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Re: Rein garnichts

Posted: Fri Jun 26, 2020 11:47 am
by barb
Ich nehme das nicht wahr. Es ist nur der Versuch einer Erklärung für das "Empfinden" im Kopf .Da scheint eine Art Wachheit hinter den Augen zu sein, welche ich z.B.. im Knie nicht empfinde.
Ist daran etwas verkehrt? Sollte es anders sein?
Doch wenn ich für einen Moment meine Augen schließe , ist da tiefer im Kopf kein anderes Empfinden als im Knie. Vibrieren und Wärme.
Super gesehen!
Zweiter Versuch : Sehr oft reagiert die Mimik reflexhaft auf bestimmte Dinge, Geräusche, Gerüche, Geschmacksempfindungen, Gedankeninhalte Diese fühlbaren Reaktionen meiner Gesichtsmuskulatur und Haut, und seien sie noch so fein, kre-ieren daraus ein Ich, weil sie mir so vertraut sind.
Wie ist das dann? Ist es so, wie wenn "Du" in einem Zelt "drinnen" sitzt und durch 2 Löcher (Augen) nach "draußen" schaust?
Ist das immer so, dass jedesmal wenn eine Anspannung im Gesicht ist, sofort ein „Ich“ kreiert wird? Was wäre wenn die Reflexe einfach da sein dürften ohne weitere Beschreibung?
Aber die Geborgenheit, die sich aus dieser Geschichte ergibt, - ebenfalls Kopfkino -, "fühlt sich" täuschend echt wie ein "Ich" an.
Ja stimmt, Gewohntes vermittelt Geborgenheit... Ist einfach eine Energiesparmaßnahme des Gehirns... ;)
Ist dieses „fühlt sich wie ein Ich an“ mehr als eine Geschichte? Was ist davon wirklich zu "fühlen"?
Und dann schau noch weiter. Wenn wahrnehmbar ist, dass die Wahrnehmungen hinter den Gesichtsbereich strömen zu einer Art „Ich“, wer oder was sieht das dann von wo aus?
Da sehe ich niemand von nirgendwo.
:) Wie geht es dir damit?
Versuch mal einen ganz weichen Blick zu kreieren, also einfach die Augen geradeaus, entspannen, Augenbrauen entspannen und nichts fokussieren. So eine Art Panoramablick mit entspannten unbewegten Augen...
Das gelingt mir nicht, barb. Ich fange dann an zu schielen, oder ich werde total kribbelig. Diese Kribbeligkeit entsteht übrigens auch dann, wenn ich manche Fragen (s.o.) von dir beantworten will, und merke, sie sind nicht zu Ende gedacht. Ich kann sie manchmal einfach nicht zu Ende denken. Dann gebe ich auf mit dem unangenehmen Eindruck, ein wenig schluderig zu sein.
Ach das macht doch nichts, dann beobachte einfach das kribbelig sein... :) Du kannst es noch mal versuchen wenn du möchtest, in dem du einfach in die Ferne schaust – auf den Horizont z.B... Ist aber nicht so wichtig, es sollte nur veranschaulichen wie oft sich die Augen eigentlich bewegen und dass dadurch sehr viel taktile Wahrnehmung entsteht die leicht verwechselt werden könnte mit einem „Ich“... :) Und du hast das weiter oben schon super gesehen mit dem Knie-Beispiel, einfach immer wieder schauen... :)

Es könnte auch geschehen, dass auffällt, dass sich ein Großteil der Gedanken um ein „Ich“ dreht, dass es nur in Gedanken gibt.

Kleines Experiment dazu:

Nimm dir Zettel und Stift, teile ihn mit einem Strich in der Mitte und dann mache es dir zu Hause wieder richtig gemütlich, entspannt, weicher langer Atem. Schließe kurz die Augen und beobachte die Gedanken.

Und dann mache für jeden Gedanken, der sich um „Ich“ dreht einen Strich, und für jeden nicht-Ich Gedanken einen Kreis. Achte auch auf verkleidete Ich-Gedanken wie z. B. Dieses Auto ist nicht schön, das Wetter ist doof....(gefällt Mathilda nicht) usw....

