Bislang kam ich noch nicht wieder in eine Situation, in der ich im weitesten Sinne "Kritik zulassen" könnte. Ich werde berichten, wenn sich etwas zeigt.
Der gestrige Tag war voll mit Gefühlen. Vielfach jeweils ohne Bewusstheit, was im Moment gerade geschieht. Retrospektiv kann ich allerdings deutlich erkennen, dass die Ich-Illusion ganz besonders am Leiden "klebt". Vielleicht führt der Prozess hier dazu, das immer häufiger direkt bewusst wahrzunehmen - und nicht erst retrospektiv.
Herzensangelegenheit
Re: Herzensangelegenheit
Alles Liebe... Schrippi
Re: Herzensangelegenheit
Mini-Beispiel von gestern:Lass Kritik zu.
Ich bin kurz unachtsam beim Autofahren, biege rechts ab und nehme einem Radfahrer dabei die Vorfahrt. Der muss bremsen, schimpft und fährt weiter. Ich nehme einigermaßen bewusst wahr, was passiert und rutsche nicht in eine Abwehr-Reaktion.
Da ist gerade - jetzt beim Schreiben - ganz viel Geplapper, wie das hier richtig zu formulieren ist. Das lasse ich bewusst unberührt und schreibe drauf los.Was passiert dann?
Wie fühlt es sich an?
Es ist wie ein Stich. Ich bin getroffen. Es tut weh. Ich fühle mich schlecht. Ich schäme mich.
Es folgen Gedanken und Bewertungen der Situation. Die Gefühle klingen aus.
Alles Liebe... Schrippi
Re: Herzensangelegenheit
Ist bei all diesen Erfahrungen, so unangenehm sie auch sein mögen, ein „Ich“ zu finden?
Schau genau hin, lese deine Antwort und vergleiche mit den Erfahrungen.
Wo ist da ein "ich"?
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Schau genau hin, lese deine Antwort und vergleiche mit den Erfahrungen.
Wo ist da ein "ich"?
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Das Wahrgenommene, bist du nicht. Was bleibt?
Re: Herzensangelegenheit
Es ist krass... Beim der Beschäftigen mit deiner Aufforderung kommen sehr starke Fluchttendenzen. Wahrscheinlich ist sogar das jetzige Schreiben eine Strategie, sich nicht damit befassen zu müssen...Ist bei all diesen Erfahrungen, so unangenehm sie auch sein mögen, ein „Ich“ zu finden?
Schau genau hin, lese deine Antwort und vergleiche mit den Erfahrungen.
Wo ist da ein "ich"?
Das habe ich heute nachmittag geschrieben und habe mich dann durch was anderes davon wegziehen lassen.
Was es auch war... Ich versuche jetzt noch mal, deiner Anleitung zu folgen.
Da war eine körperliche Erfahrung, etwas plötzliches. Irgendwo hinter den Wangenknochen... als würden sich Tränen ankündigen. Ich kann`s nicht besser beschreiben. Und der Bereich um das Brustbein war auch irgendwie betroffen. Ein Schmerz, ein Gefühl von Minderwert.
"Es ist wie ein Stich"
Ich kann nicht sagen, wohin dieser Stich sich richtet. Körperlich ist kein Stich wahrnehmbar.
"Ich bin getroffen"
Wer oder was ist getroffen? Kann ich nicht sagen. - Wovon getroffen? Nichts, das physisch irgendetwas treffen könnte.
"Es tut weh"
Körperlich ist kein Schmerz zu spüren.
"Ich fühle mich schlecht" / "Ich schäme mich"
'Ich' fühlt sich schlecht / 'Ich' schämt sich. Mir leuchtet ein, dass 'Ich' eine Idee ist - Jedoch ist das erneut eine rein intellektuelle Erkenntnis.
Alles Liebe... Schrippi
Re: Herzensangelegenheit
Untersuche: Ist da, im Gefühl, in der Empfindung, ein "Ich"?"Ich fühle mich schlecht" / "Ich schäme mich"
Wie wird dieses "Ich" erfahren?
Was wird wirklich erlebt?
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Das Wahrgenommene, bist du nicht. Was bleibt?
Re: Herzensangelegenheit
Werde ich machen. Heute hab ich nix untersucht. Zu viele andere Dinge, die meine Aufmerksamkeit hatten.
