Erwacht und frei

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FreyaLuna
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Re: Erwacht und frei

Postby FreyaLuna » Sun Apr 01, 2018 6:32 pm

Lieber Daniel,
da ist nur Frust. Die Untersuchung dreht sich im Kreis. Ich beende das für heute und gehe Doppelkopf spielen :(
Ich wünsche Dir auch einen schönen Ostersonntag und hoffe dass bis morgen mehr Klarheit entsteht.
LG Dagmar

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FreyaLuna
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Re: Erwacht und frei

Postby FreyaLuna » Mon Apr 02, 2018 10:20 pm

Lieber Daniel,
keine Ahnung wo und wie ich am Besten anfange. Irgendwie dreht sich beim Untersuchen alles im Kreis, so als ob ich nicht auf eine Sache fokussiert bleiben kann. Dinge , die klar waren, sind wie vernebelt. Immer wieder habe ich nachgeschaut, ob es einen Beobachter gibt, den "Zwerg" unterm Bett. Es ist mir kognitiv schon klar, dass es diesen gesonderten Beobachter nicht gibt. Es gibt keine Lücke, zwischen dem Wahrgenommenen und dem Wahrnehmen, geschweige denn kann Ich einen Beobachter ausfindig machen. Beim Hören zB, gibt es keine Grenze, die ein Geräusch von Außen nach Innen überschreitet, zu einem Hörer hin. Es gibt in der Wahrnehmung so etwas wie ein Außen gar nicht. Das gleiche gilt fürs Empfinden und Denken, auch für das Sehen. Das Sehobjekt ist einfach da und wird gleichzeitig wahrgenommen. Es muss keinen "Weg" zu einem Wahrnehmenden zurücklegen um wahrgenommen zu werden. Und doch will diese Erkenntnis keine erfahrbare Gewissheit werden. Was auch nicht mehr so leicht zugänglich ist, ist die Erfahrung, dass, alles wie in unbewegter Stille und aus dieser Stille heraus geschieht.Ich bin heute lange einfach nur gesessen und hab geschaut, meist mit geschlossenen Augen. Diese raumhafte Offenheit, in der alles geschieht, war immer wieder da. Die Phänomene tauchen auf und verschwinden, sind unbeständig. Und Wahrnehmen erscheint nicht wie ein Aktivität, die Jemand macht. Du fragst:
Gibt es sowas wie Beständigkeit, Verlässlichkeit, Sicherheit?
Was die weltlichen, sinnlichen Phänomene inklusive Gedanken angeht, sicher nicht. Aber sie erscheinen in etwas, das wie ein unbewegter Hintergrund oder Untergrund da ist. Und gleichzeitig ist mir klar, dass sie aus demselben "gemacht" sein müssen. Manchmal scheint es auch so, als ob bewusst sein auch wie erscheint. Der Begriff Bewusstsein hat nichts mit dem zu tun, was tatsächlich da ist. Es ist nichts Getrenntes, Eigenständiges. Auch bewusstes wahrnehmen scheint nicht beständig zu sein. Denn im Tiefschlaf gibt es kein Wahrnehmen von irgendwas. Aber das Empfinden von Sein scheint nicht an die sinnliche Wahrnehmung gebunden zu sein. Es ist nirgends verankert. Es wirkt zeitlos, dimensionslos, still, nicht lokalisierbar. Eher wie eine Ahnung. Das kann ich jedoch nur erahnen, wenn ich in der Stille sitze. Irgendwie geschieht dieses unverrückbare Erkennen. dass das Ich eine pure Illusion ist nicht.
Es geht nichts wirkliches verloren, ausser einer vertrauten Illusion. Und mit wirklich meine ich das, was nicht verschwindet, wenn Du nicht mehr daran glaubst.
Klingt wie ein Koan :) Ja, was verschwindet denn nicht? Spontan würde ich sagen das Nichts, denn alles was entsteht, vergeht wohl auch. Also alles was wahrgenommen werden kann inklusive Ichgedanken/Geschichten
Schau interessiert zu, wie Fragen auftauchen, antworten generiert und gesucht werden...daraus neue Fragen entstehen, neue Antworten erscheinen. Ein Endloses Gedankenspiel. Gehe "tiefer": Wo in diesem Gedankenspiel ist jemand auszumachen, der das alles Wissen muss? Und der Fragensteller? Kommen die Fragen von einem ICH? Erreichen die Antworten ein ICH?
Schau da wirklich nochmal genau hin.
Die Fragen tauchen auf und werden einer Person zugeordnet. Es ist ein Verstehen wollen des Mysteriums von Leben und Tod. Es fing wohl schon in dere Kindheit mit der bewussten Wahrnehmung an, dass Personen, sterblich sind und die Rückschlüsse, die daraus gezogen wurden bezüglich der eigenen Sterblichkeit. Das resultiert aus dem übernommenen Glauben heraus, eine Person zu sein in einem sterblichen Körper und aus dem angelernten Wissen, dass Bewusstsein ein Produkt des Gehirns ist und damit vergänglich, wenn der Körper stirbt. Die Gedanken gehören somit zur Ichgeschichte.
Gibt es etwas, was bleibt, wenn man nicht daran glaubt? Das herauszufinden, war immer eine Antriebsfeder und begann in der Pupertät. Was hat es mit dieser Existenz auf sich? Keine Ahnung, wer das wissen will. Das Ich ist nur ein unbeständiges Gedankenkonstrukt, dass nichts wissen will. Vielleicht, ist es die Existenz/Leben selbst.Was ich weiss, ist, das es sich wie ein roter Faden durch "mein" Leben zieht. Warum ist da der Wunsch nach erwachen und erkennen? Ich habe es mir nicht ausgesucht.
Und doch habe Ich gerade das Empfinden auf dem Schlauch zu stehen. Und keiner da, der auf dem Schlauch steht. Es fühlt sich an wie vernebelt. Hoffe, Du weißt Rat. Vielleicht brauche ich einen Tritt... auch wenn ich da nicht so drauf stehe ;)
Herzliche Grüße
Dagmar

