Hallo Sanna
1) Gibt es irgendwo oder in irgendeiner Art und Weise ein eigenständiges "Ich", "mich" oder "Selbst"? Gab es das jemals?
Nein, es war immer nur ein mentales Abstrakt. Eine konditionierte Geschichte, kreiert durch Gedanken. Eine Fiktion, Illusion, wie auch immer.
2) Erkläre detailliert was die Ich-Illusion ist, wie sie entsteht und wie sie funktioniert. Benutze dazu nur Deine eigene unmittelbare Erfahrung und beschreibe es so, wie Du es jetzt gerade erlebst.
Es ist die Illusion des Verstandes, welche uns im Verlauf des Erwachsenwerdens ankonditioniert wurde. Eine Idee des Verstandes von einer angeblichen Persönlichkeit oder Geschichte, welche in der Realität nicht existiert. Sie existiert auch nicht in Gedanken. Sie existiert nirgends. Alles was mit Gedanken zu tun hat ist nicht existent. Ist nicht wahrhaftig und real. Es scheint so als ob dieses fiktive Selbst durch Geschichten versuchte sich aufrechtzuerhalten. Ein fiktiver Versuch seine Daseinsberechtigung durch Angst, Wut oder anderes Leid zu untermauern.
3) Wie fühlt es sich an die Illusion durchschaut zu haben? Was ist anders im Vergleich zu vor dem Dialog? Berichte aus den letzten paar Tagen.
Es gab bei mir nie einen "Bang"- Moment bei dem ich erwachte oder sonst irgendwas. Jedoch hatte ich wie bereits erwähnt einige Momente erlebt, wo sich alles so klar und prösent anfühlte. Ab da habe ich gespürt, dass alles was nicht jetzt ist, ganz einfach nicht ist. Als ob man aus einem lange Jahre währenden Traum aufwacht. Ich sehe und erlebe jetzt alles was ist viel klarer. Früher war ich ständig in Gedanken und war mir dessen gar nicht bewusst. Egal was ich tat, ich war ständig in dieser fiktiven gedanklichen Welt. Durch diesen Dialog habe ich mein Hinterfragen verstärkt und die Konditionierung Stück für Stück aufgebrochen. Sie ist zwar noch in Gedanken, aber ich nehme sie nicht mehr so ernst. Sie kommen und gehen, wie alles andere auch. Und ich verteufle sie nicht mehr so wie vor dem Dialog.
4) Was hat Dir den letzten Schubs gegeben, um die Illusion zu durchschauen?
Es hat keinen letzten Schubs gegeben. Es war ein kontinuierliches Hinterfragen und je länger es dauerte desto mehr wurde dieses Ich-Gebäude hinterfragt. Ich hatte einige Momente des tiefen Erkennens wie ich sie nie zuvor hatte. Ich habe irgendwann bemerkt, dass das was Angst hat, wütend ist oder leidet, nicht ich ist. Das habe ich auch schon vorher gewusst, jedoch geschah diese Erkenntnis diesmal aus einer tieferen Ebene. Ich habe bemerkt, dass dieses illusionäre Ich Angst bekommt, wütend wird oder leidet, wenn es droht zu verlieren und durchschaut wird. So scheint es.
5) Beschreibe Entscheidung, Absicht, freier Wille, Wahl und Kontrolle. Wodurch entstehen sie? Wie funktionieren sie? Für was davon bist Du verantwortlich? Gib ein paar Beispiele aus Deiner direkten Erfahrung.
Alle diese Begriffe entstammen aus Gedanken. Oberflächlich betrachetet sind es Gedanken, die entscheiden oder etwas kontrollieren. Aber wenn man es genauer betrachtet stellt sich die Frage, wer oder was hat die Kontrolle über die Gedanken, welche dann zu einer Entscheidung führen? Da die Gedanken von alleine kommen und gehen, haben wir keine Kontrolle über sie. Wir haben nicht die Kontrolle über den nächsten Gedanken der dann zu einer Entscheidung führt. Deshalb haben wir auch keinen freien Willen und auch keine Wahl. Ich bin für nichts davon verantwortlich, denn ich kann nicht die Gedanken beeinflussen.
6) Möchtest Du noch etwas ergänzen?
Vergiss wieder alles was ich geschrieben habe :-)