Lang gesucht - noch nicht gefunden

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Ghata
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Re: Lang gesucht - noch nicht gefunden

Postby Ghata » Wed Feb 24, 2016 5:48 pm

Hallo Lucas,

danke für die gute Beschreibung des Ich-Gefühls :-).
Was sagt dir, dass das dein Ich sei?
Da ist nichts, was einem das sagt. Vielmehr ist es etwas Gewohntes, was schon immer so gewesen ist. Wenn man nicht direkt hinschaut, ist das Gefühl "ich bin" mit den Empfindungen und mit dieser Gesichtsvorstellung verbunden
.

Ja, das ist die gewohnte Empfindung. Hinterfrage dieses gewohnte Ich-Gefühl. Ist da wirklich ein Ich, das du wahrnehmen kannst? Oder einfach eine Vorstellung, ein Gedanke? Antworte nicht aus dem Verstand. Natürlich kennst du die übliche Antwort.

Spüre dieses Ich-Gefühl und stelle die Frage: Ist da ein Ich? Und dann sitze und warte und nimm wahr. Wie eine Katze, die darauf wartet, dass die Maus aus dem Mauseloch kommt.
Du brauchst nicht nach "innen zu schauen", das strengt die Augen wirklich sehr an. Spüre mehr. Sitze, ganz wach, und frage: Kann dort ein Ich wahrgenommen werden? Mache die Übung häufig am Tag.

Liebe Gruß,
Ghata
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Lucas369
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Re: Lang gesucht - noch nicht gefunden

Postby Lucas369 » Wed Feb 24, 2016 7:43 pm

Danke. Werde es so probieren und dir dann berichten...
Lieben Gruß
Lucas
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Re: Lang gesucht - noch nicht gefunden

Postby Ghata » Thu Feb 25, 2016 9:11 pm

Hallo Lucas,

wie geht es mit der Übung?

Halte es einfach. Findest du ein Ich, das du sehen, hören, berühren, riechen oder schmecken kannst?


Liebe Grüße,
Ghata
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Re: Lang gesucht - noch nicht gefunden

Postby Lucas369 » Sun Feb 28, 2016 11:50 am

Hallo Ghata,

ich schaue regelmäßig, doch - wie zu erwarten - gibt es kein ich, das gefunden werden kann, sowie auch keine "Fortschritte"... Vielleicht ist die Identifikation etwas weniger geworden, doch ich bin nicht sicher, ob "ich" das beurteilen kann. Was immer wieder sehr klar wird, ist, dass die Identifikation zum Großteil auch aus den Vorstellungen besteht, die man "die Welt" nennen könnte, also bspw. das, was sich in anderen Räumen der Wohnung abspielt und welche "Personen" sich dort aufhalten. Das ist natürlich alles Illusion, aber wenn es nicht bewusst bemerkt wird, so stärkt das die Vorstellung eines separaten ich - welches dann hier quasi als Gegenpol zu den "anderen Orten" und "anderen Personen" dort erscheint (weil diese als nicht-ich empfunden werden). Da muss schon permanent hingeschaut werden, sonst schleicht sich das immer wieder rein.

Es ist mit dem Nachschauen gerade mühsam, da die Motivation immer wieder verschwindet. Es wird eigentlich nur geschaut, weil zur Zeit auch kaum Impulse kommen, etwas anderes zu tun (von den Dingen des täglichen Lebens mal abgesehen). Dann bleibt nichts anderes übrig - was wohl auch der Sinn der Sache zu sein scheint... Man könnte es "Depression" nennen, aber das ist zum einen nur eine Bezeichnung, zum anderen vielleicht gar keine passende. Möglicherweise ist es einfach die desillusionierende Einsicht, dass alles aufgegeben werden muss...

Also, es wird weiter geschaut.

Liebe Grüße und einen entspannten Sonntag.
Lucas
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Re: Lang gesucht - noch nicht gefunden

Postby Ghata » Sun Feb 28, 2016 5:24 pm

Lieber Lucas,

ich danke dir sehr herzlich über die offene Schilderung deiner Schwierigkeiten bei dieser Frage.

ich schaue regelmäßig, doch - wie zu erwarten - gibt es kein ich, das gefunden werden kann, sowie auch keine "Fortschritte"... Vielleicht ist die Identifikation etwas weniger geworden, doch ich bin nicht sicher, ob "ich" das beurteilen kann
Du kannst kein Ich finden, aber es besteht weiterhin eine Identifikation mit einem Ich, richtig?

