Lieber Truthcounts,
Liebe Guides,
3) Wie fühlt es sich an die Illusion durchschaut zu haben? Was ist anders im Vergleich zu vor dem Dialog? Berichte aus den letzten paar Tagen.
Im Bezug auf das Event des Durchschauens selber, nehme ich keine Gefühle war. Es ist.
Wie ich mich sonst jetzt so fühle?
Es fühlt sich gut an. Unaufgeregt. Einfach. Schön. Auch irgendwie neu. Manchmal einsam. Zum Teil sehr lustig, wegen den absurden Ich-Gedanken, die auftauchen. Eigentlich ähnlich wie noch während dem Dialog, einfach ohne jegliches Müssen oder Sollen.
Diese Sache hier ist jetzt auch nicht mehr so wichtig :)
Noch vor einer Woche hatte das Projekt Liberation Priorität 0 (Informatikerin) für mich. Aber jetzt ist es eigentlich egal, ob ich euren Segen erhalte oder nicht.
Es passiert viel Synchronizität. Impulse für Dinge, die es zu tun gibt, wie Rechnungen bezahlen, Essen, diesen oder jenen Weg gehen sind stärker wahrnehmbar. Dinge erscheinen zum richtigen Zeitpunkt in meinen Gedanken. (Und noch etwas super-ober-mega-faszinierendes: wenn ich jeweils damit beginne, eine dieser Fragen zu beantworten, weiss ich die Antwort noch nicht. Ich bin jeweils überzeugt, dass ich sie nicht weiss, weil ich sie beim Durchsuchen der Erinnerungen nicht finde. Die Antwort oder die entsprechende Erinnerung taucht erst beim Schreiben auf. Ich hatte schon geschrieben, dass ich mich nicht an den Klick erinnere. Und jetzt erinnere ich mich plötzlich. Siehe unten)
4) Was hat Dir den letzten Schubs gegeben, um die Illusion zu durchschauen?
Der Prozess:
Ich hatte keine Aha-Momente. Bei mir scheint die ganze Sache eher als Evolution und nicht als Revolution abgelaufen zu sein. Auf jeden Fall hatte mein Weg zwei Teile. Für den ersten Teil reichen ein paar Tage nicht aus, da muss ich etwas weiter ausholen.
Im Jahr 2010 durfte ich zu meinem grossen Glück 5 Monate in der hiesigen psychiatrischen Uni-Klinik verbringen. Dort lernte ich Achtsamkeit/Mindfulness nach Jon Kabat-Zinn und DBT (dialektisch-behaviorale Therapie) kennen. Wir übten vor allem den Reality Check immer wieder. So lernte ich, mich auch aus extremen Spannungszuständen wieder selber in die Realität zurückzuholen. Ich lernte Gefühle auszufühlen und sie wie Wellen zu reiten. So konnte ich mit der Zeit den krassen Unterschied wahrnehmen, zwischen meinem Gedanken-Gefühl-Drama „Ich kratz’ mir die Haut vom Körper weil ich’s nicht mehr aushalte!“ und der Realität „Die Zitrone in meinem Mund ist SAUER!“. Danach war mir klar, dass Gedanken keine Auswirkungen auf die Realität haben. Erst der Glaube and die Gedanken hat Auswirkungen.
Im zweiten Teil meines Weges, dem Dialog mit Truthcounts wurde klar, dass das „Ich“ einfach ein Gedanke ist. Ein Ich-Gedanke. Wenn die Gedanken Schafe wären, wäre der Ich-Gedanke wohl das schwarze. Aber nichtsdestotrotz einfache ein Schaf. Äh Gedanke. Beim Forschen wurden mir folgendes Bewusst:
Nur der Glaube daran hat Macht, nicht der Gedanke selber.
Nur der Glaube daran hat Macht, nicht das Ich selber.
Wahrnehmen passiert und danach, als Reaktion, kommt der Gedanke.
Wahrnehmen passiert und danach, als Reaktion, kommt das Ich.
Walks like a duck and swims like a duck and quacks like a duck —> das Ich ist also ein simpler Gedanke.
Ich=Gedanke (neue Erkenntnis),
Gedanke=irreal (schon etabliert),
darauf folgt logischerweise Ich=irreal.
Beim Forschen nach der Entstehung des Ichs hat’s bei mir klick gemacht. Leider hab ich es nicht klicken gehört, oder kann mich nicht erinnern. Ich muss bei meinem abendlichen Forschen darüber gestolpert sein, ohne es zu bemerken und im Morgenlicht die Trouvaille gar nicht als solche erkannt haben. Vielleicht könnte ich es nachvollziehen, wenn ich mir mein Geschreibsel von damals nochmal vornehmen würde. Dies scheint mir aber nicht wichtig.
Liebe Grüsse,
Sarah