass ohne ein "Ich" ich dies nicht wirklich könnte.

Dahinter steckt vermutlich auch die (noch festsitzende) Vorstellung, dass ein "Ich" der Ort der Motivation sei. Im "Ich" würde der Ehrgeiz entwickelt, der dann handle und dadurch erst erfolgreich Zielvorgaben erfülle. Das ist die fatale Vorstellung, dass der Wunsch den Willen erzeugt, der ausreichend Energie sammelt, um den Erfolg zu gewähren … und das obwohl ich oft genug die Erfahrung gemacht habe, dass ich alles erdenkliche getan habe eine Aufgabe zu erfüllen, jede Anstrengung erbracht und auch richtig gehandelt, aber am Ende das Ziel trotzdem vollkommen verfehlt habe … oder mir sind die Dinge glücklich in mein Schoss gefallen. Ich weiß in Wirklichkeit, dass das Geschehen nichts mit "meinem Willen" zu tun hat. Es gibt ihn nämlich gar nicht und da ist keiner der Wollen kann. Es ist nur ein Konzept.

Es ist paradox. Einerseits verstehe ich es, habe es erlebt und trotzdem ist da diese unterschwellige Angst und sie ist ausreichend stark mich von der Wirklichkeit fernzuhalten. Vielleicht ist es angst vor der Veränderung, Versagen, Verlust oder dem Tod. Ich weiß es nicht, aber ich stelle fest, dass sie große Macht über mich hat.

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One: ... es wird wohl von meiner Sehnsucht und Hingabe abhängen.
Absolut. Ist sie da? Kannst du mir auch eine 10, anstatt einer 8 geben?
One: Diese Skalen sind schwer zu erfassen, aber lass es eine 9 sein, denn mit der 10, so meine Vorstellung, wäre ich schon über die Schwelle hinweg.

Ich habe große Schwierigkeiten bei der Selbstbeobachtung. Grund dafür kann große Unruhe sein, aber auch fehlende Wahrnehmungskompetenz den eigenen Gefühlen gegenüber. Ich hänge zu sehr an den Konzepten und hafte ihnen zu stark an.

Die Sehnsucht ist groß und die Hingabe auch, aber ganz häufig, wenn ich dachte, dass ich mich jetzt außerordentlich in die Tiefe des Befreiungssoges bewege, dann hörte ich oder die Situation auf. Wie ein Kind, dass den Geburtsprozess nicht zu Ende führt. Ich bin ein "Kaiserschnitt Kind". Vielleicht spielt das eine Rolle. Ich weiß es nicht, es sollte aber keine spielen, denn die Sehnsucht ist größer als der innere Nebel.

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Daniel777
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Re: mit großer Ehrfurcht vor dem Tor

Postby Daniel777 » Sun Jan 15, 2017 6:07 pm

Hallo One,

vielen Dank für Deine ehrlichen und offenen Antworten.
Ich habe keine vernünftigen Gründe für diese Angst, denn mir ist klar, dass mein Handeln geschieht. Alles was ich tue, geschieht weil Situationen Impulse erzeugen und dadurch Muster in Gang gesetzt werden. Wenn mir meine Familie einen Wunsch äußert, dann werde ich versuchen ihn auch künftig zu erfüllen oder wenn mir mein Vorgesetzter ein Aufgabe gibt, dann werde ich selbstverständlich meinen Beitrag leisten. Trotzdem habe ich die irrationale Angst, dass ohne ein "Ich" ich dies nicht wirklich könnte.
Dieses "ICH", das handelt, entscheidet, kontrolliert und Verantwortung trägt ist schon jetzt nicht da. Es lässt sich klar sehen in der direkten Erfahrung, dass es das "ICH" nicht gibt und nie gegeben hat. Es muss nicht bei einem inneren Verstehen bleiben. Es ist klar zu sehen, so klar, wie Du den Schlüssel auf dem Tisch sehen kannst. Dahin würde ich Dich begleiten wollen. Es geht nichts verloren, was wirklich ist. Bedenke das bei dieser Untersuchung, sollte Angst aufkommen. Sie ist - wie Du sagst - irrational.

