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Re: Direct Pointing mit Tom (oder so :-) - falls Du Zeit has

Posted: Thu May 01, 2014 7:30 pm
by Andrea_
Kannst Du jetzt gerade in Deiner direkten Wahrnehmung Deine Geburt finden? Oder ist da jetzt gerade der Moment, in dem Du Dich bei LU registrierst?
Nein, natürlich nicht.
Jetzt gerade gibt es Deine Geburt nicht. Oder?
Nein.
Ein Gedanke an ein Ich ist ein Gedanke - nicht das Ich.
Yes.
Wir können darüber natürlich ein Konzept stülpen wie "die Essenz" oder "das Seiende" - aber das wären wieder nur Gedanken, oder?
Ja – aber die Geschichte ist halt so spannend. Ich hänge sowas von an der Geschichte. Merke ich in letzter Zeit. Das da oben ist doch langweilig… Seufz… alles nichts. Alles sinnlos. Das WILL ich nicht. ICH. Die Illusion will das nicht!
Wo oder was ist das Ich?
Keines zu finden. In keinem Moment. Bilde mir trotzdem eines ein.
Gibt es Kontrolle?
Wahrscheinlich nicht. Ich weiss es nicht. Das hier ist wirklich wie sterben. Das will das ‚ICH‘ nicht.

Danke trotzdem für Deine harten Worte.

Muss ich mal wirken lassen.

Danke.

Re: Direct Pointing mit Tom (oder so :-) - falls Du Zeit has

Posted: Sat May 03, 2014 6:45 pm
by Andrea_
Hallo Tom

Ich komme einfach nicht weiter mit der Kontrolle.

Einerseits kann ich nichts finden ausser dem Körper, Gefühlen, Gedanken, Sinneseindrücken, andererseits ist da dieses 'aber da laufen Kontrollgedanken ab, etwas steuert'. Z.B. Situation des 'ich' am Kiosk: z.B. Gedanken/Gefühl 'hmm, Lust auf Schokolade - nein, ich nehme jetzt keinen' - Körper dreht sich weg und der Körper/Geist, das was da Wesen 'Andrea' genannt wird "hat es geschafft, keine Schokolade zu kaufen". - Was ist dann das? Wenn Gedanken zur Handlung passen?

Ohne 'irgendwas' wäre es doch wie ein Zufallsgenerator, wie beim Lottoziehen, ob 'man' mal Erfolg hat und mal nicht, doch in der Beobachtung ist es nicht eine Zufallsreihe, sondern oft Konstanten drin - z.B. wenn jemand über 2 Jahre hinweg abnimmt?

Oder gibt es irgendeine Möglichkeit, mich dem auf andere Weise zu nähern, von einer andern Seite her zu kommen? Ich stecke hier irgendwie fest...

Re: Direct Pointing mit Tom (oder so :-) - falls Du Zeit has

Posted: Sat May 03, 2014 8:05 pm
by Tompi
Körper dreht sich weg und der Körper/Geist, das was da Wesen 'Andrea' genannt wird "hat es geschafft, keine Schokolade zu kaufen".
Es wurde keine Schokolade gekauft. Ok. Aber kannst Du einen Moment finden, in dem das "von Dir" verhindert wurde? Der Körper hat sich weg gedreht - war das Deine bewusste Entscheidung, oder ist das einfach so passiert? Der abschließende Gedanke "hat es geschafft" bedeutet ja nicht unbedingt, dass Du mit dem Ausgang etwas zu tun hattest, oder? Im Grunde bedeutet er ja nur, dass keine Schokolade gekauft wurde.
Ohne 'irgendwas' wäre es doch wie ein Zufallsgenerator, wie beim Lottoziehen, ob 'man' mal Erfolg hat und mal nicht, doch in der Beobachtung ist es nicht eine Zufallsreihe, sondern oft Konstanten drin - z.B. wenn jemand über 2 Jahre hinweg abnimmt?
Das ist mir zu viel Konjunktiv... Wäre es dann so, ja? Kannst Du wirklich wissen, wie etwas wäre wenn - oder kannst Du nur wissen, wie es jetzt gerade ist? Und wie ist es jetzt gerade? Ist da wirklich Kontrolle?

Re: Direct Pointing mit Tom (oder so :-) - falls Du Zeit has

Posted: Sun May 04, 2014 7:53 am
by Andrea_
Aber kannst Du einen Moment finden, in dem das "von Dir" verhindert wurde? Der Körper hat sich weg gedreht - war das Deine bewusste Entscheidung, oder ist das einfach so passiert?
Es besteht eine Übereinstimmung zwischen den Gedanken und dem, was geschieht. Das passiert ständig. Nur Programmierung? Da es ständig passiert, tauchen Gedanken auf ‚das war ich‘? Entsteht dann das Gefühl, dass da ein Macher ist, wiederum aus diesem Gedanken heraus? Jedenfalls ist dieses Gefühl, dieser Eindruck da, das kann ich nicht leugnen.
Der abschließende Gedanke "hat es geschafft" bedeutet ja nicht unbedingt, dass Du mit dem Ausgang etwas zu tun hattest, oder?
Ja stimmt, der Gedanke bedeutet es nicht zwingend, könnte auch anders sein.
Wäre es dann so, ja? Kannst Du wirklich wissen, wie etwas wäre wenn - oder kannst Du nur wissen, wie es jetzt gerade ist?
Ich kann nicht wirklich wissen, wie es wäre. Bei Tieren zum Beispiel laufen die Dinge nicht zufällig aber, sondern auch mit einer Kontinuität ohne dass ein Ich da ist (z.B. die Art wie ein Hund läuft, immer ähnlich, er hüpft ja nicht auf einmal auf einer Pfote herum), einfach ‚von selbst‘, wie es ‚programmiert‘ ist, von der Natur gegeben, wie immer man dem sagen will, jedenfalls ohne Ich.

