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Re: Direct Pointing mit Tom (oder so :-) - falls Du Zeit has

Posted: Wed May 14, 2014 5:19 pm
by Tompi
Kontrolle heisst für mich z.B. sich etwas vornehmen und dann wird es so umgesetzt
Dann fangen wir mal vorne an und sehen uns dieses "sich etwas vornehmen" an. Du nimmst Dir also etwas vor, das umgesetzt werden soll. Wie genau geschieht das? Woher kommt der Impuls dazu? Wie hast Du entschieden, dass Du Dir genau das jetzt vornehmen willst? Untersuche das bitte nochmal an einem ganz konkreten Beispiel (also nicht theoretisch und allgemein) und beschreibe diese Untersuchung detailliert.

Re: Direct Pointing mit Tom (oder so :-) - falls Du Zeit has

Posted: Thu May 15, 2014 7:31 am
by Andrea_
Du nimmst Dir also etwas vor, das umgesetzt werden soll. Wie genau geschieht das?
1. Ich sitze da und denke: „Was könnte ich mir jetzt vornehmen umzusetzen?“ und warte ab, was auftaucht.
2. Der Gedanke taucht auf: „Ich laufe ins Wohnzimmer und streichle meine Katze Miki.“
3. Der Körper erhebt sich aus dem Bürostuhl im Schlafzimmer, geht ins Wohnzimmer und die Hand streichelt Miki.
Woher kommt der Impuls dazu?
Dieser tauchte als Gedanke aus dem Nichts aus (oder woher auch immer). Dass ich mich fragte war, weil ich zuvor/gestern Deine Mail gelesen hatte und heute daran gedacht habe.
Wie hast Du entschieden, dass Du Dir genau das jetzt vornehmen willst?
Nachdem der Gedanke auftauchte, war der Gedanke da: „Das ist gut, das mache ich.“
Um auf Ideen zu kommen ist es ein Abwarten, d.h. da Sitzen, sich die Frage stellen und warten, was einem ‚in den Sinn‘ kommt, also auftaucht.

Es geht auch extrem schnell, z.B.
1. Idee/Gedanke: Hand heben
2. Und zack, praktisch gleichzeitig hebt sich die Hand – da laufen also keine weiteren Gedanken ab, es geschieht sofort; im Nachhinein steigen wieder Gedanken auf (z.B. ‚es funktioniert‘)

Re: Direct Pointing mit Tom (oder so :-) - falls Du Zeit has

Posted: Thu May 15, 2014 6:19 pm
by Andrea_
Wenn ich zur Katze hinlaufe gibt es in keiner Sekunde eine Sicherheit, dass ich dort ankomme.

Nicht nur wegen ‚äusserlichem‘ (Herzinfarkt, Türglocke klingelt, Meteorit fällt auf das Haus etc.), sondern es kann auch sein, dass einem auf einmal irgendein Gedanke durch den Kopf schiesst, z.B.
‚oh nein, gestern war das und das und ich habe ja ganz vergessen, dass ich noch xy muss..‘ So eine Art Schreckmoment zum Beispiel, wo das, was vorher war/geplant war, mit einem Schlag vergessen ist und man kehrtum macht oder innehält, stehenbleibt… was anderes tut.

Es kann einen in jeder Sekunde des Lebens in irgendwas gedanklich wegziehen, darüber hat man keine Kontrolle, das kann man nicht verhindern.

Es könnte sogar auch sein, dass auf dem Weg plötzlich eine Verzweiflung kommt ‚ also statt eines Gedankens plötzlich ein Gefühl auftaucht (wobei ich glaube, dass dem dann auch ein Gedanke vorangeht), z.B. könnte man auf einmal in einen Zweifel geraten ‚Wieso mache ich den Mist überhaupt…?‘ und man bricht ab. Alles ist möglich! Das ist mir jetzt nicht passiert. :) Ich bin bloss am überlegen, warum da nicht wirklich eine Kontrolle ist …

Ich glaube immer noch, dass die Chancen jeweils Recht hoch sind, dass etwas gemäss vorheriger Gedanken/Pläne eintreffen wird oder kann… aber dieser Glaube muss ja auch nicht weg, oder? Der ist ja auch unabhängig von einem Ich da. Ein Glaube ist auch nur ein Gedanke.

