Es ist schwierig, ein Mensch zu sein. Es ist noch viel schwieriger, ein guter Mensch zu sein.

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Re: Es ist schwierig, ein Mensch zu sein. Es ist noch viel schwieriger, ein guter Mensch zu sein.

Postby Joram » Sun May 27, 2018 4:11 pm

Aber ich kann doch eigentlich mich als Bewusstsein auf etwas konzentrieren...!?
Wenn „nur Bewusstsein“ da ist – wie fühlt es sich an? konzentriert, offen, denkend, fröhlich, ärgerlich, geduldig, ungeduldig…. Wie fühlt es sich an, wenn „nur Bewusstsein“ da ist?

Untersuche :-)

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Dennis
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Re: Es ist schwierig, ein Mensch zu sein. Es ist noch viel schwieriger, ein guter Mensch zu sein.

Postby Dennis » Sun May 27, 2018 4:42 pm

Da ist nichts mit fühlen.
Äußerst Konzentiert (?), präsent - also Anwesend. Vollkommen ICH. Alles andere ist irgendwie ... aufgesetzt.
präsent, offen, einfach da (weder fröhlich noch ärgerlich). Da ist auch kein geduldig oder ungeduldig. Auch kein denkend.
Auch kein wissen oder annehmen. Oder reagieren. Oder wollen. Einfach nur da. Wie ein weißes Blatt Papier ohne Inhalt.
Ohne Notwendigkeit etwas zu ändern und ohne Notwendigkeit, es unbedingt so lassen zu MÜSSEN.

Komisch, irgendwie..

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Re: Es ist schwierig, ein Mensch zu sein. Es ist noch viel schwieriger, ein guter Mensch zu sein.

Postby Joram » Sun May 27, 2018 5:54 pm

Super.

Wie passt „Vollkommen ICH.“ Mit „ein weißes Blatt Papier ohne Inhalt“?

Ist „Ich“ kein Gedanke, „Etwas“ was IM Bewusstsein auftaucht?
Ist „Ich“ kein Inhalt auf dem Papier?

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Re: Es ist schwierig, ein Mensch zu sein. Es ist noch viel schwieriger, ein guter Mensch zu sein.

Postby Dennis » Sun May 27, 2018 6:13 pm

Super.
Wie passt „Vollkommen ICH.“ Mit „ein weißes Blatt Papier ohne Inhalt“?
Naja: leer - und dennoch da.
Ist „Ich“ kein Gedanke, „Etwas“ was IM Bewusstsein auftaucht?
Ist „Ich“ kein Inhalt auf dem Papier?
Genau genommen ist nicht mal ICH da. Da ist nur Sein, also bewusstsein. Es ist quasi "das papier".
Doch wenn (aus irgendwelchen Gründen auch immer) Bewusstsein in meiner Hand ist, fängt sie irgendwann an zu kribbeln.

Wenn ICH doch nichts mache: wie kommt Bewusstsein dann in die Hand? Das verstehe ich nicht.

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Re: Es ist schwierig, ein Mensch zu sein. Es ist noch viel schwieriger, ein guter Mensch zu sein.

Postby Joram » Sun May 27, 2018 7:02 pm

Genau genommen ist nicht mal ICH da. Da ist nur Sein, also bewusstsein. Es ist quasi "das papier".
Also kein „Ich“, sondern Wahrnehmung/Bewusstsein ist da. Es ist ganz wichtig dies zu unterscheiden.
Schau und überprüfe - ist es so?

Doch wenn (aus irgendwelchen Gründen auch immer) Bewusstsein in meiner Hand ist, fängt sie irgendwann an zu kribbeln.

Wenn ICH doch nichts mache: wie kommt Bewusstsein dann in die Hand? Das verstehe ich nicht.
Wenn kein „Ich“ da ist, ist kein „Ich“ da und ein „nicht existierendes ‚Ich‘“ kann auch nichts „machen“ ;-)

wie kommt Bewusstsein dann in die Hand? – Sinnesorgan „Haut“ sendet Signal: „Schmerz“ – Augen schauen und erkennen Form und Farbe: „Biene“. Erfahrung/Gewohnheitsmuster: „Biene sticht“.

Wo ist da ein „Ich“ im Prozess "Erkennen"?

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Re: Es ist schwierig, ein Mensch zu sein. Es ist noch viel schwieriger, ein guter Mensch zu sein.

Postby Dennis » Sun May 27, 2018 7:33 pm

Also kein „Ich“, sondern Wahrnehmung/Bewusstsein ist da. Es ist ganz wichtig dies zu unterscheiden.
Schau und überprüfe - ist es so?
genau so ist es.
Wenn kein „Ich“ da ist, ist kein „Ich“ da und ein „nicht existierendes ‚Ich‘“ kann auch nichts „machen“ ;-)

wie kommt Bewusstsein dann in die Hand? – Sinnesorgan „Haut“ sendet Signal: „Schmerz“ – Augen schauen und erkennen Form und Farbe: „Biene“. Erfahrung/Gewohnheitsmuster: „Biene sticht“.

Wo ist da ein „Ich“ im Prozess "Erkennen"?
schließe deine Augen. Lasse deine rechte Hand locker und spüre in sie hinein. Lenke also das Bewusstsein auf die Hand.
Merkst du, wie sie anfängt zu kribbeln? -> diesen Vorgang meinte ich. :)

Während ich schreibe fällt mir auf, dass nicht "ICH" die Entscheidung getroffen habe, die Hand zu spüren.
Also hat sich die Form dazu entschlossen, das Bewusstsein in die Hand zu lenken...?!

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Re: Es ist schwierig, ein Mensch zu sein. Es ist noch viel schwieriger, ein guter Mensch zu sein.

