Frieden

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Karla
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Re: Frieden

Postby Karla » Mon Jul 02, 2018 9:15 pm

Was im direkten Erleben, hier und jetzt ist nicht frei??
Was genau im direkten Erleben, hier und jetzt braucht Befreiung?
Im direkten Erleben gibt es gar keine Begrenzung, keine Grenzen, da ist alles frei. Und da braucht auch nichts und niemand Befreiung.
Und Befreiung wovon überhaupt!?
Gestern hätte ich noch gesagt Übelkeit, heute habe ich keine Antwort darauf.

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Matthew
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Re: Frieden

Postby Matthew » Tue Jul 03, 2018 12:45 pm

Im direkten Erleben gibt es gar keine Begrenzung, keine Grenzen, da ist alles frei. Und da braucht auch nichts und niemand Befreiung.

So ist es.

Wie fühlt es sich an, das zu sehen?
First there is a mountain,
Then there is no mountain,
Then there is.

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Re: Frieden

Postby Karla » Tue Jul 03, 2018 8:46 pm

Wie fühlt es sich an, das zu sehen?
Gut. Aber es fühlt sich nicht so befeiend an, wie ich es mir vorgestellt hab. Darum hab ich nicht das Gefühl, dass ich es wirklich richtig erfahre.

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Re: Frieden

Postby Matthew » Tue Jul 03, 2018 10:28 pm

wie ich es mir vorgestellt hab
Bitte beschreibe einmal, wofür genau "Es" hier steht.
First there is a mountain,
Then there is no mountain,
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Re: Frieden

Postby Karla » Wed Jul 04, 2018 9:09 am

"Es" = der Zustand der Ich-Losigkeit

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Re: Frieden

Postby Matthew » Wed Jul 04, 2018 9:57 am

Und die gleiche Frage ergeht erneut.

wie ich es mir vorgestellt hab

Diese Vorstellungen speisen sich aus dem Gelernten und Geglaubten.
Gedanken in Form von Vorstellungen oder Erwartungshaltung werden immer sagen: "Nein, das ist nicht ES!"
"Das ist nicht, was wir erwartet haben."
"Das ist nicht, was wir gelernt haben und versuchen, auch zu erreichen."
Und die Suche geht weiter.
Bitte nimm dir Zeit, von all den Geschichten loszukommen. Sie als nette kleine Geschichten zu erkennen, mehr sind sie nicht.
Und dabei die Möglichkeit in Erwägung ziehend, dass "ES" nicht erwartet werden kann.
First there is a mountain,
Then there is no mountain,
Then there is.

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Re: Frieden

Postby Karla » Thu Jul 05, 2018 11:12 am

Ja, ich glaube es braucht Zeit bis das alles eingesickert ist.

Es kommen immer wieder neue Gedanken, körperliche Empfindunge und Gefühle hoch mit denen ich immer wieder eine Identifikation feststelle und dann auch auflöse. Aber oft nicht sofort.

Wenn ich teilweise in dem Zustand der Nicht-Identifikation bin, dann fühlt sich das sehr befreiend an (von daher ist die Erwartungshaltung aus der eigenen Erfahrung gespeist). Das alles fühlt sich aber sehr instabil an. als ob ich den Zustand immer wieder verliere.

Ich schätze mal es braucht Zeit.

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Re: Frieden

Postby Matthew » Fri Jul 06, 2018 8:29 am

Ich schätze mal es braucht Zeit.
Ja und nein. Auf der einen Seite braucht es erfahrungsgemäß tatsächlich Zeit bis sich das System entwirrt.
So scheint es.


Das alles fühlt sich aber sehr instabil an. als ob ich den Zustand immer wieder verliere.
Auf der anderen Seite aber wirst du sehen, dass das ALLES nur eine riesige, spannende Gedankenstory ist.
Alles. Das Suchen, das Wundern, das Hinterfragen. Auch das Finden! Und selbst das scheinbare wieder Verlieren und Wiederfinden.