Re: Direct Pointing mit Tom (oder so :-) - falls Du Zeit has

Posted: Thu May 15, 2014 9:55 pm
by Tompi
1. Ich sitze da und denke: „Was könnte ich mir jetzt vornehmen umzusetzen?“ und warte ab, was auftaucht.
2. Der Gedanke taucht auf: „Ich laufe ins Wohnzimmer und streichle meine Katze Miki.“
3. Der Körper erhebt sich aus dem Bürostuhl im Schlafzimmer, geht ins Wohnzimmer und die Hand streichelt Miki.
Ok. Einerseits heißt das also, dass das umgesetzt wurde, was sich vorgenommen wurde. Nach Deiner Definition ist das Kontrolle. Du beschreibst aber auch, dass alles, was zu der Umsetzung und auch zu dem Vornehmen gehört, aus dem Nichts aufgetaucht ist. Insbesondere taucht zu keinem Moment eine Beschreibung auf, dass Du irgendetwas davon kontrolliert gemacht hast. Da ist kein Entscheidungsprozess welcher Gedanke gedacht werden soll, sondern es tauchte einfach ein Gedanke auf. Wenn Du dann beschreibst was der Körper tut, hört sich das eher nach einem Zusehen bei einem automatischen Vorgang an, als nach etwas, das von Dir gemacht wird.

Hattest Du irgendeinen Einfluss auf das was geschehen ist?
Ich glaube immer noch, dass die Chancen jeweils Recht hoch sind, dass etwas gemäss vorheriger Gedanken/Pläne eintreffen wird oder kann
Die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass Vorgänge im Nachhinein (!) als geplant und erfolgreich ausgeführt beschrieben werden. Das ist hier aber gar nicht die entscheidende Frage. Wir suchen hier nach einer Instanz, die in irgendeiner Form auf diese Vorgänge einwirken könnte. Die zum Beispiel bestimmen könnte welcher Gedanke / Plan auftaucht. Oder die dem Körper befehlen könnte irgendetwas zu tun, damit der Plan ausgeführt wird. Findest Du diese Instanz in Deinem Erleben? Hatte sie irgendetwas mit dem Katze streicheln zu tun?

Re: Direct Pointing mit Tom (oder so :-) - falls Du Zeit has

Posted: Fri May 16, 2014 8:18 pm
by Andrea_
Da ist kein Entscheidungsprozess welcher Gedanke gedacht werden soll, sondern es tauchte einfach ein Gedanke auf.
Es könnte einen Entscheidungsprozess geben, wenn 2 Gedanken auftauchen und einer ausgewählt wird, 'etwas' wählt aus, was ist es? Die Entscheidung fällt einfach? Jedenfalls wird sie dann gefällt, ob nun mit oder ohne ein Ich.
Hattest Du irgendeinen Einfluss auf das was geschehen ist?
Das Schwierige hier ist dieses 'Du'. Ich finde ja nichts. Nichts Separates, Eigenständiges. Aber das-hier-alles, Körper-Gedanken-Geist-hier tut und 'das' hat Einfluss. Z.B. ein Glas wird woanders hingestellt. 'Das' hatte Einfluss, dass das Glas nun woanders steht.
Die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass Vorgänge im Nachhinein (!) als geplant und erfolgreich ausgeführt beschrieben werden.
Ja, das Verwirrende ist aber, dass Gedanken so oft zu den Handlungen passen und das nicht erst im Nachhinein, sondern vorher (das sich-vornehmen), währenddessen (konzentriert etwas ausführen, bei etwas bleiben, dort z.B. den Gedanken auch wiederholen) UND im Nachhinein so kommentieren. Es besteht ein Zusammenhang zwischen den Gedanken und dem was geschieht. Wie kommt der bloss zustande, wenn da rein gar nichts ist? Ich meine, wenn sich vorgenommen wird, die Katze zu streicheln geschieht z.B. ja DAS und nicht, dass plötzlich das Kissen gestreichelt wird - das Interne, die Gedanken, der Plan, was man sich vorgenommen hat, passt dann zusammen zu dem was konkret geschieht, ausgeführt wird, es ist nicht rein zufällig oder oft verschieden, sondern deckt sich sehr, sehr oft. Und so entsteht das Gefühl und der Eindruck eines 'ich', das dies tut.