Komischerweise hat man ja z.B. bei Katzen oder Hunden auch den Eindruck, da sei eine Art ‚Wesen/Einheit‘, eine Art „Ich“, aber anders; ich meine damit, dass sie auch verschieden sind und man sie individuell an ihrem „Charakter“ erkennt. Wenn man z.B. sagt, das war jetzt typisch meine Katze, das macht sie immer etc. Dennoch ist klar, dass da kein vorgestelltes Ich in der Katze sitzt, das am nachdenken, sich Sorgen machen etc. ist.

Und die Katze ‚kontrolliert‘ z.B., wenn sie etwas macht, den Katzenbaum raufklettert, man kann sagen auf körperlicher Ebene ist ‚Kontrolle‘= sie macht es so, dass sie oben ankommt, ist geschickt – ohne Ich. Es GESCHIEHT also eine ‚Kontrolle‘, ein körperlich gezielter Ablauf (wie soll man dem sagen?) ohne Ich.
Und wie ist es jetzt gerade? Ist da wirklich Kontrolle?
Eine wirkliche Kontrolle ist da nicht. Nie. Im Sinne von Garantie und 100%ig. Aber das ist ja nicht gemeint, oder? Was ist denn gemeint mit Kontrolle? Meinen wir dasselbe?

Wenn Du z.B. sagen würdest „du/der Körper/Geist dort hast/hat keinerlei Kontrolle darüber jetzt deinen Arm zu heben“, dann wird das hier als gleichzeitig wahr und unwahr erlebt.

Etwas, was es offensichtlich nicht gibt, kann auch nicht kontrollieren, dennoch geschieht Kontrolle oder etwas, das man so benennen könnte aufgrund beobachten oder einfach aufgrund wie man das Wort definiert. Leben selbst läuft (teilweise) ‚kontrolliert‘ ab, in Abläufen, in Mustern, in Programmen, in Zusammenhängen, in einer Struktur, in Koninuitäten, Ordnung…

Ich weiss wirklich nicht weiter. Wann immer geprüft ist da nichts Separates zu finden und gleichzeitig ist das GEFUEHL, der EINDRUCK oft ganz stark da, Identifizierung die oft stark abläuft, also Ich-Gedanken, Ich-Geschichte, Ich-Illusion.

Dazu gesellen sich Zweifel, Gedanken wie
- was, wenn ich mir bloss etwas vormache?
- was wenn Du und ich und alle hier drin und alle 'Erwachten' falsch liegen?
- woher soll ich das 100% wissen? oder du?
- vielleicht wollen wir uns nur drücken, um die Verantwortung für uns und unser Leben nicht zu übernehmen?

Als wahr 'gespürt' wird zwar etwas anderes, aber diese Gedanken laufen ab.

Re: Direct Pointing mit Tom (oder so :-) - falls Du Zeit has

Posted: Mon May 05, 2014 6:37 pm
by Tompi
Jedenfalls ist dieses Gefühl, dieser Eindruck da, das kann ich nicht leugnen.
Das Gefühl kann ich auch nicht leugnen. Aber ein Gefühl von Kontrolle ist halt ein Gefühl, oder? Es sieht so aus als ob. Doch bei genauer Prüfung hast Du bisher nur Dinge gefunden, die "von selbst" oder "aus dem Nichts heraus" geschehen. Den (nachträglichen) Gedanken "das habe Ich gemacht" oder "es ist genau das geschehen was ich (vorher) gedacht habe" eingeschlossen.
Etwas, was es offensichtlich nicht gibt, kann auch nicht kontrollieren, dennoch geschieht Kontrolle oder etwas, das man so benennen könnte aufgrund beobachten oder einfach aufgrund wie man das Wort definiert. Leben selbst läuft (teilweise) ‚kontrolliert‘ ab, in Abläufen, in Mustern, in Programmen, in Zusammenhängen, in einer Struktur, in Koninuitäten, Ordnung…
Hmm... wenn man einen Sack voller Flummis auskippt, folgen sie wahrscheinlich physikalisch eindeutig berechenbaren Bahnen, folgen also einem Muster oder Programm. Das würde für uns aber trotzdem wenig "kontrolliert" aussehen, was da durch die Gegend hüpft, oder? Die Untersuchung der Kontrolle bezieht sich hier vor allem auf die "Kontrollinstanz". Es geht darum, ob es eine Instanz gibt, die darüber entscheidet / entscheiden kann, dass etwas bestimmtes (gewolltes) geschieht.

