Es folgen die "Hits der vergangenen Tage""The Best Of"Beschreibe bitte die eigene Erfahrung des „Ichs-Entstehens“. Wie läuft es bei „Dir“ ab?
Wie entsteht in „Dir“ die „Ich-Empfindung“?
Wann ist die „ich-Empfindung“ stark und wann schwach, oder vielleicht gar nicht vorhanden?
Beispiel starke Ich-Empfindung: sorgenvolles Aufwachen - Mißerfolgsstimmung/Stimmung des Versagens/Nichtgelingens auf alles mögliche bezogen. Aufgesogen in die Empfindung, eine fast alles vereinahmende Wolke. Wie läuft es ab? Der Hineingeplumpste hat die Entstehung nicht beobachtet. "Er" "erwartet" Übles bei Tiefstand des Selbstvertrauens.Negatives Selbstbild. Gefühl der Bedrohung.Konflikt IST-Zustand/SOLL-Zustand.Entstehen kann ich nur mutmaßen(es könnte sein...), du fragtest nach Erfahrung und Ablauf. Schildern kann ich den Ablauf des in diesem Fall, gelungenen Ich-Verdünnens bis es keine Rolle mehr spielte.Sammeln(so weit möglich) das Gefühl umarmen, hineinatmen, mit tönendem 'aaaah" es sich in einen vorgestellten weiten Raum (Wüste, blauer Himmel ) ausdehnen zu lassen.
Beispiel abschwächende Ich-Empfindung, Offenheit: Halleluja-Übung(heißt eben so.beinhaltet Selbstumarmung, Erdung, Öffnung in den Raum). Bei unauffällig normal dahinplätschernder Ich-Stimmung kommen Gegenwärtigkeitsgewahrsein und Offenheit auf. Bei "Ich-Bedrängnis" erlebte ich Abschwächung und ein mehr an Raum. Gelegentlich brachte mich(ich spreche von den vergangenen Tagen) schon eine kurze Erinnerung an die Übung in den in gegenwärtig erlebten Raum.Gedanken treten zurück.
Ja und nun ein guter Grund ein ethisches Leben zu führen.Ich war fast zu spät zu einer morgens verabredeten Gemeinschaftsmeditation und parkte, es war noch dunkel, aus Zeitspargründen stellt ich mein Auto nich auf dem Parkplatz ab, sondern mitten auf dem "heiligen" Seminarhof , wo vor oder nach dem Frühstück(ich war nicht dabei) ein allgemeinsames achtsames Gehen im Kreis stattfindet.Die Meditation war durchdrungen von Gedanken um das Auto und evetuell aufgestörte Verantwortliche.Also starke Ich-Geschichten-Verhaftung.
Also da war ich auf dem "Benediktushof". Erstes Begegnen mit den Kursteilnehmern. Soll ich dir gestehen, dass ich wieder bei "Mister Marketing" war? :-)) Wäre doch eine hübsche Ich-Geschichte ;-) Also , Spaß beiseite. 7 andere Teilnehmer und da steigt diese Neigung auf die abzuschätzen und einzuordnen. da ensteht "ich", das sich als anders und als Maßstab spürt(was wäre ein ich ohne die anderen!). Konnte man schön beobachten. Früher habe ich oft bei solchen Gruppenkennenlerngelegenheiten die anderen einen nach dem anderen gesegnet. Das entspannt und "man" fühlt sich etwas heiliger. Kann aber auch eine bewußt eingenommene Bereitschaft von Anerkennung sein.
Noch ein Aufkommen von "ich", Kontext siehe oben.Jemand fragt: "warst du schon mal ..." und es antwortet von innen : hey! ich weiß bescheid!ich kann dir was sagen, du nimmst "mich" und "meine Meinung" wichtig ...Ähnlich: bei Erörterung eines Themas richtet sich innerlich ein "ich weiß was" auf, das sich automatisch wichtig anfühlt.
Noch eine Tendenz zur Ich-Verdichtung mit mentalem Anklammern und "sich (innerlich) auf eine Seite schlagen", wenn jemand "recht hat" oder eine bessere Meinung.da geht so ein Gefühl mit einher, sich leise körperlich fester zu machen .Das hat Potential für ein Ich. Oder ein"wir".
