Neuer Guide? Antworten auf Standardfragen
Posted: Wed Jul 31, 2013 5:38 pm
Hallo ihr Lieben,
Ingen hat mich gebeten, meine Antworten hier zu posten, um einen Dialog zu starten, bevor ich hier als Guide agieren darf. Viel Spaß damit.
1) Gibt es irgendwo oder in irgendeiner Art und Weise ein eigenständiges "Ich", "mich" oder "Selbst"? Gab es das jemals?
Ob es das Ich gibt oder ob es das Ich nicht gibt - beides ist eine Illusion, eine Idee, die im Bewusstsein erscheint. das ich bin. Ich habe mich weder erschaffen noch kann das, was ich bin, sterben. Doch die Ich-Illusion ist da. Ich weiß nicht, wann sie entstanden ist, ich weiß nur, wann sie als solche erkannt wurde. An den genauen Tag kann ich mich jedoch nicht mehr erinnern. Es war irgendwann im Januar 2009.
2) Erkläre detailliert was die Ich-Illusion ist, wie sie entsteht und wie sie funktioniert. Benutze dazu nur Deine eigene unmittelbare Erfahrung und beschreibe es so, wie Du es jetzt gerade erlebst.
Die Ich-Illusion ist ein Gedanke, der anderen Gedanken eine Bedeutung beimisst. Der Ich-Gedanke ist ein ganz subtiler, sehr leiser Gedanke, eine sehr alte Konditionierung, eine scheinbar notwendige Einbildung, um eine Überlebensstrategie zu entwickeln.
Der Ich-Gedanke ist so gewohnt, dass man sich in der Regal nicht bewusst ist, dass der Eindruck man sei ein getrenntes körperliches Wesen nur auf einer mentalen Einbildung beruht. Es ist nur eine Idee, die einfach für wahr gehalten wurde. Eine Idee, die bei tiefer Selbsterforschung eine Auflösung erfährt, weil sie nicht der Realität entspricht.
Wenn ich den aufkommenden Gedanken - Erinnerungen, Zukunftsszenarien - keinerlei Bedeutung beimesse, haben sie keine Macht über mich. In der Tat enthalten sie nie die Wahrheit, die ich bin - obwohl sie selbst ein Teil von mir sind.
Wenn ich allerdings nicht aufmerksam bin, dann haben sie eine gewisse Gravitation, die mich für kurze Zeit wieder in das Leben in der Zeit (als getrenntes Einzelwesen mit einer Geschichte) hineinziehen. Dann bin ich unbewusst. So scheint es zumindest zu sein. Dann wird die Illusion, das Kopfkino, als Realität erlebt. So wie man sich von einen Spielfilm hineinziehen lässt.
3) Wie fühlt es sich an die Illusion durchschaut zu haben? Was ist anders als vorher? Berichte aus den letzten paar Tagen.
(Den letzten Satz ignoriere ich, da das Durchschauen schon ein Weilchen her ist). Ich berichte stattdessen - so weit ich mich erinnern kann - von dem Tag, als die Illusion durchschaut wurde).
Als ich die Illusion durchschaut hatte, war es buchstäblich so, als wäre ich aus einem Traum erwacht. Was ich vorher als "mein Leben" bezeichnet hatte, war gar nicht mein Leben. "Mein Leben" war nur in meinem Kopf.
Doch das war nicht mein echtes Leben. Es war überhaupt kein Leben, sondern nur eine Erinnerung, nur Gedanken. Das Leben war weder meins noch war es je getrennt von mir. Ich erkannte, dass ich die Gegenwart selbst bin. Nicht die Idee von der Gegenwart als Abstraktion, sondern jeder Gegenstand, jede Person und alles, was in der sogenannten Außenwelt gegenwärtig erscheint.
Gleichzeitig wurde erkannt, dass ich nichts davon bin. Das ich der Raum hinter den Erscheinungen bin. Ein Raum, der sowohl das Innere als auch das Äußere einschließt, ohne das eine oder das andere davon zu sein.
Eine riesige Last wurde mir von den Schultern genommen. Ich fühlte enorme Glücksseligkeit, Frieden und Dankbarkeit. Ich war sehr überrascht, dass das Leben so etwas bereithielt. Etwas, was ich mir in keinster Weise hätte vorstellen und daher auch nicht hätte suchen können. Dieses etwas hat alle meine Träume (Wünsche) und Momente des Glücks bei weitem übertroffen.
Ich verlor meine Ambitionen. Sie waren nicht mehr nötig. Ich wusste im selben Augenblick des Durchschauens, dass es nichts Schöneres, Größeres, Besseres gab, als das, was ich bereits bin (was jeder ist) - und auch immer war. "Es" war ja immer da. Ich hatte es bloß übersehen. All die Jahre einfach übersehen. Obwohl es so offensichtlich ist, dass man nicht das sein kann, was innen und außen erscheint.
Es gab nichts mehr zu tun. Jetzt konnte ich in Ruhe sterben in dem wissenlosen Wissen, dass ich gar nicht sterben kann, dass ich unverletzlich bin, da ich immateriell bin.