Bin neugierig wie es damit geht... :)

Re: Rein garnichts

Posted: Fri Jun 26, 2020 11:48 pm
by Mathilda
Ist daran etwas verkehrt? Sollte es anders sein?
Diese Frage verstehe ich leider nicht. Die "Wachheit hinter den Augen", die ich anscheinend wahrgenommen hatte, ist doch nur eine Geschichte.
Wie ist das dann? Ist es so, wie wenn "Du" in einem Zelt "drinnen" sitzt und durch 2 Löcher (Augen) nach "draußen" schaust?
Das Bild mit dem Zelt, - worin es auch kuschelig warm ist, und den beiden Löchern zum Herausschauen trifft es ziemlich genau. Aber in Wirklichkeit sehe ich kein Zelt, ich sehe keine Löcher, und ich sehe auch kein kleines "Ich", welches herausschaut. Auch die Annahme von Geborgenheit ist eine Geschichte.
Ist das immer so, dass jedesmal wenn eine Anspannung im Gesicht ist, sofort ein „Ich“ kreiert wird?
Ich würde ja antworten : "nur wenn mir die Anspannung bewußt ist" . Aber ich sehe niemand, der ein "Ich" kre-iert, noch sehe, höre oder fühle ich, wie es kre-iert wird.
Was wäre wenn die Reflexe einfach da sein dürften ohne weitere Beschreibung?
Das wäre befreiend, nicht zuletzt für die Reflexe selber...:)
Geborgenheit... Ist einfach eine Energiesparmaßnahme des Gehirns... ;)
Spannend!
Ist dieses „fühlt sich wie ein Ich an“ mehr als eine Geschichte? Was ist davon wirklich zu "fühlen"?
Geborgenheit ist in der direkten Erfahrung eine Geschichte, weil ich sie mit keinem der fünf Sinne wahrnehmen kann. Nichts an ihr ist fühlbar, deshalb kann sie sich auch nicht wie ein "Ich" anfühlen.
...Da sehe ich niemand von nirgendwo.

:) Wie geht es dir damit?
Gut. Dabei fühle ich mich unbekümmert wie ein Kind :) vogelfrei :)
Und dann mache für jeden Gedanken, der sich um „Ich“ dreht einen Strich, und für jeden nicht-Ich Gedanken einen Kreis. Achte auch auf verkleidete Ich-Gedanken wie z. B. Dieses Auto ist nicht schön, das Wetter ist doof....(gefällt Mathilda nicht) usw....
Für die Länge einer Tasse Kaffee waren es 78 Ich- Gedanken und 17 Gedanken, die nicht direkt mit einem "Ich" in Verbindung standen. Auch wenn ich mich bemühte, keinen Ich- Gedanken zu haben, z.B. bei der Vorstellung eines blauen Himmels oder des mir nicht nahestehenden Eiffelturms, war da immer ein Bezug zu einem "Ich". Am ehesten gelang es mir halbwegs, keinen Ich- Gedanken zu entdecken, wenn ich mich fragte, wie es mir bekannten Menschen wohl geht. Aber ich vermute, sämtliche Kreis- Gedanken waren getarnte Strich- Gedanken. Schade, daß es so ist. Daß sich alles mehr oder weniger um den "Ich"- Gedanken dreht, unaufhaltsam. Auch dies wieder ein - schlecht getarnter - Ich- Gedanke...Mein Geist ist gespickt mit Ich- Gedanken. Verblüffend, -auch dies ist nur eine Geschichte.

Re: Rein garnichts

Posted: Sat Jun 27, 2020 12:00 pm
by barb
Ist daran etwas verkehrt? Sollte es anders sein?
Diese Frage verstehe ich leider nicht. Die "Wachheit hinter den Augen", die ich anscheinend wahrgenommen hatte, ist doch nur eine Geschichte.
Du hast ja schon bei vielem gesehen, dass es nur eine Geschichte ist die erzählt wird. Die Frage geht dahin, ob die Geschichten verschwinden sollten, ob an denen was verkehrt ist...
Aber in Wirklichkeit sehe ich kein Zelt, ich sehe keine Löcher, und ich sehe auch kein kleines "Ich", welches herausschaut. Auch die Annahme von Geborgenheit ist eine Geschichte.
Es ist ein wichtiger Schritt Geschichten zu erkennen und zu sehen, dass sie nichts mit der erlebten Realität zu tun haben. Die Frage ist immer nur: Wie wichtig sind die Geschichten?
Was wäre wenn die Reflexe einfach da sein dürften ohne weitere Beschreibung?
Das wäre befreiend, nicht zuletzt für die Reflexe selber...:)
Mach dir das immer wieder bewusst... :)
...Da sehe ich niemand von nirgendwo.
:) Wie geht es dir damit?
Gut. Dabei fühle ich mich unbekümmert wie ein Kind :) vogelfrei :)
Komm immer wieder dahin... :)
Für die Länge einer Tasse Kaffee waren es 78 Ich- Gedanken und 17 Gedanken, die nicht direkt mit einem "Ich" in Verbindung standen. Auch wenn ich mich bemühte, keinen Ich- Gedanken zu haben, z.B. bei der Vorstellung eines blauen Himmels oder des mir nicht nahestehenden Eiffelturms, war da immer ein Bezug zu einem "Ich". Am ehesten gelang es mir halbwegs, keinen Ich- Gedanken zu entdecken, wenn ich mich fragte, wie es mir bekannten Menschen wohl geht. Aber ich vermute, sämtliche Kreis- Gedanken waren getarnte Strich- Gedanken.
Sehr gut erkannt :)
Schade, daß es so ist. Daß sich alles mehr oder weniger um den "Ich"- Gedanken dreht, unaufhaltsam. Auch dies wieder ein - schlecht getarnter - Ich- Gedanke...Mein Geist ist gespickt mit Ich- Gedanken. Verblüffend, -auch dies ist nur eine Geschichte
:)) Ich wollte zuerst schon fragen, ob dieses "Schade" nicht auch eine Geschichte ist, aber du hast das schon selbst beantworten :)

