Ich-Auflösung

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Sternchen7
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Re: Ich-Auflösung

Postby Sternchen7 » Wed Jan 10, 2018 2:29 pm

Trauer zum Beispiel war in der Herzregion
Wie wird gewusst, dass Empfindung etwas mit Trauer zu tun hat?
Betrachte das noch einmal.
Sagt bloße Empfindung etwas über Trauer? Oder ist es ein Gedanke, der Empfindung mit dem Label "Trauer" versieht?
Ist Trauer eine Empfindung oder ein Gedanke?

Ist nicht mein Schmerz. Ist einfach Schmerz.
Ja wunderbar.
Aber ist "Schmerz" ein für sich existierendes Phänomen?

Betrachte einmal die reine Empfindung, die Gedanken als "Rücken an Lehne" beschreiben mit geschlossenen Augen.
Ist es die Empfindung, die "Rücken an Lehne" mitteilt? Oder sind es wirklich nur hinzukommende Gedanken, die das so einordnen?

In gleicher Weise:
Ist es reine Empfindung, die "Schmerz" mitteilt?
Oder sind es Gedanken, die Empfindung mit dem Label "Schmerz" versehen?

Diese Ich-haftigkeit scheint in der Empfindung zu stecken. Oder wurde als "Ich" missinterpretiert.
Steckt die Ich-Haftigkeit in bloßer Empfindung?
Wie sieht das aus / Wie fühlt sich das an genau?
Oder sind es auch hier wieder Gedanken, die Empfindung diese "Bedeutung" verleihen?


Bitte das ganz genau beobachten und falls dabei etwas unklar ist, direkt ansprechen!
Hallo Mathew,

gute Frage:) das Empfinden ist eher ein Druck, ein Stechen, ein Kribbeln, das erst zur Trauer wird, wenn ihm der Gedanke "Trauer" beigefügt wird. Ansonsten nur Empfinden. Trauer ist also nur eine Empfindung mit dem gedanklichen Label "Trauer".
Der Gedanke versucht die Empfindung in eine Schublade zu pressen. Eigentlich ist da nur Empfinden.

Die Empfindung bei "Rücken an Lehne" ist einfach nur das Empfinden von Kühle, von etwas Hartem, das nicht nachgibt. Nur die Vorstellung, dass mein Rücken an der Lehne lehnt, macht es zu diesem Label. Interessant. Wow.

Und das gleiche mit "Schmerz". Da ist das Gefühl, dass an verschiedenen Orten im Körper oder außerhalb des Körpers sich etwas zusammenzieht, gefolgt von einem Kribbeln. Aber es ist der Gedanke, der Label, der es als "Schmerz" labelt.

Die Ichhaftigkeit ist ganz klar auch wieder nur ein Gedanke, so als ob ich sie nicht loslassen will und sie ja irgendwo sein muss:)) oh no. Da ist im Grunde nur Empfinden. Sonst nichts. Niente.

Viele Grüße

Sternchen7

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Matthew
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Re: Ich-Auflösung

Postby Matthew » Wed Jan 10, 2018 3:11 pm

Wie verhält es sich mit geöffneten Augen.
Wie verhält es sich in den anderen "Bereichen" des Erlebens.

Hat Empfindung mit geöffneten Augen plötzlich "mehr" oder "größere" Bedeutung?

Wird da plötzlich eine Verbindung zwischen Empfindung und dem Gesehenen hergestellt?
Wie kommt diese Zustande?


Was ist im Bereich des Gesehenen.
Sagt das reine Gesehene -betrachtet wie reine Empfindung- etwas über "Dies" oder "Das"?
Ist zum Beispiel die Information "Tisch" im Gesehenen selbst zu finden?
Woher stammt die Idee?
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Re: Ich-Auflösung

Postby Sternchen7 » Wed Jan 10, 2018 4:16 pm

Wie verhält es sich mit geöffneten Augen.
Wie verhält es sich in den anderen "Bereichen" des Erlebens.

Hat Empfindung mit geöffneten Augen plötzlich "mehr" oder "größere" Bedeutung?

Wird da plötzlich eine Verbindung zwischen Empfindung und dem Gesehenen hergestellt?
Wie kommt diese Zustande?