Was immer wieder sehr klar wird, ist, dass die Identifikation zum Großteil auch aus den Vorstellungen besteht, die man "die Welt" nennen könnte, also bspw. das, was sich in anderen Räumen der Wohnung abspielt und welche "Personen" sich dort aufhalten. Das ist natürlich alles Illusion, aber wenn es nicht bewusst bemerkt wird, so stärkt das die Vorstellung eines separaten ich - welches dann hier quasi als Gegenpol zu den "anderen Orten" und "anderen Personen" dort erscheint (weil diese als nicht-ich empfunden werden).
Sehr richtig. Das ist ein weiterer Aspekt des illusionären Selbst, sich einer als Objekt erscheinenden Welt gegenübergestellt zu erleben. Es reicht aber, nach dem Ich zu schauen, denn wenn das Subjekt nicht da ist, stellt sich diese Frage nicht mehr.

Es ist mit dem Nachschauen gerade mühsam, da die Motivation immer wieder verschwindet. Es wird eigentlich nur geschaut, weil zur Zeit auch kaum Impulse kommen, etwas anderes zu tun (von den Dingen des täglichen Lebens mal abgesehen). Dann bleibt nichts anderes übrig - was wohl auch der Sinn der Sache zu sein scheint... Man könnte es "Depression" nennen, aber das ist zum einen nur eine Bezeichnung, zum anderen vielleicht gar keine passende. Möglicherweise ist es einfach die desillusionierende Einsicht, dass alles aufgegeben werden muss...
Sprich bitte über dieses Gefühl alles aufgeben zu müssen. Was genau muss aufgegeben werden? Löst das Angst aus? Widerstand? Schreibe ausführlich.

Ich bin gespannt auf deine Antwort.

Liebe Grüße,
Ghata
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Re: Lang gesucht - noch nicht gefunden

Postby Lucas369 » Tue Mar 01, 2016 3:36 pm

Hallo Ghata,

jetzt hat es etwas gedauert, hoffe, das ist ok...
Du kannst kein Ich finden, aber es besteht weiterhin eine Identifikation mit einem Ich, richtig?
Ja, so scheint es. Jedenfalls kann ich nicht eindeutig sagen, dass es sich so anfühlt, kein ich mehr zu haben.
Sprich bitte über dieses Gefühl alles aufgeben zu müssen. Was genau muss aufgegeben werden? Löst das Angst aus? Widerstand?
Diese Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten, daher habe ich auch so lange gebraucht. Eigentlich muss ja gar nichts aufgegeben werden... Karl Renz sagt, dass das Erwachen ein Sterbeprozess ist. Auch Eli Jaxon-Bear hat immer betont, dass alles aufgegeben muss. Und so hat sich hier wohl die Überzeugung gebildet, dass ohne diese Bereitschaft Erwachen nicht passieren wird.

Wenn es aber - so wie es hier bei LU immer wieder gesagt wird, nur darauf ankommt, ein einziges Mal zu sehen, dass das ich nicht existiert, dann stimmt das möglicherweise gar nicht... Vielleicht ist es einfach eine Beschreibung dessen, was danach geschieht, wenn das vollständige Erkennen stattgefunden hat - und weniger eine Handlungsanweisung? Also diese Überzeugung ist sicher ein Aspekt, der Widerstand und Verwirrung auslöst, da ich mich immer gefragt habe, wie ich das machen soll...

Ein anderer Punkt ist, dass ich immer gehofft hatte, das Erwachen würde Veränderungen mit sich bringen, wie bspw. dass man einfacher auf die Intuition hört, bzw. dass der Intuition einfach gefolgt wird, so dass die mühsamen Entscheidungsprozesse durch Gedanken-hin-und-her-wälzen endlich einmal wegfallen. Auch besteht die Hoffnung, dass dadurch endlich mehr Vertrauen ins Leben da sein wird und die ständige Lebensangst endlich verschwindet - oder sich zumindest merklich abschwächt.

