mit großer Ehrfurcht vor dem Tor

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Daniel777
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Re: mit großer Ehrfurcht vor dem Tor

Postby Daniel777 » Tue Mar 07, 2017 10:35 pm

Hi One,
Dabei hat das Nachfühlen eine wichtige Rolle übernommen, die vorher nicht noch nicht wirklich praktiziert wurde.
Ja, ganz genau. Das freut mich zu hören. Nachfühlen, nicht nachdenken. Übe immer wieder, in die Welt der Sinne zurückzukehren. Das Tor ist nur in der Welt der Sinne zu finden.
Ist hier ein Entscheider? Und wo könnte er sich befinden“.
Was hast Du rausgefunden?
Im Lauf des Tages kam ein mit starkem Gefühl getragener Gedanke, der so lautete: "Es gibt keinen Gedankenbesitzer, es gibt nur Gedankenempfänger.“. Ströme bestimmen das Geschehen, sie werden von Empfängern aufgenommen oder nicht.
Ja, das sagen die Gedanken. :)

Liebe Grüße
Daniel

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Re: mit großer Ehrfurcht vor dem Tor

Postby One » Wed Mar 08, 2017 8:18 pm

Nachfühlen ist für einen Ungeübten sehr anspruchsvoll. Heute war gefühlt kein großer Tag. Morgen hoffentlich besser.

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Re: mit großer Ehrfurcht vor dem Tor

Postby One » Wed Mar 08, 2017 11:10 pm

Ganz häufig geschieht es, dass ich mich entspanne und ganz loslasse, um nur zu fühlen. Und dann schlafe ich ein. Nach einer Zeit (vielleicht 30 Minuten) wache ich auf und spüre nur das Spüren und es ist keine Grenze im Spüren. Es fühlt sich sehr glücklich an. Dann spüre ich wie mich wieder etwas in die Gedanken ziehen möchte, dabei lasse ich weiter los und der Zustand des Glücks währt. Und dann kommen doch die Gedanken. Sie wollen kommen und dann kommen sie. Eben war es wieder so. Die Gedanken sind wie ein Energiestrom, die kommen und reißen mit.

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Re: mit großer Ehrfurcht vor dem Tor

Postby One » Thu Mar 09, 2017 9:21 am

Lieber Daniel,

viele Dank für Deine Beharrlichkeit und Deine großartige Anleitung. Das Fühlen ist mir über viele Jahre sehr unbekannt geworden und es wird jetzt Stück für Stück wieder bewusster erlebt. Habe gleich 3 Stunden Autobahn vor mir. Zeit zum Fühlen :)

Liebe Grüße!
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Re: mit großer Ehrfurcht vor dem Tor

Postby One » Thu Mar 09, 2017 9:25 am

Ist hier ein Entscheider? Und wo könnte er sich befinden“.

Was hast Du rausgefunden?
Natürlich ist da kein Entscheider. Die Person ist nur eine Maske. Die Herausforderung bleibt jedoch es zu fühlen und nicht nur zu denken.

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Re: mit großer Ehrfurcht vor dem Tor

Postby Daniel777 » Thu Mar 09, 2017 2:45 pm

Hi One,

ich begleite Dich gern. :)
Natürlich ist da kein Entscheider. Die Person ist nur eine Maske. Die Herausforderung bleibt jedoch es zu fühlen und nicht nur zu denken.
Wie wird gewählt, wie Du Dich in einer bestimmten Situation verhältst? Wie fällt eine Entscheidung?
Schau wie ein Adler, der auf der Lauer nach Beute ist. Nimm die Momente wahr.

"Was esse ich heute Abend?" "Was ziehe ich an?"
Wann wird aufs Gas oder auf die Bremse gedrückt?
Der Körper bewegt sich morgens aus dem Bett. Wie wird entschieden: "Jetzt stehe ich auf" ?
Wo und wie genau ist da eine Instanz wahrzunehmen, die die Entscheidungen fällt?

