happinez

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Re: happinez

Postby Truthcounts » Tue Oct 24, 2017 9:52 am

Die letzten Erfahrungen haben viele Schmerzpunkte bei mir gedrückt.
Es ist nicht ungewöhnlich, dass nach einer Öffnung noch unerlöste Themen aufkommen, die gleich nochmal eine Krise auslösen - schön dass Du wieder zurück bist.
Mir ist noch nicht klar, wie ich diese Ich-Vorstellung loslassen kann?
Das geht auch nicht, denn das Ich ist die Vorstellung und kann sich selbst nicht loslassen. Es reicht die direkte Erfahrung des Sehens, Hörens, Tastens/Spürens/Fühlens, Riechens und Schmeckens im Hier und Jetzt. Ist darin ein Ich, eine Mutter oder eine Tochter zu finden? Wodurch zeichnet sie sich aus? Oder bleibt für sie nur das Reich der Fantasie, also Vorstellungen und Einbildungen, ein Modell in Gedanken? Diese Untersuchung ist keine Gedankenübung, sondern Erforschung in direkter Erfahrung im Hier und Jetzt. Es mag leichter sein, etwas existierendes zu finden als mittels Suchen zu ermitteln, dass etwas nicht real ist. Aber wenn das Ich real ist, sollte doch eine Spur davon in der Realität der direkten Erfahrung zu finden sein.

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Re: happinez

Postby Flatter » Tue Oct 24, 2017 10:28 pm

Wie gehst Du mit schwierigen Situationen um? Wie gelingt es Dir ganz im natürlichen Sein zu bleiben, wenn ein geliebter Mensch solche Probleme hat?
Ist da noch etwas ungelöst in mir, wenn es mich schmerzt meine Mutti so leiden zu sehen?
Es brauchte einen langen Erkennungsprozess aus dem Handeln müssen raus zu kommen. Und ich ertappe mich noch gelegentlich dabei nach Lösungen für meine Mutti zu suchen. Immer wieder übe ich das Akzeptieren ihres Weges.
Hilflos fühle ich mich meist nicht mehr, ist mir gerade aufgefallen. Das ist gut. Mir fällt dann ein, dass ich nichts tun kann.
Ich versuche da zu sein und das zu tun, was gerade dran ist.
Die Schmerzen sind echt ´ne Nummer für mich.
Mir fällt auf, dass der Schmerz so schlimm ist, weil ich sogleich in die Zukunft wandere, in der Angst, es könnte bleiben oder schlimmer werden. Meist erwarte ich Besserung, weil ich einfach weiß, dass alles gut wird. Dabei ist schon alles gut, auch wenn ich das gerade nicht wahrnehme. Auch Quatsch! Es ist weder gut noch schlecht. Wenn ich nicht bewerte, kann es einfach sein.
Ohje ...
Es reicht die direkte Erfahrung des Sehens, Hörens, Tastens/Spürens/Fühlens, Riechens und Schmeckens im Hier und Jetzt. Ist darin ein Ich, eine Mutter oder eine Tochter zu finden? Wodurch zeichnet sie sich aus? Oder bleibt für sie nur das Reich der Fantasie, also Vorstellungen und Einbildungen, ein Modell in Gedanken?
Im natürliches Sein bin ich weder Mutter noch Tochter. Dennoch ist es irgendwie da, weil ich jetzt in diesem Leben hier auf der Erde beides bin. Oder? Wer ist noch da, wenn mir mein Umfeld diese Gedanken nicht spiegelt?
Mein Verstand streitet gerade mit mir, weil ich ja definitiv geboren wurde und auch Kinder zur Welt brachte. --- Das ist ja eine schräge Ausdrucksweise: zur Welt bringen.... hört sich wie abgeben an. (In gewisser Weise stimmt das sogar).
Der Mutter-Tochter-Gedanke fühlt sich sehr eigenartig an. Irgendwas scheint da zu fehlen. Wenn ich diesen Gedanken nicht denke (Mutter/ Tochter), sind nur Liebe, Güte und Freude da.
... Mir fällt einfach nichts ein, wodurch sich Mutter und Tochter auszeichnen könnten. Irgendwas hat sich da aufgelöst. Hm.