Auch würde ich gern das Erwachen teilen mit anderen bzw. dieses (Nicht-)Wissen darüber weitergeben, denn derzeit habe ich keinen anderen Beruf und kann mir auch keinen anderen vorstellen.

Und nicht zuletzt hoffe ich auch, dass dieser seit Jahrzehnten durch verschiedenste Symptome geplagte Körper endlich einmal ein paar davon - gern auch alle - abgeben darf, da eine (oder die Haupt-?) Ursache dafür auch in den energieraubenden Aktivitäten eines nicht-erwachten Verstandes gesehen werden.

Also einige Hoffnungen. Ich weiß, es wird immer gesagt, man solle alle Hoffnungen aufgeben und sich die Frage stellen "Was wäre, wenn all das eben nicht eintrifft?"... Doch das fällt mir schwer. Und das ist vielleicht die größte Angst, dass Erwachen geschieht, aber nichts davon sich verändert und das Leben so anstrengend und mühsam, wie es jetzt ist, genau so weitergeht. Ich glaube, das wäre schwer zu ertragen...

So, dabei belasse ich es erst einmal. Bin erstaunt, dass ich doch so viel dazu schreiben konnte, obwohl vorher keine Antwort da war.

Liebe Grüße
Lucas
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Re: Lang gesucht - noch nicht gefunden

Postby Ghata » Tue Mar 01, 2016 6:06 pm

Lieber Lucas,

ich danke dir sehr, dass du so freimütig über deine Ängste geschrieben hast.

Da gibt es in der Tat einiges, was das Sehen erschwert. Schauen wir uns die größte Angst an.
Also einige Hoffnungen. Ich weiß, es wird immer gesagt, man solle alle Hoffnungen aufgeben und sich die Frage stellen "Was wäre, wenn all das eben nicht eintrifft?"... Doch das fällt mir schwer. Und das ist vielleicht die größte Angst, dass Erwachen geschieht, aber nichts davon sich verändert und das Leben so anstrengend und mühsam, wie es jetzt ist, genau so weitergeht. Ich glaube, das wäre schwer zu ertragen...
Die Angst, dass "das Leben so anstrengend und mühsam bleibt wie bisher"...bitte sie näher zu kommen. Sie ist eine Freundin, sie will nichts Böses. Sie will dich beschützen. Verneige dich vor ihr, begrüße sie. Wenn du möchtest, kannst du sie umarmen.

Wo im Körper ist die Angst zu fühlen, wie fühlt sie sich genau an? Verbringe einige Zeit mit ihr. Und dann schau hinter die Angst. Was findest du? Wovor schützt sie dich? Oder findest du nichts? Auch das wäre ein Ergebnis.


Liebe Grüße,
Ghata
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Re: Lang gesucht - noch nicht gefunden

Postby Lucas369 » Fri Mar 04, 2016 9:39 am

Hallo Ghata,

danke für deine Betreuung und deine Hinweise! Es ist nicht ganz so einfach, die Angst willkommen zu heißen, da sie nicht auf Knopfdruck hergeholt werden kann. Am ersten Abend ist es mir ganz gut gelungen, aber seit dem ist es schwierig. Da sind so viele körperliche Beschwerden gerade und eine unendliche Müdigkeit. Möglicherweise ist das die Angst in anderem Gewand, ich versuche, auch dieses Gefühl anzusehen und anzunehmen...

Liebe Grüße
Lucas
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Re: Lang gesucht - noch nicht gefunden

Postby Ghata » Fri Mar 04, 2016 9:59 am

Lieber Lucas,

wenn du möchtest, können wir diese Empfindungen auch in Chatform zusammen anschauen. Würde das helfen?