Wichtig ist, dass Du dafür alle Konzepte, die Dir begegnet sind, beiseite legst. OK? Unvoreingenommen schauen, was ist…was schon immer der Fall war.
Ich weiß in Wirklichkeit, dass das Geschehen nichts mit "meinem Willen" zu tun hat. Es gibt ihn nämlich gar nicht und da ist keiner der Wollen kann. Es ist nur ein Konzept.
So ist es.

Bitte achte bei den folgendem Absatz auf Deine Reaktionen, die entstehen, wenn Du sie liest. Welche Körperempfindungen, Gefühle und Gedanken steigen auf?

Es gibt kein ICH. Alle Erfahrungen, alles Erleben bezieht sich auf niemanden. Da ist keiner, der Meditiert…keiner, der auf einem Weg oder in einem Entwicklungsprozess ist. Niemand, der an Konzepten hängt, oder Schwierigkeiten bei der Selbstbeobachtung hat. Der Sitz hinter dem Steuer ist leer.

Freue mich über Deine Antwort.

Liebe Grüße
Daniel

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Re: mit großer Ehrfurcht vor dem Tor

Postby One » Sun Jan 15, 2017 9:26 pm

One: Lieber Daniel,

herzlichen Dank für Deine unterstützende Begleitung. Ich spüre nun, dass die Beantwortung herausfordernder wird, scheinbar nähern wir uns den Knackpunkten. Wie nah wird sich zeigen. Ich befolge nun auch Deinen Rat und schaue keine Satsangs oder Advaita Interviews mehr in Youtube. Ich lese nun auch keine Bücher mit ähnlichem Bezug und konzentriere mich auf diesen Weg.

Der Schlüssel liegt für mich in greifbarer Nähe auf dem Tisch. Ich muss unvoreingenommen hinschauen. Tue ich aber noch nicht. Ich folge einer tiefsitzenden Jahrzehnte alten Gewohnheit und vergleiche das Gesehene mit einer beschränkten Vergangenheitserfahrung. Sie warnt mich vor Gefahren die sein könnten, die aber nicht existieren, weil es spekulative Projektionen sind. Diese falschen Warnungen erzeugen unbegründete Ängste. Eine Angst erzeugt perlenkettenartig die Nächste und mir scheint, dass ich mir stetig und häufiger diesem Unsinn klarwerden muss, damit ich die Wirklichkeit endlich erkenne. Ich glaube es spricht etwas dafür, dass ich mit Beharrlichkeit der Täuschung Herr werden könnte.

Daniel:
Bitte achte bei den folgendem Absatz auf Deine Reaktionen, die entstehen, wenn Du sie liest. Welche Körperempfindungen, Gefühle und Gedanken steigen auf?

Es gibt kein ICH. Alle Erfahrungen, alles Erleben bezieht sich auf niemanden. Da ist keiner, der Meditiert…keiner, der auf einem Weg oder in einem Entwicklungsprozess ist. Niemand, der an Konzepten hängt, oder Schwierigkeiten bei der Selbstbeobachtung hat. Der Sitz hinter dem Steuer ist leer.
Wenn ich über die Fragen nachdenke, also versuche zu verstehen und Antworten zu erarbeiten, dann fühlt sich das an, als ob da Einer aktiv arbeitet. Wenn ich mir dann Deine Frage ohne zu denken verinnerliche und in mich hineinfühle, dann erfahre ich Unruhe und ein leichtes Bauchgrimmen. Es fühlt sich beunruhigend an, so als ob ich den Sinn vermisse.

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Daniel777
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Re: mit großer Ehrfurcht vor dem Tor

Postby Daniel777 » Sun Jan 15, 2017 10:00 pm

Hallo One,

danke für die klaren Antworten und das Vertrauen.
Ich folge einer tiefsitzenden Jahrzehnte alten Gewohnheit und vergleiche das Gesehene mit einer beschränkten Vergangenheitserfahrung.
Gut, das Du das so klar siehst.

Was wir hier machen ist das, was wirklich wahrgenommen wird von den Gedanken zu trennen, die die Wahrnehmung interpretieren.
Das Erkennen geschieht nur, wenn wir ganz in die sog. direkte Wahrnehmung eintauchen, also alle interpretierenden Gedanken zur Seite stellen und einmal einfach wahrnehmen, was die Sinne melden.
Wenn ich mir dann Deine Frage ohne zu denken verinnerliche und in mich hineinfühle, dann erfahre ich Unruhe und ein leichtes Bauchgrimmen. Es fühlt sich beunruhigend an, so als ob ich den Sinn vermisse.
Kannst Du das näher beschreiben? Den Sinn vermissen?