Nach dem Durchschauen bekam das Leben eine Art magische Qualität. Ich hörte auf Zukunftswünsche zu erschaffen und zu verfolgen. Ich habe die Kontrolle einfach abgegeben. Und entgegen allem, was mir mein Verstand sagte, entwickelte es sich prächtig. Ich hätte es mir selbst gar nicht besser wünschen können.
Wie gütig das Leben doch ist. Erst sucht man nach all den Dingen, von denen man sich Erfüllung verspricht und dann stellt man plötzlich fest, dass man selbst die Erfüllung ist, nach der man gesucht hatte - ohne zu wissen, was man eigentlich suchte. Es ist ein kosmischer Witz.
4) Was hat Dir den letzten Schubs gegeben, um die Illusion zu durchschauen?
Das kann ich nicht sagen. Erstens, weil ich den Eindruck habe, dass das Durchschauen sich unendlich vertiefen kann. Zweites, weil ich nie ein spiritueller Sucher gewesen bin (mein spiritueller Weg begann erst nach dem Durchschauen - so mein Gefühl). Ich hatte einfach im richtigen Augenblick den richtigen Text gelesen. Eigentlich nur, weil ich mich von meinem damaligen Liebeskummer ablenken wollte. Ich hatte also gar nichts dafür getan. Es war Gnade.
5) Gibt es irgendwelche Ereignisse im Leben, über die Du Kontrolle ausübst? Kannst Du über irgendetwas entscheiden, es beeinflussen oder herbeiführen? Gib ein paar konkrete Beispiele aus Deiner Erfahrung.
Ich kann entscheiden, was ich esse, ob ich zur Arbeit gehe, mit wem ich mich treffe, wohin ich gehe... Also ich habe schon das Gefühl, dass ich meinem Verstand einsetze und scheinbar auch Dinge herbeiführe. Ansonsten könnte ich das alles hier nicht schreiben.
Allerdings denke ich nicht, dass ich die Kontrolle habe... und es ist mir auch nicht wichtig, dass bestimmte Dinge auf bestimmte Weise eintreten. Ich habe das Gefühl, dass alles seinen Sinn hat, egal wie es sich auch entfalten möge. Solange das Leben etwas von mir - als körperliches Wesen - will, werde ich hier sein und wenn nicht, bin ich bereit meinen Körper in Dankbarkeit zu verlassen.
6) Möchtest Du noch etwas ergänzen?
Danke
Herzliche Grüße
Anssi
Beiträge: 0
Registriert: So 28. Jul 2013, 12:08
Wohnort: Berlin
Ingen hat mich gebeten, meine Antworten hier zu posten, um einen Dialog zu starten, bevor ich hier als Guide agieren darf. Viel Spaß damit.
1) Gibt es irgendwo oder in irgendeiner Art und Weise ein eigenständiges "Ich", "mich" oder "Selbst"? Gab es das jemals?
Ob es das Ich gibt oder ob es das Ich nicht gibt - beides ist eine Illusion, eine Idee, die im Bewusstsein erscheint. das ich bin. Ich habe mich weder erschaffen noch kann das, was ich bin, sterben. Doch die Ich-Illusion ist da. Ich weiß nicht, wann sie entstanden ist, ich weiß nur, wann sie als solche erkannt wurde. An den genauen Tag kann ich mich jedoch nicht mehr erinnern. Es war irgendwann im Januar 2009.
2) Erkläre detailliert was die Ich-Illusion ist, wie sie entsteht und wie sie funktioniert. Benutze dazu nur Deine eigene unmittelbare Erfahrung und beschreibe es so, wie Du es jetzt gerade erlebst.
Die Ich-Illusion ist ein Gedanke, der anderen Gedanken eine Bedeutung beimisst. Der Ich-Gedanke ist ein ganz subtiler, sehr leiser Gedanke, eine sehr alte Konditionierung, eine scheinbar notwendige Einbildung, um eine Überlebensstrategie zu entwickeln.
Der Ich-Gedanke ist so gewohnt, dass man sich in der Regal nicht bewusst ist, dass der Eindruck man sei ein getrenntes körperliches Wesen nur auf einer mentalen Einbildung beruht. Es ist nur eine Idee, die einfach für wahr gehalten wurde. Eine Idee, die bei tiefer Selbsterforschung eine Auflösung erfährt, weil sie nicht der Realität entspricht.
Wenn ich den aufkommenden Gedanken - Erinnerungen, Zukunftsszenarien - keinerlei Bedeutung beimesse, haben sie keine Macht über mich. In der Tat enthalten sie nie die Wahrheit, die ich bin - obwohl sie selbst ein Teil von mir sind.
Wenn ich allerdings nicht aufmerksam bin, dann haben sie eine gewisse Gravitation, die mich für kurze Zeit wieder in das Leben in der Zeit (als getrenntes Einzelwesen mit einer Geschichte) hineinziehen. Dann bin ich unbewusst. So scheint es zumindest zu sein. Dann wird die Illusion, das Kopfkino, als Realität erlebt. So wie man sich von einen Spielfilm hineinziehen lässt.