Gleichzeitig kann ich im ERLEBEN keine Instanz finden. Im ERLEBEN ist immer nur Wahrnehmung, das Wahrgenommene zu finden; Körper, Gedanken, Gefühle, Gesehenes, Gehörtes...
Oder die dem Körper befehlen könnte irgendetwas zu tun, damit der Plan ausgeführt wird. Findest Du diese Instanz in Deinem Erleben? Hatte sie irgendetwas mit dem Katze streicheln zu tun?
Das Merkwürdige ist, dass ich eben diese Instanz im ERLEBEN nicht finden kann und dennoch tut der Körper (sehr oft) das, was die Gedanken sagen.

Vorhin lag ich auf dem Bett und auf einmal war mir wieder einmal ganz klar, dass ohne Gedanken kein Ich vorhanden ist. Es existiert einfach nicht - ausser als Gedanke. Ohne Geschichte, ohne Gedankenstrom, in den Gedankenlücken ist da niemand! Meine Geschichte, 'ich' existiere gar nicht! Ausser eben dort als Vorstellung, als Gedankenablauf. Es ist so merkwürdig! Dies ist teilweise so intensiv und so am 'rattern', aber dadurch ist es auch nicht mehr existent - aber es kommt einem mehr so vor. Die Illusion ist dann quasi viel stärker.

Es ist so komisch hier, das einerseits zu erkennen und dennoch nicht sagen zu können 'ich habe über rein gar nichts Kontrolle', weil dieser Eindruck nicht da ist. Ausser Verwunderung darüber, wie absurd das ist, weil etwas, was nicht existiert auch keine Kontrolle haben KANN und das klar ist. Wie kann hier einerseits die Erkenntnis sein, dass da kein Ich ist und gleichzeitig ein nicht-durchschauen, dass ein nicht vorhandenes ich auch nichts kontrollieren kann??

Re: Direct Pointing mit Tom (oder so :-) - falls Du Zeit has

Posted: Sun May 18, 2014 10:31 am
by Andrea_
Hab Deinen Quatsch-Eintrag gelesen... Vielleicht kennst Du Barbara Vödischs Bücher schon? Kein Quatsch. Du kannst auch als 'Erleuchteter' (obwohl es den gar nicht gibt) noch Bücher geniessen. :-)

Re: Direct Pointing mit Tom (oder so :-) - falls Du Zeit has

Posted: Mon May 19, 2014 9:38 pm
by Tompi
Aber das-hier-alles, Körper-Gedanken-Geist-hier tut und 'das' hat Einfluss. Z.B. ein Glas wird woanders hingestellt. 'Das' hatte Einfluss, dass das Glas nun woanders steht.
Also sind wir nicht mehr auf der Suche nach einem "Ich", das Dinge beeinflusst, sondern nach einem "Das", das Dinge beeinflusst? Es wird ein Glas woanders hingestellt - dazu braucht es kein "Ich", aber ein "Das"? Sind das nicht beides nur Konzepte? Und es ist nicht so, dass ich nicht verstehen würde, was Du mit "Das" meinst.
Das Merkwürdige ist, dass ich eben diese Instanz im ERLEBEN nicht finden kann und dennoch tut der Körper (sehr oft) das, was die Gedanken sagen.

