Bis ans Ende des Weges

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Re: Bis ans Ende des Weges

Postby Stillness » Mon Sep 10, 2018 3:35 pm

Hallo Carolina,

lass uns auf ein paar Dinge in deiner Antwort nochmal näher eingehen. Wir brauchen hier Klarheit. Fangen wir mit dem Ersten an:
Dein Sehen von was?
Von dem, was real ist. Die Geschichten sind es nicht.

Was ist real?

Das was direkt erfahrbar ist. Richtig?

Was ist direkt erfahrbar? Fühlen, Hören, Sehen, Riechen, Schmecken, Fühlen, Denken.

Sind Geschichten - Gedanken die da sind - also nicht direkt erfahrbar? Sind sie wirklich nicht real, wie du schreibst? Wenn da ein Gedanke an den Weihnachtsmann auftaucht - ist das nicht erfahrbar? Ist das nicht real?

Was ist es, was nicht real ist, an Geschichten und Gedanken? Was ist es, was nicht real ist am Weihnachtsmann?
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Re: Bis ans Ende des Weges

Postby Stillness » Mon Sep 10, 2018 4:03 pm

P.S. Ich habe dir eine PM geschrieben.
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Re: Bis ans Ende des Weges

Postby Stillness » Mon Sep 10, 2018 8:03 pm

Und noch eine zweite PM.
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Re: Bis ans Ende des Weges

Postby CarolinaS » Mon Sep 10, 2018 11:42 pm

Ich habe dir eine PM geschrieben.
Danke!
Ich dir auch. Ich hoffe, sie ist angekommen. :-)

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Re: Bis ans Ende des Weges

Postby CarolinaS » Mon Sep 10, 2018 11:44 pm

PS:
Was ist es, was nicht real ist am Weihnachtsmann?
Der Inhalt "Weihnachtsmann" ist nicht real.
Die Gedanken selber sind absolut erfahrbar.

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Re: Bis ans Ende des Weges

Postby Stillness » Tue Sep 11, 2018 7:52 am

Der Inhalt "Weihnachtsmann" ist nicht real.
Die Gedanken selber sind absolut erfahrbar.
Genau! Und mit "Carolina" ist es ebenso :-) Wir schauen uns das an...
Zunächst machen wir jetzt den 'Exkurs' zum Thema Ängste, per PM. Ich melde mich dazu.
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Re: Bis ans Ende des Weges

Postby Stillness » Tue Sep 18, 2018 6:19 pm

Schön, lass uns also hier weitermachen :-)

Und zwar schauen wir uns "sense of personhood" an - das Gefühl, ein Ich/eine Person zu sein.

Schließe mal die Augen.

Wo und wie findest du das Gefühl, eine Person, ein separates Ich, zu sein. Versuche das möglichst genau zu beschreiben. Wo ist dieses grundsätzliches Gefühl oder Erfahren, das besagt: Das bin Ich.

Nach allem ist doch die Frage: Wie kannst du ein Ich empfinden, wenn es nicht da ist. Dem gehen wir nun auf den Grund.

Bitte untersuche wieder nur mit der direkten Erfahrung.
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Re: Bis ans Ende des Weges

Postby CarolinaS » Tue Sep 18, 2018 8:49 pm

Hallo Stillness,
Wo und wie findest du das Gefühl, eine Person, ein separates Ich, zu sein.
Völlig klar: Ich finde es nirgends..
Wenn ich aber zu beschreiben versuche, was das ist, das sich (machmal immer noch) als "ich" ausgibt, stoße ich auf ein vages "Gefühl"... das, wenn es sprechen könnte, sagen würde: "ICH BRAUCHE...." Das scheint wie eine zentrale "Gestimmtheit" zu sein, die eine Energie hat, die wiederum an eine Art Triebfeder erinnert.
Wenn ich aber in der direkten Erfahrung nach dieser "Gestimmtheit" / Energie suche, finde ich sie nicht..
Stattdessen wird es still und die Sinne "öffnen sich". Ich nehme Geräusche anders wahr, fühle mich irgendwie "ausgedehnt" usw.
Wo ist dieses grundsätzliches Gefühl oder Erfahren, das besagt: Das bin Ich.
Da ist ein Modus, dem ein Ich-Gefühl anhaftet. Etwas, das immer dieselbe Agenda hat: "Ich muss mich doch kümmern, damit.. / damit nicht.."
Wenn ich die Augen schließe und hinschaue, ist da kein Modus und keine Agenda. (Nur "transparentes Sein" aller Sinne.)
Ich kann nicht sagen, wo das alles hinverschwindet. Es ist einfach nicht da.
Das Spiel scheint zu sein: Wenn ich "weggucke", springt dieser Modus / Mechanismus an, der in Wahrheit keine Substanz hat.
Aber wie kann er im Halbschatten / im "Halbbewussten" dann überhaupt auftauchen? Wenn er gar nicht existiert?
Oder sollte ich fragen, wie kann er immer noch scheinbar auftauchen?
Es ist, als würde mir das "ich" im Hinschauen entwischen, nur um dann mit mehr oder weniger großem zeitlichen Abstand wieder aufzutauchen...