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Re: happinez

Postby Truthcounts » Wed Oct 25, 2017 9:17 am

Vielleicht hilft Dir folgende Überlegung, Deine Krise loszulassen. Der Lebensstrom, den wir als Mensch bezeichnen, hat bereits ein geniales Selbstentfaltungs- und Selbsterhaltungsprogramm. Gedankliche Vorstellungen können darin als Hilfsmittel dienlich sein, soweit ihre fiktive Natur bewusst bleibt. In sehr stressigen oder gar traumatischen Situationen kann sich das System gar mit Einbildungen ablenken und beruhigen, um eine unerträgliche direkte Erfahrung zu überstehen. Das ist ein Überlebensmechanismus für das Nervensystem, der sich aber leider verselbständigen kann und es kann zur Gewohnheit werden, unangenehme Erfahrungen mit überlagerter Einbildung aufzuhübschen, bis schließlich der Einbildungsmechanismus sogar das Ruder übernimmt und selber zur Ursache unangenehmer Erfahrung werden kann (die Geister, die ich rief, werde ich nun nicht mehr los - der Zauberlehrling lässt grüßen). Was bei Einbildung geschieht ist eine Fehlinformation des Lebensstroms womit er auch zwingend über die kurze Frist hinaus suboptimal agiert. Eine traumatische Situation mag damit überlebt werden, aber sie wird nicht gelöst, sondern belastet den Lebensstrom dauerhaft. Vielleicht war es z. B. mal überlebenswichtig, den Schmerz über den Verlust eines geliebten Begleiters durch die Vorstellung zu kompensieren, dass der Verstorbene als Engel an meiner Seite gebliebenen ist. Das geht z. B. vielen so, die im Mutterbauch in den ersten Schwangerschaftsmonaten (meist äußerlich unbemerkt) einen Zwilling verloren haben. Wird die kompensierende Einbildung, dass da immer noch irgendwie jemand ist, nach der akuten Krise nicht korrigiert, dann legt der Lebensstrom ein Verhalten an den Tag, das suggeriert, dass der Platz neben ihm besetzt ist und ein echter Partner kann dort nicht richtig landen oder wird als Projektionsfläche für die Einbildung missbraucht, was wiederum den Kompensationsbedarf mit dem Engel weiter anfacht. Ähnlich kann sich auch die Einbildung einer Mutter oder Tochterrolle verselbständigen und wird nicht rechtzeitig losgelassen, wenn sie eigentlich schon ausgedient hat.

Ein Heilmittel ist, wie wir hier vorgehen. Die Realisierung, dass liebgewordene Erfahrungen vorbei sind und der Versuch, sie über Einbildungen am Leben zu erhalten wegen der damit verbundenen Fehlinformation letztlich nur leidvoll sein kann. Die Einbildung des Ich ist auch ein solcher Versuch, Erfahrung zu konservieren und eine Trutzburg gegen den sich ständig veränderndernden Fluss des Lebens aufzubauen. Der Ausweg ist der mutige Blick auf die reale direkte Sinneserfahrung im Hier und Jetzt. Neben der vielen Erleichterung, die das bringt, werden natürlich auch die produzierten Missstände nicht mehr kaschiert. Soweit man es jetzt aber aushalten kann, kann durch den Schmerz in die Freiheit gegangen werden, ohne neue Ablenkungsmanöver zu produzieren. Sich unangenehmen Gefühlen zu ergeben, gibt ihnen sozusagen die Möglichkeit, durchzurauschen und nicht im Lebensstrom hängen zu bleiben. Hilfreich ist auch dabei, sich zu vergewissern, dass niemand Reales diese Gefühle zu erleiden hat. Dann ist es die Erscheinung einer vorübergehenden Verengung, der eine anhaltende Weite folgt.
Er stresst sich sehr und setzt sich unter Druck. Von mir will er nicht hören wie es anders, leichter gehen könnte.
Das hast Du über Deinen Sohn gesagt. Aber gilt das nicht auch für Dich. Ist es nicht leichter, durch ein Ende mit Schrecken zu gehen, als durch einen gedämpften Schrecken aber ohne Ende. Wie ist es also nun mit der Existenz des Ich? Ist davon in der Realität eine Spur zu finden? Schau genau hin. Ist das Sehen nicht ein kontinuierliches lückenloses Bild mit Erscheinungen, die gleichberechtigt nebeneinander sind. Ist darin ein Ich zu finden. Ist Jemand zu sehen, der vor dem Bild sitzt? Oder ist da einfach nur Sehen ohne einen Beobachter?