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Re: Erwacht und frei

Postby FreyaLuna » Mon Apr 02, 2018 10:43 pm

Nachtrag:
Hab gerade in einen anderen Dialog im Forum reingelesen und die Untersucherin schlägt sich mit den gleichen Erfahrungen und Fragen rum. Das ist zwar nicht wirklich beruhigend, aber nimmt den Druck etwas raus. Denn mich beschlich allmählich der Verdacht, dass es an meiner Unfähigkeit liegen könnte, dass ich mich so im Kreis drehe :)
Wünsche Dir eine gute Nacht
LG Dagmar

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Daniel777
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Re: Erwacht und frei

Postby Daniel777 » Tue Apr 03, 2018 7:35 pm

Liebe Dagmar,
Denn mich beschlich allmählich der Verdacht, dass es an meiner Unfähigkeit liegen könnte, dass ich mich so im Kreis drehe :)
Nette Geschichten. :)
Diese Untersuchung hat mit Fähig sein oder Unfähig sein nicht im geringsten etwas zu tun. Da lass Dich beruhigen.

bleiben wir mal an folgendem dran....
Die Fragen tauchen auf und werden einer Person zugeordnet. Es ist ein Verstehen wollen des Mysteriums von Leben und Tod. Es fing wohl schon in dere Kindheit mit der bewussten Wahrnehmung an, dass Personen, sterblich sind und die Rückschlüsse, die daraus gezogen wurden bezüglich der eigenen Sterblichkeit. Das resultiert aus dem übernommenen Glauben heraus, eine Person zu sein in einem sterblichen Körper und aus dem angelernten Wissen, dass Bewusstsein ein Produkt des Gehirns ist und damit vergänglich, wenn der Körper stirbt. Die Gedanken gehören somit zur Ichgeschichte.
Gibt es etwas, was bleibt, wenn man nicht daran glaubt? Das herauszufinden, war immer eine Antriebsfeder und begann in der Pupertät. Was hat es mit dieser Existenz auf sich? Keine Ahnung, wer das wissen will. Das Ich ist nur ein unbeständiges Gedankenkonstrukt, dass nichts wissen will. Vielleicht, ist es die Existenz/Leben selbst.Was ich weiss, ist, das es sich wie ein roter Faden durch "mein" Leben zieht.
Da hast Du Erklärungen und Erläuterungen, warum, vielleicht, und weshalb. Aber eine Antwort aus der Direkten, unmittelbaren Erfahrung ist es nicht. :) Schau in den gegenwärtigen Moment, und ich stelle die Frage nochmal etwas verändert.