Liebe Grüße
Daniel

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Re: mit großer Ehrfurcht vor dem Tor

Postby One » Mon Jan 16, 2017 3:49 pm

Daniel:
Kannst Du das näher beschreiben? Den Sinn vermissen?
One: Es ist doch eher eine Art Verwirrung. Da gibt es ein Körpergefühl, dass die Projektionsfläche der Sinneswahrnehmung als Ort des vermeintlichen „Ichs“ erfährt, obwohl das offensichtlich nicht der Beobachter der Handlung sein kann. Da war ein Gedanke, dass der Steuermann abwesend ist und sich das „Schiff“ unkontrolliert und sinnfrei bewegt.

Hier ist ein Knackpunkt. Ich bemerke zu spät den Eintritt des Gedankens und tue mich sehr schwer die direkte Wahrnehmung zu identifizieren. Ich glaube ich habe das Prinzip der direkten Wahrnehmung noch überhaupt nicht verstanden.

Ich versuche mein Problem mit einem Beispiel zu beschreiben. Ich schaue gerade auf eine Tür und sobald mein Auge die Tür wahrnimmt entsteht eine Kette von Interpretationen: Die Tür hat 4 Ecken und 4 Linien, die sich von einem Umfeld abtrennen. Dann gibt es noch einen Türgriff, sie scheint beweglich, es kommt zur Definition der Tür.

Und was ist, wenn ich auf einen Schwarm Vögel am Horizont schaue? Hier erzeugt mein Gehirn sogar noch ein Zeitmodell in Form einer durchgehenden Bewegung. Wie kann ich mich dieser Zeitinterpretation entziehen?
Jetzt habe ich Fragen gestellt, obwohl ich Antworten sollte, aber hier komme ich gerade nicht weiter.

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Daniel777
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Re: mit großer Ehrfurcht vor dem Tor

Postby Daniel777 » Mon Jan 16, 2017 6:11 pm

Hallo One,

Danke für Deine Antwort. Prima.
One: Es ist doch eher eine Art Verwirrung. Da gibt es ein Körpergefühl, dass die Projektionsfläche der Sinneswahrnehmung als Ort des vermeintlichen „Ichs“ erfährt, obwohl das offensichtlich nicht der Beobachter der Handlung sein kann.
Also ist da ein Körpergefühl, das auf ein ICH hinweist? Habe ich das so richtig verstanden?
Und es besteht die Annahme, dass der Prozess des Beobachtens einen Beobachter mit einschließen muss…ist das so korrekt interpretiert?
Und was ist, wenn ich auf einen Schwarm Vögel am Horizont schaue? Hier erzeugt mein Gehirn sogar noch ein Zeitmodell in Form einer durchgehenden Bewegung. Wie kann ich mich dieser Zeitinterpretation entziehen?
Jetzt habe ich Fragen gestellt, obwohl ich Antworten sollte, aber hier komme ich gerade nicht weiter.
Du kannst gerne Fragen stellen. Sollten sie zu sehr vom eigentlichen Thema (der ICH-Illusion) abweichen, werde ich darauf hinweisen. Den Faktor Zeit können wir nach dieser Untersuchung gerne noch genauer unter die Lupe nehmen.
Hier soll es erstmal ausschließlich um die Frage gehen, ob es ein eigenständiges, getrenntes "ICH, "MICH" oder "SELBST" gibt, das Handlungen vollzieht, Entscheidungen trifft, Kontrolle besitzt und Verantwortung trägt. Einverstanden? Bist Du bereit dafür?
Hier ist ein Knackpunkt. Ich bemerke zu spät den Eintritt des Gedankens und tue mich sehr schwer die direkte Wahrnehmung zu identifizieren. Ich glaube ich habe das Prinzip der direkten Wahrnehmung noch überhaupt nicht verstanden.
Gut, das Du das erwähnst. Ja, Gedanken kommentieren und interpretieren wirklich sehr schnell das Geschehen. Mit ein wenig Übung und "dranbleiben" ist es im Nachhinein aber ein Kinderspiel. Wir gehen Step by Step vor. Keine Eile, wie Du ja selbst gesagt hast. :)

Mache diese Übung zum Einstieg so häufig wie möglich über den ganzen Abend (oder auch den nächsten Tag über) verteilt. Benenne jede Erfahrung einfach als Farbe/Bild, Geräusch, Geruch, Geschmack, Empfindung, Gedanke.