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Re: happinez

Postby Flatter » Wed Oct 25, 2017 11:37 pm

Ist davon in der Realität eine Spur zu finden? Schau genau hin. Ist das Sehen nicht ein kontinuierliches lückenloses Bild mit Erscheinungen, die gleichberechtigt nebeneinander sind.
Tatsächlich habe ich eben diese Erscheinungen durch den Raum schweben sehen. Vielleicht sind es sogar die vielen Rollen, in die ich mich begeben habe. Es war eigenartig und hatte nichts mit mir zu tun. Ich fühlte nichts, ich sah dies nur - ganz neutral. Und es macht auch nichts mit mir. Es bleibt neutral. Es ist, als hätte dies nichts mit mir zu tun.
Oder ist da einfach nur Sehen ohne einen Beobachter?
Genau! Ich habe es gesehen ohne zu beobachten. Was ist da der Unterschied? Beim Beobachten richte ich meine Aufmerksamkeit auf das Objekt, es interessiert mich. Beim Sehen fehlt das. Ich sehe, dass da was ist. Mehr nicht.
Wie ist es also nun mit der Existenz des Ich? Ist davon in der Realität eine Spur zu finden?
Nö. Das Ich versucht die Schwebeteile einzufangen. ;-)
Ich denke, eine entscheidende Schwierigkeit ist, im Hier und Jetzt zu bleiben. In der Wahrnehmung dessen, was gerade ist, gibt es keine Probleme. mit denen sich das Ich in den Vordergrund stellen könnte. Bei allen Gegebenheiten ist es wichtig immer wieder im derzeitigen Moment zu sein.
Mir kam gerade der Gedanke: Was ist, wenn mein Vati anruft und von einem Problem berichtet? In dem Moment, wo er davon erzählt, gibt es das ursprüngliche Problem nicht mehr, es ist bereits zu seiner eigenen Geschichte geworden.
Hm.... Na, das klingt ja herzlos! Ja, wenn ich es bewerte und mit Vorstellungen belege. - Diese Konditionierungen habe eine Kraft, man glaubt es kaum!

Welche Rolle spielt der Körper? Die Sinneswahrnehmungen sind ja nur durch den Körper erlebbar, doch im Erleben selbst spüre ich den Körper nicht. Da ist nur Sehen, Riechen, Tasten ...
Die Erfahrungen, ob real oder eingebildet, sind doch im Körper abgespeichert. Wie erleichternd muss es für meinen Körper sein, wenn dieser ganze Ballast transformiert ist!?

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Re: happinez

Postby Truthcounts » Thu Oct 26, 2017 10:47 am

Tatsächlich habe ich eben diese Erscheinungen durch den Raum schweben sehen.
Soll das heissen, Du hast ein Ich oder die Mutterrolle im Raum schweben sehen? War das wirklich eine Sinneserfahrung? Schau genau hin. Ein gedanklicher Schleier kann durchschaut werden, aber durch die direkte Seherfahrung kann man nicht hindurch auf etwas dahinter blicken.
Ich habe es gesehen ohne zu beobachten. Was ist da der Unterschied? Beim Beobachten richte ich meine Aufmerksamkeit auf das Objekt, es interessiert mich. Beim Sehen fehlt das. Ich sehe, dass da was ist. Mehr nicht.


