autopilot

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Matthew
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Re: autopilot

Postby Matthew » Thu Dec 14, 2017 10:35 pm

Das klingt, als würde diese Art des Erlebens als "schlecht" empfunden werden?
"Schlechter" als die reine Weite und Offenheit?

Woher stammen Ideen wie "schlecht" oder "unangenehm"?
Ist dieses "enge" Erleben an sich unangenehm?


Weiterhin:

Was genau könnte sich an einem "engen" Erleben stören? Was wäre das?


Und zuletzt:

Ist da ein eingeengtes Erleben?
Oder ist da Erleben von Eingeengtheit?
First there is a mountain,
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novembergirl
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Re: autopilot

Postby novembergirl » Fri Dec 15, 2017 9:02 pm

Das klingt, als würde diese Art des Erlebens als "schlecht" empfunden werden?
"Schlechter" als die reine Weite und Offenheit?
Woher stammen Ideen wie "schlecht" oder "unangenehm"?
Ist dieses "enge" Erleben an sich unangenehm?
woher kommen solche Ideen? durch wiederholte Gedanken: Ananas, hmmm, lecker, Sauerkraut, igitt.
Wein, erstmal igitt, aber alle mögen es und tun so als sei es toll, also vielleicht doch gut?
Enge, klar unangenehm, vor allem wenn Weite geschmeckt wurde.
Was genau könnte sich an einem "engen" Erleben stören? Was wäre das?
da sind wir wieder. Gedanken die das Schöne, Weite beibehalten wollen.
wobei doch auch der Körper leidet, an unzureichender Sauerstoffzufuhr oder an verkrümmter Haltung... oder ist das auch nur ein Gedanke dass der Körper leidet? Wer empfindet Schmerz? Warum schaltet sich das Bewusstsein zB bei übermäßigem Schmerz, durch Ohnmächtig-Werden aus?
Und zuletzt:
Ist da ein eingeengtes Erleben?
Oder ist da Erleben von Eingeengtheit?
ich empfinde es immer noch so als wäre Erleben eingeschränkt, wenn die Sinnesempfindungen in den Hintergrund treten und Gedankenketten alles ausfüllen, aber bei genauem Hinschauen ist nur die Vielfalt der Eindrücke eingeschränkt, nicht das Erleben selbst.
Aber, jenseits von gut und schlecht. gibts nicht so etwas wie eine ungelabelte Natürlichkeit? das fühlt sich einfach natürlich an, das andere künstlicher, gemachter?
heute Morgen hatte ich das Glück dass bei einer Aktivität die sonst immer unangenehme Gedanken und Schlechtfühlen auslöst einfach nur DE passierte. hier mal ein Gedanke, blubb, sonst auditives, taktiles, Visuelles. ein richtiges Sinnenfest, sehr natürlich, sehr lebendig, intensiv und doch einfach.

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Re: autopilot

Postby novembergirl » Fri Dec 15, 2017 10:45 pm

das Spiegel-Bild geht mir noch nach.
oben an meinem Badezimmerspiegel hängt eine buntes Bild, eine runde Form. Wenn ich genau in der Mitte stehe verdeckt es das Gesicht. bisher hab ich es immer als schönes Muster, schöne Farben, schöne Frequenz angeschaut.
jetzt kommt der Gedanke das könnte ja auch "mein" Kopf sein. Hätte mir lange genug jemand gesagt "du hast einen schönen bunten Kopf" hätte ich das Teil vielleicht wirklich für meinen Kopf und mein Gesicht gehalten...!!!
Ist das gemeint mit Identifikation ? ( tausendmal gehört, aber Sinn war bisher nicht greifbar)
Körper und Stimmung reagieren sofort auf dieses Gedankenspiel...das ist so subtil. und wird letztendlich immer als Indiz von Wirklichkeit aufgefasst, dieses Reagieren...