Ich hab hier noch was ganz Spannendes für dich:

Erzählen Gedanken die Wahrheit oder Unwahrheit?
Was würde es bedeuten, wenn ALLER Gedankeninhalt nur eine Geschichte wäre?



Finde einen Sportclip auf Youtube, der ca. fünf Minuten lang dauert oder nimm den folgenden Link - der führt zu einem Fußballspiel:

https://www.youtube.com/watch?v=AoWRcUvTqVM

1. Betrachte den Clip eine Minute lang mit ausgeschaltetem Ton, beobachte wie die Leute mit einem runden Ding auf einem Feld herumtollen, hoch und runter, hoch und runter. Lass diese gesamte Erfahrung hineinsinken.

2. Wenn die erste Minute vorbei ist, schaue eine weitere Minute mit eingeschaltetem Ton und Kommentar.

Beobachte den Unterschied. Beobachte wie der Kommentator (Gedanken) sehr viel zu wissen scheint, sogar Hinweise gibt, wie es am besten zu tun wäre. Sieh wie der Kommentator sich fühlt, als könne er das Geschehen beeinflussen, als ob ein Ausgang dem anderen bevorzugt werden würde.

Sieh wie der Kommentator versucht, die Gefühle der Zuschauer aufzustacheln und Identifizierung mit dem ein oder dem anderen Team hervorruft und wie er die Wichtigkeit des Spiels als Ganzes unterstreicht.

3. Schalte den Ton nun wieder aus und beobachte das Treiben ohne hörbaren Kommentar, wie die Farben und Formen auf dem Bildschirm herumtanzen. Beobachte wieder alle Unterschiede im Erleben der Szene.


Bin schon gespannt was du findest :)

Re: Rein garnichts

Posted: Sat Jun 27, 2020 10:37 pm
by Mathilda
Beim ersten Durchlesen fand ich deine Fragen schwierig . Nach dem empfohlenen Experiment mit einem Video auf YouTube tauchten die Antworten beinahe mühelos auf. Daher habe ich das Erleben des Videos vorangestellt.
Sportclip auf Youtube

1. Betrachte den Clip eine Minute lang mit ausgeschaltetem Ton,

2. eine weitere Minute mit eingeschaltetem Ton und Kommentar.

3. Schalte den Ton nun wieder aus und beobachte das Treiben ohne hörbaren Kommentar.
!. Zu beobachten war ein friedliches Geschehen. Ein Gleiten von Figuren und Farben und Gesichtern.

2. Der Kommentar machte das Ganze zu einem hysterischen Kampf über Recht- und Unrechthaben. Eine anonyme Menschenmenge wurde beschworen, Partei zu ergreifen. Das eigentliche SPIEL fand kaum Beachtung.

3. Ohne Kommentar war das Geschehen wieder eine angenehme Choreografie von farbigen Figuren mit einer Scheibe vor bewegter Fläche.

............................
Die Frage geht dahin, ob die Geschichten verschwinden sollten, ob an denen was verkehrt ist...
Geschichten sind einfach da. Für sich betrachtet sind sie nicht verkehrt. Sie gehören zum Leben.
Wie wichtig sind die Geschichten?
Für die direkte Erfahrung haben sie keinerlei Wert. Für die Navigation im Alltag schon.
Erzählen Gedanken die Wahrheit oder Unwahrheit?
Gedanken erzählen sich selbst. Sie haben mit der Wahrheit gar nichts zu tun, sie behaupten es nur. Es sind Worte oder Bilder. Sie sind nicht das Sein in direkter Erfahrung. Wahrheit ist nur im SEIN selber.
Was würde es bedeuten, wenn ALLER Gedankeninhalt nur eine Geschichte wäre?
Es würde bedeuten, daß Wirklichkeit nur im direkten Erleben ist.