Zweiter-Kurs-Tag. Da kommt so eine Rebellenstimmung in mir hoch. Damit ist Abgrenzung verbunden und Ich-Gefühl. Ich freue mich an meinem Trotz eine Regel zu übertreten, etwas anders zu machen. Hier: eine symbolische Handlung: ich gehe ein paar Runden im Innenhof und andersrum als die anderen (ich bin um diese Zeit allein)und fühle "mich" toll. .... nach all der Beschäftigung mit "offener Raum" etc, kriegt auch mein ("mein" deutet hier eine fast zärtliche Zuwendung an) Rebellen-Ich ein Häppchen. ;-)
Jetzt steht auf meiner Liste: Perry Rhodan (zur Zeit in der fernen Galaxis Lahaarton). Ein Minus vor Notiz sollte ein Abschwächen des Ich-Gefühls anzeigen. Tatsächlich fand, es war ein guter Roman, ein totales Verschwinden statt.
Frage mich nachträglich, ob da nicht vielleicht eine Täuschung vorliegt, da einfach "Identifikation" mit dem gewohnten Erlebensfluß nur auf die fiktive (interessantere) Geschichte verlagert wurde.
Craniosacrale Techniken bei einem Patienten angewendet.Ganz in der Wahrnehmung,Achtsamkeit auf kaum wahrnehmbare Pulse. Kein Ich wahrnehmbar.
(für mich) neue Meditationstechnik der Sikh ausprobiert.Kombination von Lauten und exakten Fingerbewegungen.Laut, geflüstert, stumm,geflüstert, laut.Danach nur im Gewahrsein.Das gleiche bei einer anderen Meditation. Ich bin eingeschlafen und beim Aufwachen war (ich) einfach nur da ohne irgendeinen Selbstbezug.
Beim Träumen war Ich ganz klar "das" Thema.Gefühle, alles Ereignen nur selbstbezogen.Wie ein gejagtes Kaninchen.
Lachend aufgewacht. Selbstbezug kann nicht rekonstruiert werden.da ist freier Raum.
Auf der Straße. Unbekannten Menschen kommen entgegen laufen vorbei.Es geschieht ein Abschätzen ("Spießer"). Abneigung, subtiles Bedrohungsgefühl kommt auf.Das Abschätzen möchte gerne ins Detail gehen(Daten dazupacken). Starke Ich-Verdichtung.
Ein Traum: ich soll mich (zwischen Möglichkeiten) entscheiden.Es ist eine Drucksituation.Das Ich verdichtet sich.
Ertappe mich in argumentativen Gedankenspielen, in denen "ich" "mich" verdichte, indem ich politisch, oder philosophisch Stellung beziehe, mich ins Recht setze. Subtile Gefühlshintergründe von Bedrohung oder betrogen werden sind wahrnehmbar.
Morgens am Kaffeautomat ein "lieber doch nicht arbeiten"-ich-Gefühl.Ähnlich:zurückfallen ins Bequeme (erst mal Computer einschalten , nur sitzen und hören, eine erhöhte Aktivierungsschwelle meidend)Das Gefühl eine (innere) Schwelle zu überschreiten oder dies vermeiden zu "wollen" offenbart "ich".
Höre Interview mit A.Poraj.Stimme überein.Finde "ich" richtig gut.Verdichteter Meinungshaber "hat" nun was.
"Mein Reich".
Fazit: das Zappeln im Spinnennetz verd-ich-tet noch mehr. Das Bemerken von Ich gibt die Chance der Wahl von "ach so" und freilassen. Energie (Gefühlsengagement) in ein Ist/Soll-Zustand reingeben verdichtet. Ist dieses "Bemerken" und regelmäßige Praxis der gerade bestmöglichen Offenheitserfahrung "der Weg"? Dann müßte es viel mehr aufgewachte Buddhisten (und andere)geben. ... wir wollten doch den Osterhasen entlarven, so dass es unmöglich sei weiter an ihn zu glauben...
Sorry für den langen Zeitabstand dieser Antwort.
Bis bald, meister bilbo