Liebe Grüße,
Ghata
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Re: Lang gesucht - noch nicht gefunden

Postby Lucas369 » Fri Mar 04, 2016 8:37 pm

Ja, warum nicht? Bin für alles offen, was hilft, die Illusion zu durchschauen...
Bei mir geht es am besten abends ab 20 Uhr.
Liebe Grüße
Lucas
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Re: Lang gesucht - noch nicht gefunden

Postby Ghata » Sat Mar 05, 2016 9:35 pm

FB-Chat vom 5.3.2016:


Lucas:
Hallo Ghata,
ich bin Lucas aus LU, habe hier einen anderen Namen, nicht um zu verwirren, sondern weil mir Lucas nicht mehr so gefiel... Passt es bei dir noch jetzt??
LG
Lucas

G.
Ja, es passt. Ich dachte du hättest meine Nachricht nicht bekommen.
Wollen wir direkt loslegen?

L.
Ah, hallo. Ja, gern. Ich hab gerade noch gesucht, wie man den Chat startet... Also, wie fangen wir an?
Zunächst wollte ich noch DANKE sagen, dass du dir die Zeit dafür nimmst!

G.
Sehr gerne, Lucas „smile“-Emoticon! Wollen wir mal sehen, was da für Hindernisse im Weg liegen. Der Chat ist schon gestartet. Ich habe den Eindruck, dass es hauptsächlich zwei Sachen sind. Die eine ist deine Vorstellung von dem, was geschieht, wenn die Illusion durchschaut wird. Du hast das mit dem Sterben des Ichs geschrieben. Was meinst du, wie sich das anfühlen wird, Das Tor zu passieren.

L.
Es ist natürlich eine Vorstellung... Ich hatte immer gedacht, dass das Tun mehr aus dem Sein heraus geschieht, und weniger - wie bisher -, dass "ich" es mache. Es ist die Erwartung da, dass die Dinge nicht mehr so kompliziert sind, da die verschiedenen - sich ja oft widersprechenden - Anteile des ichs durchschaut werden...

G.
Ok. Du hast ja bestimmt schon andere Diskussionen gelesen. Was ist dein Eindruck aus den Schilderungen?

L.
Andere Erwachte beschreiben es schon so, dass sie nicht den Eindruck haben, dass ein ich handelt.
Was ich auch immer gedacht habe, ist dass eben jederzeit klar ist, dass es dieses ich nicht gibt. Bisher ist es so, dass ich zwar nachsehen kann (und auch nichts finde), dass es aber im täglichen Tun dann doch so ist, dass "ich" es zu machen scheine und die Verantwortung trage.

G.
Das heißt, du verstehst intellektuell, dass es kein Ich gibt und findest auch keins, aber irgendwie kommt diese Erkenntnis nicht in deinem Wesen an.

L.
Ja, so könnte man es beschreiben.

G.
Also wird etwas den Weg blockieren. Meistens sind das entweder Erwartungen oder Ängste. Hast du eine Idee?

L.
Es sind zwar Erwartungen da, aber ich glaube, dass die relativ offen sind. Was die Ängst angeht: Es ist so, dass ich seit langer Zeit ziemlich lästige körperliche Symptome habe. Irgendwie habe ich mir immer eingeredet, dass Erwachen daran etwas ändern könnte, da die Ursache vielleicht eben im Leben in der Illusion zu finden ist. Und sollte das nicht so sein, dann wäre es ein Enttäuschung. Vielleicht habe ich Angst davor... Wobe es möglicherweise nach dem Erwachen gar nicht mehr so schlimm ist, weil dann die Identifikation wegfällt, d.h. es niemanden mehr gibt, der leidet.

G.
Bitte drücke zwischendurch mal enter, sonst wird es so schwierig zu lesen.

L.
Ok, mach ich.
Bin ziemlich unerfahren mit Chats „wink“-Emoticon

G.
Kein Problem. Bei mir wurde angezeigt, dass du schon eine Weile schreibst.

L.
Ach so, das wusste ich nicht, dass man das sieht, ich dachte du würdest schreiben... Was ich inzwischen schrieb ist dies:

Ah, noch etwas... Eine weitere Angst ist immer, dass dieser Körper-Geist-Mechanismus nach dem Erwachen nicht mehr so funktionieren könnte wie zuvor, dass ich den Verantwortungen (bin Familienvater) nicht mehr gerecht werde oder ähnliches.

Das ist natürlich Quatsch, da das ich ja auch bisher nicht der Handelnde war, aber das wirklich zu VERSTEHEN, ist eben noch etwas anderes.