Vorhin lag ich auf dem Bett und auf einmal war mir wieder einmal ganz klar, dass ohne Gedanken kein Ich vorhanden ist. Es existiert einfach nicht - ausser als Gedanke. Ohne Geschichte, ohne Gedankenstrom, in den Gedankenlücken ist da niemand! Meine Geschichte, 'ich' existiere gar nicht! Ausser eben dort als Vorstellung, als Gedankenablauf. Es ist so merkwürdig! Dies ist teilweise so intensiv und so am 'rattern', aber dadurch ist es auch nicht mehr existent - aber es kommt einem mehr so vor. Die Illusion ist dann quasi viel stärker.

Es ist so komisch hier, das einerseits zu erkennen und dennoch nicht sagen zu können 'ich habe über rein gar nichts Kontrolle', weil dieser Eindruck nicht da ist. Ausser Verwunderung darüber, wie absurd das ist, weil etwas, was nicht existiert auch keine Kontrolle haben KANN und das klar ist. Wie kann hier einerseits die Erkenntnis sein, dass da kein Ich ist und gleichzeitig ein nicht-durchschauen, dass ein nicht vorhandenes ich auch nichts kontrollieren kann??
Dazu nochmal das Fernseh-Gleichnis: es sieht zwar so aus, als wenn Superman gerade in Deinem Wohnzimmer ist, aber wenn Du ganz nah ran gehst siehst Du, dass da nur bunte Farbpunkte sind. Obwohl Du das weisst, wirst Du vom Sofa aus aber trotzdem Superman sehen. Du findest sogar seinen Röntgenblick logisch, weil Superman sowas nun mal kann. Trotzdem gibt es weder Superman noch Röntgenblick. Da sind einfach nur Lichtpunkte.

Wenn ohne Gedanken kein Ich da ist, was ist dann im gleichen Moment mit dem Eindruck von Kontrolle? Was ist mit Ursache und Wirkung, was mit Beeinflussung, so ganz ohne Gedanken?

Re: Direct Pointing mit Tom (oder so :-) - falls Du Zeit has

Posted: Tue May 20, 2014 6:49 pm
by Andrea_
Hallo

Ich hatte heute 10 Stunden Revisoren bei uns und morgen kommen die nochmals, bin also frühestens morgen Abend oder sonst am Donnerstag imstande mit Bedacht und genau hinzusehen, im Moment etwas 'plemplem' vom Tag.

Spontan fällt mir nur zum Stichwort Lichtpunkte ein, dass wir ja im Grunde auch nichts anderes sind als Atome, d.h. letzlich ist ALLES nicht das, was es zu sein scheint und es gibt ALLES nicht und was soll ein Atom kontrollieren? Nichts. Alles bloss Einbildung.

Re: Direct Pointing mit Tom (oder so :-) - falls Du Zeit has

Posted: Wed May 21, 2014 7:21 pm
by Andrea_
Es wird ein Glas woanders hingestellt - dazu braucht es kein "Ich", aber ein "Das"?
- Es braucht den Körper, um das Glas zu verschieben (ohne Körper/Hand kein verschieben)
- Und es braucht den BELEBTEN Körper.
- Und die Fähigkeit, ein Glas zu verschieben (Mensch kann das, Ameise nicht).

Es braucht irgendein ‚das‘, ja. In dem Beispiel einen Menschen.
Sind das nicht beides nur Konzepte?
Nein. ‚Das‘ ist kein Konzept, sondern das, was ist. Der Körper ist, die Hand ist, das Geschehen ist. ‚Ich‘ ist ein Konzept.
Also sind wir nicht mehr auf der Suche nach einem "Ich", das Dinge beeinflusst, sondern nach einem "Das", das Dinge beeinflusst?
Der Körper braucht ja nicht gesucht werden, ‚das-hier‘, was Andrea genannt wird muss ja nicht gesucht werden. Das wird hier nicht gesucht. Auch nicht das Ich. Aber die Suche herauszufinden, wie Kontrolle geschieht (etwas abläuft, das wie Kontrolle wahrgenommen wird), ohne dass da jemand ist, der kontrolliert.
Wenn ohne Gedanken kein Ich da ist, was ist dann im gleichen Moment mit dem Eindruck von Kontrolle?
In dem Moment ist kein solcher Eindruck vorhanden. Wenn kein Gedanke da ist wie ‚ich kontrolliere‘, dann ist auch kein Glaube daran da. Glaube kann nur als Gedanke existieren. In dem Moment ist nur Wahrnehmung da, nur Geschehen.