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Matthew
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Re: autopilot

Postby Matthew » Fri Dec 15, 2017 11:56 pm

Warum schaltet sich das Bewusstsein zB bei übermäßigem Schmerz, durch Ohnmächtig-Werden aus?
Nur ganz am Rande:
Hast du in direkter Erfahrung einen Beweis für ein abwesendes Bewusstsein?
Mehr als eine Erinnerung/Einen Gedanken über "da war ich abwesend"?

aber bei genauem Hinschauen ist nur die Vielfalt der Eindrücke eingeschränkt, nicht das Erleben selbst.
Ja fein.

heute Morgen hatte ich das Glück dass bei einer Aktivität die sonst immer unangenehme Gedanken und Schlechtfühlen auslöst einfach nur DE passierte. hier mal ein Gedanke, blubb, sonst auditives, taktiles, Visuelles. ein richtiges Sinnenfest, sehr natürlich, sehr lebendig, intensiv und doch einfach.
Und sind denn unangenehme Gedanken nicht auch und genau so Teil des Erlebens?

Würdest du dich an dem Erscheinen von Farbe stören?

Warum denn an dem Aufkommen von Gedanken? Wie auch immer sie lauten mögen?

hätte ich das Teil vielleicht wirklich für meinen Kopf und mein Gesicht gehalten...!!!
Ist das gemeint mit Identifikation ?
Gute Fährte.
Wenn du in den Spiegel siehst, frage dich einfach:
Was ist es, das das Bild als "Ich" bezeichnet?
Ist die Information "Ich" in dem Bild selbst enthalten? Kann in dem Bild irgendwo "Ich" gefunden werden?

Oder sind es nur Gedanken, Erinnerung die das Bild als "Ich" bezeichnen?

Viel wichtiger noch die Frage:
Was wird wirklich hier gesehen?
Was wird wirklich an dem Ort gesehen, wo Gedanken "Mein Gesicht" beschreiben?

Ein Gesicht? Oder Kein Gesicht?
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Re: autopilot

Postby novembergirl » Sat Dec 16, 2017 2:20 pm

Hast du in direkter Erfahrung einen Beweis für ein abwesendes Bewusstsein?
Mehr als eine Erinnerung/Einen Gedanken über "da war ich abwesend"?
in der Erinnerung war es immer Erfahrung von viel Schmerz, blackout und wieder-Anfangen des Films, ähnlich wie nach einer Narkose. aktuell kann ich (glücklicherweise) nichts darüber berichten.
Und sind denn unangenehme Gedanken nicht auch und genau so Teil des Erlebens?
Würdest du dich an dem Erscheinen von Farbe stören?
Warum denn an dem Aufkommen von Gedanken? Wie auch immer sie lauten mögen?
Ja, sie sind Teil des Erlebens.
Farbe: eher nein, da gibts ja auch die Sinnenfunktion Augen schließen, weggucken.
An Geräuschen, Tönen stör ich mich schon mehr. da gibts noch Ohren zuhalten für Sirenen uä aber für Gedanken gibts keine solche Funktion.
Ich weiß was du meinst. Gerade erleb ich es auch wieder dass es die bedeutungsgebenden nachfolgenden Gedanken sind die den ersten Gedanken schmerzhaft erscheinen lassen. und dann am Ende gibts dieses Kontinuität-schaffende " immer bin Ich im Widerstand zu XY" "so bin Ich" und "Ich wäre gern anders" "wann hört das auf? " etc
aber um das so sehen zu können braucht es schon eine gewisse Losgelöstheit, wenn ich es nicht Weite nennen will.
das schwankt hier gerade ziemlich und damit das Gefühl von bzw der Glaube an ein Oster - I
Was ist es, das das Bild als "Ich" bezeichnet?
Ist die Information "Ich" in dem Bild selbst enthalten? Kann in dem Bild irgendwo "Ich" gefunden werden?
Nein, es sind Gedanken, Erinnerungen, Zuordnungen die die Infos liefern. seit neustem passiert es manchmal, dass ich mein Spiegelbild sehe und denke " sieht irgendwie aus wie meine Mutter"
Viel wichtiger noch die Frage:
Was wird wirklich hier gesehen?
Was wird wirklich an dem Ort gesehen, wo Gedanken "Mein Gesicht" beschreiben?
Ich würde nicht sagen dass es gesehen wird.
Es stellt sich ein Gefühl von Leere ein. Da ist nur Leere und Flimmern, so in etwa.
auch nachts beim Wachliegen, wobei normalerweise der Körper zwickt und rumort, an vielen Stellen: dort wo es sich immer so dicht angefühlt hat fühlt es sich zunehmend leer an.
Manchmal, in wenigen Momenten komplett leer. Wie eben beim Spazierengehen. da kommt Heiterkeit auf. Die Enten, die Krähen und Hunde, die Paare die ihren Weihnachtsbaum auf dem Fahrrad balancieren, alles zum Lachen

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Re: autopilot

Postby Matthew » Sat Dec 16, 2017 7:28 pm

das schwankt hier gerade ziemlich und damit das Gefühl von bzw der Glaube an ein Oster - I
Könnte denn jemals wieder WIRKLICH an den Osterhasen geglaubt werden, wenn klar gesehen wurde, dass er nur eine Fantasie war?