Liebe Grüße
Daniel

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Re: mit großer Ehrfurcht vor dem Tor

Postby One » Fri Mar 10, 2017 3:50 pm

Lieber Daniel,

es ist ein großes Glück begleitet zu werden! Jeden Tag bin ich dankbar dafür!
"Was esse ich heute Abend?"
Je nachdem wo ich bin. Wenn ich zu Gast bin, dann ist da eh eine gewisse Einschränkung und die restliche Wahl ist getrieben durch eine augenblickliche Zufallslust. Da ist nie eine gespürte Entscheidung.
"Was ziehe ich an?"
Das entscheidet der Augenblick (Welche Tagesaufgabe) wo ich hinmuss. Details ergeben sich von Alleine. Da ist keine gefühlte "Gedankenarbeit", das ist sehr schematisch an einem Grundgeschmack angelehnt und hier gefühlt wie ein Teil der DNA.
Wann wird aufs Gas oder auf die Bremse gedrückt?
Das hängt alleine von der Verkehrssituation ab, nie von einem „inneren Entscheider“.
Der Körper bewegt sich morgens aus dem Bett. Wie wird entschieden: "Jetzt stehe ich auf" ?
Das ist eindeutig von körperlichen Bedürfnissen gesteuert: Durst, Harndrang, Wachheit, Drang nach körperlicher Bewegung, … oder ein Wecker :-D

Liebe Grüße!
One

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Re: mit großer Ehrfurcht vor dem Tor

Postby Daniel777 » Fri Mar 10, 2017 8:18 pm

Hi One,

Danke für die lieben Worte.

Prima.
Wo ist das ICH? Schau Dich im Raum um..willkürlich…nur schauen. Schaut ein ICH aus den Augen "in die Welt" hinein? Ist etwas außerhalb des Lebens, das Leben betrachtend? Was sagt die Unmittelbare Erfahrung?

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag. ;)

Liebe Grüße
Daniel

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Re: mit großer Ehrfurcht vor dem Tor

Postby One » Wed Mar 15, 2017 8:45 pm

Lieber Daniel,

im Augenblick rollen Unmengen von Aufgaben in das Tagesgeschehen herein, die den Blick auf das Wesentliche überschatten. Und danke ja, da war auch ein Geburtstag. Zum Glück bist Du so wohlgesonnen und geduldig.
Wo ist das ICH? Schau Dich im Raum um ... willkürlich…nur schauen. Schaut ein ICH aus den Augen "in die Welt" hinein?
Ein stetiges Wechseln des Blickes erschwert den ICH Gedanken, beziehungsweise die Beziehungslinie zwischen Bild, Vorstellung vom Auge und Verbindung zum Gedanken.

Diese Übung sollte noch mehrmals wiederholt werden. Es scheint sehr hilfreich.
Ist etwas außerhalb des Lebens, das Leben betrachtend?
Das erscheint sehr einleuchtend, doch wie lässt sich das spüren oder fühlen? Ist denn nicht alles Leben?
Was sagt die Unmittelbare Erfahrung?
Im Prinzip ist es immer gleich. Das ist nur Beobachtung. Genau betrachtet passiert die Bewegung von alleine. Aber da kommen auch Gedanken. Einfach so ungesteuert.

Ja, irgendwann kommt aber auch wieder der volle Gedankenstrom. Das ist immer noch da.

Es gibt aber nichts Schöneres als immer wieder auf die direkte Erfahrung geführt zu werden! Lieben Dank Daniel!!

One

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Re: mit großer Ehrfurcht vor dem Tor

Postby Daniel777 » Thu Mar 16, 2017 3:26 pm

Hi One,
Das erscheint sehr einleuchtend, doch wie lässt sich das spüren oder fühlen? Ist denn nicht alles Leben?
Ja, das ist es. Nun schau, ob es - wie Gedanken Dich glauben lassen - eine getrennte Instanz, ein "ICH UND DIE WELT" gibt.

Mit geschlossenen Augen…spüre dem Folgenden nach:

Nach Deiner eigenen momentanen Erfahrung, nicht nach Erinnerung, Hörensagen oder Vorstellung…
Wie groß bist Du?
Welche Form hast Du?
Hast Du Grenzen?
Gibt es einen Ort, an dem Du aufhörst und die Welt beginnt? Oder gibt es nichts, was Dich von der Welt trennt?

Du erlebst Sinnesempfindungen wie Wärme, Unbehagen, Vergnügen, spürst Deinen Atem und vieles mehr. Machen Dich diese Empfindungen zu einem Etwas im Zentrum, zu etwas Festem und Begrenztem – einem Ding, das von der Welt um Dich herum getrennt ist? Gibt es irgendetwas Festes und Unveränderliches in "Deinem" Zentrum?