Re: Rein garnichts

Posted: Sun Jun 28, 2020 12:03 pm
by barb
Gedanken erzählen sich selbst. Sie haben mit der Wahrheit gar nichts zu tun, sie behaupten es nur. Es sind Worte oder Bilder. Sie sind nicht das Sein in direkter Erfahrung. Wahrheit ist nur im SEIN selber.
Sehr schön hast du das alles gesehen :)

Wie geht es dir mit all den Einsichten?

Von deinem Eröffnungspost:
Bei LU sehe ich die Möglichkeit, den Ballast von gefühlten kitschigen inneren Bildern abzuwerfen, und die eine wahre Erkenntnis: die Illusion eines getrennten Ichs, als Maßstab meiner Wahrheitssuche zu er-leben
Ich möchte erkennen, wie mein konditionierter Verstand ein getrenntes Selbst konstruiert, und dauerhaft erfahren, daß es kein getrenntes Selbst gibt. Ich möchte lernen, meinen Gedanken, die um mich und mein Leben kreisen, bis auf den Grund zu gehen, und ihrem Inhalt, da als illusionär erkannt, keine reale Bedeutung mehr beizumessen.
Wie würdest du sagen ist es heutzutage für dich, wo meinst du stehst du? Ist da noch Suche?

Gibt es irgendwas was du noch gerne näher beleuchten würdest, irgendwelche Fragen?


:))

Re: Rein garnichts

Posted: Mon Jun 29, 2020 12:27 am
by Mathilda
Wie geht es dir mit all den Einsichten?
Die Einsichten sind da und wirken befreiend und erlösend. Aber sie sind zu mir gekommen wie aus Blitzen und Wetterleuchten. Sie sind mir zu - gefallen. Sie wollen in Freude und Neugier gelebt sein. Das hört nie auf.
Wie würdest du sagen ist es heutzutage für dich, wo meinst du stehst du?
Das weiß ich nicht. Ich weiß nur, wie ich stehe : zitternd und leer und ent- täuscht. Und ganz am Anfang. Wo ist das torlose Tor? Es ist nur eine Geschichte. Da war kein Shift! Da war nur das ehrliche Bemühen und plötzlich die klare, ein wenig grimmige Entscheidung für die Direkte Erfahrung, weil die so mühelos ist.
Ist da noch Suche?
Das gilt abzuwarten. Ganz sicher ist da das intensive Bedürfnis nach Vertiefung und Erweiterung. Nach der Desillusionierung, welche die Person 'Mathilda' heute ereilte, stürzten sich alsbald die Zweifel auf sie wie eine Schar wilder Krähen. Es sind die Zweifel, die sie stark schwächen. Da winken süßliche esoterische Verheißungen. Da ist auch die große Unsicherheit, ob nicht nach und nach der alte Glaube an die Gedankeninhalte die Sicht auf die Direkte Erfahrung verdeckt. Da braucht 'Mathilda' eigentlich noch einmal die Hilfe von barb.
Gibt es irgendwas was du noch gerne näher beleuchten würdest, irgendwelche Fragen?
Die eine Frage in großer Traurigkeit :
Ist dies der baldige Abschied voneinander, barb? Deine liebevolle und weise Begleitung in einer sehr intensiven und lichtvollen Phase meines Lebens hat mir viel viel Freude gemacht. Und manchmal tagsüber hatte ich so viel Liebe in mir, einfach so, davon habe ich dir garnicht berichtet. Nun tut es richtig weh, so all-ein.
Die Antwort, die ich mir selber zuraune, geht so:
Das Sein will dich umarmen. Vertraue. (O.k., - dies ist keine Direkte Erfahrung ;) )

Die andere Frage in stiller Hoffnung:
Gibt es ein Forum zur Stabilisierung und Austausch von Erfahrungen, auf das du mich 'guten Gewissens' verweisen könntest? Oder eine andere Möglichkeit zur permanenten Pflege der gewonnenen Einsichten? Und auch Literatur- Empfehlungen (leider nur in deutsch)?