3) Wie fühlt es sich an die Illusion durchschaut zu haben? Was ist anders als vorher? Berichte aus den letzten paar Tagen.
(Den letzten Satz ignoriere ich, da das Durchschauen schon ein Weilchen her ist). Ich berichte stattdessen - so weit ich mich erinnern kann - von dem Tag, als die Illusion durchschaut wurde).
Als ich die Illusion durchschaut hatte, war es buchstäblich so, als wäre ich aus einem Traum erwacht. Was ich vorher als "mein Leben" bezeichnet hatte, war gar nicht mein Leben. "Mein Leben" war nur in meinem Kopf.
Doch das war nicht mein echtes Leben. Es war überhaupt kein Leben, sondern nur eine Erinnerung, nur Gedanken. Das Leben war weder meins noch war es je getrennt von mir. Ich erkannte, dass ich die Gegenwart selbst bin. Nicht die Idee von der Gegenwart als Abstraktion, sondern jeder Gegenstand, jede Person und alles, was in der sogenannten Außenwelt gegenwärtig erscheint.
Gleichzeitig wurde erkannt, dass ich nichts davon bin. Das ich der Raum hinter den Erscheinungen bin. Ein Raum, der sowohl das Innere als auch das Äußere einschließt, ohne das eine oder das andere davon zu sein.
Eine riesige Last wurde mir von den Schultern genommen. Ich fühlte enorme Glücksseligkeit, Frieden und Dankbarkeit. Ich war sehr überrascht, dass das Leben so etwas bereithielt. Etwas, was ich mir in keinster Weise hätte vorstellen und daher auch nicht hätte suchen können. Dieses etwas hat alle meine Träume (Wünsche) und Momente des Glücks bei weitem übertroffen.
Ich verlor meine Ambitionen. Sie waren nicht mehr nötig. Ich wusste im selben Augenblick des Durchschauens, dass es nichts Schöneres, Größeres, Besseres gab, als das, was ich bereits bin (was jeder ist) - und auch immer war. "Es" war ja immer da. Ich hatte es bloß übersehen. All die Jahre einfach übersehen. Obwohl es so offensichtlich ist, dass man nicht das sein kann, was innen und außen erscheint.
Es gab nichts mehr zu tun. Jetzt konnte ich in Ruhe sterben in dem wissenlosen Wissen, dass ich gar nicht sterben kann, dass ich unverletzlich bin, da ich immateriell bin.
Nach dem Durchschauen bekam das Leben eine Art magische Qualität. Ich hörte auf Zukunftswünsche zu erschaffen und zu verfolgen. Ich habe die Kontrolle einfach abgegeben. Und entgegen allem, was mir mein Verstand sagte, entwickelte es sich prächtig. Ich hätte es mir selbst gar nicht besser wünschen können.
Wie gütig das Leben doch ist. Erst sucht man nach all den Dingen, von denen man sich Erfüllung verspricht und dann stellt man plötzlich fest, dass man selbst die Erfüllung ist, nach der man gesucht hatte - ohne zu wissen, was man eigentlich suchte. Es ist ein kosmischer Witz.
4) Was hat Dir den letzten Schubs gegeben, um die Illusion zu durchschauen?
Das kann ich nicht sagen. Erstens, weil ich den Eindruck habe, dass das Durchschauen sich unendlich vertiefen kann. Zweites, weil ich nie ein spiritueller Sucher gewesen bin (mein spiritueller Weg begann erst nach dem Durchschauen - so mein Gefühl). Ich hatte einfach im richtigen Augenblick den richtigen Text gelesen. Eigentlich nur, weil ich mich von meinem damaligen Liebeskummer ablenken wollte. Ich hatte also gar nichts dafür getan. Es war Gnade.
5) Gibt es irgendwelche Ereignisse im Leben, über die Du Kontrolle ausübst? Kannst Du über irgendetwas entscheiden, es beeinflussen oder herbeiführen? Gib ein paar konkrete Beispiele aus Deiner Erfahrung.
Ich kann entscheiden, was ich esse, ob ich zur Arbeit gehe, mit wem ich mich treffe, wohin ich gehe... Also ich habe schon das Gefühl, dass ich meinem Verstand einsetze und scheinbar auch Dinge herbeiführe. Ansonsten könnte ich das alles hier nicht schreiben.
Allerdings denke ich nicht, dass ich die Kontrolle habe... und es ist mir auch nicht wichtig, dass bestimmte Dinge auf bestimmte Weise eintreten. Ich habe das Gefühl, dass alles seinen Sinn hat, egal wie es sich auch entfalten möge. Solange das Leben etwas von mir - als körperliches Wesen - will, werde ich hier sein und wenn nicht, bin ich bereit meinen Körper in Dankbarkeit zu verlassen.
6) Möchtest Du noch etwas ergänzen?
Danke
Herzliche Grüße
Anssi
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