G.
Ich fange mal mit dem letzten an. In vielen Schulen wird ja davon gesprochen, dass das Ich stirbt. - Das überbenutzte Beispiel des Weihnachtsmannes ist da sehr treffend. Wenn ein Kind herausfindet, dass es den Weihnachtsmann nicht wirklich gibt, ist der Weihnachtsmann auch nicht gestorben oder umgebracht worden. Das Kind hat einfach gesehen, hei, das ist ja Onkel Sebastian, ich habe seine Schuhe und sein Auto erkannt. Durch das Durchschauen der Ich-Illusion ändert sich nicht an den Fähigkeiten. Es ändert sich etwas am Blickwinkel auf das Leben.

L.
Ja, das ist mir intellektuell schon klar. Aber es sackt noch nicht ganz bis nach unten durch.

Und mit den Symptomen - kam gerade der Gedanke, dass es vielleicht auch Angst macht, diese eben nicht mehr zu haben und dann ganz anders wieder raus in "die Welt" gehen zu können...

G.
gehen zu müssen?

L.
... du denkst ich glaube, dass ich es MUSS??

G.
Wenn du vielleicht Angst davor hast, ist es vermutlich nicht freiwillig.

L.
Hm. Es ist nicht so, dass ich nicht gern wieder mehr raus in die Welt gehen würde, aber vielleicht ist da auch der Aspekt, dass ich Geld verdienen muss. Bin gerade Hausmann und mit den Kindern zuhause, das Geld reicht aber nicht...

G.
Fühle mal in dich hinein. Sieh dich wieder zur Arbeit gehen. Welche Gefühle kommen hoch, welche Gedanken?

L.
Das Problem ist, dass ich Musiker bin und daher meist zuhause. Und da hier immer Kinder und Haushalt auf einen warten, ist das Gefühl, was hochkommt, Überforderung.

Denn so lange ich versucht habe, beides unter einen Hut zu bringen, war es nur Stress. Vor einigen Monaten hab ich dann gesagt, es geht nicht. Zu lange habe ich auch erfolglos versucht mit der Musik Geld zu verdienen, ist wirklich schwierig. Und es war irgendwie das Gefühl da, dass es jetzt langsam reicht mit dem Suchen. Also ist der Fokus gerade auf Erwachen - und DANN erst sehen wie es weiter geht...

G.
ok

L.
Ich kann gerade auch nichts anderes machen, als nach dem ich zu suchen. Es ist keine Freude an anderen Sachen da. Mann könnte natürlich sagen: Ja, Burnout. Aber ich denke, dass ist es nicht. Es reicht einfach mit dem ewigen Suchen!

G.
Gut. Dann lass uns die Hindernisse aus dem Weg räumen. Was wäre, wenn die Suche zu Ende wäre. (Das ist das Zeichen, das das Tor passiert ist).

L.
Das kann ich irgendwie nicht glauben... Wollte zuerst schreiben: Guter Trick „smile“-Emoticon

G.
Stelle dir jetzt wirklich vor, die Suche wäre zu Ende. Wie würde dein Leben ohne die Suche und ohne die Identität als Sucher weitergehen?

L.
Also, wenn ich sicher bin, dass das ich wirklich nicht mehr da ist, würde ich das Buch überarbeiten, das ich vor 20 Jahren angefangen habe. Ich würde Meetings anbieten, um anderen zu helfen, auch aufzuwachen. Und das Ganze vielleicht kombinieren mit Musik.

G.
Was machst du für Musik?

L.
Bin Liedermacher.

G.
Ah. Gut. Also das wäre sozusagen deine Geschäftsidee ß
?
Du hast auch die Hoffnung, dass deine Symptome sich verringern würden oder du nicht mehr leidest, weil es kein du mehr gibt.

L.
Ja, die Musik, aber auch Meetings machen, Bücher schreiben. Zur Zeit läuft auch ein Online-Kongress zum Thema Erwachen. So etwas vielleicht organisieren.

Bei der Musik ging es mir in letzter Zeit nur immer so, dass ich dachte: Sch... jetzt singe ich diese ganzen sprirituellen Songs und FÜHLE es aber gar nicht wirklich. So geht es nicht, ich möchte SICHER wissen, dass es kein ich gibt...
Ja, das mit den Symptomen wird schon gehofft. Es wäre aber auch schon gut, wenn es gelingen würde, die Dinge so anzunehmen wie sie gerade sind.