Re: Rein garnichts

Posted: Mon Jun 29, 2020 12:14 pm
by barb
Die Einsichten sind da und wirken befreiend und erlösend. Aber sie sind zu mir gekommen wie aus Blitzen und Wetterleuchten. Sie sind mir zu - gefallen. Sie wollen in Freude und Neugier gelebt sein. Das hört nie auf.
Wundervoll <3
Wie würdest du sagen ist es heutzutage für dich, wo meinst du stehst du?
Das weiß ich nicht. Ich weiß nur, wie ich stehe : zitternd und leer und ent- täuscht. Und ganz am Anfang. Wo ist das torlose Tor? Es ist nur eine Geschichte. Da war kein Shift! Da war nur das ehrliche Bemühen und plötzlich die klare, ein wenig grimmige Entscheidung für die Direkte Erfahrung, weil die so mühelos ist.
Haha :) Ja genau - WO ist das Tor? Beim Zurückschauen sieht man dass da nie eines war... Und ja ganz genau – ganz am Anfang, es ist sowas wie der erste Schritt...
Ist da noch Suche?
Das gilt abzuwarten. Ganz sicher ist da das intensive Bedürfnis nach Vertiefung und Erweiterung. Nach der Desillusionierung, welche die Person 'Mathilda' heute ereilte, stürzten sich alsbald die Zweifel auf sie wie eine Schar wilder Krähen. Es sind die Zweifel, die sie stark schwächen. Da winken süßliche esoterische Verheißungen.
Tolle Geschichte ;) Wer oder was hat ein Bedürfnis nach Erweiterung/Vertiefung?
Da ist auch die große Unsicherheit, ob nicht nach und nach der alte Glaube an die Gedankeninhalte die Sicht auf die Direkte Erfahrung verdeckt. Da braucht 'Mathilda' eigentlich noch einmal die Hilfe von barb.
Barb wird immer für Mathilde da sein, wenn sie noch was anschauen möchte, mein Postfach ist immer für dich offen <3
Die eine Frage in großer Traurigkeit :
Ist dies der baldige Abschied voneinander, barb? Deine liebevolle und weise Begleitung in einer sehr intensiven und lichtvollen Phase meines Lebens hat mir viel viel Freude gemacht. Und manchmal tagsüber hatte ich so viel Liebe in mir, einfach so, davon habe ich dir garnicht berichtet. Nun tut es richtig weh, so all-ein.
Ach so schön <3 Nein, kein Abschied – der erste Schritt und wir bleiben sowieso in Kontakt :)
Die Antwort, die ich mir selber zuraune, geht so:
Das Sein will dich umarmen. Vertraue. (O.k., - dies ist keine Direkte Erfahrung ;) )
<3
Die andere Frage in stiller Hoffnung:
Gibt es ein Forum zur Stabilisierung und Austausch von Erfahrungen, auf das du mich 'guten Gewissens' verweisen könntest? Oder eine andere Möglichkeit zur permanenten Pflege der gewonnenen Einsichten? Und auch Literatur- Empfehlungen (leider nur in deutsch)
Sobald du meinst dass du soweit bist, gibt es noch ein paar obligatorische Abschlussfragen. Damit können wir schauen ob noch irgendwas näher angeschaut werden möchte. Danach bekommst du eine Einladung in diverse FB-Gruppen und weitere Bereiche des Forums tun sich auf. Und ja, auf jeden Fall muss man auch nach der Durchschauung weiter Schauen, den Fokus halten, am besten auch weiterhin Experimente machen bis die neue Perspektive gewohnt ist. Und bezüglich Literatur können wir uns gerne nachher unterhalten.
Eine der wunderbarsten Möglichkeiten das eigene Erleben und die Einsichten zu vertiefen ist das guiden, vielleicht käme das ja mal für dich in Frage :)

Ich hab hier noch eine ganz spannende Übung für dich, die möchte ich dir nicht vorenthalten. Wenn du möchtest kannst du sie dir auch für später nur für dich aufbehalten und musst sie mir nicht beantworten...

Stell dich vor einen größeren Spiegel.

1. Schließe zuerst die Augen und fühle die Empfindungen, die als "Körper" bezeichnet werden.

2. Dann öffne die Augen und schaue in den Spiegel, während du immer noch auf die Empfindungen achtest.

Gibt es eine Verbindung zwischen den gefühlten Empfindungen und dem Bild im Spiegel? Oder nur Gedanken (und/oder mentale Bilder) die das vorschlagen?


3. Während du immer noch auf die Empfindungen achtest, bewege eine Hand und beobachte die Bewegungen im Spiegel.

Gibt es eine Verbindung zwischen der gefühlten Empfindung ( als "Hand" bezeichnet) und dem Bild der Bewegung im Spiegel?


4. Nun mach die gleiche Bewegung mit der Hand, aber diesmal schaue direkt auf die Hand, nicht in den Spiegel.

Gibt es eine Verbindung zwischen den gefühlten Empfindungen (als "Hand" bezeichnet) und dem Bild der "Bewegung"? Oder nur Gedanken deuten darauf hin?