Nehmen wir mal die Gedanken als Beispiel. Kontrolle würde bedeuten, dass "Du" vor jedem Gedanken festgelegt hast, dass genau dieser Gedanken auftauchen soll. Kommt er einfach aus dem Nichts, hast Du mit seinem Entstehen offensichtlich nichts zu tun gehabt, oder?
Dazu gesellen sich Zweifel, Gedanken wie
- was, wenn ich mir bloss etwas vormache?
- was wenn Du und ich und alle hier drin und alle 'Erwachten' falsch liegen?
- woher soll ich das 100% wissen? oder du?
- vielleicht wollen wir uns nur drücken, um die Verantwortung für uns und unser Leben nicht zu übernehmen?
Zweifel sind sehr gewollt. Ich möchte Dich hier von nichts überzeugen. Es ist die Einladung selbst hin zu sehen. Und letztendlich geht es um das Einzige, was man überhaupt wirklich wissen kann. Dazu kann ich nur Hinweise geben, Übungen vorschlagen und Fragen stellen. Auch, wenn mir beim Thema Kontrolle anscheinend gerade nicht die passende neue Übung für Dich einfällt.

Re: Direct Pointing mit Tom (oder so :-) - falls Du Zeit has

Posted: Mon May 05, 2014 8:36 pm
by Andrea_
Aber ein Gefühl von Kontrolle ist halt ein Gefühl, oder? Es sieht so aus als ob. Doch bei genauer Prüfung hast Du bisher nur Dinge gefunden, die "von selbst" oder "aus dem Nichts heraus" geschehen.
Ja, es ist ein Gefühl. Ja im direkten Hinsehen in welchem Augenblick auch immer ist nichts anderes zu finden (nur Gedanken, Gefühle, Körper, Sinneseindrücke).
Hmm... wenn man einen Sack voller Flummis auskippt, folgen sie wahrscheinlich physikalisch eindeutig berechenbaren Bahnen, folgen also einem Muster oder Programm. Das würde für uns aber trotzdem wenig "kontrolliert" aussehen, was da durch die Gegend hüpft, oder?
Ich musste mal googeln, was Flummis sind. :-) Gibt’s im Schweizerdeutschen nicht.
Ja klar.
Die Untersuchung der Kontrolle bezieht sich hier vor allem auf die "Kontrollinstanz". Es geht darum, ob es eine Instanz gibt, die darüber entscheidet / entscheiden kann, dass etwas bestimmtes (gewolltes) geschieht.
Ja ich weiss. Ich finde ja keine. Und das Gefühl ist da. Und doch fehlt scheinbar irgendein ‚Klick‘.
Kontrolle würde bedeuten, dass "Du" vor jedem Gedanken festgelegt hast, dass genau dieser Gedanken auftauchen soll. Kommt er einfach aus dem Nichts, hast Du mit seinem Entstehen offensichtlich nichts zu tun gehabt, oder?
Es wurde nichts festgelegt. Da ist kein ‚jemand‘, der es festlegt, es kommt aus dem Nichts oder weiss der Geier woher. Schon der Satz, dass ich mit dem Entstehen nichts zu tun gehabt habe, ist ein Wiederspruch in sich. Weil es kein Ich gibt, das mit dem Entstehen etwas zu tun haben oder nicht zu tun haben könnte.
Zweifel sind sehr gewollt. Ich möchte Dich hier von nichts überzeugen. Es ist die Einladung selbst hin zu sehen. Und letztendlich geht es um das Einzige, was man überhaupt wirklich wissen kann.
‚Man‘ kann aber gar nichts wissen, wenn gar kein ‚man‘ da ist. Dann ist nur Wissen da, oder NICHT-Wissen und das auch nur als Gedanken. Wer will oder nicht will dann überhaupt Zweifel? Eigentlich spielt es gar keine Rolle. Es ist einfach da, was da ist oder nicht da, was nicht da ist.
Eigentlich spielt es auch gar keine Rolle, ob ‚ich‘ die Illusion durchschaue. Kann ‚ich‘ gar nicht. Etwas was nicht da ist, kann auch keine Illusion durchschauen. Was hat sich das Nichts bloss ausgedacht mit diesem Witz hier? Ein Nicht-Etwas produziert ein Nichts, das sich aber für ein Etwas hält, damit dann Nichts durchschaut, dass Etwas Nichts ist. Was für ein saublöder Witz. Sorry, aber das nervt gerade. Hätte es sich nicht was Besseres ausdenken können?? Dieses Leben, diese Andrea, vollkommen egal.