Freue mich über Deinen Bericht. Lass Dir Zeit…mit Ruhe und Gemütlichkeit. ;)

Liebe Grüße
Daniel

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Re: mit großer Ehrfurcht vor dem Tor

Postby One » Sun Mar 19, 2017 10:00 pm

Lieber Daniel,

meine Antworten kommen manchmal in größeren Abständen, aber meine Sehnsucht die Realität wirklich zu erkennen nimmt nie ab. Im Gegenteil, aber wahrscheinlich brauch ich das gar nicht erwähnen. Herzliche Dank für Deine Begleitung, sie ist unendlich wertvoll und eine wunderbare Bereicherung an jedem Tag!

Heute gab es wieder Gelegenheit im Wald zu laufen. In der Natur wird anders wahrgenommen als in einem geschlossenen Raum und das kann hilfreich sein, wenn man genauer erkennen möchte. Während des Laufens versuchte ich auf alles zu achten was ist. Alles was zu sehen und zu hören ist, aber auch die Gefühle die kommen und gehen. Ich nahm mir diesmal nicht vor, still zu sein und zu sehen, sondern mehr auf das Fühlen zu achten. Dabei erschien im Vordergrund, über einen längeren Zeitraum, das Gefühl einer Last, dass sich deutlich im Körper verortete. Diese Wahrnehmung wechselte in verschiedene Bereichen, vor allem im Leib, also nicht in Kopf, Arme oder Beine. Das ging dann so eine Weile und verschwand auch wieder. Von dem Augenblick an, versuchte ich die gefühlte Wahrnehmung auch über den Körper hinaus zu richten und damit auch mit Hilfe der Augen in die Weite. Das fing recht vielversprechend an, aber die Fokussierung in die räumliche Welt, entpuppte sich als ein punktuelles herumstochern. Erst gegen Ende des Laufes wuchs die Einsicht, dass dieser räumliche Wahrnehmungsversuch lediglich in einer visuell geprägten „Jäger und Sammler“ Aktivität mündete. Es kann also nur so sein, dass die visuelle Welt, so wie sie ist, wahrgenommen werden sollte, also ohne die Räumlichkeit zu interpretieren. Ganz am Ende folgte der Versuch, dem Augenblick ohne positiven oder negativen Erwartungen entgegenzutreten. Es gelang noch nicht wie erhofft, aber einen Lerneffekt würde ich nicht ausschließen, denn im Bewusstsein ist hängengeblieben, dass die räumliche Verortung, von einem inneren in einen kontinuierlich nach außen reichenden dreidimensionalen Raum, belanglos ist. Das Bewusstsein einfach im Geschehen zu belassen, ist das Wesentlich; und vielleicht eher in der Vorstellung einer zweidimensionalen Kinoleinwand, aber auch nur, um den Verzicht auf Räumlichkeit zu betonen.

Der kleine Bericht zuvor steht selbstverständlich unter dem Eindruck der Fragen, die Du mir zuletzt gestellt hattest. Sie fließen stets in mein Bewusstsein und Handeln.
Nach Deiner eigenen momentanen Erfahrung, nicht nach Erinnerung, Hörensagen oder Vorstellung…
Wie groß bist Du?
Die Frage würde ich auf die Körpergröße beziehen. Größe ist relativ. Relativ zu etwas Anderem, zum Beispiel zu dem Raum in dem ich mich befinde. Wechsel ich in einen größeren Raum werde ich im Vergleich zum vorhergehenden Raum kleiner und gehe ich in die Natur so scheine ich unendlich klein in Bezug auf das Universum. Hinzu kommt, dass ich meine Zentimetergröße nicht spüre.

