Erzähle bitte ausführlich, was du damals erlebt hast. Womit du dich beschäftigt hast;
Ich lag also in diesem Hotelzimmer, sah mir Dokumentationen von Prof.Dr.Phil.Amit Goswami (Über die Wissenschaft zu Gott) und Prof.Dr.Hans Peter Dürr (Es gibt keine Materie) an. Dr. Bruce Lipton fällt mir da auch noch ein, der Zellbiologe, der schien auch geholfen haben. :)
Dort ging es eben um Quantenphysik und Bewusstsein. Wie Bewusstsein Realität erschafft und wie Geist und Materie in Zusammenhang stehen, wie das eine das andere bedingt, es zusammengehört...es "eins" ist etc pp...
Zu meinem erstaunen ergaben sich für mich so viele zusammenhänge in Bezug auf die Geistigen und Spirituellen Lehren und Schriften. Es fühlte sich so an, als wenn Puzzleteile zusammengefügt wurden. Das Verständnis wuchs: Es gibt keine einzelnen Individuen, alles hängt miteinander zusammen.
Ich war so tief versunken in den Erklärungen, wendete meinen Blick dann aber ab vom Monitor und soweit ich mich erinnern kann schaute ich einfach nur...ein stilles ruhiges schauen auf Objekte, auf den Raum...ich schaute aus dem Fenster...sah den Verkehr, den Park gegenüber, Menschen, die spazieren gingen...ich schaute auf meine Hände, meinen Körper, nahm das Atmen wahr, fühlte meinen Puls intensiver als gewöhnlich...ja...es war ein ruhiges schauen, ich würde sagen ohne die Begleitung von Kommentaren in meinem Kopf...ein intensives wahrnehmen. Schwer zu beschreiben irgendwie. Und plötzlich kam dann aus dieser vorerst vorhandenen Ruhe diese Panik, dieses zittern, dieses unglaubwürdige Gefühl: "Das kann doch alles nicht wahr sein..."
Ich muss jetzt schätzen...vielleicht war es 1 Stunde in Panik, im "sich verloren" fühlen, im Gefühl verrückt zu werden.
Da ich im laufe der Zeit gelernt hatte, die Gefühle die kommen anzunehmen, sich nicht mit ihnen zu identifizieren, sondern sie wie einen Gast willkommen zu heißen und "für sie da zu sein"(d.h. keinen Widerstand zu leisten) legte ich mich also wieder ins Bett und ließ diese erschreckende Energie in mir "wühlen". Ich bin dann eingeschlafen. Als ich wach wurde, war diese Sinnlosigkeit wieder zu spüren, die ich Jahre zuvor während meiner Depression auch erlebt hatte. Jedoch war ein "anderer Hauch" darin enthalten. Ein: "Es ist ok so." Ein Einverständnis dessen was gerade ist.
wie es war, als du erkannt hast, dass es dich nicht in dem Sinne gibt wie du gedacht hattest; von dem Gefühl verloren zu gehen.
Die Schalen des Egos/des falschen Selbst (wie man es im Buddhismus bezeichnet, soviel ich weiß) waren durch das Leiden ohnehin schon so zerbröckelt und abgeschält, das mit Demut, Anerkennung und vertrauen eingestanden wurde, das es FAKT ist. Mich gibt es in dem Sinne, wie ich mich vorher sah, nicht.
Auch das Buch von Johannes vom Kreuz, über die Dunkle Nacht der Seele war jetzt eine Erfahrung geworden. Konnte "mich" darin wiederfinden. Es ging etwas verloren, was aber ohnehin nicht echt war, es ging ein Schleier, ein Filter der Wahrnehmung verloren, so würde ich es sagen. Die Abwehrmechanismen ließen nach (Identifikation, Spaltung, Verleugnung, Vermeidung etc.) hatten einfach keinen Grund mehr, da zu sein.
Hat die Erkenntnis, dass es dich nicht gibt, etwas in deinem alltäglichen Leben verändert?
Ein Perspektivwechsel, so würde ich es bezeichnen. Mehr Verbundenheit zu Menschen, zu Tieren, zu pflanzen, aber keine Abhängigkeit...sehe ich in die Augen anderer, wird dasselbe Leben erkannt, was auch in diesem Körper ist. Leben betrachtet sich selbst.
Eine andere Art, mit dem Leben umzugehen. Lockerer, Einfühlsamer aber auch sensitiver gegenüber allem. Berufliche Veränderungen...habe mit vertrauen meinen bisherigen Job als staatlich geprüfter Techniker für Kunststofftechnik (der müde und unglücklich machte) gekündigt und umgesattelt. Wollte Heilpraktiker werden, habe nun seid 1 1/2 Jahren meine Praxis.Weniger Ängstlich in Bezug auf viele Dinge, weniger Drang nach sozialen Kontakten, etwas unternehmen zu müssen, weil man meint etwas zu verpassen. Müde von small-talks, reden über andere, urteilen, bewerten....alles fällt irgendwie immer mehr weg während dieses Prozesses.
Der Stromeintritt, wie es im Palikanon beschrieben wird...das scheint es zu sein.
Also alles in allem JA, es hat sich viel verändert. :-)
Erzähle von der Sinnlosigkeit, in der jetzt Ruhe und Frieden gefunden wurde.
Euer damaliger Guide Tom hat es damals sehr schön ausgedrückt, als ich ein Video bei YouTube von ihm sah. In der Sinnlosigkeit war auch für mich erstmal etwas schweres enthalten, wie ein dunkles schwarzes Loch. Nichts mehr, was "ICH" tun könnte, müsste, sollte. Hände in den Schoß und abhängen....diese Art die Sinnlosigkeit zu sehen, war und ist auch zwischenzeitlich noch eine gewisse Zeit da. Aber irgendwie stellt sich laaaangsam heraus, das in dieser Sinnlosigkeit etwas versteckt ist, nämlich Freiheit. Und momentan scheint es ein hin und her zu sein. Mal wird sie angenommen, mal stört sie. Mal ist die Ruhe darin zu finden, mal ist sie wieder weg. Mal Frieden, mal Unwohlsein.
Es wirkt nicht stabil, Ruhe und Frieden ist darin also nicht immer zu finden. Ich korrigiere mich.
Und was hat es mit dieser Bestätigung auf sich?
Etwas will wissen, ob es DAS ist, wovon man redet, wenn man sagt, man hat die Illusion durchschaut. Da ist noch etwas, was dem nicht ganz vertraut...anscheinend. Oder ist die Vorstellung davon, wie etwas zu sein hat, einfach im Wege? Deswegen, weil ständig Bestätigung gesucht wird, scheint da auf jeden fall noch ein "PLOPP" zu fehlen...:/
Liebe Grüße
Daniel