Re: Direct Pointing mit Tom (oder so :-) - falls Du Zeit has

Posted: Wed May 07, 2014 9:09 pm
by Tompi
Ja ich weiss. Ich finde ja keine. Und das Gefühl ist da. Und doch fehlt scheinbar irgendein ‚Klick‘.
Da ist also keine Kontrolle. Aber das ist ein Gefühl von Kontrolle. Das ist das, was wirklich da ist, oder? Was für ein "Klick" soll noch fehlen? Oder erwartest Du, dass das Gefühl von Kontrolle verschwindet, weil da eigentlich keine Kontrolle ist? Dann dürfte es auch keine Superman-Filme geben... ;) Im Ernst: was fehlt Deiner Meinung nach? Wie müsste es sein?
Dann ist nur Wissen da, oder NICHT-Wissen und das auch nur als Gedanken.
Jein... Du weisst, dass Du gerade etwas siehst, hörst, spürst, usw. - ganz ohne darüber nachdenken zu müssen - oder? Du weisst sogar, das Du etwas denkst ohne darüber nachdenken zu müssen. ;)
Eigentlich spielt es gar keine Rolle. Es ist einfach da, was da ist oder nicht da, was nicht da ist.
Eigentlich spielt es auch gar keine Rolle, ob ‚ich‘ die Illusion durchschaue. Kann ‚ich‘ gar nicht. Etwas was nicht da ist, kann auch keine Illusion durchschauen.
Genau so ist es. :)

Re: Direct Pointing mit Tom (oder so :-) - falls Du Zeit has

Posted: Thu May 08, 2014 6:10 am
by Andrea_
Da ist also keine Kontrolle. Aber das ist ein Gefühl von Kontrolle. Das ist das, was wirklich da ist, oder?
Das Gefühl ist da.

Aber Kontrolle selbst ist auch manchmal da. Vielleicht wird sie einfach von niemandem gemacht, aber sie ist manchmal da – in dem Sinne wenn man jetzt einfach das was geschieht selber beschreibt, also vorhandene Kontrolle als Vorgang, aber ohne ein Ich. Wie eben z.B. eine Katze die kontrolliert einen Baum heraufklettert. Da ist auch kein Ich, aber es ist ‚Kontrolle‘ da, etwas das man als kontrollierten Vorgang beschreiben könnte. Reine Definitionssache.

Würdest Du dem denn wiedersprechen?
Oder so wie wenn man mit einem Löffel ein Ei durch die Gegend balanciert. Es findet ein ‚kontrollierter Ablauf‘ statt (die Hand kontrolliert den Löffel mit dem Ei), das funktioniert auch ohne eine Ich-Geschichte im Kopf (sogar besser in Präsenz :-) ).
Was für ein "Klick" soll noch fehlen?
Eines, was bewirkt, dass ich sagen könnte wie ich es hier so oft lese ‚Wir haben keinerlei Kontrolle über unser Leben und über gar nichts und können nichts entscheiden‘.

Auf diese Weise kann ich es nicht sagen. Ich könnte bloss sagen „für rein gar nichts gibt es eine Garantie, nichts könnten wir jemals zu 100% kontrollieren, aber wir können dennoch unser Bestes tun, unser Leben zu gestalten und können eine hohe Erfolgsquote dabei haben, wir können uns engagieren, müssen nicht aufgeben und die Hände in den Schoss legen, bloss weil wir ‚eh keine Kontrolle‘ haben und resignieren, wir können unser Bestes tun, um uns gesund zu ernähren, Neues zu lernen etc.“

Das obere tönt für mich wie ‚ich kann herumrennen und Menschen erschiessen, denn es gibt mich ja nicht und ich bin auch nicht schuldig und nicht verantwortlich, wenn ich das tue‘. Wenn ein Kind z.B. wütend ist, würde man ihm ja auch nie sagen: „Weisst Du, Du kannst Deine Wut eh nicht kontrollieren, also schlag mal zu und verprügle den anderen halt, es gibt dich eh nicht und du bist sowieso nicht schuld dran.“
Oder erwartest Du, dass das Gefühl von Kontrolle verschwindet, weil da eigentlich keine Kontrolle ist?
Nein, ich erwarte eher, dass es nie verschwinden wird, weil es ja bisher immer da war. Aber wer weiss. Wirklich wissen kann ich es nicht. Alle Erfahrungen sind möglich. Ich kann nicht wissen, ob ich irgendwann eine Erfahrung mache, das Gefühl von Nicht-Kontrolle zu haben. Bzw. ehrlich gesagt, wenn ich darüber nachdenke, findet ja auch dieses Gefühl bereits ständig statt. Beides existiert parallel. Tausende Dinge, die ich nicht kontrollieren kann. Ich kann nicht kontrollieren, ob ich morgens wieder aufwache, ob ich lebe oder sterbe, mein Körper tut seine Arbeit ohne Kontrolle, ich kann nicht kontrollieren, was andere Menschen denken oder tun, was auf der Welt geschieht. Das Gefühl von Nicht-Kontrolle ist in vielem genauso da wie das Gefühl von Kontrolle.
Im Ernst: was fehlt Deiner Meinung nach? Wie müsste es sein?
So wie ich es bei JEDEM wahrnehme, der die Illusion durchschaut hat und davon spricht. Es geht einher mit Erleichterung. Und in meiner Wahrnehmung sind es Menschen, die Verantwortung für ihr Leben übernehmen – das was im umgangssprachlichen Sinne damit gemeint ist!
Das Komische ist, dass ich das Gefühl habe, ich hätte das längst erkannt und das es auch gar nicht anderes sein kann, wenn ich es in all den Menschen erkenne, die davon sprechen, wenn nicht etwas in mir das erkannt hat. Wie sollte ich/das hier es sonst erkennen? Die Resonanz ist vollkommen da.