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Re: Bis ans Ende des Weges

Postby CarolinaS » Wed Sep 19, 2018 6:05 am

Ps: ich habe die Frage „Wo findest du das Gefühl ein getrenntes Ich zu sein?“ mitgenommen / weiter in mir getragen.. und hatte in den Momenten, die ich sonst als „Völligen Aufmarsch des Ich-Gefühls“ interpretiert habe, den Einblick, dass dieser „Aufmarsch“ stattfinden kann (sich z.B. in einem Anflug von Begierde äußern kann) und dennoch kein Ich darin enthalten ist..

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Re: Bis ans Ende des Weges

Postby Stillness » Wed Sep 19, 2018 11:24 am

Hallo Carolina,

Es ist, als würde mir das "ich" im Hinschauen entwischen, nur um dann mit mehr oder weniger großem zeitlichen Abstand wieder aufzutauchen...

Ja, das ist die Frage: Wie kann etwas entwischen - oder auftauchen - das nicht existiert?

Entwischt dir der Weihnachtsmann? Kann er in der Realität auftauchen? Was am Weihnachtsmann kann auftauchen und wieder verschwinden? Er selbst?

Nochmal eine Übung:

Schließ deine Augen und stell dir dieses Mal eine Zitronenhälfte vor. Sieh, wie saftig und gelb sie ist, wie das Fruchtfleisch darin aussieht, wie sich die Schale außen anfühlt, die Oberfläche.

Und dann beiß in die Zitrone hinein.

Jetzt öffne die Augen - wo ist die Zitrone? Dein Körper hat vermutlich reagiert als du hineingebissen hast - es hat sich echt angefühlt. Aber wo ist sie? Was war 'echt' an der Zitrone?

Und nun:

Schließe wieder die Augen. Dieses Mal stellst du dir "Carolina und ihr Leben" vor.

Was siehst du? Wie sieht ihr Leben aus? Vergangenheit, Zukunft, was siehst du? Schau dir diesen Film "Carolina und ihr Leben" an.

Dann öffne deine Augen.

Du bist hier. Alles ist hier. Aber wo ist "Carolina und ihr Leben", das was du gerade noch gesehen hast?

Wo in der direkten Erfahrung ist all das?
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Re: Bis ans Ende des Weges