Der Eindruck von Kontrolle entsteht durch den Ablauf von Zeit. Einige Gedanken geschehen, etwas wird getan, was zu den Gedanken sinngemäss passt und anschliessend geschehen wieder Gedanken ‚ich habe das gemacht, ich konnte es bewirken, ich hatte Kontrolle, das zu tun‘.

Das Rätsel ‚für mich‘ ist, dass im Zeitablauf Gedanken und Geschehnisse zusammenpassen und das ohne Ich! Wie geht das?

Vielleicht sind Gedanken einfach bloss die Fähigkeit, Geschehnisse zu kommentieren? Für alle Gedanken, die im Nachhinein auftauchen zu etwas, macht das Sinn. Aber was ist mit denen, die im Voraus auftauchen? Wie kann komplett ohne Steuerung so häufig etwas Geschehen, was vorher gedacht wurde??
Was ist mit Ursache und Wirkung, was mit Beeinflussung, so ganz ohne Gedanken?
Ursache und Wirkung läuft jedenfalls AUCH ohne Gedanken ab. Das sieht man ja z.B. bei Tieren. Aber auch beim Menschen hat etwas, das man tut – auch ohne dabei zu denken – dann Auswirkungen, beeinflusst irgendetwas anderes. Aber diese Tatsache klärt ja noch nicht die Sache mit den gezielten Gedanken ‚ich werde Spanisch lernen‘ und dann lernt ‚ich‘ Spanisch, eben dieses Umsetzen von etwas ganz gezielt.

Es braucht keine Ich-Geschichte, aber es braucht doch Gedanken, die mit den Handlungen zusammenpassen, Gedanken, die sich wiederholen/wiederkommen (‚sich erinnern‘).

Wenn alles reine Programmierung ist, was abläuft, dann ist da ja immer noch die Wahrnehmung, DASS etwas abläuft. Es kann nicht geleugnet werden, dass wahrgenommen wird. Da ist Bewusstheit.
Aber Wahrnehmung selbst kontrolliert nicht, Wahrnehmung nimmt einfach bloss wahr.

Re: Direct Pointing mit Tom (oder so :-) - falls Du Zeit has

Posted: Thu May 22, 2014 7:32 am
by Andrea_
Habe nachgedacht, worüber mir klar ist, keine Kontrolle zu haben.

Zum Beispiel:
- Über das, was wahrgenommen wird (ob ich etwas wahrnehme oder nicht)
- Ob gedacht, gefühlt wird oder nicht.
- Was genau in welchem Moment gedacht oder gefühlt wird.
- Ob aufgewacht wird morgens oder nicht.
- Ob tatsächlich etwas geschieht oder nicht (auch wenn es geplant, gezielt angegangen, vorgenommen wurde)
- den Körper (Atmung, Herzschlag, ob er am leben bleibt, gesund bleibt etc. sogar wenn ‚ich‘ mich bemühe, gesund esse, mich bewege, ist es keine Kontrolle oder Garantie, dass er dann gesund bleibt).

Re: Direct Pointing mit Tom (oder so :-) - falls Du Zeit has

Posted: Thu May 22, 2014 2:58 pm
by Andrea_
Gibt es ein Ich?

Nein.

Hat Ich dann Kontrolle?

Nein. - Was es nicht gibt, kann keine Kontrolle haben.

Wie geschieht dann das, was auf das Illusionen-Ich wie Kontrolle wirkt? Wie kann ‚Andrea‘ eine Ausbildung mit Abschluss machen??

Offenbar funktionieren manche Dinge einfach ohne Ich.

Hmm, ALLES funktioniert ohne Ich. Weil nirgends eins ist. Aber wie?