Wenn ich nur im Augenblick bin erfahre ich all diese Relationen nicht. Ich erfahre beim Achten, eine „gewisse Form“, aber definitiv keine Größe.
Welche Form hast Du?
Diese Frage erscheint mir im ersten Augenblick schwieriger. Ich bin keine Kugel, keine Pyramide, kein Zylinder oder Würfel. Damit ich die Form erfahre, muss ich mein Bewusstsein in meinen Körpern richten. Dabei erscheint es mir, dass es ein stetiges Ganzkörperbewusstsein so nicht gibt. Entweder spüre ich sehr konkret meine Finger, weil ich in die Tastatur tippe oder ich achte auf einen anderen Körperteil. Beim Versuch den gesamten Körper wahrzunehmen wird die Vorstellung ungenauer. Damit ändert sich die Form je nach Betrachtungsweise.
Hast Du Grenzen?
Es gibt ein gewisses Grenzgefühl. Es ist aber definitiv nicht exakt. Versucht man immer genauer hineinzutauchen, kann die genaue Grenze nicht beschrieben werden.
Gibt es einen Ort, an dem Du aufhörst und die Welt beginnt? Oder gibt es nichts, was Dich von der Welt trennt?
Es gibt weder eine physikalische noch eine prozessuale Trennung. Der Mensch der ich bin, ist eine augenblickliche Erscheinung der Welt.
Du erlebst Sinnesempfindungen wie Wärme, Unbehagen, Vergnügen, spürst Deinen Atem und vieles mehr. Machen Dich diese Empfindungen zu einem Etwas im Zentrum, zu etwas Festem und Begrenztem – einem Ding, das von der Welt um Dich herum getrennt ist? Gibt es irgendetwas Festes und Unveränderliches in "Deinem" Zentrum?
Nein. Immer wieder schaue ich nach und finde kein Zentrum. Da ist nichts.

Werde mich gleich dieser Übung widmen und genauer spüren, denn noch ist da viel Unbeholfenheit und Konditionierung. 1.000 Dank für Deine wunderbaren Hinweise und Übungen.

Dein One

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Re: mit großer Ehrfurcht vor dem Tor

Postby Daniel777 » Mon Mar 20, 2017 1:00 pm

Hi One,

wie besprochen kannst Du Dir gerne mehr Zeit lassen. Danke für den Bericht.
Entweder spüre ich sehr konkret meine Finger, weil ich in die Tastatur tippe oder ich achte auf einen anderen Körperteil.
Kannst Du in der unmittelbaren Erfahrung wirklich Deine Finger und die Tastatur wahrnehmen?
Ich habe eine Übung für Dich. Bitte beantworte sie aus der unmittelbaren sinnlichen Erfahrung, ohne gedankliche Interpretationen zur Hilfe zu nehmen.

Setz Dich entspannt an einen Tisch, atme ein paar mal tief ein und aus....

Mit geschlossenen Augen berühre mit der Dominanten Hand die Tischoberfläche für ca 15 Sekunden. Fokussiere Dich auf die Emfpindung des Fühlens/Ertastens....d.h. Struktur, Maserung, Konsistenz, Temperatur.
Nimm dann die Hand vom Tisch für ca 15 Sekunden. Wiederhole 3-5 mal...oder so oft wie nötig.

Was ist zu fühlen?
Haben die Empfindungen ursprünglich einen Namen?
Wo kommt der Name für die Empfindungen her und wann kommt er dazu?
Gibt es eine Grenze zwischen dem Tisch und den Fingern? Kannst Du klar erfühlen, was Finger und was Tisch ist? Wo das eine Beginnt und das andere endet?
Gibt es jemanden, der fühlt und das Gefühlte oder ist es einfach fühlen?

Liebe Grüße
Daniel

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Re: mit großer Ehrfurcht vor dem Tor

Postby One » Tue Mar 21, 2017 11:34 pm

Lieber Daniel,

danke für den netten Hinweis, dass ich mir einfach mehr Zeit nehmen solle. Diese Tage geht es noch, ab dem Wochenende wird es jedoch schwieriger. Es kommen dann wieder sehr stressige Tage. Dann werde ich mehr Zeit benötigen, um erneut zu antworten.

Als ich Deinen Übungsvorschlag sah, dachte ich, dass es wohl sehr schwierig werde und in der Tat hat es Übungszeit gebraucht.
Mit geschlossenen Augen berühre mit der Dominanten Hand die Tischoberfläche für ca. 15 Sekunden. Fokussiere Dich auf die Empfindung des Fühlens/Ertastens…d.h. Struktur, Maserung, Konsistenz, Temperatur.
Nimm dann die Hand vom Tisch für ca. 15 Sekunden. Wiederhole 3-5 mal ...oder so oft wie nötig.
Habe das jetzt geübt, brauchte aber um es wirklich wahrzunehmen länger als 15 Sekunden und musste es doch wesentlich häufiger wiederholen.
Was ist zu fühlen?
Fühlen ist eine Wahrnehmung. Wenn es um den Tastsinn geht, dann um die Wahrnehmung des Druckes und der Temperatur.