Alles Liebe... Schrippi
Re: Herzensangelegenheit
Ich habe das gestern anhand eines anderen Gefühls untersucht. Da war Traurigkeit und Wut über etwas, das sich "in meinem Leben" auf eine bestimmte Art ereignet hat. Traurigkeit darüber, dass "ich unter meinen Möglichkeiten geblieben bin" und Wut darüber, dass "niemand mich in eine andere Richtung begleitet hat".Untersuche: Ist da, im Gefühl, in der Empfindung, ein "Ich"?
Wie wird dieses "Ich" erfahren?
Was wird wirklich erlebt
Meine Beobachtung ist folgende
Es gibt eine Idee, eine Geschichte, die jetzt gerade da ist. Sie war vorher nicht da. Mit dieser Geschichte tauchen Gefühle auf. In den Gefühlen scheint ein "Ich" zu sein, das sie fühlt. Gleichzeitig ist auch klar, dass dieses scheinbare "Ich" erst durch die Geschichte entsteht. Das scheinbare "ich" kann nicht erfahren werden. Die Gefühle jedoch werden sehr wohl erfahren. Sie sind es, was wirklich erlebt wird.
Alles Liebe... Schrippi
Re: Herzensangelegenheit
Wenn das „Ich“ nur „scheinbar“ ist, wem gehören die Gefühle?
Was gibt den Gefühlen ihre „Echtzeit“, ihre „Zugehörigkeit“?
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Was gibt den Gefühlen ihre „Echtzeit“, ihre „Zugehörigkeit“?
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Das Wahrgenommene, bist du nicht. Was bleibt?
Re: Herzensangelegenheit
Ha ha... "Echtheit" wäre richtig ;-)Könntest du "Echtzeit" bitte kurz erläutern?
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Das Wahrgenommene, bist du nicht. Was bleibt?
Re: Herzensangelegenheit
Als "programmierte" Antwort kommt zunächst: Die Gefühle gehören niemandem. Sie sind einfach da. - Jetzt aber noch mal langsam...Wenn das „Ich“ nur „scheinbar“ ist, wem gehören die Gefühle?Es gibt eine Idee, eine Geschichte, die jetzt gerade da ist. Sie war vorher nicht da. Mit dieser Geschichte tauchen Gefühle auf. In den Gefühlen scheint ein "Ich" zu sein, das sie fühlt. Gleichzeitig ist auch klar, dass dieses scheinbare "Ich" erst durch die Geschichte entsteht. Das scheinbare "ich" kann nicht erfahren werden. Die Gefühle jedoch werden sehr wohl erfahren. Sie sind es, was wirklich erlebt wird.
Was gibt den Gefühlen ihre „Echtheit“, ihre „Zugehörigkeit“?
Die Gefühle werden durch eine Geschichte ausgelöst. Das ist dieselbe Geschichte, durch die auch das scheinbare "Ich" entsteht. Die Geschichte selbst ist ebenfalls scheinbar. Sie kann nicht erfahren werden. Das lässt mich vermuten, dass auch die Gefühle scheinbar sind. Alles er-scheint (und verschwindet auch wieder). Ihre Echtheit wäre also auch nur ausgedacht, konstruiert... Nur, wie können sie dann (mit den Sinnen) erfahren werden?
Ich bin verwirrt. Gut, ich kann keinen Sinn ausmachen, der das Gefühl erfährt. Aber da wird doch trotzdem (z.B.) Traurigkeit erfahren. Oder werden da letztlich Körperempfindungen erfahren, die lediglich das Label "Traurigkeit" bekommen?... Da ist gerade Verwirrung.
Alles Liebe... Schrippi
Re: Herzensangelegenheit
Keine Kopfantwort:
Gehe in dir und schaue:
Wem gehört die Traurigkeit?
Und vielleicht auch: Was ist die Quelle (die Kette der Ursache und Wirkung) der Traurigkeit?
Aber vor allem:
Wem gehört die Traurigkeit? Kannst du die Traurigkeit Jemandem zuordnen?
Nimm dir Zeit und untersuche die Fragen ein nacheinander.
_()_
Gehe in dir und schaue:
Wem gehört die Traurigkeit?
Und vielleicht auch: Was ist die Quelle (die Kette der Ursache und Wirkung) der Traurigkeit?
Aber vor allem:
Wem gehört die Traurigkeit? Kannst du die Traurigkeit Jemandem zuordnen?
Nimm dir Zeit und untersuche die Fragen ein nacheinander.
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Das Wahrgenommene, bist du nicht. Was bleibt?
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