Direct Pointing

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Martinma
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Re: Direct Pointing

Postby Martinma » Tue Jul 16, 2013 3:32 pm

Liebe Renate,
In dem Moment, in dem du denkst das deine Gedanken gelenkt
werden, wer ist da deine ?
Vielleicht ein Ich, welches sich hinter dem als Illusion erkannten Ich versteckt,
sozusagen im Hintergrund bleibt. Aber natürlich ist es das gleiche Ich, welches sich
in diesem Fall mit auftauchenden Gedanken identifiziert. Das würde heißen,
dass versucht wird, das Erkennen der Illusion zu umgehen.
Es kann aber auch sein, dass darüber zu schreiben und weder Ich noch Mein zu verwenden,
an die Grenzen des Verstandes stößt und dann doch wieder ein Ich oder Mein auftaucht,
sowohl in Gedanken als auch in Formulierungen.
Wenn ich denke, dass meine Gedanken gelenkt werden, ist dass aber nur weiterer Gedanke.
Meine Gedanken sind Gedanken, die einfach nur auftauchen. Es existiert kein Lenker und kein Denker.
Wie entsteht das Gefühl, das es deine sind?
Das Gefühl entsteht automatisch, ohne zu hinterfragen. Weil es eine bis vor kurzem
unumstößliche Tatsache war, dass es meine und mich gibt.
Martinma hat geschrieben: Dann beginne ich wieder die Suche nach dem ICH.

Renate hat geschrieben: Und? findest du es in irgend einer Form?
Nein, finde ich nicht, obschon die Versuchung auftritt, zu sagen, na, es ist der Körper.
Aber beim Nachsuchen stellt sich heraus, dass er es nicht ist. Es gibt da die Summe von
Körper, Name, Geschichte, Ort, Beruf, Familie, Überzeugungen, Eigenschaften,
die addiert dieses Ich, welches sich mit all den Dingen identifiziert, ergibt.
Also ein Gedankenkonstrukt, welches sich hartnäckig am Leben hält, materialisiert,
manchmal zu Luft wird, sich dann wieder verfestigt, dann wieder auflöst.
Martin hat geschrieben: Es ist auch nicht jeden Tag gleich.
An manchen Tagen gehen die Uebungen tiefer als an anderen.

Renate hat geschrieben: Was bedeutet "tiefer" in deinem Satz?
"Tiefer" impliziert ein "Etwas" in das es sinken kann. Schau ob du da was findest.
Tiefer hat mit subjektiver Wahrnehmung zu tun. Ein Glaube, ein Gedanke. Gemeint habe ich damit,
dass sich das Auflösen der körperlichen Grenzen z.b. stärker, tiefer anfühlt.
Oder auch, dass der Verstand nicht daran zweifelt, dass es mich nicht gibt.
Also findet subtil Identifizierung mit einem Ich statt bzw. mit einer bestimmten Vorstellung, wie
es sich ohne Ich (für mich) anfühlen sollte. Paradox.
In Wirklichkeit gibt es keinen Täter, sondern nur weiterwerden, Zweifel, Glauben etc.

Liebe Grüße
Martin

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Re: Direct Pointing

Postby Martinma » Tue Jul 16, 2013 3:33 pm

Liebe Renate,
In dem Moment, in dem du denkst das deine Gedanken gelenkt
werden, wer ist da deine ?
Vielleicht ein Ich, welches sich hinter dem als Illusion erkannten Ich versteckt,
sozusagen im Hintergrund bleibt. Aber natürlich ist es das gleiche Ich, welches sich
in diesem Fall mit auftauchenden Gedanken identifiziert. Das würde heißen,
dass versucht wird, das Erkennen der Illusion zu umgehen.
Es kann aber auch sein, dass darüber zu schreiben und weder Ich noch Mein zu verwenden,
an die Grenzen des Verstandes stößt und dann doch wieder ein Ich oder Mein auftaucht,
sowohl in Gedanken als auch in Formulierungen.
Wenn ich denke, dass meine Gedanken gelenkt werden, ist dass aber nur weiterer Gedanke.
Meine Gedanken sind Gedanken, die einfach nur auftauchen. Es existiert kein Lenker und kein Denker.
Wie entsteht das Gefühl, das es deine sind?
Das Gefühl entsteht automatisch, ohne zu hinterfragen. Weil es eine bis vor kurzem
unumstößliche Tatsache war, dass es meine und mich gibt.
Martinma hat geschrieben: Dann beginne ich wieder die Suche nach dem ICH.