Was ist im Bereich des Gesehenen.
Sagt das reine Gesehene -betrachtet wie reine Empfindung- etwas über "Dies" oder "Das"?
Ist zum Beispiel die Information "Tisch" im Gesehenen selbst zu finden?
Woher stammt die Idee?
Hallo Mathew,

es scheint, als ob bei geöffneten Augen mehr Label auftauchen. "Tasse", "Handy", "Laptop", "Tisch". Aber bei genauem Schauen sind da nur Farbflächen in verschiedenen Farben. So, als ob sich ein Gemälde vor mir auftut. "Tisch" hier im Café ist gelbliche lange Fläche auf bzw neben anderen Flächen. In Verbindung mit der Empfindung meines linken Arms auf hartem, kühlem Untergrund und der Tatsache, dass mein Laptop nicht runterfällt wird ein "Tisch" konstruiert.

Rauschendes Geräusch von rechts. Kann es gerade nicht einordnen, ob es ein Handy oder die Kaffeemaschine ist. Suche nach Label beginnt:)

Mit geöffneten Augen "sehe" ich "meinen Körper". Oder eben Teile davon. Teile der Arme und Beine. Diese aber sind ebenfalls wieder nahtlos von anderen Farben und Flächen umgeben. Immer wieder Switches in flächige Perspektive.

Es gibt Empfindung, Wärme im Körper, die ich sofort wieder als Freude label. Daraus die Schlussfolgerung, dass ich mich in diesem Cafe wohl fühle, in dem ich gerade schreibe. Aber das ist auch wieder nur eine Gedanke. Es kann auch andersherum sein. Oder gar nichts miteinander zu tun haben. Mmmmh. Empfindung findet statt. Gedanken finden statt. Sinneswahrnehmungen geschehen usw.

Das Gesehene im reinen Betrachten sagt nichts aus über "dies" und "das". Es sind nur wieder Gedanken, Labels, Bedeutungsmacherei und Gedankenketten gekoppelt mit Empfindungen, die das tun.

Viele Grüße

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Re: Ich-Auflösung

Postby Matthew » Wed Jan 10, 2018 4:25 pm

Und wo ist das "Ich" in diesem ganzen Erleben?
Ist es tatsächlich irgendwo?

Kann ein "Ich" gesehen werden?
Ist es "Ich", was das Sehen tut? Woher stammt diese Idee?

Wo ist "Ich" im Sehen?

Braucht es ein "Ich", damit Sehen geschieht?
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Re: Ich-Auflösung

Postby Sternchen7 » Wed Jan 10, 2018 4:58 pm

Und wo ist das "Ich" in diesem ganzen Erleben?
Ist es tatsächlich irgendwo?

Kann ein "Ich" gesehen werden?
Ist es "Ich", was das Sehen tut? Woher stammt diese Idee?

Wo ist "Ich" im Sehen?

Braucht es ein "Ich", damit Sehen geschieht?
Im Sehen, im Erleben ist kein "Ich" zu finden.

Kein Ich zu sehen.
Es gibt kein ich, das das Sehen tut. Es gibt einfach nur Sehen. Das Ich scheint eine konditionierte Gewohnheit zu sein, die es nicht gibt. Wie die vorgestellte Kerze. Oder eine Fata Morgana.

Kein Ich im Sehen zu finden.

Es braucht kein Ich, damit Sehen geschieht.

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Re: Ich-Auflösung

Postby Matthew » Wed Jan 10, 2018 5:23 pm

Und ist da ein "Ich", das eine Geschichte hat?

Ist "Ich" mehr als ein Gedanke? Kann ein Gedanke eine Geschichte haben?

Hast du eine Geschichte?
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Re: Ich-Auflösung

Postby Sternchen7 » Wed Jan 10, 2018 5:30 pm

Und ist da ein "Ich", das eine Geschichte hat?

Ist "Ich" mehr als ein Gedanke? Kann ein Gedanke eine Geschichte haben?

Hast du eine Geschichte?
Es gibt kein Ich, das eine Geschichte hat. Das ich ist wohl ein Gedanke, der wiederum Gedanken einer Geschichte kreiert. So als ob die Gedanken miteinander Ping Pong spielen würden zum reinen Zeit vertreib. Immer aufs Neue Gedankenketten bilden.

Das Ich ist nicht mehr als ein Gedanke. Ein Gewohnheitsgedanke. An diesen Gedanken können sich wohl Geschickten-gedanken-Ketten dranhängen....

der Gedanke von "mein Ich" löst Geschichten-Gedanken aus. Bilder aus der Vergangenheit.