Könnte denn jemals wieder WIRKLICH an ein Ich/Ego/Selbst geglaubt werden, wenn klar gesehen wurde, dass es immer schon nichts mehr als eine Fantasie war?

War es denn jemals mehr als eine Fantasie?


dort wo es sich immer so dicht angefühlt hat fühlt es sich zunehmend leer an.
Manchmal, in wenigen Momenten komplett leer. Wie eben beim Spazierengehen. da kommt Heiterkeit auf. Die Enten, die Krähen und Hunde, die Paare die ihren Weihnachtsbaum auf dem Fahrrad balancieren, alles zum Lachen
Sehr schön, das zu hören!


Gerade erleb ich es auch wieder dass es die bedeutungsgebenden nachfolgenden Gedanken sind die den ersten Gedanken schmerzhaft erscheinen lassen.
Ist da irgendetwas an diesen Gedanken, das die Gedanken zu "meinen" Gedanken macht?
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Re: autopilot

Postby novembergirl » Sun Dec 17, 2017 9:04 am

Könnte denn jemals wieder WIRKLICH an ein Ich/Ego/Selbst geglaubt werden, wenn klar gesehen wurde, dass es immer schon nichts mehr als eine Fantasie war?

War es denn jemals mehr als eine Fantasie?
nein. da gibts wohl noch Ecken in die noch kein Licht gefallen ist. klar sehen klingt zu radikal für mein diffuses Gefühl dass sich was ändert.
was fehlt noch?
- kein Ego ( das ist für mich ein spirituelles Wort für gewisse Mechanismen, Strategien, nichts eigenständiges konsistentes)
- kein Beobachter, keine Aufmerksamkeits-Kontrolleurin
- keine aktiv Denkende, Handelnde, Schaffende

trotzdem noch Gefühl von individueller Wesenheit ( Wort von dir, find ich passend) mit speziellem Ausdruck, Befindlichkeiten, Vorlieben. Gefühl von Besonderheit. Gefühl von Andersheit im Sein mit anderen...
Ist da irgendetwas an diesen Gedanken, das die Gedanken zu "meinen" Gedanken macht?
Gedanken kommen rein wie Frequenzen. da ist dieses Gefühl von Stimmigkeit, Richtigkeit, was auch wieder ein Gedanke zu einem Gefühl wäre das durch einen Gedanken ausgelöst wird.
Vorurteils-Gedanken oder Angst-Gedanken können zB reinkommen, obwohl es garnicht so empfunden wird. kollektiver brainwash zeigt sich da.
Ich habe ein starkes Ich-Gefühl, wenn ich höflich bin und "nicht das sage was ich denke". heißt ich spreche bestimmte Gedanken nicht aus, weil ich Konflikt vermeide und spreche stattdessen Gedanken die nicht meinem Grundgefühl entsprechen. da wirds schon heikel. Lügen, Wahrheit sagen, was wäre das? eine Selektion von Gedanken findet ja immer statt. Kann ich das sagen, verletze ich jemanden? andererseits platzen dann zurückgehaltene Gedanken doch mal raus. Wer hält zurück? wer befindet sie für wichtig, wahr? immer wieder ein Gewebe aus Gedanke, Empfindung, Gedanke, körperliche Reaktion, Gedanke und dann passiert einfach was.
Die Situation im Ausland als Nazi beschimpft zu werden: Ich? das bin ich nicht, ich bin ganz anders.
Gedanken beschreiben mich als etwas als das ich mich nicht sehe/ empfinde. Das schmerzt! seine Gedanken, meine Gedanken ... ich habe recht ... er hat unrecht