Renate hat geschrieben: Und? findest du es in irgend einer Form?
Nein, finde ich nicht, obschon die Versuchung auftritt, zu sagen, na, es ist der Körper.
Aber beim Nachsuchen stellt sich heraus, dass er es nicht ist. Es gibt da die Summe von
Körper, Name, Geschichte, Ort, Beruf, Familie, Überzeugungen, Eigenschaften,
die addiert dieses Ich, welches sich mit all den Dingen identifiziert, ergibt.
Also ein Gedankenkonstrukt, welches sich hartnäckig am Leben hält, materialisiert,
manchmal zu Luft wird, sich dann wieder verfestigt, dann wieder auflöst.
Martin hat geschrieben: Es ist auch nicht jeden Tag gleich.
An manchen Tagen gehen die Uebungen tiefer als an anderen.

Renate hat geschrieben: Was bedeutet "tiefer" in deinem Satz?
"Tiefer" impliziert ein "Etwas" in das es sinken kann. Schau ob du da was findest.
Tiefer hat mit subjektiver Wahrnehmung zu tun. Ein Glaube, ein Gedanke. Gemeint habe ich damit,
dass sich das Auflösen der körperlichen Grenzen z.b. stärker, tiefer anfühlt.
Oder auch, dass der Verstand nicht daran zweifelt, dass es mich nicht gibt.
Also findet subtil Identifizierung mit einem Ich statt bzw. mit einer bestimmten Vorstellung, wie
es sich ohne Ich (für mich) anfühlen sollte. Paradox.
In Wirklichkeit gibt es keinen Täter, sondern nur weiterwerden, Zweifel, Glauben etc.

Liebe Grüße
Martin

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Re: Direct Pointing

Postby Renate » Tue Jul 16, 2013 8:55 pm

Lieber Martin
Vielleicht ein Ich, welches sich hinter dem als Illusion erkannten Ich versteckt,
sozusagen im Hintergrund bleibt. Aber natürlich ist es das gleiche Ich, welches sich
in diesem Fall mit auftauchenden Gedanken identifiziert.
Das würde heißen,dass versucht wird, das Erkennen der Illusion zu umgehen.
Du hast die Illusion bereits erkannt, das ist nur ein weiteres Gedanken und Identifikationskonstrukt.
Es kann aber auch sein, dass darüber zu schreiben und weder Ich noch Mein zu verwenden,
an die Grenzen des Verstandes stößt und dann doch wieder ein Ich oder Mein auftaucht,
sowohl in Gedanken als auch in Formulierungen.
Wenn ich denke, dass meine Gedanken gelenkt werden, ist dass aber nur weiterer Gedanke.
Meine Gedanken sind Gedanken, die einfach nur auftauchen. Es existiert kein Lenker und kein Denker.
Ja, egal wie dein Verstand es dreht oder wendet es läuft immer auf das gleiche raus.
Gedanken erscheinen. Ich mag lieber Schokolade als Zitroneneis. Wende mich hin oder wende mich ab, alles Erscheinungen von Gefühlen und Gedanken.
Also findet subtil Identifizierung mit einem Ich statt bzw. mit einer bestimmten Vorstellung, wie
es sich ohne Ich (für mich) anfühlen sollte. Paradox.
In Wirklichkeit gibt es keinen Täter, sondern nur weiterwerden, Zweifel, Glauben etc.
Da ist die Erwartung, wie es sich für dich anfühlen "sollte".
Wenn dann mal wieder ein Gefühl von Identifikation erscheint, ruft der Verstand,“da ist doch ein Ich zu finden“.
Bei dir ist Widerstand da zu akzeptieren, bei Martin ist es eben so und so. Punkt. :-)
Lasse diesen Widerstand los und akzeptiere.