Wenn es um Gefühle geht, dann ist das Fühlen im Allgemeinen mit positiven oder negativen Emotionen verbunden.

Wenn all das weggelassen wird, dann ist es nur Wahrnehmung, ohne Wertung.
Haben die Empfindungen ursprünglich einen Namen? Wo kommt der Name für die Empfindungen her und wann kommt er dazu?
Wenn beispielsweise, wie bei der Übung, die Tischoberfläche getastet wird, dann erfahre ich zunächst Kälte. Blitzschnell hat mein Tastsinn die Meldung eines Temperaturunterschiedes zum Erfahrungsspeicher gesendet und eine Bewertung erzeugt. Einen Namen etikettiert.

Die Sinne sind konditioniert, stets zu etikettieren.
Gibt es eine Grenze zwischen dem Tisch und den Fingern? Kannst Du klar erfühlen, was Finger und was Tisch ist? Wo das eine Beginnt und das andere endet?
Es hat ein wenig gedauert bis ich wirklich wahrnehmen konnte, denn die dominante Hand ist die Arbeitshand und die speichert viel Stress und Unruhe. Wie gesagt, es waren auch mehrere Versuche notwendig.

Das erste was ich spürte war die Kälte, denn meine Hand war wärmer als der Tisch. Danach achtete ich auf die Grenze zwischen Hand und Tisch. Der schien sehr glatt und wenig strukturiert, aber der „Tast-Druck“ war deutlich zu spüren. Der Temperaturunterschied nahm ab, blieb aber immer bestehen. Die Unruhe auch. Beim genauen hineinfühlen war zu spüren, dass Wahrnehmung da war. Ich versuchte die Grenze des Temperaturunterschiedes zu finden, aber sie war nicht zu verorten. Da war keine Grenze. Ich versuchte die Druckgrenze zu verorten, aber ich konnte sie nicht finden. Da war keine Grenze. Es war wie bei der Suche eines ICHs, wenn ich nach Innen schaue. Zunächst ist dieses Etikett da, aber wenn man genauer schaut wo es sein sollte, dann ist es verschwunden, wie bei einer Fata Morgana oder einem Regenbogen. Ich kann aber nicht wirklich beschreiben welches Gefühl da blieb. Es war ja noch was da.
Gibt es jemanden, der fühlt und das Gefühlte oder ist es einfach fühlen?
In dem Augenblick war es nur Fühlen.

Nun, das Ergebnis hat mir selbstverständlich große Freude bereitet, es sind aber noch schwache Gehversuche. Da ist viel stolpern, vieles geht recht zögerlich und braucht Mühe. Die Richtung stimmt aber. Der Schleier lüftet sich ganz sachte, aber merklich. Lieber Daniel, das macht wirklich große Freude. Ich bin ein ganz Langsamer und deswegen habe vielen Dank für Deine unendliche Geduld!

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Re: mit großer Ehrfurcht vor dem Tor