Die Frage war:
Schau interessiert zu, wie Fragen auftauchen, antworten generiert und gesucht werden...daraus neue Fragen entstehen, neue Antworten erscheinen. Ein Endloses Gedankenspiel. Gehe "tiefer": Wo in diesem Gedankenspiel ist jemand auszumachen, der das alles Wissen muss? Und der Fragensteller? Kommen die Fragen von einem ICH? Erreichen die Antworten ein ICH?
Anders formuliert:

Beobachte die Gedanken, wie sie kommen und gehen. Schau, ob Du erkennen kannst, wo sie herkommen. Denkst Du sie? Wenn Du denkst, dass Du sie denkst, dann beobachte, wie Du das machst. Kannst Du die Gedanken aussuchen? Wenn Du meinst, das Du es kannst, dann schau nach, wie Du das machst. Und nun schau nochmal, ob Du die Entscheidung treffen kannst, keine Gedanken zu haben.

Was wird erlebt?
Bis bald

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Re: Erwacht und frei

Postby FreyaLuna » Wed Apr 04, 2018 6:38 am

Lieber Daniel,
das mit dem Denken ist ganz klar. Gedanken tauchen einfach auf in der Wahrnehmung /Bewusstsein. Sie sind wie eine Erscheinung .Sie verschwinden auch wieder im"Nichts". Wie Wellenbewegungen im Wasser aus Wasser gemacht sind, so sind sie wie Wellenbewegungen im Bewusstsein. Wenn sie auftauchen sind sie schon wahrgenommen. Das ist eins. Kein Ich das sie denkt. Ichgedanken tauchen genauso auf, wie andere Gedanken auch. Es kann nicht vorher gewust werden, welches der nächste Gedanke ist, noch kann er verhindert werden. Keiner da der sie denkt. Wenn keine da sind ist da raumhafte, bewusste Stille. Bewusstes schauen / wahrnehmen ist auch da, wenn keine Gedanken da sind. Auch da gibt es keinen Wahrnehmenden, sondern wahrnehmen. Auch das macht keiner, sondern ist einfach gegeben.
LG Dagmar

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Daniel777
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Re: Erwacht und frei

Postby Daniel777 » Wed Apr 04, 2018 8:00 am

Guten Morgen Dagmar,

Schön, dass das klar ist.
Dann setzen wir woanders an.

Gibt es Kontrolle? Hast Du Kontrolle über irgendetwas? Die Bewegungen des Körpers zb.?