Beschäftige dich mit diesem Widerstand wenn er auf taucht.
Betrachte ihn genau. Mal sehen ober er sich in Luft auflöst.

„weiterwerden“ gefällt mir.

Liebe Grüße
Renate

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Re: Direct Pointing

Postby Martinma » Thu Jul 18, 2013 8:13 pm

Hallo Renate!
Beschäftige dich mit diesem Widerstand wenn er auf taucht.
Betrachte ihn genau. Mal sehen ob er sich in Luft auflöst.
Es gibt Tage, da scheine ich keinen Zugang zu den Übungen zu finden.
So wie gestern und heute. Wohl wird die Ich-Illusion immer wieder bewusst,
aber ....

Beim Schreiben der ersten zwei Zeilen ist mir nun die Erwartungshaltung,
welche in den Zeilen steckt, bewusst geworden. Aber erst jetzt beim Schreiben,
nicht gestern oder heute, als ich scheinbar Mühe mit den Übungen hatte und
dachte, "jetzt lebst du wieder nur in den Tag hinein."
Also eine Art Widerstand, den "ich" nicht erkannte, als er auftauchte.

Wenn der Widerstand betrachtet wird, wird er gleichgültig und verschwindet.

Ich hatte in den letzten Tagen einige körperliche Probleme, welche die
Aufmerksamkeit auf den Körper lenkten und Gedanken auslösten.
Dabei tauchte folgende Frage auf:
"Es ist kein Ich zu finden. Auch nicht im Körper. Dennoch findet bei Auftreten von Schmerz
zuerst die Identifizierung Körper und Ich statt. Sehr real und sehr lokal, zum Angreifen.
Wenn die Identifizierung bewusst wird und damit gleichzeitig die Illusion des Ichs,
ist immer noch der zwickende Körper da. Vielleicht zwickt es vorübergehend etwas weniger,
werden Gedanken einfach nur als Gedanken erkannt, kein Kranker gesehen,
aber welche Verbindung besteht da zum Körper?"


Liebe Grüße
Martin

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Re: Direct Pointing

Postby Renate » Fri Jul 19, 2013 9:50 pm

Hallo Martin.

Alles was passiert erscheint in deiner Wahrnehmung.

Ob du nun übst oder voll in einem Ich-Illusions-Film steckst,
es ist vollkommen egal, in beiden Fällen gibt es kein ICH zu keiner Zeit.

Auch wenn du durch Schmerzen in eine intensive Identifikation kommst
ist auch dann kein Ich da, kein Täter.

Bringe dich bewusst in eine Ich-Identifikation.
Wie kannst du diese erzeugen?
Versuchs mal.

Liebe Grüße
Renate

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Re: Direct Pointing

Postby Renate » Fri Jul 19, 2013 9:59 pm

Nachsatz.

Ist da irgendwas Eigenständiges das dich hinder oder anregt
die Übungen zu machen?

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Re: Direct Pointing

Postby Martinma » Sun Jul 21, 2013 4:06 pm

Hallo liebe Renate!

Also diese 2 Fragen haben es in sich.
Bringe dich bewusst in eine Ich-Identifikation.
Wie kannst du diese erzeugen?
Versuchs mal.
Ich-Identifikation bewusst zu erzeugen, bringt das selbe Resultat
wie Ich-Identifikation zu hinterfragen. Nur andersherum.
Es wird beim Erzeugen von Ich-Identifikation noch augenscheinlicher, dass
es keinen Täter gibt. Sehen, Gehen, Arm heben, lesen etc. passieren einfach.
Etwas schwerer zum Durchblicken war es bei den Schmerzen. Aber nach
kurzer Zeit stellte sich auch hier heraus, dass da einfach Schmerzen sind, und nicht
ein Ich Schmerz empfindet.
Obschon Ich-Identifikation der üblichen antrainierten Denkweise entsprechen würde
und es schon leicht möglich ist, an diese vorübergehend zu glauben.
Ist da irgendwas Eigenständiges das dich hindert oder anregt
die Übungen zu machen?
Eigenständiges wurde nicht gefunden. Genau hingeschaut, taucht es einfach auf.
Ich könnte nun sagen, da ist Unruhe oder der Drang, etwas anderes zu tun, die hindert.
Aber nicht ich bin unruhig oder gehetzt, Unruhe erscheint. Kein freier Wille,
es läuft wie automatisiert ab.
Früher war es oft so, dass wenn es mir schlecht ging, dies ein Anstoß war,
etwas "Spirituelles" wie Meditation zu tun. Das steckt auch heute noch drinnen,
aber wiederum genau hingeschaut, gibt es keinen Macher oder Entscheider im
Hintergrund.
Auch könnte ich sagen, es ist meine Entscheidung die Übungen zu machen,
und die Fragen zu beantworten. Aber auch dieser Aussage fehlt die Grundlage.
Denn immer waren da zuerst Gedanken und Interpretationen. Und diese tauchen
einfach auf, ohne das ein Ich sie steuern könnte.