Muss ich das überhaupt wissen? Kann ich es überhaupt jemals verstehen? Muss ich da überhaupt weiter drüber nachdenken??

Wie soll ‚ich‘ das Geheimnis des Lebens enträtseln? V.a. wo das Ich auch nur ein weiterer Gedanke ist. Wieso soll ‚ich‘ den Gedankenstrom weiter strapazieren? Können wir das nicht einfach bleiben lassen??

‚Ich‘ muss das doch gar nicht wissen. Und es spielt auch keine Rolle, ob ‚ich‘ weiter das Gefühl hat, es hätte Kontrolle. Es geht eh seinen Lauf. Denkt ‚ich‘ halt, es könne etwas umsetzen und mal schafft es das mal nicht, Hauptsache es hat Spass dran. Oder auch nicht.

Wenn da gedacht wird ‚ich muss herausfinden, wie das mit der Kontrolle funktioniert‘, ist das doch auch bloss ein Gedanke. Wozu? Wer soll das müssen? Was soll sein, wenn es nicht herausgefunden wird? Dann ist auch einfach bloss Jetzt. Völlig egal, was gedacht wird, es bleibt immer bloss Gedanke. Immer bloss Gedanke im Jetzt auftauchend, egal ob ich hier bei LU schreibe oder mit meinem Chef herumscherze. Immer nur jetzt, egal was abläuft und wahrgenommen wird. Und die Geschichte ist immer nur als Gedanke vorhanden. Und das rumgrübeln über Kontrolle auch. Spielt es eine Rolle?

Re: Direct Pointing mit Tom (oder so :-) - falls Du Zeit has

Posted: Fri May 23, 2014 9:57 am
by Tompi
Es war sehr spannend zu lesen, wie Du Deine eigenen Gedanken zu Ende gedacht hast. Und es war anscheinend gut, sich da nicht einzumischen. :)
Wie geschieht dann das, was auf das Illusionen-Ich wie Kontrolle wirkt? Wie kann ‚Andrea‘ eine Ausbildung mit Abschluss machen??
Offenbar funktionieren manche Dinge einfach ohne Ich.
Hmm, ALLES funktioniert ohne Ich. Weil nirgends eins ist. Aber wie?
Muss ich das überhaupt wissen? Kann ich es überhaupt jemals verstehen? Muss ich da überhaupt weiter drüber nachdenken??
Genau so ist es: alles funktioniert ohne Ich. Sogar das Nachdenken darüber, wie es dann funktionieren kann. Kannst DU etwas dafür oder dagegen tun? Nein. Wie auch?! Du hast vollkommen recht:
‚Ich‘ muss das doch gar nicht wissen. Und es spielt auch keine Rolle, ob ‚ich‘ weiter das Gefühl hat, es hätte Kontrolle. Es geht eh seinen Lauf. Denkt ‚ich‘ halt, es könne etwas umsetzen und mal schafft es das mal nicht, Hauptsache es hat Spass dran. Oder auch nicht.
Nachdenken kann geschehen. Das Gefühl von Kontrolle kann geschehen. Oder auch nicht. :)
Wenn da gedacht wird ‚ich muss herausfinden, wie das mit der Kontrolle funktioniert‘, ist das doch auch bloss ein Gedanke. Wozu? Wer soll das müssen? Was soll sein, wenn es nicht herausgefunden wird? Dann ist auch einfach bloss Jetzt. Völlig egal, was gedacht wird, es bleibt immer bloss Gedanke. Immer bloss Gedanke im Jetzt auftauchend, egal ob ich hier bei LU schreibe oder mit meinem Chef herumscherze. Immer nur jetzt, egal was abläuft und wahrgenommen wird. Und die Geschichte ist immer nur als Gedanke vorhanden. Und das rumgrübeln über Kontrolle auch. Spielt es eine Rolle?
Volle Zustimmung. :) Natürlich können Gedanken darüber auftauchen wie Kontrolle funktioniert. So wie alle möglichen anderen Gedanken auch auftauchen. Aber:
Völlig egal, was gedacht wird, es bleibt immer bloss Gedanke.
Wie fühlt sich das an?