Liebe Grüße
<3

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Re: Erwacht und frei

Postby FreyaLuna » Wed Apr 04, 2018 9:48 pm

Hallo Daniel,
Gibt es Kontrolle? Hast Du Kontrolle über irgendetwas? Die Bewegungen des Körpers zb.?
Die Frage ob ich Kontrolle habe ist trickreich :)
Das würde ja bedeuten, dass es da ein Ich gäbe dass Kontrolle ausübt. Da das Ich aber selbst nur als ein Gedankenkonzept erscheint und nur als solches existiert, kann es keine Kontrolle über etwas haben. Also NEIN!
Gibt es Kontrolle? Es gibt auf jeden Fall Kontrollgedanken. Aber diese können keine Kontrolle herbeiführen.
Gestern auf dem Nachhauseweg sprang plötzlich ein Hase vors Auto. Die Reaktionen liefen ganz schnell ab und der Hase kam mit dem Leben davon. Im normalen Sprachgebrauch hatte ich wohl die Kontrolle über die Situation und das Auto behalten. Hatte ICH eine? Nein sicher nicht. ICH habe auch nicht gebremst. Es lief ganz schnell und automatisch ab. Auch der Hase hatte keine. Er hat super reagiert ;) Wir haben das Beste gegeben, beide ohne ein Ich :)))
Leben geschieht. Keine Kontrolle!
Das ist noch einmal klar geworden. Das bringt Frieden rein ins Leben.Die Vorstellung glauben, ich hätte was anders machen können oder irgend etwa,s im Leben könnte oder sollte anders sein als es ist, verursacht Leid und Stress und ist schmerzhaft.
Es gibt keine Kontrolle über die Gedanken und keine Kontrolle über die Sinne und somit auch nicht über den Körper. Wir sagen zwar Ich gehe, esse, ich atme, ich denke, aber es stimmt nicht. Die Gedanken sind nachgeordnet.
Der Körper "macht" das wofür er geschaffen ist. Ich kontrolliere weder die Zellen, noch die Organe, auch nicht die Verdauung und die Muskeln. Gehen geschieht, atmen geschieht. Das Herz schlage ich auch nicht selbst. Und die Verdauung regeln die Bakterien. Alles fein aufeinander abgestimmt.Sehen geschieht, empfinden geschieht, hören geschiet. Keiner der das in Gang setzt oder macht und keine Kontrolle darüber. Leben kann nicht kontrolliert werden auch keine Situationen oder Menschen.
Kontrollgedanken tauchen darin auch auf.Sie gehören zum separierenden Ichgedanken, der ein Trennungsgedanke ist. Ich und die anderen, Ich und die Welt, Ich und mein Körper usw.Er ist aus der Angst vor Hilflosigkeit geboren und aus dem Wunsch nach Sicherheit. Ichgedanken alles. Ohne Ichgedanken wäre wohl nur Eingebundensein ins Leben.
Und der Untersuchungsprozess obliegt hier auch keiner Kontrolle. Das ist es wohl, was Du gemeint hast mit:
Diese Untersuchung hat mit Fähig sein oder Unfähig sein nicht im geringsten etwas zu tun. Da lass Dich beruhigen.
Der Kontrollwunsch obliegt auch nicht "meiner" Kontrolle. Meine Katze lebt vor wie Leben geht ohne Kontrolle ;)
Herzliche Grüße
Dagmar

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Re: Erwacht und frei

Postby FreyaLuna » Wed Apr 04, 2018 10:30 pm

Danke!!!!
<3

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Daniel777
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Re: Erwacht und frei

Postby Daniel777 » Thu Apr 05, 2018 9:00 am

Liebe Dagmar,
Gibt es Kontrolle? Es gibt auf jeden Fall Kontrollgedanken. Aber diese können keine Kontrolle herbeiführen.
Gestern auf dem Nachhauseweg sprang plötzlich ein Hase vors Auto. Die Reaktionen liefen ganz schnell ab und der Hase kam mit dem Leben davon. Im normalen Sprachgebrauch hatte ich wohl die Kontrolle über die Situation und das Auto behalten. Hatte ICH eine? Nein sicher nicht. ICH habe auch nicht gebremst. Es lief ganz schnell und automatisch ab. Auch der Hase hatte keine. Er hat super reagiert ;) Wir haben das Beste gegeben, beide ohne ein Ich :)))
Leben geschieht. Keine Kontrolle!
Wundervoll. Da hat Dir ein Hase zur Nachosterzeit die Augen geöffnet. :)
Wir sagen zwar Ich gehe, esse, ich atme, ich denke, aber es stimmt nicht. Die Gedanken sind nachgeordnet.
Gut beobachtet. Die Gedanken beschreiben, was gerade gewesen ist. Erst danach kommt das ICH ins Spiel, das an der unmittelbaren Erfahrung gar nicht beteiligt war. Gedanken hinken also immer ein wenig hinterher. Wie bei einem Fußballspiel. Das Tor ist bereits geschossen, dann kommt der Kommetar: Toooor!!!

Ist das so? Beobachte das heute noch ein wenig weiter.

Und...können Gedanken Handlungen ausführen, entscheiden?

Halte deine Hand mit der Handfläche nach oben. Dann drehe sie um. Und wieder zurück, immer wieder, unterschiedlich schnell.
Und jetzt passe wie ein Adler auf, ob du herausfindest, wie die Entscheidung getroffen wird, wann sich die Hand dreht.
Findest du jemanden, der entscheidet?
Wie sind Gedanken an der Handlung beteiligt?
Steuern Gedanken irgendetwas? Steuert ein ICH-Gedanke irgendetwas?