Mache das, während du dir verschiedener Dinge bewusst wirst:
Einen Baum sehen, einfach = Bild/Farbe.
Den Kaffee riechen = Geruch.
Den Wind im Gesicht spüren = Empfindung.
Die Zahnpasta auf der Zahnbürste schmecken = Geschmack.
Ein Auto vorbeifahren hören = Geräusch.
Gedanke an die Arbeit = Gedanke . (Gedanken können Wörter und geistige Bilder sein).

Untergliedere einfach alle Erfahrungen in diese Kategorien, die alle direktes Erleben darstellen und berichte, wie es Dir ergangen ist.
Nimm die Frage auch noch mit: Findet sich unter all diesen Erfahrungen ein „Ich“, ein „Selbst“?

Liebe Grüße
Daniel

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Re: mit großer Ehrfurcht vor dem Tor

Postby One » Wed Jan 18, 2017 12:04 am

Also ist da ein Körpergefühl, das auf ein ICH hinweist? Habe ich das so richtig verstanden?
Und es besteht die Annahme, dass der Prozess des Beobachtens einen Beobachter mit einschließen muss…ist das so korrekt interpretiert?
One: Den Prozess des Beobachtens kann es nur mit dem Beobachter geben. Und umgekehrt? Ich kann mir Beides nicht getrennt voneinander vorstellen.
Hier soll es erstmal ausschließlich um die Frage gehen, ob es ein eigenständiges, getrenntes "ICH, "MICH" oder "SELBST" gibt, das Handlungen vollzieht, Entscheidungen trifft, Kontrolle besitzt und Verantwortung trägt. Einverstanden? Bist Du bereit dafür?
One: Ich bin absolut bereit mich dieser Frage zu stellen!
Mache diese Übung zum Einstieg so häufig wie möglich über den ganzen Abend (oder auch den nächsten Tag über) verteilt. Benenne jede Erfahrung einfach als Farbe/Bild, Geräusch, Geruch, Geschmack, Empfindung, Gedanke.
One: Heute habe ich vor allem der Erfahrung Farbe/Bild und Geräusche widmen können, allerdings war besonders viel Gedanke an die Arbeit da. Diese Übung ist sehr wichtig und hilfreich, und weil ich kein Naturtalent bin, werde ich sie häufig üben müssen.

Ich beginne allmählich das direkte Erleben besser zu verstehen, aber da ist noch Weg.
Nimm die Frage auch noch mit: Findet sich unter all diesen Erfahrungen ein „Ich“, ein „Selbst“?
One: Wenn ich mich auf Die Übung konzentriere, ist keine direkte "ICH" Erfahrung da, aber sobald die Gedanken kommen, ist alles wie vorher.

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Daniel777
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Re: mit großer Ehrfurcht vor dem Tor

Postby Daniel777 » Wed Jan 18, 2017 8:41 am

Guten Morgen One,
Ich beginne allmählich das direkte Erleben besser zu verstehen, aber da ist noch Weg.
Prima. :)
One: Wenn ich mich auf Die Übung konzentriere, ist keine direkte "ICH" Erfahrung da, aber sobald die Gedanken kommen, ist alles wie vorher.
Ja, das Wörtchen ICH macht viel aus.
Ich habe eine kleine Übung für Dich, da kannst Du experimentieren, wie es sich auswirkt.

Du brauchst 10 Minuten.

Schreibe die Hälfte der Zeit, was Du gerade erlebst und benutze dabei "ich" und "mein".
z.B. Ich höre das Klackern der Tastatur. Ich spüre den Druck unter meinen Fingern von den Tasten. Ich sehe, wie die Buchstaben auf dem Bildschirm erscheinen. Ich spüre einen leichten Rückenschmerz….

Spüre Deinen Körper. Empfindest du so etwas wie Anspannung oder Entspannung?

