Es wird ein Glas woanders hingestellt - dazu braucht es kein "Ich", aber ein "Das"?
- Es braucht den Körper, um das Glas zu verschieben (ohne Körper/Hand kein verschieben)
- Und es braucht den BELEBTEN Körper.
- Und die Fähigkeit, ein Glas zu verschieben (Mensch kann das, Ameise nicht).
Es braucht irgendein ‚das‘, ja. In dem Beispiel einen Menschen.
Sind das nicht beides nur Konzepte?
Nein. ‚Das‘ ist kein Konzept, sondern das, was ist. Der Körper ist, die Hand ist, das Geschehen ist. ‚Ich‘ ist ein Konzept.
Also sind wir nicht mehr auf der Suche nach einem "Ich", das Dinge beeinflusst, sondern nach einem "Das", das Dinge beeinflusst?
Der Körper braucht ja nicht gesucht werden, ‚das-hier‘, was Andrea genannt wird muss ja nicht gesucht werden. Das wird hier nicht gesucht. Auch nicht das Ich. Aber die Suche herauszufinden, wie Kontrolle geschieht (etwas abläuft, das wie Kontrolle wahrgenommen wird), ohne dass da jemand ist, der kontrolliert.
Wenn ohne Gedanken kein Ich da ist, was ist dann im gleichen Moment mit dem Eindruck von Kontrolle?
In dem Moment ist kein solcher Eindruck vorhanden. Wenn kein Gedanke da ist wie ‚ich kontrolliere‘, dann ist auch kein Glaube daran da. Glaube kann nur als Gedanke existieren. In dem Moment ist nur Wahrnehmung da, nur Geschehen.
Der Eindruck von Kontrolle entsteht durch den Ablauf von Zeit. Einige Gedanken geschehen, etwas wird getan, was zu den Gedanken sinngemäss passt und anschliessend geschehen wieder Gedanken ‚ich habe das gemacht, ich konnte es bewirken, ich hatte Kontrolle, das zu tun‘.
Das Rätsel ‚für mich‘ ist, dass im Zeitablauf Gedanken und Geschehnisse zusammenpassen und das ohne Ich! Wie geht das?
Vielleicht sind Gedanken einfach bloss die Fähigkeit, Geschehnisse zu kommentieren? Für alle Gedanken, die im Nachhinein auftauchen zu etwas, macht das Sinn. Aber was ist mit denen, die im Voraus auftauchen? Wie kann komplett ohne Steuerung so häufig etwas Geschehen, was vorher gedacht wurde??
Was ist mit Ursache und Wirkung, was mit Beeinflussung, so ganz ohne Gedanken?
Ursache und Wirkung läuft jedenfalls AUCH ohne Gedanken ab. Das sieht man ja z.B. bei Tieren. Aber auch beim Menschen hat etwas, das man tut – auch ohne dabei zu denken – dann Auswirkungen, beeinflusst irgendetwas anderes. Aber diese Tatsache klärt ja noch nicht die Sache mit den gezielten Gedanken ‚ich werde Spanisch lernen‘ und dann lernt ‚ich‘ Spanisch, eben dieses Umsetzen von etwas ganz gezielt.
Es braucht keine Ich-Geschichte, aber es braucht doch Gedanken, die mit den Handlungen zusammenpassen, Gedanken, die sich wiederholen/wiederkommen (‚sich erinnern‘).
Wenn alles reine Programmierung ist, was abläuft, dann ist da ja immer noch die Wahrnehmung, DASS etwas abläuft. Es kann nicht geleugnet werden, dass wahrgenommen wird. Da ist Bewusstheit.
Aber Wahrnehmung selbst kontrolliert nicht, Wahrnehmung nimmt einfach bloss wahr.