Was fehlt, ist dass ich mit der ‚Resignations-Botschaft‘ nicht klarkomme.
Jein... Du weisst, dass Du gerade etwas siehst, hörst, spürst, usw. - ganz ohne darüber nachdenken zu müssen - oder? Du weisst sogar, das Du etwas denkst ohne darüber nachdenken zu müssen. ;)
Aber dann stimmt es eben doch nicht, dass es da NICHTS gibt, sondern da ist Bewusstheit, so wie es ALLE sagen und wie ich das sowieso schon selber die ganze Zeit erfasse. Wenn da etwas ist, das weiss, dass gedacht wird, ohne darüber nachzudenken, dann ist das nicht der Gedanke selber und es ist genau das, worüber Tolle und all die anderen und ich selber spreche und die ganze Zeit als wahr erkenne. Da ist ‚was‘, aber es ist kein ‚ich‘ und es ist eigentlich auch kein ‚etwas‘ im Sinne, dass man es wie ein Objekt beschreiben könnte oder darauf zeigen könnte und ‚es‘ ist was ich bin. Nichts und alles. Wahrnehmung. Bewusstheit. Leben. Ist mir egal wie man es nennt. Es ist was ich bin.

Re: Direct Pointing mit Tom (oder so :-) - falls Du Zeit has

Posted: Thu May 08, 2014 7:54 pm
by Andrea_
Manchmal ist es, wie wenn ich "es" (was kein es ist) für einen kurzen Augenblick erhaschen würde. Und manchmal, also ob ich ganz nah dran wäre... und seit einem halben Jahr läuft gleichzeitig so viel 'Drama' ab, extremes 'Abgleiten' in die Geschichte, die Identifizierung. Erstaunlich, weil davor war etwa zwei Jahre der Grad an Präsenz erstaunlich hoch, da war so viel Frieden, so viel ungekannte Leichtigkeit im Vergleich zu vorher.

Das ist zwar aus der einen Perspektive nicht wichtig, aber aus Perspektive der Geschichte ist es das sehr wohl. Die muss nicht geleugnet werden. Ich bin mir sicher, Du kennst das aus der Erinnerung an früher, aus Deiner Geschichte. Da gibt es einen scheinbaren Prozess und scheinbare Schlüssel und die sind aus Sicht des Träumers wichtig. Dem Träumer ist es 'egal', ob es nur ein Traum ist, wenn nur das Leid sich verringert, und das ist viel geschehen durch 'andere Menschen'. ICH ist froh über Menschen wie BK oder Du und andere.

Re: Direct Pointing mit Tom (oder so :-) - falls Du Zeit has

Posted: Fri May 09, 2014 7:35 pm
by Tompi
Meine Zeit ist gerade leider sehr knapp... werde mich morgen früh melden.

Re: Direct Pointing mit Tom (oder so :-) - falls Du Zeit has

Posted: Sat May 10, 2014 11:07 am
by Tompi
Aber Kontrolle selbst ist auch manchmal da. Vielleicht wird sie einfach von niemandem gemacht, aber sie ist manchmal da – in dem Sinne wenn man jetzt einfach das was geschieht selber beschreibt, also vorhandene Kontrolle als Vorgang, aber ohne ein Ich. Wie eben z.B. eine Katze die kontrolliert einen Baum heraufklettert. Da ist auch kein Ich, aber es ist ‚Kontrolle‘ da, etwas das man als kontrollierten Vorgang beschreiben könnte. Reine Definitionssache.

Würdest Du dem denn wiedersprechen?
Ich verstehe was Du meinst. Das, was passiert, scheint immer in "geregelten Bahnen" zu geschehen. Aus einem Kirschkern wächst keine Kuh heran, sondern ein Kirschbaum. Und der hat auch die erwartete Form mit einem Stamm und Ästen usw. Das Klettern der Katze könnte man als kontrollierte Bewegung beschreiben. Reine Definitionssache - so wie Du sagst. Doch die Frage nach dem Kontrolleur ist wie diese Beobachtungen schwer zu beantworten, oder? Könnte eine Katze vielleicht ein "Ich" habe, dass die Bewegungen kontrolliert? Hat der Kirschbaum vielleicht einen freien Willen genau so zu wachsen wie er es möchte? Wir können darüber diskutieren und Gedanken austauschen. Aber um wirklich zu wissen was in der Katze vorgeht, müsstest Du eine Katze sein.