Viel Freude dabei.
<3

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FreyaLuna
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Re: Erwacht und frei

Postby FreyaLuna » Thu Apr 05, 2018 9:41 pm

Lieber Daniel,
hier meine Untersuchungen zu den Gedanken:
Sind sie immer nachgeordnet?
Ist das so? Beobachte das heute noch ein wenig weiter.
Hinken Gedanken immer hinterher? Aus der Forschung weiß man wohl, dass man schon in der Aktivität begriffen ist und dann erst die Gedanken dazu auftauchen. Aber manchmal gehen sie auch voran. Bei Plänen zB. Sie tauchen einfach auf als Impuls aus dem Nichts. Der Impuls führt nicht zwingend zur Handlung, kann aber.
So kam gestern der Gedanke bei dem schönen Wetter nach der Arbeit joggen zu gehen. Der Gedanke fand Zustimmung. Bin mir gar nicht sicher ob Zustimmung auch ein Gedanke war. Es ging einfach klar, keine weiteren Kommentare.
Als ich nach Hause kam, musste kein weiterer Gedanke mich daran erinnern. Es War klar, das ich joggen gehe. Es hätte aber auch ein anderer Impuls auftauchen können, es nicht zu tun. Gedanken sind nicht verbindlich. Und manchmal tauchen gegensätzliche Gedanken auf und die Entscheidung fällt dann irgendwann. Wer entscheidet das? Früher hätte ich gesagt, dass ich das tue. Aber jetzt würde ich einfach sagen, es geschieht. Aber es wirkt trotzdem nicht willkürlich.
Und...können Gedanken Handlungen ausführen, entscheiden?
Der Gedanke entscheidet nicht über eine Handlung und führt diese auch nicht aus. Aber ich weiß nicht ob ich joggen gegangen wäre, hätte es den Gedanken nicht gegeben. Aber der Gedanke selbst hat mich nicht zum Joggen gebracht. Pläne erscheinen und werden umgesetzt. Manchmal auch nicht.
Entscheidung fällt im Moment und wird nicht gefällt. Es fühlt sich gar nicht wie Entscheidung an, irgendwie ist es dann stimmig. Gedanken tauchen auf, dass ein neues Smartphone gebraucht wird. Andere Gedanken halten dagegen, zu teuer,das Alte geht noch und dann kommt der Impuls auf Amazon zu schauen und ehe du dich versiehst ist es bestellt. Das ist nicht vernünftig ;)
Heute morgen kam der Gedanke, Ich sollte das Visum für die USA ausdrucken, aber es war dafür keine Zeit. Ein weitere Gedanke folgte, es heute Abend zu tun, nach dem Sport, nach dem Essen. Als ich nach Hause kam, viel der Blick auf den Laptop und die Handlung folgte. Planänderung aus dem Moment heraus.
Gedanken scheinen Erinnerungshilfen zu sein, die Infos übermitteln. Steh auf, mach Sport, drucke aus.... und sie sind trotzdem nicht nötig für die Handlungen, die dann folgen. Es geschehen auch Handlungen ohne Gedanken. Heute kam der Gedanke zu kochen und eine Vorstellung folgte, was es werden könnte. Gedanken erschienen, was im Kühlschrank ist und eine Rezeptidee tauchte auf. Das Kochen selbst brauchte keine Gedanken, Schälen geschah, schneiden, braten.... da waren zwar Gedanken dazwischen, aber nicht zum Vorgang selbst. Und dann ist da viel Platz für Improvisation.
Wenn Ich mir das so anschaue, bin ich weder Herr meiner Gedanken, noch meiner Taten. Aber es fühlt sich schön lebendig an :)))
In meiner Arbeit verlasse ich mich auch auf diese Intuition und die Impulse, die auftauchen. Die Ideen, Interventionen tauchen von ganz alleine auf und sind meist hilfreich. Das ist schön, denn so kann ich mich immer ganz auf den Moment einlassen und bin so immer bestens "vorbereitet". Ich bekomme immer das, was ich brauche. Ich gehe nie mit festen Plänen in eine Gruppe, so ist immer Offenheit da gegenüber dem sich entfaltenden Augenblick, auch wenn es nicht rund läuft.
Halte deine Hand mit der Handfläche nach oben. Dann drehe sie um. Und wieder zurück, immer wieder, unterschiedlich schnell.
Und jetzt passe wie ein Adler auf, ob du herausfindest, wie die Entscheidung getroffen wird, wann sich die Hand dreht.
Findest du jemanden, der entscheidet?
Wie sind Gedanken an der Handlung beteiligt?
Steuern Gedanken irgendetwas? Steuert ein ICH-Gedanke irgendetwas?
Das drehen passiert wie von alleine. Kann keinen ausfindig machen, der das initiiert oder eine Entscheidung trifft.Auch sind dabei keine weiteren Gedanken daran beteiligt. Auch kein Ich-Gedanke da, der die Verantwortug für die Handlung beansprucht. Aber was, wenn die Entscheidung so schnell fällt, dass sie nicht wahrgenommen wird, oder was, wenn sie auf unbewusster Ebene gefällt wird. Aber es gibt da sicher kein autonomesICH, das Entscheidungen fällt.
Liebe Grüße
Dagmar