5. Nun achte nur auf das Bild im Spiegel.

Sagt das Bild für sich allein aus, dass es "Du" oder "dein Körper" ist?
Sagt das Bild selbst in irgendeiner Weise, dass es überhaupt ein "Körper" ist?
Oder gibt es nur Farben und Formen?



6. Wo der Spiegel endet, können einige Teile des Körpers (wahrscheinlich Beine oder Füße) nicht gesehen werden.

Nur durch das Bild im Spiegel, gibt es irgendein "Wissen" , dass es Beine/Füße geben muss oder nur Gedanken und mentale Bilder, die das vorschlagen?


7. Nun dreh dich weg vom Spiegel und schau nach vorn (schau nicht direkt auf Körperteile).

Gibt es irgendwo einen "Körper" wenn alle Gedanken und Bilder ignoriert werden oder gibt es nur Empfindungen?

8. Beginne langsam zu gehen

Gibt es einen " Körper" der läuft oder gibt es nur Empfindungen?
Gibt es überhaupt eine Erfahrung des "Gehens" ? Oder nur GEDANKEN über "Gehen"?
Kann sowas wie "Körper" gefunden werden oder nur Gedanken über einen "Körper"?
Kann so etwas wie "Gehen" gefunden werden?



9. Achte auf den "Raum"

Sind die Empfindungen im Raum lokalisiert , (wie durch den Raum gehen) , ODER gibt es nur ein Bild, das mit "Raum" beschriftet ist und aufsteigende Empfindungen ohne eine Location?




Ich habe dir noch eine Private Nachricht geschickt, die ist im Ordner PN in der rechten oberen Ecke :)

Re: Rein garnichts

Posted: Mon Jun 29, 2020 10:29 pm
by Mathilda
Wer oder was hat ein Bedürfnis nach Erweiterung/Vertiefung?
:) Gegenfrage: Wer will das wissen? ;)
Zu deiner Frage:
Niemand oder nichts hat das Bedürfnis danach. Da wird niemand wahrgenommen. Rein garnichts. Es ist wieder einmal eine Gedankengeschichte.

Barb, ich bin so froh und glücklich heute über all die guten Nachrichten von dir. Dies ist DAS Abenteuer meines Lebens Hier und Jetzt, und ich bin dir und dem SEIN so dankbar. Auch diese Sätze sind natürlich pralle Geschichte, aber wie anders soll ich meine Freude und Erleichterung zum Ausdruck bringen...
Stell dich vor einen größeren Spiegel......
Die faszinierende Übung, die du mir heute gegeben hast, will ich entspannt und ohne große Erwartungshaltung, zu gegebener Zeit, machen, und werde dir dann berichten. Danke dafür!
Sobald du meinst dass du soweit bist, gibt es noch ein paar obligatorische Abschlussfragen.
Deshalb, und auch weil ich mich auf die Übungen und deine Fragen sozusagen im Alleingang freue, möchte ich zunächst den ganzen Thread noch einmal in Ruhe durcharbeiten. Ich darf mich ja bei Fragen und Unsicherheiten an meinen wunderbaren Guide wenden. Und wenn ich meine, es könnte soweit sein, melde ich mich wegen der Abschlussfragen bei dir. Findest du das so in Ordnung?

barb, in von ganzem Herzen kommender Dankbarkeit für all deine Nachsicht, Geduld, hochwirksame Aufmunterung, Feinfühligkeit, dafür, daß ich den besten Guide auf meiner Welt habe, dafür, daß du dieses große Lebensabenteuer mit mir geteilt hast, und mir weiterhin zu Seite stehst, möchte ich dich in Liebe umarmen.

Danke <3 barb <3

Re: Rein garnichts

Posted: Tue Jun 30, 2020 12:40 pm
by barb
Wer oder was hat ein Bedürfnis nach Erweiterung/Vertiefung?
:) Gegenfrage: Wer will das wissen? ;)
:D
Zu deiner Frage:
Niemand oder nichts hat das Bedürfnis danach. Da wird niemand wahrgenommen. Rein garnichts. Es ist wieder einmal eine Gedankengeschichte.
:))
Barb, ich bin so froh und glücklich heute über all die guten Nachrichten von dir. Dies ist DAS Abenteuer meines Lebens Hier und Jetzt, und ich bin dir und dem SEIN so dankbar. Auch diese Sätze sind natürlich pralle Geschichte, aber wie anders soll ich meine Freude und Erleichterung zum Ausdruck bringen...
So wunderschön <3, und auch Geschichten können doch wunderschön sein... :) Sobald wir erkennen was alles Geschichten sind, können wir uns an den schönen erfreuen, und die weniger schönen können wir ziehen lassen...