Und kann etwas von diesem Ich gesehen, gehört, gespürt werden?
Ich denke, eine entscheidende Schwierigkeit ist, im Hier und Jetzt zu bleiben.
Ist denn jemand reales da, der dem Hier und Jetzt entkommen könnte.
Welche Rolle spielt der Körper? Die Sinneswahrnehmungen sind ja nur durch den Körper erlebbar, doch im Erleben selbst spüre ich den Körper nicht. Da ist nur Sehen, Riechen, Tasten ... Die Erfahrungen, ob real oder eingebildet, sind doch im Körper abgespeichert. Wie erleichternd muss es für meinen Körper sein, wenn dieser ganze Ballast transformiert ist!?
Das Körperliche kann sich natürlich verhalten, wenn es innerhalb realer Informationen agiert. Wenn Einbildungen die Realität verzerren, entsteht Leid = Reibung mit der Wirklichkeit. Wichtiger ist hier aber erst einmal die Frage, ob Jemand in direkter Erfahrung im Hier und Jetzt zu finden ist, der im Körper wohnt und sich durch in ausdrückt?

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Re: happinez

Postby Flatter » Thu Oct 26, 2017 8:47 pm

Soll das heissen, Du hast ein Ich oder die Mutterrolle im Raum schweben sehen?
Nein. So war das nicht. Es ist schwer zu beschreiben, was da schwebte. Das war wahrscheinlich ein Erklärungsversuch. Tatsächlich empfand ich das, was da im Raum war als völlig neutral. Es war eben da.
Ich bin sicher, dass in diesem Augenblick irgendetwas passierte. Ich fühle mich freier und leichter und heiter auch.
War das wirklich eine Sinneserfahrung? Schau genau hin. Ein gedanklicher Schleier kann durchschaut werden, aber durch die direkte Seherfahrung kann man nicht hindurch auf etwas dahinter blicken.
Es gab kein Dahinter. Ach kein Davor. Nur Raum und .... hm....? Ich hab das auch nicht mit den physischen Augen gesehen, es war ein Wahrnehmen und ein Aha. Und dann dieses schöne Gefühl der Leichtigkeit. Ein Ich war auch nicht da.
Und kann etwas von diesem Ich gesehen, gehört, gespürt werden?
Nö. :-D
Ist denn jemand reales da, der dem Hier und Jetzt entkommen könnte.
Das ist, glaube ich, für mich dieser Knackpunkt: Gelingt es mir im Hier und Jetzt zu sein, gibt es all diese Fragen und Probleme nicht. Sie sind nicht da. Folge ich einem Gedanken in die Zukunft oder Vergangenheit, stecke ich im Ich, im Identifizieren, Bewerten usw. Das Ich lenkt mich auf Irrwege ab.
Im Hier und Jetzt bin ich im Sein.
... ob Jemand in direkter Erfahrung im Hier und Jetzt zu finden ist, der im Körper wohnt und sich durch in ausdrückt?
Da ist dieser wunderbar glückselige Zustand. Den Körper nehme ich da gar nicht wahr.

In mir hat sich etwas geöffnet. Mich fluten heute schon den ganzen Tag Glücksgefühle. Ich fühle mich weit und frei, wie in freudiger Erwartung. Da ist so eine Vorfreude .... unbeschreiblich!
Ich war bei meinen Eltern und konnte in diesem "Zustand" bleiben. Vielleicht half mir, dass ich zuvor zum Schmerz und zur Angst ja gesagt habe. Ich bin ein Stück mit ihnen Rad gefahren. Das war toll!

Über´s Wochenende bin ich nicht da, antworte also erst am Montag.

Ich bin so happy! Wow!

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Re: happinez

Postby Truthcounts » Thu Oct 26, 2017 9:55 pm

Das Ich lenkt mich auf Irrwege ab.Im Hier und Jetzt bin ich im Sein.
Ich freue mich, dass Du gerade so glücklich bist. Eine gute Gelegenheit, aus dieser starken Position heraus zu hinterfragen, ob da wirklich zwei oder keiner da ist. Ich meine, das "Ich" lenkt "Dich" auf Irrwege - das hört sich nach zwei an. Und was ist von einem Ich zu finden, das im Hier und Jetzt im Sein wäre?