G.
Alles, ALLES, wird nach dem Tor genauso gefühlt wie vor dem Tor. Auch hier liegt der Unterschied im Blickwinkel darauf.
die dinge so anzunehmen, wie sie sind - also alle Wahrnehmungen einfach da sein zu lassen, dazu ist das Tor ein wichtiger Schritt.

L.
Also Ursache des Gefühls ist doch der Gedanke, dass "ich" eben noch nicht erwacht bin. Du meinst also, dass nur der Gedanke wegfallen müsste?

Aber ist dann automatisch das WISSEN da, dass Erwachen oder das Passieren des Tors geschehen ist??
Ich glaube, das ist eine Hauptfrage, die ich habe: WAS bringt mich dahin, dass ich mit der gleichen Überzeugung wie andere Erwachte sagen, kann: ich hab's erkannt!

Dazu reicht es doch nicht, nur den Gedanken, nicht erwacht zu sein wegzulassen...?

G.
<Also Ursache des Gefühls ist doch der Gedanke, dass "ich" eben noch nicht erwacht bin. > Das habe ich nicht ganz verstanden. Der Gedanke muss nicht wegfallen. Die Erfahrung, dass es das Ich nur als Gedanke gibt, wird vollständig gesehen und erfasst, vom ganzen Wesen. Es ist nichts Schweres. Ich gebe dir Übungen und/oder Fragen und schaust in deinem direkten Erleben nach dem Antworten. Wann genau "der Groschen fällt", kann niemand vorhersagen, du brauchst also nicht immerzu darauf zu warten. Wenn er fällt, wirst du es sofort wissen.

L.
Ja, das habe ich befürchtet „wink“-Emoticon

G.
*Lach, was?

L.
Dass niemand vorhersagen kann, wann der Groschen fällt. Es wird halt gehofft, dass der bald mal in den Gully fällt...
Was machen wir jetzt? Weiter bei LU schauen und Tee trinken? Oder hast du noch eine Idee?

G.
Ich höre dich. Ich habe 40 J. gesucht und weiß, wovon du redest. Kannst du trotzdem einfach die Übungen machen, gewissermaßen mit ihnen spielen? Es ist ein bisschen wie in der Musik. Spielen, den Klängen lauschen, hören, fühlen ...
Nein, wir trinken jetzt keinen Tee. Spüre noch einmal in dich hinein. Gibt es noch etwas, was dem Nachschauen im Weg stehen könnte?

L.
Nein, ich kann nichts finden. Es sind Wahrnehmungen da, sonst nichts - oder besser gesagt Wahrnehmen.
Ich versuche, die Übungen spielerischer zu sehen.

G.
Gut. Es ist eigentlich eine sehr spannende Untersuchung. Genieße sie. Ok, dann machen wir im Forum weiter. Wäre es dir möglich, jeden Tag zu schreiben? Es ist wirklich wichtig.

L.
Gut, das mache ich.
Ich danke dir ganz herzlich, dass du diesen Chat mit mir gemacht hast!!! Für mich ist chatten noch sehr ungewohnt, es ist leicht, Dinge falsch zu verstehen.
Wünsche dir einen entspannten, wunderbaren Rest-Samstagabend „smile“-Emoticon

G.
Ich danke dir. Wärest du damit einverstanden, dass ich diesen Chat als Teil des Gespräches im Forum poste? Ich würde deinen Webseitenlink rausnehmen.

L.
Ja, gern. Das ist eine gute Idee. Hatte gerade überlegt, wie das speichern kann.

G.
Kannst du jeden Tag im Forum schreiben?

L.
Ok. Bisher war ich nicht sicher, ob man es so machen soll. Bei einigen Fragen/Hinweisen habe ich auch einfach länger benötigt, da ich tagsüber einfach nie die Zeit hatte, mich intensiv damit auseinander zu setzen, sondern immer nur quasi die ganze Zeit nebenbei.

