5. Beschreibe Entscheidung, Absicht, freier Wille, Wahl und Kontrolle. Wodurch entstehen sie? Wie funktionieren sie? Für was davon bist du verantwortlich? Gib ein paar Beispiele aus deiner direkten Erfahrung.
Entscheidung: Wenn ich versuche wahrzunehmen, wie eine Entscheidung entsteht, gelingt mir das nicht. Sie ist immer schon geschehen. Es gibt keinen Ort in mir, aus dem heraus die Entscheidung entspringen könnte.
Absicht, Wille, Wahl, Kontrolle: Es ist das gleiche. Ich kann das, was sich beobachten lässt an Gefühlen und Gedanken nicht kontrollieren, sie kommen einfach auf. Wenn eine Entscheidung fällt oder eine Wahl getroffen wird, dann kommt mir das wie eine Verdichtung von verschiedenen Impulsen oder Wünschen und bestimmtem Wissen vor. Es ist jedoch nicht verstehbar , warum eine Entscheidung zu einem bestimmten Zeitpunkt fällt, und kontrollierbar auch nicht.
Da es kein kontrollierendes Zentrum gibt, gibt es auch keine Verantwortung dafür, dass ein bestimmter Gedanke gedacht wird oder eine Gefühl gefühlt wird, eine bestimmte Handlung stattfand. Verantwortung klingt so, als hätte ein Ich es auch anders tun können. Das ist nicht der Fall.
Gerade wurde die Frage nach einem Beispiel fokussiert. Es gab eine Suchbewegung der Aufmerksamkeit in die Erinnerungen der letzten Minuten, dann schweiften die Gedanken ganz woandershin. Dann gab es wieder Fokus auf das Thema Beispiel. Dieser Ablauf von Konzentration, freien Assoziationen, ganz anderen Gedanken, dann wieder Worte für den Vorgang formulieren und tippen, erfolgt aus sich selbst heraus. Dabei ist zu keiner Zeit eine Entscheidung oder Wahl wahrnehbar.
6. Möchtest du noch etwas ergänzen?
Danke Danke Danke,lieber Barbarossa. Insbesondere das Üben des Wahrnehmens ohne zu interpretieren war für mich fummelig und hat mir sehr geholfen. Dadurch habe ich erst herausbekommen was damit gemeint ist, zu fühlen ohne zu bewerten. Ich dachte, ich hätte das verstanden, aber nun verstehe ich erst, worum es geht. Auch merke ich jetzt, wie sinnlos es ist, zu versuchen, einem Ichideal zu entsprechen und versuchen, etwas bestimmtes zu sein oder zu leben. Es kann nicht klappen. All das bröckelt erst langsam langsam von mir ab. Vielen vielen lieben Dank für Deine Zeit!