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Re: autopilot

Postby Matthew » Sun Dec 17, 2017 11:50 am

trotzdem noch Gefühl von individueller Wesenheit ( Wort von dir, find ich passend) mit speziellem Ausdruck, Befindlichkeiten, Vorlieben. Gefühl von Besonderheit. Gefühl von Andersheit im Sein mit anderen...
Ja.. Was ist verkehrt hieran?
Da ist eine individuelle Wesenheit. Ausdrücke hierüber. Spezielle Befindlichkeiten.
Gehören diese Ausdrücke, diese Befindlichkeiten zu irgendetwas Festem, Zentralem?
Oder sind das einfach nur Ausdrücke.

Drückt sich hier etwas Bestimmtes aus?
Drückt sich hier ein Ego aus?
Oder sind das einfach nur Ausdrücke.


Kann ich das sagen, verletze ich jemanden?
Du entscheidest also, was du sagst und was du nicht sagst?

Beschreibe bitte einmal das, was diese Entscheidung trifft.
Bitte beschreibe es, wie es in direkter Erfahrung erlebt wird.

Ist es mehr ein Gedanke?
Kann ein Gedanke Entscheidungen treffen?
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Re: autopilot

Postby novembergirl » Sun Dec 17, 2017 6:06 pm

Du entscheidest also, was du sagst und was du nicht sagst?
Beschreibe bitte einmal das, was diese Entscheidung trifft.
Bitte beschreibe es, wie es in direkter Erfahrung erlebt wird.
Ist es mehr ein Gedanke?
Kann ein Gedanke Entscheidungen treffen?
nein. beim direkten Hinschauen tauchen verschiedenste Gedanken auf, mal deutlicher, mal undeutlicher, wie Skizzen.
Und plötzlich passiert etwas und eine dieser Skizzen wird lebendig. wird animiert. gesprochen, oder ausgeführt, als Handlung.
Das Ich-Gefühl kommt dazu, wenn es weitere Gedanken darüber gibt die Auswahl und Ausführung infrage stellen.
( du hättest die Pralinen nicht essen sollen. du wolltest sie doch weiterverschenken...)
( du sagst etwas anderes als du denkst, du bist nicht ehrlich.... Gedanken über verschiedene Positionen)
( gerade häufig: Kommentare schreiben auf facebook aber sie nicht abschicken. da finde ich oft nicht mal den Gedanken der sagt "lass es" aber es kommt kein Impuls das Geschriebene konkret werden zu lassen.
Da ist eine individuelle Wesenheit. Ausdrücke hierüber. Spezielle Befindlichkeiten.
Gehören diese Ausdrücke, diese Befindlichkeiten zu irgendetwas Festem, Zentralem?
Oder sind das einfach nur Ausdrücke.
wieder so einfach?
Mannomann, ich hab immer noch Erwartungen, dass der Osterhase entweder in einem spektakulären Abgang verschwindet. Knall und es bleibt nur das ominöse Nichts.
oder aber ich sehe was im Osterhasen-Kostüm daherkommt und die Eier versteckt. das ominöse Bewusstsein als Osterhase verkleidet... so in der Art. seufz.
du bist echt geduldig, Matthew. danke!

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Re: autopilot

Postby Matthew » Mon Dec 18, 2017 12:01 am

Geduld Aufbringen ist hier gar nicht nötig.
Hier ist nur großes Gefallen an diesem Austausch!

wieder so einfach?
Mannomann, ich hab immer noch Erwartungen, dass der Osterhase entweder in einem spektakulären Abgang verschwindet. Knall und es bleibt nur das ominöse Nichts.
Das ist der Punkt.
Damit das "Ich" in einem Knall verschwinden könnte, hätte es überhaupt einmal existieren müssen.
Was genau soll verschwinden?
Gibt es da etwas, das verschwinden könnte? Mehr als eine falsche Annahme?

Wir blicken hier nur auf das, was immer schon wahr gewesen ist.
Und es wird nur erkannt, dass etwas immer schon abwesend war.

Blicke noch einmal ein Jahr zurück auf einen bestimmten Moment und sage mir:
Gab es damals wirklich ein "Ich"?
Eine feste Instanz in der Mitte, die Gedanken dachte und Taten lenkte?

Oder waren es auch damals nur Gedanken ÜBER ein Ich...