Deshalb, und auch weil ich mich auf die Übungen und deine Fragen sozusagen im Alleingang freue, möchte ich zunächst den ganzen Thread noch einmal in Ruhe durcharbeiten. Ich darf mich ja bei Fragen und Unsicherheiten an meinen wunderbaren Guide wenden. Und wenn ich meine, es könnte soweit sein, melde ich mich wegen der Abschlussfragen bei dir. Findest du das so in Ordnung?
Absolut :)

Vielleicht wäre es eine gute Idee eine Gelegenheit zu finden, in der Natur oder in einem Park mit einigen Bäumen spazieren zu gehen. Oder sich vielleicht in ein Cafe zu setzen, oder einfach nur aus dem Fenster zu schauen... Was für dich möglich ist.

Sobald du angekommen bist, setze dich oder stehe einfach für eine Weile still und bemerke, was passiert:

Vogelgezwitscher, Wind, vielleicht Sonne, Bäume, Gras, vielleicht Wasser, alle Erlebnisse die in diesem Moment geschehen. Tiere, Geräusche, Insekten, vielleicht Autos, Menschen. Alles ist gleichzeitig lebendig und erfahrbar. Und bemerke auch Gefühle und Gedanken, die geschehen.

Suche nun nach einer Grenze oder Trennung in der Erfahrung, hinter der sich "Du" befindest und hinter der sich "alles andere" befindet.

Ist es möglich, eine solche Grenze zu finden?

Du brauchst mir darauf nicht zu antworten, einfach nur schauen... :)
barb, in von ganzem Herzen kommender Dankbarkeit für all deine Nachsicht, Geduld, hochwirksame Aufmunterung, Feinfühligkeit, dafür, daß ich den besten Guide auf meiner Welt habe, dafür, daß du dieses große Lebensabenteuer mit mir geteilt hast, und mir weiterhin zu Seite stehst, möchte ich dich in Liebe umarmen.
Ich danke dir von ganzem Herzen für dein Vertrauen, deine Aufrichtigkeit und deine unbedingte Bereitschaft genau hinzuschauen. Es ist so eine große Freude mit dir zu sein.

Ganz herzliche Umarmung zurück <3

Re: Rein garnichts

Posted: Fri Jul 03, 2020 11:39 am
by barb
Liebe Mathilda!

Wie per PN besprochen sind hier die obligatorischen Abschlussfragen:


1) Gibt es irgendwo in irgendeiner Art und Weise ein eigenständiges "Ich", "Mich" oder "Selbst"? Gab es das jemals?

2) Erkläre detailliert, was die Ich-Illusion ist. Wie sie entsteht und wie sie funktioniert. Benutze dazu nur eigene unmittelbare Erfahrung und beschreibe es so, wie du es jetzt gerade erlebst.

3) Wie fühlt es sich an, die Illusion durchschaut zu haben? Was ist anders im Vergleich zu vor dem Dialog? Bitte berichte aus den letzten Tagen.

4) Was hat den letzten Schubs gegeben, um die Illusion zu durchschauen?

5) Beschreibe Entscheidung, Absicht, freier Wille, Wahl und Kontrolle. Wofür bist du verantwortlich? Bitte gib auch ein paar Beispiele aus direkter Erfahrung. Hätte je irgendetwas irgendwie anders entschieden worden oder geschehen können?

6) Gibt es noch etwas zu ergänzen?


Bitte beantworte jede Frage einzeln und lasse dir alle Zeit die du dafür brauchst <3

Und wie immer: Nimms ganz leicht... :)

Re: Rein garnichts

Posted: Sat Jul 04, 2020 1:32 am
by Mathilda
1) Gibt es irgendwo in irgendeiner Art und Weise ein eigenständiges "Ich", "Mich" oder "Selbst"? Gab es das jemals?
Ein "Ich", "Mich" oder Selbst ist nirgendwo zu sehen, hören, spüren, schmecken, riechen,oder zu empfinden.Auch in meiner Erinnerung war dies nie anders. Nein, kein "Ich" jemals.
2) Erkläre detailliert, was die Ich-Illusion ist. Wie sie entsteht und wie sie funktioniert. Benutze dazu nur eigene unmittelbare Erfahrung und beschreibe es so, wie du es jetzt gerade erlebst.
Die Ich- Illusion ist die feste Überzeugung an ein persönliches Zenrum im Inneren des Körpers, welches über die Sinne die Realität wahrnimmt, ebenso die Gedanken mit ihren Inhalten. Ferner besteht die zweifelsfreie Überzeugung, daß dieses Zenrum nach Verarbeitung der genannten Impulse vom Verstand gesteuerte Entscheidungen trifft, um im Leben zu bestehen.