Unser Untersuchungsgegenstand ist aber nicht die Katze, sondern "Du". Welche Abläufe kannst Du kontrollieren?
Ich könnte bloss sagen „für rein gar nichts gibt es eine Garantie, nichts könnten wir jemals zu 100% kontrollieren,
Damit sind die äußeren Umstände gemeint, oder? Klar, darüber gibt es keine Kontrolle.
aber wir können dennoch unser Bestes tun, unser Leben zu gestalten und können eine hohe Erfolgsquote dabei haben, wir können uns engagieren, müssen nicht aufgeben und die Hände in den Schoss legen, bloss weil wir ‚eh keine Kontrolle‘ haben und resignieren, wir können unser Bestes tun, um uns gesund zu ernähren, Neues zu lernen etc.
Kannst Du das alles tun? Wie gibst Du Dein Bestes? Wie engagierst Du Dich? Wie gibst Du auf - oder eben nicht? Unsere Untersuchungen haben bisher ergeben, dass Gedanken und Handlungen aus dem Nichts auftauchen. Also wie kannst DU dafür sorgen, dass irgendetwas von Deiner Liste auch geschieht? Wäre es dafür nicht notwendig volle Kontrolle über Gedanken und Handlungen zu haben? Und ich meine nicht die Kontrolle über die Umstände, die verhinderten könnten, dass es doch nicht so geschieht wie gewollt. Legst Du fest, ob Du die Hände in den Schoss legst oder Dein Bestes tust, oder geschieht das einfach?
Das obere tönt für mich wie ‚ich kann herumrennen und Menschen erschiessen, denn es gibt mich ja nicht und ich bin auch nicht schuldig und nicht verantwortlich, wenn ich das tue‘. Wenn ein Kind z.B. wütend ist, würde man ihm ja auch nie sagen: „Weisst Du, Du kannst Deine Wut eh nicht kontrollieren, also schlag mal zu und verprügle den anderen halt, es gibt dich eh nicht und du bist sowieso nicht schuld dran.“
Wenn es keine Kontrolle gibt, kann man sich auch nicht entschliessen deshalb Menschen zu erschiessen, oder? Es mag so ein Gedanke auftauchen oder sogar so eine Handlung. Wer hat bestimmt, dass das so sein soll? Wenn es keine Kontrolle gibt und es sie noch nie gab, dann hast Du auch ohne Kontrolle bisher noch keine Menschen erschossen, oder? Das ist wie mit dem Weihnachtsmann: bloß weil erkannt wird, dass es ihn nicht gibt, fallen nicht die Geschenke weg. Es gibt sie weiterhin, weil sie auch vorher schon nicht vom Weihnachtsmann kamen. Genau so ändert sich die "Ordnung der Welt" nicht dadurch, dass erkannt wird, dass keine Kontrolle da ist.
Tausende Dinge, die ich nicht kontrollieren kann. Ich kann nicht kontrollieren, ob ich morgens wieder aufwache, ob ich lebe oder sterbe, mein Körper tut seine Arbeit ohne Kontrolle, ich kann nicht kontrollieren, was andere Menschen denken oder tun, was auf der Welt geschieht. Das Gefühl von Nicht-Kontrolle ist in vielem genauso da wie das Gefühl von Kontrolle.
Hier bist Du wieder bei "äußeren Dingen" auf die Du keinen Einfluss hast. Um die geht es hier nicht. Worauf hast DU Einfluss? Über welche Dinge sagst Du normalerweise "Ich hab' das gemacht!"? Und hast Du untersucht, ob Du wirklich Einfluss darauf hattest? Kannst Du bestimmen, ob Du auf meinen Beitrag antwortest oder nicht? Wenn ja; wie genau ist das geschehen?
Wenn da etwas ist, das weiss, dass gedacht wird, ohne darüber nachzudenken, dann ist das nicht der Gedanke selber und es ist genau das, worüber Tolle und all die anderen und ich selber spreche und die ganze Zeit als wahr erkenne. Da ist ‚was‘, aber es ist kein ‚ich‘ und es ist eigentlich auch kein ‚etwas‘ im Sinne, dass man es wie ein Objekt beschreiben könnte oder darauf zeigen könnte und ‚es‘ ist was ich bin. Nichts und alles. Wahrnehmung. Bewusstheit. Leben. Ist mir egal wie man es nennt. Es ist was ich bin.
Ist da denn etwas, das weiss, dass gedacht wird - getrennt von dem Gedanken / zusätzlich zu dem Gedanken? Beobachte das mal genau. Gedanken sind ja andauernd da. Wenn es zusätzlich auch ein Bewusstsein gibt - woher weisst Du darüber / wie nimmst Du es wahr? Wenn Gedanken, Gefühle, das Sehen, usw. alle im Bewusstsein auftauchen, ist also keine Information Deiner Sinne und kein Gedanke das Bewusstsein selbst. Richtig?

Als Konzept können wir es gerne stehen lassen, aber dann sollte auch klar sein, dass es kein "Ding" ist. Vor allem wenn Du sagst, dass es das ist, was Du bist. Wenn Du Bewusstsein bist, musst Du mir dieses Ding erstmal zeigen. Ansonsten kannst Du genau so gut sagen, dass Du Superman oder Gott bist. ;)

Re: Direct Pointing mit Tom (oder so :-) - falls Du Zeit has

Posted: Sun May 11, 2014 7:36 am
by Andrea_
Hallo Tom

Gestern hatte ich Geburtstag und war dann zu müde abends und heute ist noch Muttertag, ich schreibe entweder heute Abend noch oder sonst morgen Abend...