Und plötzlich passiert etwas und eine dieser Skizzen wird lebendig
Beobachte das Folgende einmal besonders gepannt:
Sind Gedanken jemals Ursache für etwas?
Oder sind sie stets nur eine Begleiterscheinung und finden "im Nachhinein" statt.
Beanspruchen Besitz, wenn etwas bereits geschehen ist.

Woher stammt überhaupt die Idee, dass Gedanken die Ursache für etwas sind?
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Re: autopilot

Postby novembergirl » Mon Dec 18, 2017 8:10 pm

Sind Gedanken jemals Ursache für etwas?
Oder sind sie stets nur eine Begleiterscheinung und finden "im Nachhinein" statt.
Beanspruchen Besitz, wenn etwas bereits geschehen ist.

Woher stammt überhaupt die Idee, dass Gedanken die Ursache für etwas sind?
das muss ich über einen längeren Zeitraum anschauen. es geht so schnell, bin mir da noch nicht sicher.
zuerst dachte ich na klar, beim Spazierenehen " du könntest auch links abbiegen" etc solche Vorschläge führen zu Handlung. oder eben nicht
aber später gabs Handlungen da schien es andersrum. Aufstehen, Wasserschale holen, dazu Gedanken " die Luft ist trocken". da war der Körper schon auf dem Weg... oder das Greifen nach irgendwas...
oder beim Sitzen Schläfrigkeit, Augen fallen zu, ich fange an zu zählen, Selbsthypnose-Nap, das ging völlig ohne Vorschlag.
das wär ja ein Ding, wenn da nur Impulse sind, Energien, Richtungen und der Gedanke käme erst hinterher.
das hätte ja was total roboterhaftes! triebgesteuerter Robot der sich seine Handlungsimpulse hinterher vernünftig erklärt...
Aber es gibt ja Gedanken die die Vergangenheit reflektieren und die führen doch manchmal zu neuen Sichtweisen und damit zu neuen Handlungsimpulsen.
und Gedankenstory XY löst Unwohlsein aus, Beispiel Liebeskummer. Erinnerung an bestimmte Szenen, Worte führt zu Heulkrämpfen, zu Vorwürfen, zu manischem Schreiben, später noch zu Traurigkeit und dann irgendwann zu erstauntem Kopfschütteln.
Fragen sind ja auch Gedanken. Die Erinnerung an unsere Dialog-Fragen führt zu einem anderem Hinschauen.
Oder bahnt sich einfach ein neues Hinschauen an und dann tauchen die richtigen Fragen auf? das ist jetzt mehr Gedankenspiel als direkte Erfahrung.
Blicke noch einmal ein Jahr zurück auf einen bestimmten Moment und sage mir:
Gab es damals wirklich ein "Ich"?
Eine feste Instanz in der Mitte, die Gedanken dachte und Taten lenkte?

Oder waren es auch damals nur Gedanken ÜBER ein Ich...
ich hab das Jahr so Revue passieren lassen. Es gab viele Pläne, viele Wünsch und Agendas, aber keine Zentralstelle die sich die ausgesucht hätte.
Es gibt ein Ich-Gefühl das sich wandelt und es gab oft das Gefühl persönlich betroffen zu sein, das wird durch wiederholende Gedanken erzeugt: Ich will das nicht, ich will es anders ist wohl der überzeugendste Ich-Gedanke den ich kenne.
Es ist wie ein Fluss der in jeder Kurve zu bremsen und lenken versucht, weil er woanders hin will oder die Richtung beibehalten will, der sich permanent beschwert, über mangelnde Geradlinigkeit oder Richtung, aber von oben und aus der Ferne betrachtet gibts dann doch ein Gefühl von Richtung und Stimmigkeit. Das sind alles Gedanken die die gefühlte Kontrollosigkeit verhandeln überdecken und zu handeln versuchen.

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Re: autopilot

Postby Matthew » Mon Dec 18, 2017 10:50 pm

das ist jetzt mehr Gedankenspiel als direkte Erfahrung.
Wenn das geschieht, lieber damit aufhören :-)
Außer es geschieht nur zum Spaß.