Ich bin nun bis Mittwoch bei meinem Bruder auf Besuch und werde wahrscheinlich
keinen Internetzugang haben.

Wünsche dir alles Gute und vielen Dank für deine wunderbare Begleitung.

Voraussichtlich bis Mittwoch abend.

Liebe Grüße
Martin

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Re: Direct Pointing

Postby Renate » Sun Jul 21, 2013 10:20 pm

Lieber Martin,
Eigenständiges wurde nicht gefunden. Genau hingeschaut, taucht es einfach auf.
Ich könnte nun sagen, da ist Unruhe oder der Drang, etwas anderes zu tun, die hindert.
Aber nicht ich bin unruhig oder gehetzt, Unruhe erscheint. Kein freier Wille,
es läuft wie automatisiert ab.
Genau so läuft es hier in diesem scheinbaren Leben.
Du bist die Leinwand und es wird ein Film gespielt.
Ohne Film wäre die Leinwand unnütz und ohne Leinwand gibt es kein Film zu sehen.

Ich denke du hast die Illusion durchschaut und brauchst nur noch
Anstöße um mehr Bewusstsein für die immer wieder gleichen Abläufe zu entwickeln.
Wir haben eine geschlossene Gruppe auf Facebook dort können wir uns noch weiter über die
Abläufe austauschen. Auch über die Frage: Was ist Ich, wenn du schreibst"Aber nicht ich bin unruhig..."
oder die anderen die wir "aufgeschoben" haben.
Ich würde dir gerne die Abschlussfragen stellen um für mich und die andern Guides
zu sehe ob und wo noch was fehlt. Ist das ok?

Liebe Grüße
Renate

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Re: Direct Pointing

Postby Martinma » Wed Jul 24, 2013 9:33 pm

Liebe Renate,

ich habe diese Woche Urlaub und bin nur heute kurz am PC, ab morgen dann
ohne PC auf der Alm. Aber vielleicht kann ich mit dem Handy antworten. Hab
das allerdings noch nie probiert.

Aber nun zu deiner Frage.
Ich hätte gesagt, zu früh. Aus bekannten Gründen - Wo bleibt
der Glücksgefühleffekt? Das Carpe Diem? Hat sich noch nicht eingestellt.
Und- zu oft ist da noch Ich-Identifizierung.
Aber da vertraue ich dir. Wenn du die Fragen stellst, werde "ich" sie
beantworten.

Die letzten Tage stellten sich noch folgende Fragen beim Üben:
Bei der bewussten Ich-Identifizierung "mein Körper" und "meine Tochter"
trat Ratlosigkeit auf und Fragen:
"Mein existiert nicht. Aber dieser Körper wird bewegt, wird gespürt,
lässt sich angreifen, waschen etc. Das, was nun schreibt, bedient sich
dieses Körpers. Irgendwie scheint da auch eine Verbindung zwischen
dem beobachtenden Geist und diesem Körper zu sein. Wem gehört er?"

"Meine Tochter sitzt mir gegenüber, spricht mit mir, teilt Freizeit mit mir.
Doch da ist wiederum kein mein und mir, nur Tochter. Wie soll das
funktionieren? Keine Geschichte?"