Re: Direct Pointing mit Tom (oder so :-) - falls Du Zeit has

Posted: Mon May 12, 2014 6:03 pm
by Andrea_
Damit sind die äußeren Umstände gemeint, oder? Klar, darüber gibt es keine Kontrolle.
Nein, ich meine auch alles ‚Innere‘. Auch dort gibt es ebenfalls über nichts eine 100%ige Kontrolle! Und wenn es keine 100%ige ist, könnte man im Prinzip auch sagen, es ist gar keine. Das reicht doch? Oder wieso nicht?
Keine wirkliche oder absolute Kontrolle. Also im Prinzip keine. :-)

Und doch würde man doch nie jemandem sagen, der irgendetwas lernen möchte oder ein „Problem“ lösen möchte: „Vergiss es, gib auf, das schaffst Du eh nicht, versuchs gar nicht erst, denn Du hast eh keine Kontrolle und es gibt Dich nicht“. Right?

Das ist doch unser menschliches Leben ob mit oder ohne Ich. ‚Ich‘ habe keine Lust auf Resignation und Verzweiflung und es ist auch nicht das, was ich bei sämtlichen ‚Erwachten‘ wahrnehme, im Gegenteil.
Als Konzept können wir es gerne stehen lassen, aber dann sollte auch klar sein, dass es kein "Ding" ist. Vor allem wenn Du sagst, dass es das ist, was Du bist. Wenn Du Bewusstsein bist, musst Du mir dieses Ding erstmal zeigen. Ansonsten kannst Du genau so gut sagen, dass Du Superman oder Gott bist. ;)
Es ist sonnenklar, dass es kein Ding ist und ich es Dir nie als Ding zeigen kann. Oder ich kann auf jedes Ding zeigen und sagen ‚das ist es auch‘. Ich bin aus demselben ‚Stoff‘ gemacht wie Du. Wie könnte es anders sein? Erfährst Du ‚Dich‘ nicht auch als Wahrnehmung? Wie soll ich Dir das Sein zeigen? Sein ist. Ist alles. Ist nichts Bestimmtes. Ich kann auf alles zeigen. Und nichts ist es per se dann. Aber Sein ist da. Sein ist jetzt hier da. Immer. Ich bin Gott, und Du auch, weil Gott das ist, was ist. Was soll Gott sonst sein? Gott ist ebenfalls kein ‚separates Wesen‘ irgendwo, kein Mann mit Bart, der auf einer Wolke sitzt. Alles ist Gott.

Ihr sprecht alle vom Gleichen. Aus Deinem Mund im Interview spricht genauso Barbara Vödisch. Eckhart Tolle. Und viele andere. Es ist die eine Quelle. Im Moment spricht sie so schön aus Conchita, die gerade den Song Contest gewonnen hat. :-) Rise like a Phoenix!

Re: Direct Pointing mit Tom (oder so :-) - falls Du Zeit has

Posted: Tue May 13, 2014 12:30 pm
by Tompi
Auch dort gibt es ebenfalls über nichts eine 100%ige Kontrolle! Und wenn es keine 100%ige ist, könnte man im Prinzip auch sagen, es ist gar keine. Das reicht doch? Oder wieso nicht?
Keine wirkliche oder absolute Kontrolle. Also im Prinzip keine.
Das finde ich ein bisschen vage. Könnte es sein, dass Du Dir Hintertüren offen lassen möchtest, weil Dir die Vorstellung keine Kontrolle zu haben Angst macht? Oder kannst Du mir exakt sagen, über welche wenigen Prozent doch Kontrolle besteht? Was Du schreibst hört sich so an, als könntest Du 99 Gedanken nicht kontrollieren, aber 1 doch. Ist das so?
Und doch würde man doch nie jemandem sagen, der irgendetwas lernen möchte oder ein „Problem“ lösen möchte: „Vergiss es, gib auf, das schaffst Du eh nicht, versuchs gar nicht erst, denn Du hast eh keine Kontrolle und es gibt Dich nicht“. Right?

Das ist doch unser menschliches Leben ob mit oder ohne Ich. ‚Ich‘ habe keine Lust auf Resignation und Verzweiflung und es ist auch nicht das, was ich bei sämtlichen ‚Erwachten‘ wahrnehme, im Gegenteil.
Darum geht es ja auch gar nicht. Keine Kontrolle zu haben bedeutet nicht, dass nichts passiert, keine Probleme gelöst werden oder es Grund zu Verzweiflung gäbe. Es heisst nur, dass es kein "Ich" bzw. keine Kontrollinstanz gibt, der man die Verantwortung dafür zuschreiben könnte. Alle Dinge geschehen - aber es gibt niemanden, der sie geschehen läßt. Oder? Es kann also sein, dass man jemandem sagt, der etwas lernen möchte, dass das keinen Sinn macht, weil er eh keine Kontrolle hat. Wenn Du jemandem so etwas oder irgendetwas anderes sagen würdest: wie viel Kontrolle hattest Du darüber? "Im Prinzip keine?" - also doch ein wenig?

Ich bin mir nicht sicher, ob Du meine Fragen wirklich als Anregung verstehst selbst genau hinzusehen was geschieht. Nimm das einfach nochmal als Anregung in Deinem Alltag hinzusehen, was davon Du "machst": Gedanken, Gefühle, Handlungen...