Aber es gibt ja Gedanken die die Vergangenheit reflektieren und die führen doch manchmal zu neuen Sichtweisen und damit zu neuen Handlungsimpulsen.
Ist das wahr? Woher stammt die Idee? Von einem Gedanken? ;-)

und Gedankenstory XY löst Unwohlsein aus, Beispiel Liebeskummer
Interessant!
Klar, da läuft eine Story ab. Manchmal ein Drama.
Aber beim genauen Hinsehen:
Was ist die direkte Erfahrung von Unwohlsein?
Ist es mehr als Empfindung? Empfindung plus ein Gedanke, der die Empfindung als Unwohlsein beschreibt?

Und woher wird gewusst, dass der vorhergehende Gedanke die Ursache für das "Unwohlsein" ist?
Weil ein Gedanke das sagt?

(Du siehst schon, wo das hinführt. Aber schau dir die Fragen einzeln an und betrachte die Dinge)


das hätte ja was total roboterhaftes! triebgesteuerter Robot der sich seine Handlungsimpulse hinterher vernünftig erklärt...
Schöne Idee. Aber die ganze Wahrheit ist viel weniger finster :-)


das wär ja ein Ding, wenn da nur Impulse sind, Energien, Richtungen und der Gedanke käme erst hinterher.
Prüfe genau nach, ob das der Wahrheit entspricht oder nicht.

Braucht ein Apfelbaum "bestimmende Gedanken", die ihm sagen, er möge Äpfel wachsen lassen und nicht Kirschen?
Nein.
Dabei ist dieser Vorgang zig Mal komplexer als alle Prozesse, denen wir das Attribut "braucht eine bewusste Entscheidung" zudenken.

Warum also sollte ein Mensch bestimmende Gedanken brauchen, um das Leben zu leben.

Ist ein Mensch etwas getrenntes von der Natur? Steht er über ihr oder neben ihr?
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Re: autopilot

Postby novembergirl » Tue Dec 19, 2017 9:38 pm

Ist ein Mensch etwas getrenntes von der Natur? Steht er über ihr oder neben ihr?
nein, er steht mitten in ihr
Warum also sollte ein Mensch bestimmende Gedanken brauchen, um das Leben zu leben.
das kann ich ohne Gedankenspiel nicht beantworten.
Tatsächlich sieht es so aus als liefen die alltäglichen Handlungen ganz gut auch ohne Gedanken.
vielleicht braucht er sie nicht zwingend.
aber dass Gedanken keine Wirkung hätten kann ich daraus nicht ersehen.
ich hab immer wieder eine Ursache-Wirkung beobachtet, zB beim Singen, da arbeite ich gezielt mit Fragen " wie würde dieses Gefühl klingen?" "was würde der Schmerz sagen, wenn er könnte" "welche Bewegung würde der Körper machen" . das sind Gedankenimpulse die eine direkte Handlungsfolge haben, in meiner Wahrnehmung. dass das nur meine Gedanken sagen sehe ich nicht.
Und ich finde immer noch dass das Denken an verschiedene Personen verschiedenste Gefühle auslöst. Bei einem Menschen deutliches Genervtsein, beim anderen Wehmut, bei einem anderen Liebe oder Freude. auch wenn schließlich ein Gedanke die Gefühle benennt tauchen sie ja aber doch auf, unterschiedlich gefärbt.
Aber beim genauen Hinsehen:
Was ist die direkte Erfahrung von Unwohlsein?
eine Energiebewegung, Energie-Verdichtung die sich in körperlicher Empfindung äußert
Ist es mehr als Empfindung? Empfindung plus ein Gedanke, der die Empfindung als Unwohlsein beschreibt?
nein
Und woher wird gewusst, dass der vorhergehende Gedanke die Ursache für das "Unwohlsein" ist?
Weil ein Gedanke das sagt?
da wird einfach eine Verbindung gesehen, gefühlt. ist das auch ein Gedanke? seh ich nicht. das wirkt jetzt auf mich wie ein Gedankenspiel. ich find es ganz einfach: Denken an XY, Denken an Worte von XY -----> Schmerz, Weinen
wie inneres Kino.
Aber es gibt ja Gedanken die die Vergangenheit reflektieren und die führen doch manchmal zu neuen Sichtweisen und damit zu neuen Handlungsimpulsen.
Ist das wahr? Woher stammt die Idee? Von einem Gedanken? ;-)
ja . hier sind es Gedanken. ich sag mir oft Sachen wie "in Zukunft werd ich das oder das anders machen, besser, so und so möchte ich nicht mehr agieren" aber konkret setzt es sich nur in manchen, in wenigen Fällen um. Oft mach ich genau denselben Mist wieder. Da werden also Vorstellungen gesehen und Ursache-Wirkung angenommen.

