Ganz genau, die Zukunft gibt es nur in Gedanken. Aber diese Gedankengeschichten sind so tief in uns verwurzelt. Von klein auf sind wir schon auf Zukunft programmiert. Oft werden Kinder schon im Vorschulalter gefragt, was sie denn mal werden wollen, wenn sie groß sind... Ist schon krass... Das Gehirn/Verstand/Gedanken hat die Tendenz immer nach Problemen und Verbesserungen Ausschau zu halten, war in gewisser Weise vielleicht mal wichtig zum Überleben.Es ist so, als hätten die Gedanken, dass es wichtig ist, wie die Dinge sind, bzw. dass etwas anders sein sollte keinen „Grund“. Allerdings hat dieses Sehen nicht dazu geführt, dass es sich nicht noch so anfühlt (mal mehr mal weniger), als sollte irgendwas anders sein, oder noch passieren. Vielleicht liegt es daran, dass ich es noch nicht ultimativ gesehen habe? Weil ich denke, dass es noch keinen Moment gab wo ich zu 100% alles als nicht wichtig gesehen habe, bzw. ich denke es gab immer irgendwo noch ein festhalten im Sinne von, „es in irgendeiner Form wichtig finden, wie die Dinge gerade sind“.
Das wird auch nach dem Durchschreiten des Tores noch eine Weile da sein, oder vielleicht auch immer, wer weiß... Alte Konditionierungen lösen sich nicht plötzlich auf.. Es ist so ähnlich wie bei einem Ventilator: Wenn du den ausschaltest, dreht er sich noch eine gewisse Zeit weiter.
Hier geht es nicht darum zu sehen, dass irgendetwas nicht wichtig wäre sondern einzig und alleine nur darum, dass das „Ich“ nur ein Gedankenkonstrukt ist. Und was heißt schon ultimativ? Oft reicht eine verschwommene Sicht schon aus um klar zu erkennen was Sache ist.. :) Um alles weitere kannst du dich danach kümmern.
Warum glaubst du ihnen noch?Sie haben sozusagen gar keinen Zugang zur direkten Erfahrung.Haben Gedanken irgendetwas mit der Realität zu tun?
Das Experiment mit dem imaginierten Löffel hat es gezeigt: War irgendetwas anders, als du die Augen geöffnet hast, und gesehen hast, dass der Löffel nie existiert hat? Wenn er echt da gewesen wäre und durch Zauberei sich aufgelöst hätte, wäre das spektakulär gewesen , aber so Pfffttt....:) Genauso ist es mit dem „Ich“. Es hat nie existiert, also kann es auch nicht verschwinden, also kann sich auch nichts ändern.. Es läuft jetzt alles schon ohne. „Dein“ alltägliches Leben ist so wie es ist, und einfach nur dasein ist auch jetzt schon. Sorry :)Ich denke ich bin davon ausgegangen, dass es so glasklar ist oder sein sollte, dass es bestimmte Auswirkungen hat. Zum Beispiel, dass sich auch im alltäglichen Leben etwas (merklich) ändert, bzw dass es eine andere Haltung/Einstellung zum oder eine neue Perspektive auf das was geschieht gibt. Und vor allem auch, dass es dazu führt, dass im Alltag die „Ich-Gedanken“ entweder nicht mehr auftauchen oder aber immer durchschaut werden – oder dass sich sogar etwas an der grundlegenden Art, wie es sich anfühlt einfach nur dazusein ändert.
Du hast schon gesehen, dass es nicht "deine" Gedanken sind, dass die nicht beeinflusst werden können.. Was bekümmert sich dass da Ich-Gedanken sind.. Der Wind darf doch auch wehen, oder?
Das mit den außergewöhnlichen Bliss-Erleuchtungs-Erfahrungen haben wir den Geschichtenerzähl-Weltmeistern Indiens zu verdanken... Man kann schon durch Meditaion, Entspannung, Atmen, Drogen oder was weiß ich besondere Zustände indizieren, aber um das geht’s hier nicht. Wenn du willst dass sich in deinem Alltag was verändert, musst du direkt das angehen, was dich stört. Wenn du gestresst bist, mach Entspannungsübungen, wenn dir dein Job nicht passt such dir einen anderen, wenn du von nervigen Leuten umgeben bist, meide sie... usw. Das Durchschauen der Ich-Illusion ist kein Allheilmittel, das zu ewiger Glückseligkeit führt. Shinzen Young hat sogar danach noch Psychotherapie gemacht um gewisse Verhaltensweisen zu verändern..Mir fällt/fiel gerade übrigens auf, dass immer noch Gedanken auftauchen, dass noch nicht gesehen wurde, dass kein Ich existiert – und zwar weil es auch hier immer noch Erwartungen gab, dass es irgendwas verändert, irgendwie deutlich/bemerkbar oder in irgendeiner Form außergewöhnlich ist. Jedenfalls sollte ich diese Erwartungen oder Vorstellungen am besten ganz schnell zu den anderen ins All schießen richtig?
Hier geht es nur darum zu sehen, dass es keine vom Leben abgetrennte Entität namens „beaucoup“ gibt! Das Leben lebt sich einfach und das was diese Zeilen hier gerade liest ist eine Erscheinungsform der Gesamtheit, ist einfach die Erfahrung lesen dieser Zeilen. Alles ein Fluss.... So ist es auch jetzt schon, nichts wird sich ändern, außer es ändert sich.. ;)
Wie könnte dann die Erfahrung aussehen, dass es das „Ich“ nicht gibt. Gibt es „Nicht-Erfahrung“?Man kann sozusagen nicht die direkte Erfahrung machen, dass es etwas nicht gibt, man kann nur nicht die Erfahrung machen, dass es dieses etwas gibt. Wenn das Sinn macht.
Ja genau. Schau nach beimDiesen Absatz werde ich mir heute im Laufe des Tages mal zu Herzen nehmen und immer wieder nachschauenSchau immer wieder nach, bei jeder Tätigkeit, bei jeder Handlung, Entscheidung, jedem Gedanken. Beobachte mal in einem Alltagsgespräch mit jemandem wie das zustande kommt was du sagst.. Woher kommen die Worte, Sätze..?
-Atmen. Musst du steuern beim Atmen? Ist da ein Atmer?
-Gehen. Koordinierst du die einzelnen Muskel- und Sehnenbewegungen, ist da ein Geher?
-Sehen. Ist da ein Seher? Mit geöffneten Augen, kannst du etwas was du anschaust „nicht“ sehen?
-Sprechen. Ein Sprecher?
-Denken. Ist da ein Denker?
usw. alles was dir sonst noch auf- und einfällt... oder ist da einfach nur ein fliessender Prozess atmen-gehen-sehen-sprechen-denken. Ist leben vielleicht ein Verb ohne Substantiv?
Ist da irgendwo ein „Ich“ das das alles macht? Und nur für den Fall dass du keines findest, ist da vielleicht ganz eindeutig kein „Ich“? Schau ganz genau!
Es gibt keine endgültige Ankunft, kein endgültiges Ziel, das erreicht werden könnte... Das Leben ist ein Fluss, könnte da jemals Stillstand sein?
Das anzuerkennen ist die Erlösung...
:))

