Könnt ihr mir helfen, rüber zu machen?
Posted: Fri Jan 23, 2015 2:20 pm
Liebe Leute,
Während ich gestern noch überlegte, wie ich meine Eingangsfrage für den Post in diesem Forum formulieren sollte, stieß ich auf einen Dialog hier, in dem es genau darum ging. Um die Frage: Was ist denn Bewusstsein? Was ist denn der Beobachter? Ist das nicht „mein“ Bewusstsein, in dem alles, was ist, erscheint? Ist Bewusstsein nicht doch irgendwie auf subtile Art etwas Persönliches?
Und dann habe ich beim mitvollziehen des Dialoges festgestellt: Den Beobachter gibt es ja gar nicht! Der ist nur eine Annahme, eine Schlussfolgerung, ein Gedanke. Eigentlich, tatsächlich gibt es nur DIES HIER. Nur Geschehen, Erleben. Gedanken, Gefühle, Sinneseindrücke. Fertig.
Das war ein richtiger Schock. Das hat mich gepackt und durchgeschüttelt. Und ich habe mich wieder à la Christian Meyer in diese aufstürmenden Gefühle hinein fallen lassen, in dieses Schockgefühl, Schreckgefühl. Und geriet wieder in diesen spasmischen Prozess. Zucken, Hyperventilation, Enge, Verkrampfung, Entspannung. Friedlichkeit.
Total seltsam, aber ein bisschen bin ich jetzt dran gewöhnt und die Angst ist geringer dabei, das geschehen lassen fällt leichter.
Und danach? Alles war einfach. Bin mit dem Fahrrad zur Hochschule gefahren und alles war so UNFASSBAR einfach, so lächerlich leicht: Nur DIES! Alles wurde als Illusion durchschaut. Jeder Gedanke als unnötig. Da war einfach sinnlose, heitere Leichtigkeit, bedeutungsloses, zusammenhangloses, einheitliches Geschehen.
ES GIBT KEINEN BEOBACHTER! HAARRRR!!
Das war also alles nur ein Trick! Dachte ich, mal wieder. Alles, dieser ganze komplizierte Quark, nur ein Trick um „mich“ dahin zu bringen, dass einfach nur der Moment erlebt wird! Da gibt es einfach überhaupt nichts zu verstehen! Oh mein Gott, ist das absurd, ist das lächerlich!
Denn das war es: Einfach nur der Moment. Dies hier. Mal wieder. Einfach nur Geschehen, ohne Geschichte, ohne Sinn, ohne Hintergedanken.
Und das hatte irgendwie mit diesem Erkenntnisflash zu tun, dass es keinen Beobachter gibt.
„Es gibt keinen Beobachter“ – ich habe gemerkt wie sich das dann bald zu einem Konzept formte, wie versucht wurde, das festzuhalten als Schlüssel zu diesem Zustand – und wie das der Anfang vom Ende eben dieses Zustandes war.
Jetzt ist es nicht mehr da, dieses Gefühl. Schon klar, Gefühle kommen und gehen. Das Gefühl von Leichtigkeit ist nicht das Durchschauen der Illusion. Aber auch dieses klare Erleben ist eben nicht mehr da: Es gibt keinen Beobachter – es gibt nur dies!
Mal wieder nicht mehr da.
Mal wieder Liebeskummer.
Wie oft soll das noch so gehen?
Heute habe ich dann aber den Abschnitt in dem Dialog dann noch einmal gelesen, und da war wieder recht große Stille, einfaches Da-Sein – für eine Weile.
Was also ist das verbleibende Problem? Was sind die verbliebenen Fragen?
Ist es wirklich nur dieses?? Dieses gelegentliche sich-Auflösen des ganz normalen Ich-Sumpfes in Freiheit, und ein paar Minuten oder Stunden später das erneute Zurücksinken? Mit dem „Wissen“ (Glauben?), dass dieser Sumpf EIGENTLICH gar nicht real ist? Und deshalb vielleicht ein bisschen mehr Frieden und Entspannung, ein bisschen mehr Luft zum Atmen im Leben?