Robot war kein so schönes Bild. Natur-wesen ist schon spannender. weiter schauen, welche Handlungen laufen vollautomatisiert ab, welche scheinbar nicht. ist das nur meine Vorstellung die das sagt?
meine Arbeit hat eigentlich va mit Einstudieren, Optimieren von Bewegungsabläufen zu tun. da ist eigentlich immer Selbst-Beobachtung, Spüren, Probieren, Konklusion, Verbesserung dabei. dass das ganz ohne Gedankenimpulse laufen sollte, so komplex, kann ich gerade nicht sehen

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Re: autopilot

Postby Matthew » Tue Dec 19, 2017 9:58 pm

Und ich finde immer noch dass das Denken an verschiedene Personen verschiedenste Gefühle auslöst. Bei einem Menschen deutliches Genervtsein, beim anderen Wehmut, bei einem anderen Liebe oder Freude. auch wenn schließlich ein Gedanke die Gefühle benennt tauchen sie ja aber doch auf, unterschiedlich gefärbt.
Was sind sind "Gefühle" im direkten Erleben?

Sind sie etwas außerhalb von Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, (körperlichem) Empfinden und beobachteten Gedanken?


Oft mach ich genau denselben Mist wieder.
Die Story wiederholt sich also.
Ist da ein Wunsch, dass die Story in Zukunft anders/"besser" ablaufen sollte?


meine Arbeit hat eigentlich va mit Einstudieren, Optimieren von Bewegungsabläufen zu tun. da ist eigentlich immer Selbst-Beobachtung, Spüren, Probieren, Konklusion, Verbesserung dabei. dass das ganz ohne Gedankenimpulse laufen sollte, so komplex, kann ich gerade nicht sehen
Das ist alles schön und gut!
Hast du schon einmal ohne jede Anwesenheit/Zuhilfenahme Gedanken gesungen?
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Re: autopilot

Postby novembergirl » Wed Dec 20, 2017 9:44 am

Die Story wiederholt sich also.
Ist da ein Wunsch, dass die Story in Zukunft anders/"besser" ablaufen sollte?
klar!
Was sind sind "Gefühle" im direkten Erleben?
Sind sie etwas außerhalb von Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, (körperlichem) Empfinden und beobachteten Gedanken?
Empfinden plus Gedanke, würd ich auch sagen. manchmal ist es ja schwer eine Empfindung adäquat zu benennen.
das Empfinden nur auf körperliches Empfinden festzulegen, hm , weiß nicht. nachdem Körper sich als nichts festes, abgegrenztes herausgestellt hat. die vielen Energien die da wabern und der Herzraum, der manchmal so weit wahrgenommen wird, hab dafür keine adäquaten Worte. Empfindungen, spürbar, irgendwo hier
Das ist alles schön und gut!
Hast du schon einmal ohne jede Anwesenheit/Zuhilfenahme Gedanken gesungen?
klar. bestimmt. aber das ist so komplex und multitask was da abgeht, spielen, Hände, Füße, Text, Atmen, da seh ich nicht immer ob und wann mal ein Gedanke vorbeiflattert. beim Üben und Unterrichten werden halt Gedanken auch bewusst eingesetzt. und manchmal spult es einfach stundenlang ab während das innere Kino was ganz anderes spielt. In den kurzen Pausen dazwischen frag ich mich jetzt gerne, war da ein Ich. bisher hab ich keins gefunden. das bringt immer wieder Freude und Erleichterung. dass es (wahrscheinlich) schon die ganze Zeit ohne Ich läuft ist lustig. Alles Verrenken und Tun-Wollen und Scheitern war auch ohne Ich. Und das freie scheinbar Ich-lose im flow sein unterscheidet sich nur dadurch, dass weniger bis keine Gedanken über Ich dabei waren oder dass solchen Gedanken keine weiteren Interpretations-Gedanken folgten.


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