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Re: Erwacht und frei

Postby Daniel777 » Fri Apr 06, 2018 8:05 pm

Liebe Dagmar,
Wenn Ich mir das so anschaue, bin ich weder Herr meiner Gedanken, noch meiner Taten. Aber es fühlt sich schön lebendig an :)))
Sehr schön. :)
Das drehen passiert wie von alleine. Kann keinen ausfindig machen, der das initiiert oder eine Entscheidung trifft.Auch sind dabei keine weiteren Gedanken daran beteiligt. Auch kein Ich-Gedanke da, der die Verantwortug für die Handlung beansprucht.
Gut beobachtet.
Aber es gibt da sicher kein autonomesICH, das Entscheidungen fällt.
Prima.
Aber was, wenn die Entscheidung so schnell fällt, dass sie nicht wahrgenommen wird, oder was, wenn sie auf unbewusster Ebene gefällt wird.
Gibt es eine unbewusste Ebene? Mit welchem Sinnesorgan nimmst Du sie wahr?
Berichte doch mal, was ist anders als vor unserem Dialog? Was hat sich verändert? Wie ist das Erleben im Alltag?

Freue mich wieder von Dir zu lesen.
<3

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Re: Erwacht und frei

Postby FreyaLuna » Sat Apr 07, 2018 11:23 am

Lieber Daniel,
Ich komme heute wahrscheinlich nicht dazu Dir zu antworten. Ich melde mich morgen wieder. Wünsche Dir einen wunderschönen sonnigen Tag !
Liebe Grüße
Dagmar

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Re: Erwacht und frei

Postby Daniel777 » Sat Apr 07, 2018 12:05 pm

Danke Dagmar, das wünsche ich Dir auch.
Bis morgen.