Oder ist es dies, und zusätzlich die gefestigte Einsicht, dass mehr nicht nötig ist, dass nichts erreicht werden kann, nichts verändert werden muss? Dass also die Suche aufhört, diese unausgesetzte Beschäftigung mit der Frage nach der Wahrheit?
Ich meine, klar, das sind nur Vorstellungen, nur Gedanken darüber, wie es denn sein müsste. Aber die sind nun mal da. Sollten sie nicht nach einem tatsächlichen Aufwachen nicht mehr da sein?
Oder bedeutet „Aufwachen“ wirklich, dass ich mir einrede „das sind nur Vorstellungen, das sind nur Gedanken, mich gibt es gar nicht“, wenn das gerade nicht gespürt wird?
Das Wissen darum, dass Ich eine Illusion ist, ist eben nicht so klar, wie das Wissen darum, wie ein Apfel schmeckt.
Wenn das so richtig tief ins System einsickern würde, was ich da intellektuell verstanden und auch in der Selbstüberprüfung bestätigt habe: Dass „ich“ nichts entscheiden kann – dann wäre wirkliche Freiheit da, das kann ich spüren. Muss „ich“ das einüben sozusagen? Das Problem dabei ist, dass ich in dieser Hinsicht die Überprüfung nicht mehr wirklich engagiert vornehmen kann, weil ich das Ergebnis sowieso schon kenne: Ich kann für keinen meiner Gedanken, keine meiner Handlungen die Urheberschaft beanspruchen. Deshalb kann ich mich zwar hinsetzen und mich fragen: Wie mache ich das oder dies? Aber die Antwort ist immer gleich: Es geschieht halt. Nur: Im Erleben macht dieses Wissen die meiste Zeit keinen Unterschied. Und wenn es das nicht tut, was ist es dann wert?
Ich habe das Gefühl, SO nah dran zu sein. Aber nicht DA.
Vielleicht sind das Problem einfach meine Erwartungen? Könnt ihr mir helfen?
Vielen Dank für die wunderbare Seite, die ihr hier macht!
Lieben Gruß, a.
Während ich gestern noch überlegte, wie ich meine Eingangsfrage für den Post in diesem Forum formulieren sollte, stieß ich auf einen Dialog hier, in dem es genau darum ging. Um die Frage: Was ist denn Bewusstsein? Was ist denn der Beobachter? Ist das nicht „mein“ Bewusstsein, in dem alles, was ist, erscheint? Ist Bewusstsein nicht doch irgendwie auf subtile Art etwas Persönliches?
Und dann habe ich beim mitvollziehen des Dialoges festgestellt: Den Beobachter gibt es ja gar nicht! Der ist nur eine Annahme, eine Schlussfolgerung, ein Gedanke. Eigentlich, tatsächlich gibt es nur DIES HIER. Nur Geschehen, Erleben. Gedanken, Gefühle, Sinneseindrücke. Fertig.
Das war ein richtiger Schock. Das hat mich gepackt und durchgeschüttelt. Und ich habe mich wieder à la Christian Meyer in diese aufstürmenden Gefühle hinein fallen lassen, in dieses Schockgefühl, Schreckgefühl. Und geriet wieder in diesen spasmischen Prozess. Zucken, Hyperventilation, Enge, Verkrampfung, Entspannung. Friedlichkeit.
Total seltsam, aber ein bisschen bin ich jetzt dran gewöhnt und die Angst ist geringer dabei, das geschehen lassen fällt leichter.
Und danach? Alles war einfach. Bin mit dem Fahrrad zur Hochschule gefahren und alles war so UNFASSBAR einfach, so lächerlich leicht: Nur DIES! Alles wurde als Illusion durchschaut. Jeder Gedanke als unnötig. Da war einfach sinnlose, heitere Leichtigkeit, bedeutungsloses, zusammenhangloses, einheitliches Geschehen.
ES GIBT KEINEN BEOBACHTER! HAARRRR!!
