prima, bin jetzt auch durch mit allem, was wir geschrieben haben.
Hier meine Bilanz:
Ich habe die Ich-Illusion in sofern durchschaut, dass ich in vielen Situationen genau hinschauen kann und entdecke, dass Gedanken eine Verbindung aus Gefühlen, Erinnerungen und Bildern "ich" nennen und dass da einfach nicht mehr dahintersteckt. Kein wahres Ich, keine Berufung, kein tieferer Sinn, kein höheres Bewusstsein oder irgendeine andere Bedeutung...
Etwas genauer ausgeführt, entlang Deiner Fragen:
- Ich habe gelernt, dass meine Gedanken nicht die ganze Welt ausmachen, dass es noch viel mehr gibt.Was hat sich gegenüber Deiner Ankunft hier im Forum bei Dir verändert[?]
- Wenn ich an mich denke, merke ich sehr schnell, dass es das, was ich bisher mit "ich" meinte, gar nicht gibt. Meistens ist dann da ein Gefühl und ein Gedanke, der sich auf das Gefühl bezieht, woraus der Eindruck entsteht, dass hätte mit einem Ich zu tun oder sonst eine größere Bedeutung. Dabei wird erkannt, dass das nicht wahr ist. Erfahrungen von Gedanken, Gefühlen, Sehen und Hören sind da, mal ist das eine mehr im Vordergrund, dann das andere. Oft werden sie zu einem Ich gebildet, aber auch sehr oft fällt auf, dass es das Ich nicht gibt. Gedanken nennen Ansammlungen von Gefühlen, Bildern, Erinnerungen und Vorstellungen "Ich" und oft verfalle ich dem auch noch.
- Ich beginne zu merken, wie grundlegend das sein kann. Heute hatte ich ein Erlebnis, wo unklar war, ob ich Gabriel oder Gabriels Sohn bin. Da waren hauptsächlich Gefühle, Gedanken und Menschen und die Gedanken und Gefühle gehörten zu keinem der beiden Menschen, sie waren einfach da. Und irgendwo dabei auch der Eindruck eher Gabriels Sohn zu sein...
- Eine grundlegende Traurigkeit.was ist geblieben?
- Ziemlich viele Gedanken, denen oft auch noch wie früher in Form eines Ichs gefolgt wird.
- Ansonsten ist alles andere einfach so da, wie schon immer, nur irgendwie grundlegender, realer, näher und echter.
Heute ging mit durch den Kopf, dass die Fluchtmöglichkeiten weggefallen sind. Jetzt bin ich hier (mit ich meine ich die Erfahrungen des Sehens, der Gedanken, usw.) und kann nicht mehr raus in Phantasien, wie zum Beispiel darüber, was ich eines Tages tolles sein werde oder eigentlich schon bin oder so.
- Immer weniger... Heute ging mir kurz durch den Kopf, dass ich auch einfach aufhören könnte, etwas zu suchen, wenn ich so deutlich gemerkt habe, dass da nichts ist.Fehlt noch etwas?
- Das Gefühl, angekommen zu sein. Vielleicht habe ich hier auch falsche Erwartungen.
- Dem Ich nicht mehr zu verfallen. Vielleicht auch falsche Erwartungen.
- Über eine Sache aus unserer Konversation bin ich noch gestolpert: Du hast mal geschrieben: "Gibt es überhaupt etwas anderes als Information? Gibt es tatsächliche Objekte, oder hast Du nur Zugang zu Information über scheinbare Objekte?"
Ich weiß nicht wirklich, was damit gemeint ist. Ich würde sagen, dass man nur Zugang über die Erfahrung auf Objekte hat. Anfassen, Ansehen, Hören, Gedanken... Das ist das, was da ist. Meintest Du noch etwas anderes damit?
Liebe Grüße
Gabriel

