Re: Herzensangelegenheit
Posted: Sat Jun 09, 2018 7:02 pm
Danke für die Rückmeldung. Ich hatte auch ne ganze Menge Programm bislang. Passt :)
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Ja, das hast du prima beobachtet.Traurigkeit ist ein Gefühl. Dahinter liegt die Erfahrung von Traurigkeit - eine Wahrnehmung.
Minderwert ist ein Gedanke. Zwar wird gerne gesagt "Ich fühle mich minderwertig." Aber das zeigt nicht auf das eigentliche Gefühl. In dem Fall aus meinem Beispiel liegt hinter dem Minderwert-Gedanken eine Angst. Vielleicht ist es aber besser zu sagen, die Angst liegt unter dem Gedanken. Denn dann kann ich hier ebenfalls sagen, dass hinter dem Gedanken eine Wahrnehmung liegt.
ok, verstanden :)Es geht wirklich nicht darum, es "perfekt" zu beantworten.
Die Angst sagt: "Ich habe Angst, dass ich enttarnt werde. Ich habe Angst, dass XY meine Unsicherheit erkennt und mich ablehnt. Ich habe Angst, dass die anderen genau das mitbekommen. Ich habe Angst, dass mich niemand haben will und ich nicht hier sein darf."Was "sagt" die Angst? Lass uns die etwas genauer anschauen.
Wovor hast Du Angst. Was könnte passieren, wenn Du total minderwertig bist?
Ach so... Danach (nach der Traurigkeit) kommt oft ein Gefühl von Ruhe. Es wird friedlich. Im beschriebenen Beispiel mit dem Tanzen verhielt es sich anders. Wäre ich aber sitzen geblieben und hätte weiter die Traurigkeit gefühlt, wäre vielleicht dieser Frieden eingetreten. Vielleicht ist er sogar eingetreten und ich hatte nur meine Aufmerksamkeit woanders, als ich wieder tanzte.Was fühlst Du jeweils danach?
Ja, bei mir ist es auch so. Hinter all den aufwallenden "Gefühlen" ist immer Frieden und ich habe dann auch ähnliche Körperempfindung.wäre ich aber sitzen geblieben und hätte weiter die Traurigkeit gefühlt, wäre vielleicht dieser Frieden eingetreten. ....Wenn es friedlich wird, geht das häufiig mit der körperlichen Erfahrung von ganz feinem Strömen oder Vibrieren einher.
Ja, dann nimm das kleine Kind einfach mal in den Arm und habe es lieb und sag ihm, dass es ok ist, so wie es ist. Dass es ok ist, unsicher zu sein. Sag ihm dass Du es siehst so wie es ist. Und dass es bei Dir willkommen ist und es bei Dir SEIN darf. Stell Dir das wirklich genau so vor. Wie sieht der Kleine aus, kannst Du ihn auf Deinen Schoß nehmen, lässt er sich umarmen? Was passiert, wenn DU Dich selber um ihn kümmerst und mit ihm sprichst und ihn lieb hast?Ich habe Angst, dass ich enttarnt werde. Ich habe Angst, dass XY meine Unsicherheit erkennt und mich ablehnt. Ich habe Angst, dass die anderen genau das mitbekommen. Ich habe Angst, dass mich niemand haben will und ich nicht hier sein darf.
Ja ganau. Das Gefühl ist da und es geht kein Weg daran vorbei. Es MUSS gefühlt werden und es braucht Deine Aufmerksamkeit. Das bedeutet "Erwachen". Ganz und gar hier sein, mit ALLEM was ist. Du kannst nicht daran vorbei. Es geht mitten durch das Gefühl.Dieses Kind hat Angst zu sterben, weil es von niemandem gewollt ist.
Und obwohl ich das weiß und erkenne, dass jetzt keine wirkliche Gefahr (mehr) besteht, ist das Gefühl sehr machtvoll.