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Re: happinez

Postby Flatter » Thu Oct 26, 2017 10:29 pm

Das Ich kann gar nicht im Sein sein. Das Sein - das natürliche Sein - ist der "Zustand" im Hier und Jetzt.

Wo ist denn nur das Ich? Ich kann es gerade nicht finden und den Unterschied erklären! Die Idee eines Ich????? Hm. Erscheint mir suspekt. Was´n da los? Ist es weg?

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Re: happinez

Postby Truthcounts » Fri Oct 27, 2017 6:21 am

Ja, genug der Ichung.

Wie steht es nun mit dem Thema Verantwortung?

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Re: happinez

Postby Flatter » Fri Oct 27, 2017 12:29 pm

Daran habe ich schon oft gedacht.
Die Frage nach Verantwortung stellt sich nicht. Ohne Ich geht Verantwortung überhaupt nicht.
Selbstverantwortung ist ja auch so ein großes Wort, dass in der Persönlichkeitsentwicklung oft bemüht wird.
Da sind viele Begriffe, die nichts weiter tun als Druck auszuüben. Schön, dass mir das so klar ist!
Schön, dass für mich da keine Kraft oder Macht mehr drin liegt, es resoniert überhaupt nicht. Toll!

Wow wow wow!!! Wie genial das ist!

Hab ich vielleicht gestern diese Toröffnung erlebt?
Bleibt diese Freude jetzt dauernd?

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Re: happinez

Postby Truthcounts » Fri Oct 27, 2017 6:25 pm

Hab ich vielleicht gestern diese Toröffnung erlebt? Bleibt diese Freude jetzt dauernd?
Wir sprechen hier von "crashing the gateless gate" oder vom Durchschauen des Ich als Illusion. Mir macht es den Eindruck, als könnte das gestern bei Dir geschehen sein und Freude ist dabei ja angemessen. Du bekommst hier aber kein Attest - es wird Dir letztlich selbst überlassen, das zu erkennen - wir Guides hinterfragen das nur bei Auffälligkeiten, Du erinnerst Dich an die Abschlussfragen, zu denen ich in Deinem Fall alleine schon fünf Rückfragen hatte. Schau Dir diese nochmal an und beantworte sie aus heutiger Sicht.

Die Ich-Illusion kann nicht nur durchschaut werden, sondern in Stresssituationen kann sie sich auch wieder als glaubwürdig aufbauen. Ein erstes Sehen ist aber jedenfalls schon mal ein Anker, um in Zukunft die Illusion relativ schnell wieder zerfallen zu lassen. Es ist ratsam, ständig aufmerksam zu bleiben damit und Kontakt zum Feld zu halten. Was die Freude angeht, so kann es sie als eine mehr subtile dauerhafte Grundstimmung geben, oder, wenn es mehr einen Phänomen-Charakter hat, der auch gar nicht dauerhaft auszuhalten wäre, dann kann man sich schon mal auf eine Gegenbewegung einrichten. Für diese Freude gilt das gleiche wie für Schmerz - durchlässig werden dafür, dann fließt das Leben ungebremst durch und die tieferliegende Grundlebendigkeit kann dann als subtile Freude erfahren werden.

Also geniess das Wochenende und setz Dich nochmal mit meinen früheren Rückfragen zu den Abschlussfragen auseinander.

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Re: happinez

Postby Flatter » Mon Oct 30, 2017 7:00 pm

Ich habe zu den Antworten, die ich auf die Abschlussfragen gab keinen Bezug mehr. Es irritiert mich, wenn ich mich nun das Geschriebene einfühle. Ich möchte lieber die Fragen neu beantworten. Ist das ok für Dich?

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Re: happinez

Postby Truthcounts » Mon Oct 30, 2017 8:07 pm

Ja, beantworte die Fragen gerne neu.