Liebe Grüße
Martin

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Re: Direct Pointing

Postby Renate » Thu Jul 25, 2013 10:37 am

Hallo lieber Martin.
Wo bleibt
der Glücksgefühlseffekt? Das Carpe Diem? Hat sich noch nicht eingestellt.
Und- zu oft ist da noch Ich-Identifizierung.
Da ist wieder der Widerstand gegen das was ist.
Anders gesagt, ich möchte aber ein Feuerwerk und meine Hände in den Schoß
legen und ein dauerndes Lächeln geht von einem Ohr zum Anderen.
Grundsätzlich ist gegen Widerstand nicht einzuwenden, auch er erscheint einfach
als Teil dieses Films.

Schaue dir deine Aussagen an, wie entstehen sie, was bleib übrig bei genauer Betrachtung?

Bitte ausführlich beschreiben :-)
trat Ratlosigkeit auf und Fragen:
"Mein existiert nicht. Aber dieser Körper wird bewegt, wird gespürt,
lässt sich angreifen, waschen etc. Das, was nun schreibt, bedient sich
dieses Körpers. Irgendwie scheint da auch eine Verbindung zwischen
dem beobachtenden Geist und diesem Körper zu sein. Wem gehört er?"
Genau mein/ich existiert nicht.
Wenn du genau hin schaust kommst du immer auf dieses Ergebnis.

Was würdest du machen wenn du ein Film abspielen möchtest?
Du brauchst eine Leinwand(Körper) und den Projektor (Verstand) und schon geht es los mit dem Film "Mein Leben". Das ist jetzt ein sehr reduzierter Vergleich ;-)

Ja, wem gehört der Körper? Wer lässt das Herz schlagen oder die Verdauung?
Findest du ein "Eigentümer"?
"Meine Tochter sitzt mir gegenüber, spricht mit mir, teilt Freizeit mit mir.
Doch da ist wiederum kein mein und mir, nur Tochter. Wie soll das
funktionieren? Keine Geschichte?"
Du siehst doch wie es funktioniert. Es gibt bei deiner Wahrnehmung kein ICH
und im scheinbaren Gegenüber auch keins. Alles ist Geschichte.


Ich stelle dir die Abschlußfragen auch um zu sehn wo es noch hackt.
Bitte beantworte sie in aller Ehrlichkeit, schreibe einfach was dazu erscheint.
Es gibt keine falschen Antworten ;-)

1) Gibt es irgendwo oder in irgendeiner Art und Weise ein eigenständiges "Ich", "mich" oder "Selbst"? Gab es das jemals?

2) Erkläre detailliert was die Ich-Illusion ist, wie sie entsteht und wie sie funktioniert. Benutze dazu nur Deine eigene unmittelbare Erfahrung und beschreibe es so, wie Du es jetzt gerade erlebst.

3) Wie fühlt es sich an die Illusion durchschaut zu haben? Was ist anders im Vergleich zu vor dem Dialog? Berichte aus den letzten paar Tagen.

4) Was hat Dir den letzten Schubs gegeben, um die Illusion zu durchschauen?

5) Gibt es irgendwelche Ereignisse im Leben, über die Du Kontrolle ausübst? Kannst Du über irgendetwas entscheiden, es beeinflussen oder herbeiführen? Gib ein paar konkrete Beispiele aus Deiner Erfahrung.

6) Möchtest Du noch etwas ergänzen?

Liebe Grüße
aus Dänemark

Renate

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Re: Direct Pointing

Postby Martinma » Mon Jul 29, 2013 9:39 pm

Hallo liebe Renate,

leider hat es mit dem Schreiben die letzten Tage nicht funktioniert.
Bitte noch um Geduld.

Liebe Grüße
Martin

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Re: Direct Pointing

Postby Martinma » Tue Jul 30, 2013 3:20 pm

Liebe Renate!