Postby Joram » Sun May 27, 2018 8:04 pm

Während ich schreibe fällt mir auf, dass nicht "ICH" die Entscheidung getroffen habe, die Hand zu spüren.
Also hat sich die Form dazu entschlossen, das Bewusstsein in die Hand zu lenken...?!
Das ist Frage der Achtsamkeit. Dorthin wo die Achtsamkeit hingeht, das wird wahrgenommen.
Kannst du wahrnehmen ohne zu denken, nur wahrnehmen?

Wie fühlt es sich an?

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Re: Es ist schwierig, ein Mensch zu sein. Es ist noch viel schwieriger, ein guter Mensch zu sein.

Postby Dennis » Tue May 29, 2018 8:29 pm

Alles klar :)
Kannst du wahrnehmen ohne zu denken, nur wahrnehmen?
Es ist leer. Da ist nur die Wahrnehmung, mehr nicht.
Ein Gefühl ist nicht zwingend da, kann aber.

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Re: Es ist schwierig, ein Mensch zu sein. Es ist noch viel schwieriger, ein guter Mensch zu sein.

Postby Joram » Tue May 29, 2018 8:42 pm

Liest sich wie die Jhanas, die meditativen Vertiefungen an.
Meditierst du regelmäßig?

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Re: Es ist schwierig, ein Mensch zu sein. Es ist noch viel schwieriger, ein guter Mensch zu sein.

Postby Dennis » Wed May 30, 2018 6:01 am

Ich meditiere 2 h täglich.
Davor hab ich oft Audio zum entspannen gehört.

Kann man beim Meditieren was falsch machen? Ich bahne mir einfach meinen Weg und mache das, was sich gut anfühlt momentan...

Wie siehts bei dir aus? Was machst du bzw. wie nutzt du den Zugang zur Med.?

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Re: Es ist schwierig, ein Mensch zu sein. Es ist noch viel schwieriger, ein guter Mensch zu sein.

Postby Dennis » Mon Jun 04, 2018 5:39 am

Hallo Joram,

ich habe tatsächlich noch das Bedürfnis, weiter zu schreiben!
wie siehts bei dir aus?

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Re: Es ist schwierig, ein Mensch zu sein. Es ist noch viel schwieriger, ein guter Mensch zu sein.

Postby Joram » Mon Jun 04, 2018 5:59 am

Oh, Entschuldigung.
Dachte ich habe geantwortet… sorry.

Bei Meditation kann man schon was falsch machen, passiert selten, was aber häufig passiert, ist dass man keine weiteren Erkenntnisse gewinnt.

Beim lesen von deinem Text: >> Es ist schwierig, ein Mensch zu sein. Es ist noch viel schwieriger, ein guter Mensch zu sein.<< und >> Ich meditiere 2 h täglich.<< muss ist an Ayya Khema denken – sagt dir der Name Ayya Khema etwas?



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Re: Es ist schwierig, ein Mensch zu sein. Es ist noch viel schwieriger, ein guter Mensch zu sein.

Postby Dennis » Mon Jun 04, 2018 8:18 pm

Bei Meditation kann man schon was falsch machen, passiert selten, was aber häufig passiert, ist dass man keine weiteren Erkenntnisse gewinnt.
Was könnte der Grund dafür sein? Zu verbissen zu sein? Nicht auf sich zu hören währenddessen..?
Beim lesen von deinem Text: >> Es ist schwierig, ein Mensch zu sein. Es ist noch viel schwieriger, ein guter Mensch zu sein.<< und >> Ich meditiere 2 h täglich.<< muss ist an Ayya Khema denken – sagt dir der Name Ayya Khema etwas?
Ja, sie hat mein Leben verändert. Gut, dass du es erwähnst! Ich erinnere mich, dass auch DAS nicht von mir kam, sondern aus dieser Richtung!

Danke nochmal, dass du dir die Zeit nimmst und mir immer wieder schreibst!

Es gibt Neuigkeiten: ich fühle mich traurig, wenn mir öfter klar wird, dass ich nicht existiere / wenn ich mir das vor Augen halte.
Es wird immer intensiver, sodass ich sogar Tränen in den Augen hatte.

Gruß,
Dennis

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Re: Es ist schwierig, ein Mensch zu sein. Es ist noch viel schwieriger, ein guter Mensch zu sein.

Postby Joram » Mon Jun 04, 2018 9:23 pm

ich fühle mich traurig, wenn mir öfter klar wird, dass ich nicht existiere / wenn ich mir das vor Augen halte.
Es wird immer intensiver, sodass ich sogar Tränen in den Augen hatte.
Wie kannst du sagen, dass du nicht existierst?
Das ist ein falsches Verständnis von Anatta.
Anatta bedeutet „Nicht-Selbst", „Nicht-Ich" oder auch „Unpersönlich".

Natürlich existieren Körper und Geist (= Denken und Fühlen)

Untersuche: Wird gerade Jetzt wahrgenommen? Ja. Das IST ja Existenz.
Existenz ist Wahrnehmen. :-)

Was wird jetzt erlebt?

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Re: Es ist schwierig, ein Mensch zu sein. Es ist noch viel schwieriger, ein guter Mensch zu sein.

Postby Dennis » Tue Jun 05, 2018 6:49 pm

Ja, es wird wahrgenommen.
Und dennoch erkenne ich mich nicht in den Handlungen wieder.

Zweifellos bin ich da: nichts ist offensichtlicher! Schwierig zu beantworten, WAS ich bin, doch DASS ich da bin hat sich irgendwie nie geändert.

Ich erkenne mich nicht: ich bin nicht im Körper. Selbst wenn ich DAS erkenne, steigt Traurigkeit auf.


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