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Re: happinez

Postby Flatter » Tue Oct 31, 2017 10:06 pm

1) Gibt es irgendwo oder in irgendeiner Art und Weise ein eigenständiges "Ich", "mich" oder "Selbst"? Gab es das jemals?
Nein.
2) Erkläre detailliert was die Ich-Illusion ist, wie sie entsteht und wie sie funktioniert. Benutze dazu nur Deine eigene unmittelbare Erfahrung und beschreibe es so, wie Du es jetzt gerade erlebst.
Die Ich-Illusion entstand durch die Konditionierungen in unserer Kindheit. Wir haben die Vorgaben und Vorstellungen der Eltern, Lehrer und unseres Umfeldes übernommen.Ich glaubte das zu sein, was mir mein Umfeld sagte. Meine Wahrnehmung war völlig verdeckt mit den Vorstellungen von mir und der Welt.
In der Ich-Illusion identifiziere ich mich mit einer Situation, einem Erlebnis, der Vergangenheit, Emotionen, Gedanken, Glaubenssätzen usw. Ich folge Gedanken, bewerte, kontrolliere. Bin in der Vergangenheit oder in der Zukunft, meist in Sorge und oft leidend. Es gelingt mir nicht, etwas neutral zu betrachten, ich gehe in Disposition zum Erlebnis und lasse mich von Emotionen erfassen. Das läuft wie in einer Endlosschleife, weil ich in den Emotionen nach Erklärungen suche und mir so immer wieder neue Geschichten erzähle.
3) Wie fühlt es sich an die Illusion durchschaut zu haben? Was ist anders im Vergleich zu vor dem Dialog? Berichte aus den letzten paar Tagen.
Mir fällt es schwer mich in diese Vergangenheit hinein zu versetzen. Es erscheint mir suspekt in diesem Irrsinn gefangen gewesen zu sein. Das heißt nicht, dass ich völlig frei bin. Da guckt schon noch was Altes um die Ecke. Ich erkenne es jetzt deutlich, es ist sehr offenkundig.
Das Neue, dieses wunderbare natürliche Sein nimmt immer mehr Raum ein. Meist fühle ich eine gelassene Heiterkeit, manchmal fühlt es sich ganz neutral an und manchmal überkommt mich eine freudige Glückseligkeit. Besonders dann, wenn mir bewusst ist, wer ich wirklich bin, wenn ich im Hier und Jetzt bin und im Erleben dessen, was gerade ist.
Vor dem Dialog war ich viel verkopfter, wollte mehr verstehen als wahrnehmen und ließ mich von Gedanken lenken. Und ich war auf der Suche - wahrscheinlich mein bisheriges Leben lang.
Mir war noch garnicht aufgefallen, dass dies nicht mehr da ist. Schön.
4) Was hat Dir den letzten Schubs gegeben, um die Illusion zu durchschauen?
Ein letzter Schubs war tiefer Schmerz, in den ich voll eingestiegen bin.
Dann hatte ich dieses Erlebnis: Das, womit ich mich identifizierte, schwebte irgendwie im Raum und ich erkannte, dass das nichts mit mir zu tun hat. Dieses Erlebnis kann ich schwer beschreiben. Es war ein Aha-Erlebnis.
Mich selbst habe ich dabei garnicht deutlich wahrgenommen. Vielleicht beschreibt es dieses Bild besser: Das, was ich von mir wahrnehme fühlt sich eher wie ein Zentrum an, von dem aus ich sehe, rieche, schmecke...., sonst ist nur Raum da, ohne Begrenzung, weiter Raum. Ich sehe die Tiefe nicht. Um dieses Zentrum herum schwebten Energien ähnlich wie Seifenblasen, es gab aber keinen deutlichen Rand. Ich wusste einfach, dass dies die Rollen sind, die ich in meinem Leben erfüllte.
Da war kein Werten oder Hinterfragen, auch kein Wissenwollen. Nur Neutralität und Aha.
5) Beschreibe Entscheidung, Absicht, freier Wille, Wahl und Kontrolle. Wodurch entstehen sie? Wie funktionieren sie? Wofür bist Du verantwortlich? Gib ein paar Beispiele aus Deiner direkten Erfahrung.
Das alles hat mit der Ich-Illusion zu tun. Sie entstehen durch Wertungen.
Ich bin gerade völlig überrascht, wie schwer es mir fällt dazu etwas sinnvolles zu schreiben.
Wenn das natürlich Sein überdeckt wird mit Vorgaben und Vorstellungen, kann ich nicht mehr aus der Natürlichkeit heraus leben. Ich folge den Vorgaben der Gesellschaft. Das ist die einzige Orientierung, die mir hilft, mich in der Welt zurecht zu finden. Der Zündstoff für Entscheidung, Absicht, freier Wille, Wahl, Kontrolle und Verantwortung ist Angst. Schon wenn ich Angst loslasse, verliert dies seinen Nährboden und Erwachen beginnt.
... Wofür bin ich verantwortlich? Darauf habe ich keine Antwort. An dieser Stelle ist in meinem Kopf ein leerer Raum. Mir fällt nichts ein. Wofür kann ein geistiges Wesen verantwortlich sein? ... ??? Kommt keine Antwort. Für nichts schließe ich daraus. Verantwortung gibt es nicht ohne Angst.
6) Möchtest Du noch etwas ergänzen?
Ja. Alle Achtung vor so viel hartnäckigem Fragen und Deinem schnellen Reagieren auf mein Geschriebenes! Vielen vielen Dank!
Dieser anonyme Kontakt ist nicht immer angenehm gewesen und brauchte viel Vertrauen von mir. Ich würde gern auch etwas von Dir erfahren!