Die letzten Tage waren von Widerständen gekennzeichnet. Wenig üben, vielleicht auch wegen des
Urlaubs. Vielleicht auch ein wenig Angst, das Ich zu verlieren. Aber wie könnte etwas verloren gehen,
das es nicht gibt?
Ich habe jetzt einmal deine letzten Fragen beantwortet, bevor ich zu den Abschlussfragen gehe.
Schaue dir deine Aussagen an, wie entstehen sie?
Zuerst war da die Entscheidung, so etwas wie Erleuchtung zu erfahren.
Auch scheint hinter jeder Übung und jedem Schreiben eine Willensentscheidung zu stecken.
Genau hingeblickt, sind Gedanken aufgetaucht, welche zu Liberation Unleashed
und dann zum Schreiben geführt haben. Nach und nach wurde gesehen, dass es
so etwas wie einen freien Willen und eine eigene Entscheidung nicht gibt und das
ein Ich nicht zu finden ist.
Die Aussagen entstehen durch Übung und Erforschung, indem die Antworten auf die Fragen
nicht verstandesmäßig auf Grund von fremden oder vergangenen Wissen gesucht, sondern
durch direktes Erleben erfahren werden. Die Antworten werden dann aber auch logisch akzeptiert.

Zur Erforschung ist große Konzentration notwendig. Der Verstand schweift gerne ab und bewegt
sich lieber in gewohnten Bahnen. Diese Widerstände könnten auch aus einer subtilen Angst heraus
entstehen. Der Angst, das nach wie vor scheinbar vorhandene Ich zu verlieren. Und der Angst, dass
mit dem Verlust des Ichs auch Beständigkeit verloren geht. So zumindest deutet der Verstand den
Widerstand, welcher nun besonders groß erscheint.
Was bleibt übrig bei genauer Betrachtung?


Die Aussagen sind Momentaufnahmen. Eigentlich bleibt nichts übrig.
Es ist ein Wechselspiel von Ich-Identifikation und Auflösen der Ich-Illusion
und es ist immer das, was im Moment stattfindet.
Es fühlt sich klar, aber auch leer an.
Ja, wem gehört der Körper? Wer lässt das Herz schlagen oder die Verdauung?
Findest du ein "Eigentümer"?
Eigentümer ist keiner zu finden. Auch niemand, der das Herz schlagen lässt. Es schlägt einfach.
Allerdings taucht die Frage auf: „Wenn der Körper trainiert und bewegt wird, schlägt das Herz
langsamer und gleichzeitig effizienter. Der scheinbare Besitzer (Bewohner) des Körpers fühlt sich
scheinbar stärker, hat mehr Fitness etc.
Dasselbe bei der Verdauung. Wenn der Körper gesund ernährt wird, dann funktioniert er besser.
Hierauf fand ich keine wirkliche Antwort, auch nicht durch Erforschung, obschon eines klar ist.
Es steckt ein Gedankenkonstrukt dahinter. Und der Körper wird einerseits durch Gedanken gesteuert
und andererseits reagiert er unbewusst bzw. bevor es dem scheinbaren Besitzer bewusst wird.
Weitere Fragen tauchten auf: „Gibt es den Körper überhaupt?“
Du schreibst, der Körper ist die Leinwand. Somit spielt sich auf ihm der vom Projektor (Verstand)
hingeworfene Film ab.
Weitere rhetorische Fragen tauchen auf, welche aber nur philosophische oder spirituelle Gedanken
beinhalten. Nichts direkt Erlebbares.