Wenn ich teilweise in dem Zustand der Nicht-Identifikation bin
Damit Identifikation wahrhaft existieren kann, muss da etwas sein, das sich identifiziert.
Wenn also mal wieder ein scheinbarer Zustand der Identifikation gegenwärtig ist, sieh hin!
Was identifiziert sich?
Was genau kann im direkten Erleben gefunden werden, wenn danach geschaut wird.
First there is a mountain,
Then there is no mountain,
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Re: Frieden

Postby Karla » Sat Jul 07, 2018 8:58 pm

Was identifiziert sich?
Was genau kann im direkten Erleben gefunden werden, wenn danach geschaut wird.
Nichts. Und ich kann auch nichts finden. Ich finde keine Antwort auf diese Frage.

Und ich weiß nicht genau was, aber irgendwas frustriert mich daran.

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Re: Frieden

Postby Matthew » Sun Jul 08, 2018 10:42 am

Mach dich damit vertraut.

Wenn ich dich bitte, in einen leeren Raum zu gehen und zu berichten, was darin zu finden ist, dann ist die Antwort "Nichts".
"Nichts" bedeutet nicht die Abwesenheit einer Antwort. "Nichts" IST die Antwort.

Genau so verhält es sich, wenn du eine unbedeutende Frage stellst.
Wenn da keine Antwort kommt, dann bedeutet das nicht die Abwesenheit einer Antwort.
"Keine Antwort" IST die Antwort.


Frustrierend.

Da gibt es bestimmt ein paar Stories über Probleme.
Schau einmal im direkten Erleben nach dem, was diese Probleme sein Eigen nennen könnte.
Was kann gefunden werden?

Da wird eine Geschichte abgespielt über einen Jemanden, der unvollkommen ist und hier Verwirklichung erlangen müsste.
Schau einmal im direkten Erleben nach dem, was unvollkommen ist.
Was kann gefunden werden?

Und schau nach dem, was etwas verwirklichen müsste.
Was kann gefunden werden?
First there is a mountain,
Then there is no mountain,
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Re: Frieden

Postby Karla » Mon Jul 09, 2018 9:27 am

Schau einmal im direkten Erleben nach dem, was diese Probleme sein Eigen nennen könnte.
Was kann gefunden werden?
Nichts!
Schau einmal im direkten Erleben nach dem, was unvollkommen ist.
Was kann gefunden werden?
Nichts!
Und schau nach dem, was etwas verwirklichen müsste.
Was kann gefunden werden?
Nichts!

Die letzten beiden Fragen erleichtern mich irgendwie. Wenn da niemand ist, der etwas verwirklich müsste, dann gibt es auch nichts zu verwirklichen. Das ist befreiend.
Und auch die Frage nach der Unvollkommenheit. Es erscheint gar nichts Unvollkommendes. Das hilft mir.

Mir ist aufgefallen, dass ich das Nichts schnell mit einer Sinnlosigkeit gleichsetze. Und mich dann getrennt fühle. Und noch mehr suche... nach einem Sinn.

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Re: Frieden

Postby Matthew » Mon Jul 09, 2018 9:49 pm

Ja.

Was immer aufkommt. Was immer sich als Fragestellung zeigt.
Schau immer nach dem vermuteten Subjekt.
Immer erneut. Immer unwissend.


Vergiss also in diesem Augenblick die bisherige Geschichte des Hinsehens - und forsche:

Im jetzigen Erleben.
Was verlangt nach einem Sinn?
Braucht irgendetwas hier einen Sinn, um zu sein?


Sobald das klar ist, schau auch gern auf das Objekt.
Wenn der Vorhang im Theater fällt, hatte dann irgendeine Handlung der Charaktere einen wahrhaftigen Sinn?
Nein. Es war alles nur Teil des Schauspiels.
Wie immer sinnlos oder sinnhaftig eine Handlung erschien, der einzige "Sinn" war deine Unterhaltung.