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Re: happinez

Postby Truthcounts » Wed Nov 01, 2017 9:58 am

Da hat sich viel getan, Du hältst Dich schon nicht mehr für ein materielles Wesen. Schauen wir weiter ...
Wofür kann ein geistiges Wesen verantwortlich sein?
Ist dieses geistige Wesen mehr als eine Idee? Was berichtet die direkte Sinneserfahrung im Hier und Jetzt über ein geistiges Wesen?
Es gelingt mir nicht, etwas neutral zu betrachten, ich gehe in Disposition zum Erlebnis und lasse mich von Emotionen erfassen.
Was könnte von Emotionen erfasst werden?
Meist fühle ich eine gelassene Heiterkeit, manchmal fühlt es sich ganz neutral an und manchmal überkommt mich eine freudige Glückseligkeit. Besonders dann, wenn mir bewusst ist, wer ich wirklich bin, wenn ich im Hier und Jetzt bin und im Erleben dessen, was gerade ist.
Wer bist Du denn wirklich? Ist "Du" wirklich? Ist eine Idee wirklich oder ist sie flüchtig wie Gedanken?
Es erscheint mir suspekt in diesem Irrsinn gefangen gewesen zu sein. Das heißt nicht, dass ich völlig frei bin. Da guckt schon noch was Altes um die Ecke. Ich erkenne es jetzt deutlich, es ist sehr offenkundig.
Das Neue, dieses wunderbare natürliche Sein nimmt immer mehr Raum ein.


Wann ist da keine Freiheit vom Ich? Was ist da Altes?
Das, was ich von mir wahrnehme fühlt sich eher wie ein Zentrum an, von dem aus ich sehe, rieche, schmecke...., sonst ist nur Raum da, ohne Begrenzung, weiter Raum.
Bist Du ein Gefühl? Und ist ein Zentrum mehr als eine Idee?
Wenn das natürlich Sein überdeckt wird mit Vorgaben und Vorstellungen, kann ich nicht mehr aus der Natürlichkeit heraus leben. Ich folge den Vorgaben der Gesellschaft.
Braucht Natürlichkeit ein Ich oder ist das Ich das Unnatürliche/Unwirkliche?
Dieser anonyme Kontakt ist nicht immer angenehm gewesen und brauchte viel Vertrauen von mir. Ich würde gern auch etwas von Dir erfahren!
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