Liebe Grüße
Martin

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Re: Direct Pointing

Postby Martinma » Fri Aug 09, 2013 7:05 pm

Liebe Renate!
1) Gibt es irgendwo oder in irgendeiner Art und Weise ein eigenständiges "Ich", "mich" oder "Selbst"? Gab es das jemals?
Bei allem Nachdenken und Erforschen ergibt sich für „mich“ folgende Schlussfolgerung, wobei „mich“ nichts Autarkes ist. „Mich“ besteht aus Gedanken, Informationen, Verstandesaktivitäten.
Das, was allgemein als Ich bezeichnet wird, ist der Körper. Ohne Körper kein Ich, mich oder Selbst. In 1. Linie wird ein Ich über den Körper identifiziert – Aussehen, Alter, Hautfarbe, Größe, Mann oder Frau etc. Dann kommen noch der Name, gesellschaftlicher Stand, die ganze Lebensgeschichte, Beruf usw. hinzu. Das Ich besteht meist aus vielen Körpern – denn es identifiziert sich auch mit Familie, Freunde, Arbeitskollegen etc.
Das Ich setzt sich also aus vielen Komponenten zusammen. Hier fällt mir euer Vergleich mit der Schule ein.
Wenn ein Ich nun lokalisiert werden soll, ist es dort, wo der Körper ist. Aber stets ist das Ich eine Summe von Gedanken, bei denen in der Vorstellung oder als Bild ein Körper auftaucht.
Versuche ich nun mein Ich zu finden, kann es nicht gefunden werden. Weder im Körper, noch im Spiegel, in der Luft oder im Geist. Somit lässt sich ein Ich nicht lokalisieren.
(Wie könnte auch ein Ich, welches nicht existiert, sich selbst finden?)
Das Ich setzt sich quasi gedanklich immer wieder zusammen mit dem Körper als Basis, dessen Heimat es zu sein scheint.
Es existiert auch kein Ich in irgendeiner anderen Art und Weise z.b. geistig, energetisch, in einem anderen festen Zustand. Somit gab es überhaupt nie ein Ich oder Selbst.
2) Erkläre detailliert was die Ich-Illusion ist, wie sie entsteht und wie sie funktioniert. Benutze dazu nur Deine eigene unmittelbare Erfahrung und beschreibe es so, wie Du es jetzt gerade erlebst.
Die Ich-Illusion basiert auf den Glauben, dass die Summe aus Körper, Name, Eltern, Geschlecht, Eigenschaften, Gefühle etc. ein eigenständiges Wesen ergibt, welches sowohl Körper (fest) als auch Geist (Gedanke) ist. Das Ich macht sich kaum Gedanken über seine Herkunft, seinen Platz, seine Beschaffenheit. Selbst die Frage “ Wer bin ich?“ stellt oberflächlich betrachtet das Ich selbst nicht in Frage. Das Ich glaubt, getrennt von allen anderen Ichs zu sein und ein eigen- und selbstständiges Leben zu führen, Entscheidungen zu treffen und einen freien Willen zu haben. Es zweifelt nicht an seiner Existenz, denn etwas anderes ist nicht vorstellbar.
Die Ich-Illusion entsteht sehr früh durch Nachahmung und durch Anerziehung. Sie wird ständig erneuert, aufrechterhalten und gefestigt durch Identifikation mit dem Körper, dem Namen, den Eltern, Glaubenssätzen, der Interaktion mit anderen Ichs und vieles mehr. Es funktioniert solange, solange die Identifikation mit „mein“ Körper, „meine“ Gefühle, „meine“ Gedanken, „mein“ Wille, „mein“ Leben stattfindet.
Das Ich findet auch den Prozess hier interessant. Doch scheinbar will es den Prozess am Laufen halten.
Jetzt gerade habe ich Urlaub. Ich oder Martin macht nur im Sommer Urlaub und auch dann nur bei Wärme und schönem Wetter. Denn er wohnt im Gebirge und da kommt es nicht so oft vor, dass die Temperaturen und der Sonnenschein so intensiv sind wie in den letzten Wochen. Das nützt er aus, muss es ausnützen. Daraus schöpft er Freude. Er hasst Kälte. Also hat er Urlaub, trifft sich mit seiner Familie, mit Freunden und unternimmt vieles in der Natur.
Hier findet ein wesentliches Merkmal der Ich-Illusion statt. Er will sich nur ungern von dieser Illusion lösen. Er ist zufriedener als sonst, doch es ist ein fragiler Frieden. Das weiß er. Immer wieder schleichen sich Gedanken ein, welche zeigen, dass er auch mit den perfekten äußeren Bedingungen nicht restlos glücklich ist. Etwas fehlt immer. Aber dieser Urlaub ist schon mal sehr gut. Wenn nun auch noch die anderen Wünsche in Erfüllung gehen würden.
