Zwischen dem mentalen Lärm und den süchtigen Verhaltensmustern (nach Ängsten laufen jetzt wohl gerade 'desires' durch), die sich im Moment zeigen, versuche ich irgendwie "durchzudringen"... "durchzurutschen" in die "Tiefe"...Beschreibe mal bitte in eigenen Worten, was erkannt wird.
Die Übung mit der Zitrone hilft gerade...
weil mir klar wurde, dass sogar der Körper reagieren kann.. und das aber noch lange nicht bedeutet, dass da wirklich eine Zitrone existiert.
Mein Körper reagiert auf etwas (ein "ich"), das nicht da ist..
Mein Körper reagiert auf Bilder (Filmsequenzen) plus Kommentare (Gedanken).. (z.B. mit Schmerz oder Freude.. bzw. mit Tränen oder Lachen)
(Wobei der Körper selbst ein Bild ist (beweglich) plus das Fühlen / Körperempfinden..)
Dieser Körper scheint etwas Kontinuierliches zu haben.. und scheint mir sozusagen sehr nahe zu sein bzw. er scheint mit "mir" verschmolzen zu sein (zumindest gerade jetzt in diesem Moment). Deshalb dient er immer wieder als Bezugspunkt. Die Bilder plus Kommentare scheinen "flüchtiger", obwohl auch sie fast "statisch" wiederkehrenden Mustern folgen..
All diese Erscheinungen wirken perfekt aufeinander abgestimmt. Wie ein Uhrwerk. Und es tickt in einem ganz bestimmten Rhythmus, auf eine ganz bestimmte Weise.
Ich sehe, dass all das geschieht und da ist.. ohne dass es dazu "mich" / ein "ich" als Urheber braucht.
Es geschieht einfach.
Da ist kein "irgendjemand". Keine Rolle. Was gespielt wird / sich zeigt sind immer wieder diese selben aufeinander abgestimmten Elemente (Bilder / Gedanken / Empfindungen / Gefühle). Ich sehe diese Elemente auf eine einzigartige Weise kombiniert. Ein einzigartiger "Film" über "Carolina", der gemacht ist aus Bildern / Gedanken / Empfindungen / Gefühlen, die einen "Sinn" ergeben.. "Carolina" ist ein Wort, das auf etwas verweist, das sowenig da ist, wie die Zitrone in der Übung.Spielt irgendjemand in der Realität diese Rolle, so wie du sie siehst?
Mir ist jetzt klar, dass selbst wenn in der Gegenwart eine Reaktion (körperlich oder emotional) auftaucht, das keine Indiz für die Existenz einer Person ist.Es geht hier nicht darum, Gefühle zu negieren. Sie sind da. Doch wo ist die Person, die unglücklich ist über etwas? Wo findest du das?
Zuvor fand ich es immer schon sehr einleuchtend, dass Vergangenheit und Zukunft nicht in dieser linearen Form existieren, wie es uns beigebracht wurde... aber das, was in der Gegenwart geschah, war in sofern etwas anderes, als konkret und körperlich erfahrbar ganz bestimmte Phänomene auftauchten, die zu beweisen schienen, dass "ich da bin". Ich mit all meinen Reaktionsmustern eben.
Wenn auch in der Gegenwart einfach geschieht was geschieht, inklusive der "noch so nach 'persönlichem ich' riechenden" Reaktionen (z.B. Unglücklich-Sein), und damit weder interpretiert noch "bewiesen" wird, dass da ein "ich" existiert, sondern vielmehr klar wird, dass alles (-alle Elemente, aus denen Erfahrung gemacht ist) einfach an einem ortlosen Ort auftaucht, um dann wieder zu verschwinden... dann gibt es nichts mehr zu schützen, nichts zu bewahren, nichts zu retten, nichts zu erlösen, nichts zu erfüllen
...und darin ist kein Unglücklich-Seinder mehr übrig...