Aber das Ich ist nur ein Gedanke und somit nicht Existent sondern ein Trugbild. Und somit die Gedanken einer Geschichte auch. Es gab immer nur Sinneseindrücke, Gedankenketten, Empfindungen. Mehr nicht.

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Re: Ich-Auflösung

Postby Matthew » Wed Jan 10, 2018 5:34 pm

Das ich ist wohl ein Gedanke, der wiederum Gedanken einer Geschichte kreiert
Ja so scheint es manchmal.
Aber beim genauen Hinsehen:

Kann ein Gedanke irgendetwas tun?

Betrachte einmal den Gedanken "Eis". Sage "Eis Eis Eis" oder nur als Gedanke bis er genau da ist und beobachte:
Reagiert der Gedanke "Eis"?
Tut er etwas?
Trifft er Entscheidungen?

Denkt der Gedanke "Eis" andere Gedanken?

Kann der Gedanke "Ich" andere Gedanken kreieren?
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Re: Ich-Auflösung

Postby Sternchen7 » Wed Jan 10, 2018 5:45 pm

stimmt natürlich. dumme Antwort. ein Gedanke kann nichts tun. vielleicht werden andere Gedanken angedriggert, wie Billardkugeln. Aber natürlich kreiert ein Gedanke nichts. jetzt habe ich den Gedanken personifiziert:)...

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Re: Ich-Auflösung

Postby Matthew » Wed Jan 10, 2018 7:44 pm

Trifft "Ich" Entscheidungen?
Was kann hier beobachtet werden.

Kann in direkter Erfahrung etwas gefunden werden, das außerhalb des Erlebens steht und Dinge lenkt?

Ist da etwas, das in Vergangenheit gute oder schlechte Entscheidungen getroffen hat?
Ist da etwas, das sich sich aufgrund von Geschehnissen schlecht fühlen müsste?


Betrachte einmal eine Entscheidungssituation, die in der Vergangenheit stattgefunden hat.
Am Besten eine wichtige Entscheidungssituation.
Was passierte da.
War da ein "Ich" oder sonst etwas, das eine Entscheidung getroffen hat?
Oder waren da nur Gedanken ÜBER ein "Ich", das laut Story Entscheidungen trifft?
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Re: Ich-Auflösung

Postby Sternchen7 » Wed Jan 10, 2018 8:47 pm

Bei genauem Betrachten gibt es bei Entscheidungsbedarf jede Menge Gedanken, Bilder, Empfindungen. Diese bewirken dann eine Entscheidung, von der ich immer dachte, dass ich sie treffe. Aber letztendlich sind es immer nur Gedanken über Gedanken und Gefühle. Kein Ich, das die Entscheidung trifft.

Es kann nichts gefunden werden, das außerhalb des Erlebens steht und das Geschehen lenkt. Imme nur Erleben, das zu Handeln führt.

Und so war es auch einer Vergangenheit. Entscheidungen trafen sich wie von selbst aus Gedankenketten und Gefühlen.

Es ist wieder nur ein Gedanke, dass es etwas gibt, das sich aufgrund von Geschehnissen schlecht fühlen müsste. Nichts von Substanz.

Wenn ich an eine bestimmte wichtige Entscheidung denke, dann entstand sie aufgrund von Gefühlen und Gedanken über diese Gefühle/Empfindungen, auftauchende Bilder über die Zukunft. Kein Ich.

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Re: Ich-Auflösung

Postby Matthew » Wed Jan 10, 2018 10:08 pm

Ja prima... Gut hingeschaut. Wirklich.

Wie fühlt es sich an, das zu sehen?
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Re: Ich-Auflösung

Postby Sternchen7 » Thu Jan 11, 2018 7:24 am

Friedlich, frei und als ob Lasten wegfallen.
Gleichzeitig so überraschend naheliegend, dass es wunderlich ist, es überhaupt jemals anders gesehen zu haben.

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Re: Ich-Auflösung

Postby Matthew » Thu Jan 11, 2018 10:15 am

Hast du einen Namen?
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Re: Ich-Auflösung

Postby Sternchen7 » Thu Jan 11, 2018 10:43 am

Hallo Matthew,

Ja:) Ich würde jedoch gerne anonym bleiben...

Ist das o.k?

Viele Grüße
Sternchen7


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