3) Wie fühlt es sich an die Illusion durchschaut zu haben? Was ist anders im Vergleich zu vor dem Dialog? Berichte aus den letzten paar Tagen.
Die 6 Fragen lösten Druck aus. Sie wollten nicht beantwortet werden. Es kamen auch keine Worte, die aufgeschrieben werden konnten. Geistiges Blackout.
Außerdem sind da Erwartungen, wie das Durchschauen der Illusion erlebt wird. Zum Teil aus den Schilderungen anderer hier, welche „ich“ vor Beginn des Prozesses gelesen habe.
Doch diese Erwartungen sind nicht annähernd eingetroffen. Die Ich-Illusion ist voll aktiv, auch wenn immer wieder bewusst wird, dass sie gerade abläuft. Martin fühlt sich getrennt von allen anderen Ichs. Er zweifelt manchmal an sich selbst und daran, das „Ziel“ erreichen zu können.
Er glaubt nicht, die Illusion durchschaut zu haben. Wenn, dann nur auf der Verstandesebene, welche gleichermaßen illusionär ist. Etwas fehlt.
4) Was hat Dir den letzten Schubs gegeben, um die Illusion zu durchschauen?
Nachdem ich nicht glaube, die Illusion durchschaut zu haben, ist es schwer, diese Frage zu beantworten.
Erst mit Liberation unleashed, dem Lesen der Enlightening Quotes, anderer Dialoge hier und des eigenen Prozesses mit den Fragen von Renate und durch eigenes Erforschen und Beantworten der Fragen konnte die Ich-Illusion als Tatsache akzeptiert werden bzw. durchschaut werden. Doch alles ist nach wie vor wie immer. Es findet keine andere Wahrnehmung von mir, des Körpers, der Umwelt statt.
5) Gibt es irgendwelche Ereignisse im Leben, über die Du Kontrolle ausübst? Kannst Du über irgendetwas entscheiden, es beeinflussen oder herbeiführen? Gib ein paar konkrete Beispiele aus Deiner Erfahrung.
Da es weder ein Ich, mich oder mein gibt, sind auch Kontrolle, Entscheidung oder freier Wille eine Illusion. Diese allerdings ist sehr real und wird nicht angezweifelt, solange die Ich-Illusion besteht. Dann glaubt das Ich auch Kontrolle auszuüben, Entscheidungen zu treffen und Dinge zu beeinflussen.
Jeden Tag scheint es erforderlich, Entscheidungen zu treffen. Manchen fällt es sehr schwer, sich zu entscheiden. Andere brüsten sich wieder damit, entscheidungsfreudig zu sein. In Firmen werden täglich Entscheidungen verlangt und getroffen.
Es erscheint sehr real, dass es von „mir“ abhängt, zu entscheiden. Es erscheint sehr real, dass ich „meine“ Gedanken lenke und für sie verantwortlich bin. Was sonst als Ichs soll zu Entscheidungen kommen?
Auch "ich" brauche lange, um die gewohnten Gedankengänge und das bisher selbstverständliche Terrain zu verlassen. Aber Kontrolle und Entscheidungen passieren auf Grund von Gedanken. Gedanken kommen und gehen ohne Beeinflussung oder Steuerung eines Ichs. Das wurde beobachtet. Die logische Konsequenz daraus ist, dass ein Ich weder Kontrolle ausüben noch Entscheidungen herbeiführen oder beeinflussen kann.
6) Möchtest Du noch etwas ergänzen?
Vielen herzlichen Dank für die Begleitung.

Liebe Grüße
Martin

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Re: Direct Pointing

Postby Renate » Fri Aug 09, 2013 9:56 pm

Lieber Martin,

tief bewegt lese ich deine ehrlichen Antworten. Danke!
Gemeinsam mit den anderen Begleitern werden wir besprechen
wie es weiter geht.

Liebe Grüße
Renate

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Re: Direct Pointing

Postby Renate » Mon Aug 12, 2013 6:44 pm

Hallo Martin,

die anderen Guides haben ihre Kommentare abgegeben und ihre
Meinung mitgeteilt.

Intellektuell hast du die Illusion durchschaut aber
du schreibst selbst "es fehlt noch was".

Besonders die Stellen mit den Erwartungen "es soll ....sein" oder
den auftauchenden Gedanken, welchen noch geglaubt werden,
sind noch nicht klar.

Ich kann dir anbieten mit einem anderen Guide weiter zu machen,
jeder hat seine individuelle Art zu begleiten
oder mit mir weiter zu gehen.
Beides ist gleich gut :-) für mich.

Bitte sage kurz Bescheid was du machen möchtest.

Liebe Grüße
Renate


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