Postby CarolinaS » Wed Sep 19, 2018 11:19 pm

Hallo Stillness,
Entwischt dir der Weihnachtsmann? Kann er in der Realität auftauchen?
Nein.
Was am Weihnachtsmann kann auftauchen und wieder verschwinden? Er selbst?
Nein, nicht er selbst.
Es können Gedanken über ihn auftauchen.. und dann Gefühle, die zu diesen Gedanken passen. Und es könne im "Innen" und im "Außen" Bilder auftauchen, die zu der Geschichte über ihn passen..
- Ein Gefüge von zueinander passenden Elementen, die auf eine Fiktion verweisen. Ein Gefüge ohne Inhalt.
Aber wo ist sie? Was war 'echt' an der Zitrone?
Sie existiert nicht. Echt / erfahrbar waren die inneren Bilder, das innere Sehen, Riechen und Schmecken und die körperliche Reaktionen, die tatsächlich auftauchten.
Dieses Mal stellst du dir "Carolina und ihr Leben" vor.
Was siehst du? Wie sieht ihr Leben aus? Vergangenheit, Zukunft, was siehst du?
Ich sehe Bilder, die einen Film bzw. fast beliebig viele Filmsequenzen (ob nun vergangen oder zukünftig) ergeben. Immer taucht im Mittelpunkt eines jeden Geschehens dieselbe Figur (= Carolina) auf. (Sie arbeitet, sie sorgt sich, sie fühlt sich krank und einsam.. oder sie fühlt sich kreativ, erfolgreich, freudig...) Ihre Perspektive auf die Filmsequenzen ergibt sich aus einer Art Kommentar ("Ich und.., Ich und.., Mein dies.., Mein das.."), der aus Gedanken gemacht ist und mit jeder Szene mitabgespielt wird. Speziell heute Abend sind die Kommentare sehr negativ und bringen entsprechend Gefühle von Angst und Traurigkeit hervor. All das (Bilder, Gedanken und Gefühle) passt zueinander und ist "in sich schlüssig" ...und gibt sich als das "Intimste" und "Individuellste" aus, "was ich habe" (Im Gegensatz zum Weihnachtsmann).
Im Grunde immer dasselbe: Bilder plus Gedanken plus Gefühle.
Dann öffne deine Augen.
Du bist hier. Alles ist hier. Aber wo ist "Carolina und ihr Leben", das was du gerade noch gesehen hast?
Nichts davon ist hier...

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Re: Bis ans Ende des Weges

Postby Stillness » Thu Sep 20, 2018 8:13 am

Ich sehe Bilder, die einen Film bzw. fast beliebig viele Filmsequenzen (ob nun vergangen oder zukünftig) ergeben. Immer taucht im Mittelpunkt eines jeden Geschehens dieselbe Figur (= Carolina) auf.

Prima. Schau dir nochmal diese Hauptfigur an - Carolina. Schau, was da gezeigt wird, ihre Gegenwart, Vergangenheit, Zukunft.

Du siehst etwas über diese Hauptfigur Carolina, richtig?

~

Wird diese Hauptfigur in der Realität von jemandem gespielt?

Wurde diese Hauptfigur in der Realität jemals von jemandem gespielt?
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Re: Bis ans Ende des Weges

Postby Stillness » Thu Sep 20, 2018 8:43 am

Nichts davon ist hier...

DU bist hier. Nicht wahr?
Alles was du erfährst ist hier. Nicht wahr?

Aber ist die Hauptrolle Carolina hier?

Spielt irgendjemand in der Realität diese Rolle, so wie du sie siehst?
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Re: Bis ans Ende des Weges

Postby CarolinaS » Thu Sep 20, 2018 11:32 am

Hallo Stillness,
Du siehst etwas über diese Hauptfigur Carolina, richtig?
Ja.
Wird diese Hauptfigur in der Realität von jemandem gespielt?
Nein.
Wurde diese Hauptfigur in der Realität jemals von jemandem gespielt?
Nein.

Irgendwie fühl ich mich gerade so benebelt..
DU bist hier. Nicht wahr?
Ja.
Alles was du erfährst ist hier. Nicht wahr?
Ja.
Aber ist die Hauptrolle Carolina hier?
Nein...
Aber es kommt gerade so viel Lärm hoch. In mir.
Gedankenlärm.
Und ein Gefühl von Unglücklich-Sein.

Das ist, was sich gerade zeigt.. über sie.
Spielt irgendjemand in der Realität diese Rolle, so wie du sie siehst?
Definitiv nein.

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Re: Bis ans Ende des Weges

Postby Stillness » Thu Sep 20, 2018 2:03 pm

Spielt irgendjemand in der Realität diese Rolle, so wie du sie siehst?
Definitiv nein.
Beschreibe mal bitte in eigenen Worten, was erkannt wird.
Und ein Gefühl von Unglücklich-Sein.
Ja. Es geht hier nicht darum, Gefühle zu negieren. Sie sind da. Doch wo ist die Person, die unglücklich ist über etwas? Wo findest du das?

Bitte antworte nicht einfach damit, dass du sie nicht findest. Schau nochmal genau, ob du sie wirklich nicht findest.

Was wird erkannt, in eigenen Worten?

An diesem Punkt ist es wichtig, ganz klar und ehrlich zu sein. Lasse dir ruhig Zeit damit.
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