Re: Direct Pointing mit Tom (oder so :-) - falls Du Zeit has

Posted: Fri May 23, 2014 4:29 pm
by Andrea_
Juhui, schön dass Du mir mal ein klitzekleinwenig persönlicher geantwortet hast :-)) Obwohl es keine Person gibt. ;-)

Jedesmal, wenn es bewusst wird, ist es erleichternd. Weil dann Präsenz da ist und eine Trennung von Identifikation mit der Geschichte.

Und jetzt?

Das wusste ich ja schon zu Beginn.

Muss 'ich' jetzt 'deiner' Meinung nach noch was rausfinden?

Re: Direct Pointing mit Tom (oder so :-) - falls Du Zeit has

Posted: Fri May 23, 2014 6:25 pm
by Tompi
Und jetzt?

Das wusste ich ja schon zu Beginn.

Muss 'ich' jetzt 'deiner' Meinung nach noch was rausfinden?
Wenn Du das alles schon zu Beginn wusstest, war es vielleicht nur die Ausdrucksweise oder die Wortwahl, die sich geändert hat. Für mich transportieren Deine letzten Sätze jedenfalls etwas anderes als vorher.

Glaubst Du denn, dass es noch etwas raus zu finden gibt, oder bist Du Dir sicher die Ich-Illusion (und das Thema Kontrolle) durchschaut zu haben? Deine eigene Bestätigung ist die wichtigste.

Wenn ja, würde ich Dir gerne als Nächstes die Abschlussfragen stellen.

Re: Direct Pointing mit Tom (oder so :-) - falls Du Zeit has

Posted: Fri May 23, 2014 6:37 pm
by Andrea_
Es war die Wortwahl.

Was ich hier geschrieben habe, hätte ich von Anfang an schreiben können. Mir ist seit einigen Jahren klar, dass nichts existiert ausser das Jetzt. Keine Vergangenheit, ausser im Kopf, keine Zukunft, ausser als Gedanke. Und hier und jetzt ist nie etwas anderes zu finden als eben das, was ist.

Dennoch hat ein Prozess stattgefunden. 'Ich' habe mir noch nie so intensiv Gedanken gemacht zum Thema Kontrolle.

Dazu kommt, dass hier seit Herbst ein massives 'Absacken' in Unbewusstheit seit Herbst stattgefunden hat, nachdem vorher fast zwei Jahre erstaunlicher Frieden da war, Freude von Innen heraus, ein 'retourfallen' ins Drama, stärker Zurückfallen in Identifizierung. Und doch keine Sekunde, wo - wenn geschehen - in Präsenz nicht die Erkenntnis da war/ist.

Ob ICH es durchschaut habe mit der Kontrolle? Nein, null. ICH hat gar nichts durchschaut, ICH hat das Rätsel des Lebens nicht gelöst. Und wird es nie. (Oder?) Ob ICH den Punkt besteht mit der Frage nach Kontrolle weiss ich nicht.

Das einzige was ich sagen kann ist, das ist ein starkes Gefühl von Kontrolle immer wieder, ein Nicht-Verstehen, wie es genau funktioniert, wie das Leben funktioniert, wie überhaupt IRGENDETWAS funktioniert und dass, wann IMMER, in jedem Augenblick, wenn es 'mir' in den Sinn kommt, ich hier und jetzt präsent bin und es prüfe, NIE ein Ich zu finden ist, nur das, was ist.

Genügt das?

Ich finde ja. Das Gefühl von Kontrolle wird wohl nicht weggehen. Oder vielleicht doch, nichtmal das kann ich wissen.

Wir könnens ja probieren. Und sonst muss 'ich' weiterhirnen. Im Bewusstsein, dass es eben immer bloss Nachdenken ist, Gedanken die kommen und gehen. Vielleicht findet sich dann ja doch noch DIE Antwort.

Bis jetzt - und im jetzt :-) - kann ich jedenfalls nur so viel sagen wie hier gesagt wird.