Das war also alles nur ein Trick! Dachte ich, mal wieder. Alles, dieser ganze komplizierte Quark, nur ein Trick um „mich“ dahin zu bringen, dass einfach nur der Moment erlebt wird! Da gibt es einfach überhaupt nichts zu verstehen! Oh mein Gott, ist das absurd, ist das lächerlich!
Denn das war es: Einfach nur der Moment. Dies hier. Mal wieder. Einfach nur Geschehen, ohne Geschichte, ohne Sinn, ohne Hintergedanken.
Und das hatte irgendwie mit diesem Erkenntnisflash zu tun, dass es keinen Beobachter gibt.
„Es gibt keinen Beobachter“ – ich habe gemerkt wie sich das dann bald zu einem Konzept formte, wie versucht wurde, das festzuhalten als Schlüssel zu diesem Zustand – und wie das der Anfang vom Ende eben dieses Zustandes war.
Jetzt ist es nicht mehr da, dieses Gefühl. Schon klar, Gefühle kommen und gehen. Das Gefühl von Leichtigkeit ist nicht das Durchschauen der Illusion. Aber auch dieses klare Erleben ist eben nicht mehr da: Es gibt keinen Beobachter – es gibt nur dies!
Mal wieder nicht mehr da.
Mal wieder Liebeskummer.
Wie oft soll das noch so gehen?
Heute habe ich dann aber den Abschnitt in dem Dialog dann noch einmal gelesen, und da war wieder recht große Stille, einfaches Da-Sein – für eine Weile.
Was also ist das verbleibende Problem? Was sind die verbliebenen Fragen?
Ist es wirklich nur dieses?? Dieses gelegentliche sich-Auflösen des ganz normalen Ich-Sumpfes in Freiheit, und ein paar Minuten oder Stunden später das erneute Zurücksinken? Mit dem „Wissen“ (Glauben?), dass dieser Sumpf EIGENTLICH gar nicht real ist? Und deshalb vielleicht ein bisschen mehr Frieden und Entspannung, ein bisschen mehr Luft zum Atmen im Leben?
Oder ist es dies, und zusätzlich die gefestigte Einsicht, dass mehr nicht nötig ist, dass nichts erreicht werden kann, nichts verändert werden muss? Dass also die Suche aufhört, diese unausgesetzte Beschäftigung mit der Frage nach der Wahrheit?
Ich meine, klar, das sind nur Vorstellungen, nur Gedanken darüber, wie es denn sein müsste. Aber die sind nun mal da. Sollten sie nicht nach einem tatsächlichen Aufwachen nicht mehr da sein?
Oder bedeutet „Aufwachen“ wirklich, dass ich mir einrede „das sind nur Vorstellungen, das sind nur Gedanken, mich gibt es gar nicht“, wenn das gerade nicht gespürt wird?
Das Wissen darum, dass Ich eine Illusion ist, ist eben nicht so klar, wie das Wissen darum, wie ein Apfel schmeckt.
Wenn das so richtig tief ins System einsickern würde, was ich da intellektuell verstanden und auch in der Selbstüberprüfung bestätigt habe: Dass „ich“ nichts entscheiden kann – dann wäre wirkliche Freiheit da, das kann ich spüren. Muss „ich“ das einüben sozusagen? Das Problem dabei ist, dass ich in dieser Hinsicht die Überprüfung nicht mehr wirklich engagiert vornehmen kann, weil ich das Ergebnis sowieso schon kenne: Ich kann für keinen meiner Gedanken, keine meiner Handlungen die Urheberschaft beanspruchen. Deshalb kann ich mich zwar hinsetzen und mich fragen: Wie mache ich das oder dies? Aber die Antwort ist immer gleich: Es geschieht halt. Nur: Im Erleben macht dieses Wissen die meiste Zeit keinen Unterschied. Und wenn es das nicht tut, was ist es dann wert?
Ich habe das Gefühl, SO nah dran zu sein. Aber nicht DA.
Vielleicht sind das Problem einfach meine Erwartungen? Könnt ihr mir helfen?
Vielen Dank für die wunderbare Seite, die ihr hier macht!
Lieben Gruß, a.