Ja und das macht traurig. Natürlich und natürlicherweise fühlst Du dich ausgeliefert und hast das Gefühl, dass Du immer nicht das tun kannst, was Du gerne würdest.Wie schon geschrieben, führt das Erkennen dieses Aspektes zu Traurigkeit. Traurigkeit darüber, dass ich der Angst immer wieder so ausgeliefert bin und sie mich nicht tun lässt, was ich eigentlich gerne tun würde.
Das braucht gar nicht. Für mich ist das vollkommen ok und ich finde es schön, wenn der gesamte Prozess hier dokumentiert ist. Vielleicht werde ich einige wenige Infos zu mir und meiner aktuellen Situation hier und da mal in eine erläuternde PM packen. Aber grundsätzlich möchte ich das Forum nutzen. Wenn es also für dich in Ordnung ist, kann es gerne hier im Forum weitergehen.Du kannst mir gerne auch in PM berichten und antworten, falls es Dir zu privat jetzt wird.
Ich hatte es fast schon wieder vergessen, wie wichtig und wertvoll es ist, mich um den Kleinen zu kümmern, ihn zu halten und ihm zu sagen, dass ich ihn sehe und dass er mit seiner Angst und seinem Schmerz jederzeit bei mir willkommen ist und ich ganz innig mit ihm in der Angst und dem Schmerz bin. Ich habe das schon gemacht und ich werde es wieder machen.Ja, dann nimm das kleine Kind einfach mal in den Arm und habe es lieb und sag ihm, dass es ok ist, so wie es ist. Dass es ok ist, unsicher zu sein. Sag ihm dass Du es siehst so wie es ist. Und dass es bei Dir willkommen ist und es bei Dir SEIN darf. Stell Dir das wirklich genau so vor. Wie sieht der Kleine aus, kannst Du ihn auf Deinen Schoß nehmen, lässt er sich umarmen? Was passiert, wenn DU Dich selber um ihn kümmerst und mit ihm sprichst und ihn lieb hast?
Da muss ich ein wenig ausholen. In den letzten Jahren habe ich viel auf der therapeutischen Ebene mit meinen Themen gearbeitet. Zunächst Verhaltenstherapie, dann tiefenpsychologisch fundierte Therapieformen und mittlerweile eher Therapieformen aus dem humanistischen Bereich (z.B. Somatic Experiencing, Bonding oder auch aus Christians "Methodenkoffer").Ja ganau. Das Gefühl ist da und es geht kein Weg daran vorbei. Es MUSS gefühlt werden und es braucht Deine Aufmerksamkeit. Das bedeutet "Erwachen". Ganz und gar hier sein, mit ALLEM was ist. Du kannst nicht daran vorbei. Es geht mitten durch das Gefühl.Dieses Kind hat Angst zu sterben, weil es von niemandem gewollt ist.
Und obwohl ich das weiß und erkenne, dass jetzt keine wirkliche Gefahr (mehr) besteht, ist das Gefühl sehr machtvoll.
Weiß du auch woher das Gefühl "nicht gewollt sein" kommt? Wann und in welcher Situation hattest Du das erste mal das Gefühl "nicht gewollt" zu sein.
ok... Dann wird das ab sofort meine Praxis. So wie ich es verstehe, geht es aber nicht darum, endlos irgendeine Angst zu fühlen. Vielmehr geht es darum, die resultierenden Gefühle von Schmerz und Traurigkeit zu fühlen und sich dem hinzugeben. Schmerz und Traurigkeit darüber, dass die Angst eine so machtvolle Wirkung hat.Natürlich und natürlicherweise fühlst Du dich ausgeliefert und hast das Gefühl, dass Du immer nicht das tun kannst, was Du gerne würdest. Es geht darum, das zu sehen und anzuerkennen und zu fühlen. Das ist der erste Schritt.
Sag ja zu allem, was da ist und gibt Dich dem hin.
Hi :-)"Ich muss alles dafür tun, dass niemand merkt, dass ich eigentlich unzureichend, mangelhaft, falsch bin.