Re: Direct Pointing mit Tom (oder so :-) - falls Du Zeit has

Posted: Tue May 13, 2014 2:37 pm
by Andrea_
Kontrolle heisst für mich z.B. sich etwas vornehmen und dann wird es so umgesetzt, dann geschieht es so, egal ob z.B. Ferienplanung und dann fliegt man tatsächlich mit dem gebuchten Flieger oder ‚ich gehe jetzt in die Küche‘ und dann gehe ich in die Küche oder ‚ich mache diese Ausbildung‘ und diese wird dann bis zum Abschluss gemacht oder auch nur ‚ich gebe meiner Katze Futter‘ und das geschieht dann. Sich etwas vornehmen zu tun, was dann geschieht. Und das geschieht x-fach, es funktioniert tausendfach. Und keine Kontrolle heisst, dass jedesmal nie SICHER ist, ob es tatsächlich geschehen wird.

Auch aufgrund innerer Faktoren nicht:
Es kann sein, dass ab dann, wo der Gedanke/das sich-vornehmen stattfindet zu einem beliebige Zeitpunkt nachher (also 1 Sekunde oder 10 Sekunden später oder auch viel später), die Handlung unterbrochen wird oder überhaupt gar nicht erst stattfindet.
- Es könnte schlichtweg vergessen werden. (1 Sekunde später läutet die Hausglocke und danach gehe ich z.B. nicht mehr in die Küche, auf einmal ist der Gedanke da ‚ich muss noch einkaufen‘ und ‚ich‘ schnappe mir die Jacke, ziehe die Schuhe an und gehe einkaufen etc.).
- Es können auch einfach neue, andere Gedanken auftauchen und der Plan wird geändert, eine neue Entscheidung fällt.
Das meine ich damit, dass es keine Garantie, keine Sicherheit gibt.
Könnte es sein, dass Du Dir Hintertüren offen lassen möchtest, weil Dir die Vorstellung keine Kontrolle zu haben Angst macht?
Auf der einen Seite macht es mir Angst, wenn es in die Richtung geht wie beschrieben (vergiss es, tu nichts, du kannst eh nichts tun, alles vergebens etc.). Dann ist es als ob ich aus der Dunkelheit ins Licht gekommen bin und Du mich zurückschicken willst in die Dunkelheit. Und das fühlt sich so unwahr an, weil es einfach nicht mit dem Erleben hier zusammenpasst, weder eigene Erfahrung noch was ich bei ‚Euch allen‘ erkenne. Da ist eine Art ‚Angst vor Auflösung‘. Und vor Kontrollverlust – wie es umgangssprachlich gemeint ist; dass, wenn ich das nun einfach GLAUBE, und es geht ja nicht darum, einfach etwas Neues zu glauben, auf einmal Dinge nicht mehr funktionieren, die früher funktioniert haben. Es bringt ja nichts, einen hilfreichen Glaubenssatz durch einen schädlichen zu ersetzen, selbst wenn beide bloss Glaubenssätze sind.

Andererseits wenn ich ‚Euch‘ zuhöre (all denen, die es durchschaut haben), fühle ich in der Regel keine Angst, sondern es macht mich ruhig, bringt Frieden, hat mir in den letzten vielen Jahren so viel Erleichterung, Heilung, Freude gebracht. Es fühlt sich wahr an.

Ich weiss nicht, warum ich es beim Zuhören liebe, stimmig ist und mir guttut (und das seit Jahren) und mich gleichzeitig hier, wenn ich die Fragen beantworten soll, keinen Sinn ergibt und in dieser Form eher Angst auslöst. Es kommt mir vor, wie wenn ich am Punkt vorbeigehe, es nicht richtig verstehe.
Oder kannst Du mir exakt sagen, über welche wenigen Prozent doch Kontrolle besteht? Was Du schreibst hört sich so an, als könntest Du 99 Gedanken nicht kontrollieren, aber 1 doch. Ist das so?
Kein einzelner Gedanke kann kontrolliert werden. Aber etwas hier kann den auftauchenden Gedanken folgen oder nicht, sich etwas vornehmen und umsetzen.
Alle Dinge geschehen - aber es gibt niemanden, der sie geschehen läßt. Oder?
Dass ‚Ich kann die Dinge geschehen lassen‘ fühlt sich unwahr an. Die Antwort die dann kommt ist ‚nein‘. Aber ich, das hier was sich für ein Ich hält, kanns‘ probieren und häufig klappts. Der Satz ‚Ich kann mir nichts vornehmen und nie etwas wie geplant umsetzen‘ fühlt sich auch nicht wahr an.
Wenn Du jemandem so etwas oder irgendetwas anderes sagen würdest: wie viel Kontrolle hattest Du darüber?
Manchmal kommt es vor, dass da ein Impuls ist etwas zu sagen und dann kommt ein Gedanke ‚nein, das wäre jetzt nicht sinnvoll, das könnte den anderen in dieser Form verletzen, sag es anders, oder sag es nicht‘. Ohne dieses ‚Zurückhalten‘, was man als Kontrolle bezeichnen könnte, würde doch einfach alles aus allen Menschen einfach so ungefiltert herausplatzen und das geschieht ja nicht!
Deshalb verwirrt mich die Sache mit der Nichtkontrolle. Was ist es dann, das da etwas wahrnehmen kann (einen Impuls, einen Wunsch etwas zu tun) und dann gleich realisieren kann ‚nein, das sage ich jetzt nicht‘ und es auch nicht tut?