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Re: Erwacht und frei

Postby FreyaLuna » Sun Apr 08, 2018 10:28 pm

Lieber Daniel,
nach einem sonnigen, entspannten Wochenende bin ich nun wieder zurück und versuche Dir auf Deine Fragen zu antworten.
Gibt es eine unbewusste Ebene?
Das Unbewusste ist ein psychologisches Konzept.Es erklärt wohl Vorgänge die im Hintergrund ablaufen und nicht willentlich kontrollierbar sind. Gibt es so eine Ebene? Mhmn ? Ja, ich würde schon sagen, dass es etwas gibt dass vor dem kognitiven Erkennen liegt. Manchmal hat man eine Ahnung oder ein mulmiges Gefühl und kann es nicht erklären. Situationen werden blitzschnell erfasst ohne dass einem klar wird, was da vor sich geht. Aber diese schnelle Verarbeitung wird sicher nicht von einem Ich vollzogen.
Mit welchem Sinnesorgan nimmst Du sie wahr?
Na wenn es unbewusst ist, kann es ja auch nicht wahrgenommen werden ;) Ich kann ja auch nicht wahrnehmen, wie die Zellen koordiniert werden oder wie die Synapsen feuern.....
Von der Ebene des bewussten Wahrnehmens aus betrachtet, gibt es keine unbewusste Ebene. Alles taucht auf im Bewusstsein und wird gleichzeitig wahrgenommen/erkannt. Es erscheint wie aus dem Nichts.
Berichte doch mal, was ist anders als vor unserem Dialog? Was hat sich verändert? Wie ist das Erleben im Alltag?
Diese Fragen finde ich schwierig.
Ich habe drauflos geschrieben in meinem Untersuchungstagebuch und gebe es jetzt mal so ungefiltert wieder.
Wenn Veränderungen da sind, sind sie subtiler Art, nicht so offensichtlich. Der große Perspektivwechsel, hat so nicht stattgefunden. Es gab da gefühlt sowas wie einen Durchbruch, und ein spontanes Erkennen, dass es da kein Ich gibt, aber das dauerte nur einen knappen Tag an und danach fühlte es sich wieder wie gewohnt an. Es waren da immer wieder Momente der Freiheit, aber die blieben nicht. Beim Untersuchen selber, ist es immer ganz klar, dass da keiner ist, der denkt, kontrolliert und handelt, aber im alltäglichen Geschehen hält dieses Erkennen nicht an. Da ist immer das Empfinden da, dass da ein Koordinator der Pläne und Handlungen ist, der Kontinuität erzeugt, dass da eine psychische Instanz am Ruder ist, die agiert und ihrem Muster entsprechend automatisch reagiert."Ich" bin nicht liebevoller und verständnisvoller geworden. Es gibt weiterhin Vorlieben und Abneigungen, Sympathien und Antipathien. Und Ärger ist ein vertrautes Gefühl ;) Die Erfahrung ,Bewusstsein zu sein, in der das ICH als Konzept erscheint ist keine dauerhafte Gewissheit. Das bedeutet doch, dass nicht klar gesehen wird ?!?
Und auf der körperlichen Ebene findet wohl die stärkste Identifikation statt. Das Körperkonzept wirkt als autonome Einheit und als Heimat des Ichs. Diese Momente des stillen Gewahrseins, in dem auch Körper geschieht als unbeständiges Empfinden, diese Verschiebung in der Perspektive gelingt nur im Übungssetting. Es gab da immer wieder Erfahrung von Offenheit und Raumhaftigkeit, ja sowas wie Körperlosigkeit, vorübergehend.
Was ich erlebe, ist mehr Zufriedenheit und dass ich nicht mehr so festhänge in Überzeugungen, schneller wieder in die Offenheit zurückkehren kann. Ich mache mir weniger Kopf darum, warum sich Leute verhalten, wie sie sich verhalten. Ich beziehe es nicht mehr so auf mich. Vielleicht ist alle fließender und spontaner geworden. Das Leben erscheint viel freundlicher, aber vielleicht hat das nichts mit der Untersuchung zu tun, sondern ist eine Phase. Ich lasse Dinge mehr auf mich zukommen, muss nichts vorwegnehmen. Ist ein Vertrauen da, dass zur richtigen Zeit, dass geschieht, was gebraucht wird. Das merke ich vor allem in Bezug auf meine anstehende Reise in die USA. Ich bin entspannter, weil klar geworden ist, dass ich da eh nichts machen und kontrollieren kann. Nur über Dich mache ich mir manchmal Gedanken, dass Ich soviel Zeit von Dir in Anspruch nehme und noch immer nicht durch bin. Aber dann kommt der Gedanke, dass das auch ok ist, denn auch das ist ja nicht meine Angelegenheit :) Vielen Dank!!!!
Ja mehr fällt mir nun nicht ein. Hab das Gefühl ich bin da noch nicht ganz durch.
Herzliche Grüße
Dagmar

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Re: Erwacht und frei

Postby Daniel777 » Mon Apr 09, 2018 8:13 pm

Liebe Dagmar,
Es erklärt wohl Vorgänge die im Hintergrund ablaufen und nicht willentlich kontrollierbar sind.
Gib mir ein Beispiel, WAS willentlich kontrolliert wird.
Schau nach.

Hast Du immer noch eine Erwartung, wie es zu sein hat?
Es klingt alles nach einem ‚Abgleichen‘ von Vorstellungen.

Im Eingangsstatement schriebst Du, dass sich das Leid auflösen solle, von einem erfülltem Leben in Verbundenheit, Lebendigkeit und Liebe. Vertrauen zu wählen, statt Angst.

Du untersuchst vielleicht, um dahin zu gelangen, ‚um zu‘....

Diese Vorstellungen stehen im Wege, liebe Dagmar. Es gibt keine ‚bessere‘ Welt nach dem Erkennen.

<3


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