G.
Ich achte darauf, die Übungen kurz zu halten. Schreibe einfach einmal am Tag, was du bis dahin rausgefunden hast. Wenn es nicht vollständig ist, ist es nicht so schlimm. Die Kontinuität hilft sehr viel.

L.
Alles klar. Danke!

G.
Dann bis morgen im Forum.
Ich danke dir für deine Offenheit. Es hat mir Freude gemacht mit dir zu chatten. Dieses Gespräch bleibt übrigens auf Facebook bestehen, du kannst es jederzeit auch hier nachlesen.

L.
Ok.

G.
Tschüß bis morgen „smile“-Emoticon

L.
Tschüß!
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Re: Lang gesucht - noch nicht gefunden

Postby Lucas369 » Sun Mar 06, 2016 8:11 am

Hallo Ghata,

ich habe mir den Chat nochmals durchgelesen. Mir ist bewusst geworden, dass es mir schwer fiel, mich auf Gefühle zu konzentrieren, da ich den Gedanken, dass du ja auch auf eine Antwort wartest, nicht so ganz loslassen konnte. Wir haben schon einige mögliche Hindernisse angesprochen, doch mein Gefühl ist, dass die Blockade eher dadurch zu lösen ist, zu fühlen, was gerade hoch kommt, ohne es zu benennen. Du hattest vor einiger Zeit folgende Anweisung gegeben:
Die Angst, dass "das Leben so anstrengend und mühsam bleibt wie bisher"...bitte sie näher zu kommen. Sie ist eine Freundin, sie will nichts Böses. Sie will dich beschützen. Verneige dich vor ihr, begrüße sie. Wenn du möchtest, kannst du sie umarmen.

Wo im Körper ist die Angst zu fühlen, wie fühlt sie sich genau an? Verbringe einige Zeit mit ihr. Und dann schau hinter die Angst. Was findest du? Wovor schützt sie dich? Oder findest du nichts? Auch das wäre ein Ergebnis.
Ich glaube, das ist ein wichtiger Punkt - nur kann ich das nicht auf Knopfdruck. Ich kann, wenn eine Angst hochkommt, auch nicht sagen "Das ist die Angst vor XY", sondern es ist dann einfach nur das Gefühl.

Mit Okay war ich auch schon einmal an dem Punkt, dass die Suche sofort beendet werden kann, wenn man einfach dieses Gefühl, "dass etwas fehlt", diese Sehnsucht, fühlt. Dann hat es keine Kraft mehr, die Gedankenmühle in Gang zu setzen und somit in der Zukunft etwas zu erhoffen. Dann wird nur noch gefühlt, und das ist dann gut.

Liebe Grüße
Lucas
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Re: Lang gesucht - noch nicht gefunden

Postby Ghata » Sun Mar 06, 2016 8:25 am

Lieber Lucas,

guten Morgen. :-)

Ich sehe, wir haben gerade gleichzeitig etwas geschrieben. Wenn die Angst wieder hochkommt, gehe genau so vor. Frage sie auch, was sie dir sagen möchte. Du schreibst, dass die Suche gleich beendet werden kann, wenn...

Dass die Suche dann beendet ist, kann nicht versprochen werden. Du wiillst die Illusion des Ichs durchschauen, nicht nur fühlen, was da ist.

Spüre dieses Warten darauf, dass die Suche zu Ende ist. Welche Empfindungen sind im Körper zu fühlen und wo? Welche Gedanken kommen dazu.

Spüre die reinen Empfindungen wie vielleicht Druck, Wärme oder Kälte, Kribbeln, Zusammenziehen. Gibt es drei getrennte Dinge, die Empfindungen, jemanden, der fühlt und das Fühlen? Oder ist da einfach fühlen?