Dann schreibe 10 Min. lang, was Du gerade erlebst ohne "ich" und mein".
z.B. Klackern der Tasten. Wechselnder Druck unter den Fingerkuppen. Buchstaben erscheinen auf dem Bildschirm. Schwenken des Baukranes. Leichtes Ziehen im Rücken….

Spüre wieder, was im Körper geschieht.

Vergleiche jetzt die beiden Möglichkeiten, die Erfahrung zu beschreiben. Ist eine wahrer als die andere? Wenn ja, welche?
Was ist ohne die Benennung vorhanden?
Beeinflussen Benennungen die Erfahrung oder beschreiben sie sie einfach?

Liebe Grüße
Daniel

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Re: mit großer Ehrfurcht vor dem Tor

Postby One » Tue Jan 24, 2017 8:26 pm

Ja, das Wörtchen ICH macht viel aus.
Ich habe eine kleine Übung für Dich, da kannst Du experimentieren, wie es sich auswirkt.

Du brauchst 10 Minuten.

Schreibe die Hälfte der Zeit, was Du gerade erlebst und benutze dabei "ich" und "mein".
z.B. Ich höre das Klackern der Tastatur. Ich spüre den Druck unter meinen Fingern von den Tasten. Ich sehe, wie die Buchstaben auf dem Bildschirm erscheinen. Ich spüre einen leichten Rückenschmerz….

Spüre Deinen Körper. Empfindest du so etwas wie Anspannung oder Entspannung?

Dann schreibe 10 Min. lang, was Du gerade erlebst ohne "ich" und mein".
z.B. Klackern der Tasten. Wechselnder Druck unter den Fingerkuppen. Buchstaben erscheinen auf dem Bildschirm. Schwenken des Baukranes. Leichtes Ziehen im Rücken….

Spüre wieder, was im Körper geschieht.

Vergleiche jetzt die beiden Möglichkeiten, die Erfahrung zu beschreiben. Ist eine wahrer als die andere? Wenn ja, welche?
Was ist ohne die Benennung vorhanden?
Beeinflussen Benennungen die Erfahrung oder beschreiben sie sie einfach?
Im ersten Teil der Übung habe ich in jedem Satz die Worte ICH und MICH verwendet. Dabei entsprangen mir Sätze die allesamt Körpergefühle beschrieben und überwiegend kleine Unannehmlichkeiten und Unruhen beschrieben. Kitzeln, Kratzen, Räuspern, Husten, Jucken, Rückenbeschwerden, Nasejucken und allerlei nervöse Spannung.

Der zweite Teil der Übung entfernte mich vom Körper und wechselte die Aufmerksamkeit auf den Raum und die Situation außerhalb des Raumes. Der Text ähnelte eher dem eines Romans, der mit einleitenden Worten die Eingangssituation beschrieb. Mein Befinden war danach wesentlich ruhiger und entspannter. Stiller.

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Re: mit großer Ehrfurcht vor dem Tor

Postby Daniel777 » Tue Jan 24, 2017 9:03 pm

Danke für den Bericht. :)
Beeinflussen Benennungen die Erfahrung oder beschreiben sie sie einfach?
Was hast du festgestellt?

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Re: mit großer Ehrfurcht vor dem Tor

Postby One » Tue Jan 24, 2017 9:18 pm

Benennungen beeinflussen die Erfahrung.

Die Frage lautet woher sie kommen.

Möglicherweise aus den vorgegebenen Mustern, aber vielleicht auch aus dem Nichts...

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Re: mit großer Ehrfurcht vor dem Tor

Postby One » Tue Jan 24, 2017 9:20 pm

... vielleicht doch eher von den Gedanken ....

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Re: mit großer Ehrfurcht vor dem Tor

Postby Daniel777 » Tue Jan 24, 2017 10:07 pm

Benennungen beeinflussen die Erfahrung.
Ist das wirklich so? Schau nochmal hin.
Eine Erfahrung wird gemacht...Erfahrung ist zuersteinmal 'nur' Erfahrung...im Augenblick.
Die Benennung einer Erfahrung erfolgt erst hinterher. Stimmst du mir da zu?
In wiefern also beeinflusst die Benennung die eigentliche Erfahrung?


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