Das ist nur hören. Nein, kein Abstand zwischen hören und einem Hörer. Das Hören kann ich nicht loklisieren. Das ist ganz klar.Kannst Du in direkter Erfahrung jemanden finden, der hört? Braucht Hören einen Hörer? Ist da ein Abstand zu finden zwischen dem hören und einem Hörer? Kannst Du das Hören lokalisieren?
Auf der Gardine ein dauernder Gedankenstrom: " Ich mach erstmal eine Pause - ich sollte aber eigentlich dran bleiben! Es ist noch so viel zu tun.Ja, die Realität des Projekts will sich einfach nicht der Vorstellung auf der Gardine anpassen. Welcher Film läuft denn auf der Gardine und was macht ihn so glaubenswürdig? Und findest Du einen Genervten, der den Film schauen muss?
Danach kann ich richtig entspannen. Du ärgerst Dich am Abend, wenn Du wieder erst in letzter Minute fertig wirst. Es wäre schöner, wenn ich nicht immer diesen Zeitdruck bräuchte um wirklich effektiv zu sein. Wieso lenkst Du Dich denn dauernd ab, da ist doch Widerstand, wieso? Gehst Du grad gegen dein eigenes ICH SOLLTE, rebellierst Du gegen deine eigene innere Autorität? Na klar, Dein Körper ist ja nicht so fit, ach wäre es schön, wenn ich mehr Energie hätte." usw. usw. usw.
Meine Güte, das kann ja nur anstrengend sein...was ein Kampf! :-)))
Jetzt fällt mir gerade auf, dass als erstes auf der Gardine ein Bild erscheint, über das was noch alles zu tun ist. Und wie anstrengend das noch werden wird. Eine Vorstellung. Du hast an anderer Stelle geschrieben:
Das ist doch hier auch so!Könnte es deshalb so anstrengend sein, das Geschehen auf der Strasse wahrzunehmen, weil bereits das Geschehen auf der Gardine eine Überreizung ist, die kaum noch Aufmerksamkeit für anderes übrig lässt?
Dann tauch das Bild auf wie ich sitze, um ein wenig im Internet zu stöbere, um mich zu "entspannen" bzw. abzulenken. Was ich dann auch tue. Danach der oben beschriebene restliche Gedankenstrom.
Ist es nicht so, dass genau das hier passiert?Dies deutet bereits schon einmal darauf hin, dass Handlung auch gut direkt aus der unmittelbaren Erfahrung über die fünf Sinne im hier und jetzt funktionieren kann und zusätzliche Gedanken das von selbst ablaufende System verwirren können, was Realität und Einbildung ist, und entsprechend Anstrengung und unpassende Reaktionen auslösen können.
Die unpassende Reaktion beginnt damit, dem Impuls des Hinsetzens zu folgen. Weil alleine in Gedanken eine Anstrengung war und da muß ich mich erst ausruhen :-)
Und das passt auch...wenn es gerade real anstrengend wird, viel Muskelkraft nötig oder etwas nicht richtig funktioniert ...dann folge ich auch der Gardine. Bild: SitzendWieviel bekommst Du jetzt noch von draussen mit. Wenn draussen etwas zu sehen ist, was Störgefühle oder Überreizung hervorruft, wäre es dann nicht eine Ausweichmöglichkeit oder Erleichterung, sich auf die Gardine zu fokussieren.
Das ist ja lustig! So einfach soll das sein? Werde ich morgen gleich unter die Lupe nehmen.
Morgen ist 2. Projekttag. Kein Genervter, der den Film schauen muss!
Wenn ich wahrnehme, das der Körper eine wirkliche Pause braucht, hoffe ich das von der Einbildung einer nötigen Pause unterscheiden zu können.
Und dann werde ich auch noch die fehlende Anwort geben können. Zu ist da Jemand der hört und braucht es einen Hörer. Ich will wirklich hinschauen, was der aktuelle Stand ist und nicht einfach die gewusste, gelernte Antwort geben.Und da war ich vorhin nicht sicher...
Gute Nacht
Chaitanya