Darüber hinaus:
Kannst du dir vorstellen, dass da eine große Freude in der Sinnlosigkeit zu finden ist?
Kannst du sie vielleicht sogar jetzt und hier finden, diese Freude?

Ein Baum wächst und trägt seine Früchte.
Das tut er ohne nach einem Sinn zu fragen.
Und er ist niemals unglücklich damit.

Ein Mensch ist und macht Menschendinge.
Könnte er das nicht auch tun, ohne nach einem Sinn dabei zu fragen?
Könnte er nicht einfach auch glücklich damit sein?
First there is a mountain,
Then there is no mountain,
Then there is.

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Re: Frieden

Postby Karla » Tue Jul 10, 2018 8:35 pm

Danke für diesen Blickwinkel. Es tut gut deine Nachricht zu lesen und sich in die Fragen hineinzufühlen.
Was verlangt nach einem Sinn?
Braucht irgendetwas hier einen Sinn, um zu sein?
Nein, eigentlich ist im Hier und Jetzt alles gut so wie es ist.
Kannst du dir vorstellen, dass da eine große Freude in der Sinnlosigkeit zu finden ist?
Kannst du sie vielleicht sogar jetzt und hier finden, diese Freude?
Vorstellen konnte ich mir das nicht. Aber irgendwie habe ich eine Ahnung davon bekommen. Es hat was Erleichterndes.

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Re: Frieden

Postby Matthew » Wed Jul 11, 2018 8:19 am

eigentlich ist im Hier und Jetzt alles gut so wie es ist
Ja.
Nur Gedanken erzählen eine Geschichte darüber, dass "Ich etwas tun muss, damit es besser ist."
Aber selbst dieser Gedanken bist du dir klar bewusst, oder?
Und welches "Ich" genau sollte etwas tun?
Ist da ein "Ich" außerhalb des Lebens, das von außen einwirkt?

Hast du Kontrolle darüber, was geschieht und geschehen wird?
Gedanken erzählen diese Geschichte besonders gern.
Doch ist sie wahr?
Wie erlebst du das.
First there is a mountain,
Then there is no mountain,
Then there is.

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Re: Frieden

Postby Karla » Wed Jul 11, 2018 12:34 pm

Nur Gedanken erzählen eine Geschichte darüber, dass "Ich etwas tun muss, damit es besser ist."
Aber selbst dieser Gedanken bist du dir klar bewusst, oder?
Ich bin mir, wenn wir hier schreiben, oder wenn ich zu Hause bin, der Gedanken meist bewusst. Er tritt extrem oft auf. Wenn ich auf Arbeit bin, dann bin ich mir dem aber überhaupt nicht mehr bewusst. Da folge ich dem Leitsatz "Ich muss etwas tun, damit es besser wird" sehr vehement.
Und welches "Ich" genau sollte etwas tun?
Ist da ein "Ich" außerhalb des Lebens, das von außen einwirkt?
Das ist ja das verrückt. Da ist kein Ich und trotzdem vergesse ich das immer wieder. Aber dann kommt der Gedanken, dass es ja auch niemanden gibt, der etwas vergessen könnte. Und Freude entsteht. "trotzdem vergesse ich immmer wieder" ist auch nur ein Gedanken. :)
Hast du Kontrolle darüber, was geschieht und geschehen wird?
Eigentlich nicht. Um so verrückter, dass ich manchmal alles tun will, damit ich eine Aufgabe gut erfülle.
Da erzählen Gedanken eine Geschichte und etwas glaubt sie. Trotzdem ist sie noch lange nicht wahr.

Und trotzdem taucht im Alltag auch immer wieder ein Suchen auf. Ich möchte von negativen Gefühlszuständen weg (z.B. Druck die Aufgabe gut zu machen) und suche eine Zuflucht in Suchtverhalten.


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