Die Ich- Illusion ensteht durch die zeitweilige oder hauptsächliche Fixierung auf Gedankeninhalte. Gedankeninhalte befassen sich beinahe ausschließlich, wenn nicht gänzlich, mit einem illusionären Ich als Mittelpunkt. Da die permanent auftauchenden Gedankeninhalte für einen wesentlichen Teil der Wirklichkeit gehalten werden, wird ein "Ich" geglaubt.
3) Wie fühlt es sich an, die Illusion durchschaut zu haben? Was ist anders im Vergleich zu vor dem Dialog? Bitte berichte aus den letzten Tagen.
Es ist einerseits ent- täuschend, weil an Stelle der Illusion keine irgendwie anders geartete "Schau" der Wirklichkeit erfahren wird, andererseits sehr befreiend, weil die Gedankeninhalte nicht mehr relevant sind. Es wurde im Prozess des Dialogs erkannt, daß Gedanken niemals die Wirklichkeit wissen. Damit entfällt auch die zwanghafte Beschäftigung mit der Vergangenheit , und all ihren ein- gebildeten Schatten. Erfahren wird ein Körper, der ohne "mein" Zutun spricht, sich bewegt, handelt. Gedankeninhalte wirken blass, die mit den Sinnen erfahrbare Realität ist deutlich, nah, farbig, und in permanenter Bewegung. Empfindungen als Ausdruck echter Gefühle werden zugewand 'getragen'.
4) Was hat den letzten Schubs gegeben, um die Illusion zu durchschauen?
Im Prozess des Dialogs mit meinem Guide konnten seine präzisen Fragen schließlich nicht mehr aus dem konditionierten Verstand beantwortet werden. Es gab einen Punkt, wo die Beantwortung der Fragen quälend wurde. Da tauchte klar und kraftvoll eine bewußte Entscheidung für die mit den Sinnen erfahrbare Wirklichkeit auf.
5) Beschreibe Entscheidung, Absicht, freier Wille, Wahl und Kontrolle. Wofür bist du verantwortlich? Bitte gib auch ein paar Beispiele aus direkter Erfahrung. Hätte je irgendetwas irgendwie anders entschieden worden oder geschehen können?
All diese Begriffe : Entscheidung, Absicht, freier Wille....sind Dogmen, feste Glaubenssätze, basierend auf der nie hinterfragten Annahme eines autonomen "Ich". Da dieses als Illusion durchschaut wurde, anerkenne ich zwar Konsequenzen für mein Tun und Lassen, aber keinerlei Verantwortlichkeit.

Beispiele: Ich litt jahrelang unter Alkohol- und Tablettensucht. In dieser Zeit verlief mein Leben wirr, chaotisch und sehr destruktiv. Es war nicht 'mein freier Wille'. Es war keine Entscheidung für ein unglückliches Leben, als ich das erste Glas zuviel trank. Es war aber auch nicht 'mein freier Wille' und stand nicht 'unter meiner Kontrolle', als ich das erste Glas dauerhaft stehen lassen konnte.

Ich habe mich nicht dafür entschieden, mich in meinen Partner zu verlieben. Es war nicht meine Entscheidung, als künstlerisch sehr interessierter Mensch mit Schreib- und Mal- Blockaden zu leben. Es war nicht meine Wahl, als ich vor vielen Jahren begann, den Dr. Joseph Murphy zu lesen um endlich froh und glücklich zu werden, -hier bei Liberation Unleashed endlich mein Zuhause zu finden. Und es oblag nicht meiner Kontrolle, meinen wundervollen Guide zu haben.

All diese Erfahrungen habe ich nicht gesteuert. Es gab oft inneren und äußeren Widerstand gegen den Verlauf der Dinge, Kampf und Krampf. Das Leben hat mich nicht danach gefragt. Es ist, wie es ist. Es ist sehr schön.
6) Gibt es noch etwas zu ergänzen?
In der Direkten Erfahrung durfte ich erkennen : Hören und Ton sind eins, Sehen und Objekte sind eins, Empfinden und Empfindungen sind eins...

Re: Rein garnichts

Posted: Sun Jul 05, 2020 11:50 am
by barb
Liebe Mathilda!

Es gibt keine weiteren Fragen mehr. Willkommen auf der "anderen" Seite des torlosen Tores du erhältst in Kürze eine Willkommensnachricht per PN :)

Alles Liebe
Barb