Postby Daniel777 » Wed Mar 22, 2017 6:41 pm

Hi One,

Danke für den Bericht. Die Übung hast Du gut gemacht und beobachtet.
Ich versuchte die Grenze des Temperaturunterschiedes zu finden, aber sie war nicht zu verorten. Da war keine Grenze. Ich versuchte die Druckgrenze zu verorten, aber ich konnte sie nicht finden. Da war keine Grenze. Es war wie bei der Suche eines ICHs, wenn ich nach Innen schaue. Zunächst ist dieses Etikett da, aber wenn man genauer schaut wo es sein sollte, dann ist es verschwunden, wie bei einer Fata Morgana oder einem Regenbogen.
Prima. :)
Ich kann aber nicht wirklich beschreiben welches Gefühl da blieb. Es war ja noch was da.
Schau, was bleibt. Was ist noch da? Es gibt die Erfahrung von Lebendigkeit. Aber ist es notwendig, diese mit „Ich“ zu benennen?
Die Sinne sind konditioniert, stets zu etikettieren.
Die Sinne etikettieren und benennen nichts. Gedanken etikettieren und benennen. Oder?
Blitzschnell hat mein Tastsinn die Meldung eines Temperaturunterschiedes zum Erfahrungsspeicher gesendet und eine Bewertung erzeugt. Einen Namen etikettiert.
Schau nochmal, ob der Tastsinn bewertet oder etwas von einem "Unterschied" vermittelt bzw. kennt.
Wenn es um Gefühle geht, dann ist das Fühlen im Allgemeinen mit positiven oder negativen Emotionen verbunden.
Positiv und Negativ ist ebenfalls eine Interpretation der Gedanken, eine Beurteilung.
Schau immer wieder, ob Gedankeninhalte tatsächlich ERLEBT/ERFAHREN werden.

Was wird wirklich erfahren (sinnliches Erleben) und was fügen Gedanken hinzu?
Nimm den Satz mit in die kommenden stressigen Tage.

Freue mich über Deinen Bericht.

Liebe Grüße
Daniel

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Re: mit großer Ehrfurcht vor dem Tor

Postby One » Sat Apr 08, 2017 6:47 pm

Lieber Daniel,

nach vielen unruhigen und arbeitsreichen Tagen habe ich endlich wieder die Gelegenheit mich dem eigentlich Wichtigem zu widmen. Leider führt diese Art der Ablenkung nicht zum Ort der Sehnsucht, aber die Sehnsucht bleibt unvermindert und somit entscheidend.
Was wird wirklich erfahren (sinnliches Erleben). Und was fügen Gedanken hinzu?
Das Sein wird erfahren. Dass was gerade ist. Die Aufmerksamkeit ist dort wo die Erfahrung stattfindet. In diesem Geschehen. Alles andere wird von Gedanken hinzugefügt: Erwartung, Differenzierung, Beurteilung, Zuordnung. Um sinnlich zu erleben muss Voreingenommenheit, Differenzierung, Kategorisierung weggelassen werden.

Allerdings ist die Voreingenommenheit immer präsent. Wenn sie rechtzeitig bemerkt werden soll, war sie längst schon da. Außerdem ist es ein Gedanke, der noch alles überstrahlt.

Es muss also tiefer geschaut werden, genauer und achtsamer. Die Frage nach der wirklichen Erfahrung führte mich zuletzt zum Aspekt der Verortung der Wahrnehmung, denn es schien als war zuvor der Gedanke oder die Vorstellung, der die Wahrnehmung von Allem über eine Räumlichkeit beschrieb. Also in meinem Körper oder außerhalb des Körpers. Die Wahrnehmung außerhalb des Körpers wäre dann die Fokussierung auf einen Punkt, beispielsweise beim Einparken mit dem Auto, wenn man nach „Gefühl“ rückwärts einfährt.

Das Problem bei dieser Vorstellung ist, dass es beim Versuch den Raum um mich herum zu fühlen kein Gefühl gespürt wird. Ich habe keine Gefühle irgendwo im Raum, so dass ich nun diese Vorstellung aufgab.

Das Wahrgenommene ist demnach nicht an einem anderen Ort, es ist da wo die Wahrnehmung ist. Wenn man auf ein Objekt schaut, dass 3 Meter von einem entfernt ist, dann muss man nicht in 3 Meter Entfernung fühlen, sondern nur dort wo die Wahrnehmung stattfindet und wo sie gefühlt wird.

Es bleibt jedoch das Problem der Vorurteilung/Beurteilung/Zuordnung, das immer noch die direkte Wahrnehmung überstrahlt und damit die verbundene Frage, wie das einfach weggelassen oder losgelassen werden kann.

Eine Möglichkeit wäre, sich bei der Wahrnehmung auf Neugier und Unvoreingenommenheit zu besinnen, aber das gelingt scheinbar noch nicht in der Weise, dass es den Schleier lüftet. Jetzt versuche ich noch liebevoller und sanfter in den Augenblick zu gehen, aber ich glaube es auch wieder die Zeit gekommen Deinen Rat zu hören.

Lieben Dank für Deine bisherige Unterstützung.

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