Liebe Grüße,
Ghata
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Re: Lang gesucht - noch nicht gefunden

Postby Lucas369 » Mon Mar 07, 2016 9:31 am

Guten Morgen Ghata,

da ich gestern abend krank im Bett lag, komme ich erst heute dazu zu antworten.
Dass die Suche dann beendet ist, kann nicht versprochen werden. Du wiillst die Illusion des Ichs durchschauen, nicht nur fühlen, was da ist.
Damit hatte ich nur gemeint, dass man die Suche für den Augenblick, in dem man sich befindet, beenden kann, wenn man alles fühlt und annimmt. Dann ist "Suche" nur noch das Gefühl, was da ist. Meist kommt sie dann wieder, das ist richtig ;-)
Spüre dieses Warten darauf, dass die Suche zu Ende ist. Welche Empfindungen sind im Körper zu fühlen und wo? Welche Gedanken kommen dazu.
Es fühlt sich an, wie eine Anspannung im Körper, wie ein Druck, der die Grenzen des Körpers nach außen verschieben möchte. Dies wird im ganzen Körper, aber auch am Gaumen und im Bereich der Augen gespürt. Auch ist eine Art Sehnsucht nach Liebe im Herzchakra zu spüren. Gleichzeitig wird eine Mattigkeit und Müdigkeit gefühlt, so ein Gefühl, dass man keinen Schritt mehr weiter möchte. Gedanken dazu: Ich kann mich auf nichts anderes mehr einlassen. Durch diesen Gedanken kommt wiederum Angst auf, weil gedacht wird "Wie soll ich den täglichen Alltag bewältigen mit diesem Gefühl?"
Gibt es drei getrennte Dinge, die Empfindungen, jemanden, der fühlt und das Fühlen? Oder ist da einfach fühlen?
Die Empfindungen werden nur durch das Fühlen wahrgenommen, d.h. sie existieren nicht außerhalb oder getrennt davon. Es gibt also nur fühlen ODER Empfindungen, wie man es auch nennen mag. Beides ist dasselbe. Der jemand, der das fühlt, ist während des Fühlens nicht anwesend. Wenn darüber nachgedacht wird, scheint es einen Beobachter zu geben, der aber nicht geortet werden kann.

Bis morgen, evtl. später - muss sehen, wie's mir geht...
Lieben Gruß
Lucas
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Re: Lang gesucht - noch nicht gefunden

Postby Ghata » Mon Mar 07, 2016 10:12 am

Lieber Lucas,

guten Morgen! Ich wünsche dir gute Besserung.
Dann ist "Suche" nur noch das Gefühl, was da ist. Meist kommt sie dann wieder, das ist richtig ;-)
Ja, leider kommt sie wieder, solange die Illusion des Ichs noch nicht vollständig durchschaut wurde.

Die Empfindungen werden nur durch das Fühlen wahrgenommen, d.h. sie existieren nicht außerhalb oder getrennt davon. Es gibt also nur fühlen ODER Empfindungen, wie man es auch nennen mag. Beides ist dasselbe. Der jemand, der das fühlt, ist während des Fühlens nicht anwesend. Wenn darüber nachgedacht wird, scheint es einen Beobachter zu geben, der aber nicht geortet werden kann.


Gut geschaut! Auch die Körperempfindungen hast du sehr detailliert und auf der Ebene der reinen Empfindung beschrieben.
Im direkten Erleben gibt es niemanden, der fühlt, kein Ich, das Gefühle "hat". Erst die Gedanken erschaffen einen Beobachter. Da er aber nur aus Gedanken besteht, kann er nicht gefunden werden.

Heute gebe ich dir eine entspannte Übung, die du auch sehr gut im Bett machen kannst, wenn du dich nicht zu krank fühlst.

Setze oder lege dich für ungefähr 15 Minuten hin, schließe die Augen.
Achte nur auf die reinen Empfindungen, ohne dich auf Gedanken oder geistige Bilder zu stützen.

Wieviel Zehen hast du?
Kannst du erkennen, wie groß der Körper ist?
Hat der Körper ein Gewicht oder Umfang?

Hat dein Körper in der aktuellen Erfahrung eine Gestalt oder Form?
Gibt es eine Grenze zwischen dem Körper und der Kleidung?
Gibt es eine Grenze zwischen dem Körper und dem Bett?

Bist du männlich oder weiblich?
Hast du einen Namen?

Gibt es ein innen oder außen? Falls es ein innen gibt - innen wovon genau?
Falls es ein außen gibt, das Außen wovon genau?

Worauf bezieht sich das Wort/die Bezeichnung 'Körper' eigentlich?
Fehlt dir irgendetwas, wenn du dich so erfährst?

Viel Spaß dabei!

Liebe Grüße,
Ghata
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