Lieber Truthcounts,
danke für Deinen letzten Beitrag!
Ok, nun verstehe ich, dass Du meinst, dass ein Hinweisschild "Ich" überflüssig ist,
Es hat mich sehr gefreut zu lesen dass Du meinen letzten Erklärungsversuch verstehen konntest.
Meinst Du also, wenn Form, Farbe oder Geräusche dem Muster "Mensch" ähneln, dann ist es selbstverständlich, dass ein "Ich" darinnen sitzt.
Ich meinte eher dass wir Menschen so erzogen wurden das Wort Ich zum sprechen zu benutzen. Durch ständiges wiederholen des vorgesetzten Ich-Wortes (ich tue dies, ich habe das, ich hörte jenes, usw) entsteht diese Ich-Identifikation sogar in der Gedankenwelt. Meiner heutigen Meinung nach sitzt da kein "Ich" darinnen. Das "Ich" ist ein erlerntes Gebilde dass ich in meiner frühen Kindheit annehmen musste um die elterliche Versorgung zu erfahren. In der Kindlichen Abhängigkeit musste ich diese Identifikation mit einem Selbst erlernen um reale positive Gefühle (durch Nahrung, Zuneigung,...) zu erfahren. Dadurch ist diese Bindungsangst/Anpassung erst entstanden... Dieses Ich/Selbst musste ich anerkennen und integrieren (obwohl es nur ein sprachliches/überflüssiges Konstrukt darstellt), um mir die Versorgung durch reelle Gefühle zu sichern.
Mein präverbales Bindungstrauma ist mir Heute Bewusst. Es erklärt mir warum ich mich schon so früh, nonverbal angepasst habe.
Schau Dir die Emoticons auf Deinem Messenger an - reichen nicht schon diese simplen Smileys oder anders verzogenen Smartie-Gesichter aus, um in uns das gleiche auszulösen, wie ein ähnlich verzogenes echtes Gesicht? Oder wenn Du einen Menschen auf dem Bildschirm oder Leinwand agieren und sprechen siehst - ist dann da auch schon ein "Ich"? Oder wenn Du in den Spiegel schaust - ist da ein Ich gegenüber im Spiegel?
Nein, da befinden sich keine Ichs. Was passiert ist dass ich ein reelles Mitgefühl empfinde. Dieses menschliche Verhalten wird auch mit den Spiegelneuronen erklärt. Andere nennen es auch "in Resonanz gehen".
Und wie ist das mit der Ortung? Ist da wirklich ein Abstand zwischen dem Sehen, etwas Gesehenem und einem scheinbaren Seher?
Ich kann keine Ortung vornehmen. Es ist auch kein Abstand erkennbar zwischen Sehen, das was gesehen wird und einer angeblichen Identität die sieht. Alles ist eins und geschieht simultan im Augenblick.
Ist das Bewusstsein über eine Erscheinung nicht gleichzeitig in der Erscheinung?
Ich würde nach meinem Verständnis Deine Frage mit ja antworten.
Kannst Du mir bitte die Wörter Bewusstsein und Erscheinung definieren?
Gibt es je in Deinem Leben eine andere Aussicht als von scheinbar hinter Deinen Augen aus.
Nein.
Was ist wahrzunehmen, wenn Du die Sicht auf diese scheinbare Senke des Schauens ausrichtest, d. h. dahin schaust, von wo aus scheinbar gesehen wird?
Ich kann keinen Ort wahrnehmen von dem aus gesehen wird. Sehen passiert einfach, und es wird auch etwas gesehen. Aber kein Ort von wo aus ein vermeintlicher Seher sieht.