Hallo Stillness,
Danke für die Übung.
Hier kommen die ersten 10 Minuten:
Ich höre die Tasten klickern Und das Reiben vom Stoff meiner Kleidung in der Bewegung.
Ich höre ein leises Summen meines Computers.
Ich fühle die Oberflächen der Tastatur in meinen Fingerspitzen.
Ich höre meinen Atem.
Ich fühle das Energiefeld meines Körpers.. und ein leichtes Druckgefühl in meinem Kopf.
Ich höre wieder meinen Atem.
Gerade fühlt es sich in meinem Kopf so an, als würde etwas "neu verkabelt" werden.
Ich höre wieder meinen Atem und die Tasten, wie sie klappern.
Ich fühle wie meine Hände und Füße pulsieren.
Ich fühle wie die Unterlage ist, auf der ich sitze und wie es sich anfühlt, sich anzulehnen.
Ich sehe die Überschrift dieser Webseite, die Farben und Formen, die sich auf meinem Bildschirm abbilden.
Nun die zweiten 10 Minuten:
Stille in der Nacht.
Da ist ein Atemgeräusch.
Da ist Fühlen.
Da ist Fühlen, das sich zu bewegen scheint (Körper).
Da ist gefühlter Kontakt zur Oberfläche des Rechners.
Da ist Sehen von Farben und Formen. Schriftzeichen erscheinen auf dem Bildschirm. Ein vertikaler Strich blinkt am Ende jeder geschriebenen Zeile auf und ab.
Da ist unrhythmisches Klackern der Tasten.
Da ist Wahrnehmen des "inneren Körpers" und Sehen von Fingern, die über die Tastatur huschen.
Da ist Hören eines "Geräuschs von der Straße" (vorbeifahrendes Auto).
Dann Stille.
Ist eine wahrer als die andere? Wenn ja, welche?
Die zweite ist wahrer im Sinne von direkter, intimer (,obwohl sie nüchterner klingt), natürlicher - ohne "Überbau", klarer.
Was ist ohne die Benennung mit "ich/mein" vorhanden?
Es ist genau dasselbe vorhanden, nur direkter erfahrbar.
Beeinflussen "ich/mein" Benennungen die Erfahrung oder beschreiben sie sie einfach?
In mir fördern die "ich/mein"-Benennungen noch ein Gefühl einer subtilen persönlichen Präsenz. Dieses Gefühl fällt ab, wenn die zweite Variante der Benennung geschieht. (Ich kann mir vorstellen, dass es irgendwann egal ist, welche Art der Benennung benutzt wird..)
Was erkennst du noch bei dieser Übung? Was sagt sie dir über das 'Ich'?
Ich sehe, dass kein Ich-Gefühl nötig ist, damit "Leben geschieht",
dass das Ich-Gefühl ein Gewohnheit ist, die durch Sprache unterstützt werden kann oder eben nicht,
dass das Ich als Subjekt Objekte "braucht",
dass es in Wahrheit weder ein Subjekt noch ein Objekt gibt,
dass Leben ohne Ich einfach so passiert,
dass das Ich "Beziehungen unterhält" - zu sich selbst und zu anderen - selbst zu den Dingen, von denen es umgeben ist,
dass da in Wahrheit gar keine Beziehungen sind. Keine Beziehungen, kein Hauptdarsteller, keine Story. Kein "Wie ist die Fortsetzung der Story?"..
Einfach immer nur das, was gerade ist.
Ich habe noch eine Frage. Ist das Ok?...
Ich war heute tagsüber immer wieder in einem wundervollen, friedlichen Sein, einem Zustand von "einfach Liebe".
Als ich heute Abend einen Film ansah, wurde ein alter Schmerzpunkt getriggert und die entsprechende "Storyline" samt den alten Gefühlen ist mir nur so um die Ohren geflogen.
Ich habe alles so gut ich konnte beobachtet und versucht all die unwahren Glaubenssätze einfach zu sehen. Es alles einfach zu sehen, einfach durchzufühlen, was eben da war.
Aber das Empfinden von Identität war nochmal recht stark spürbar.
Ich kenne dieses Wechselspiel ganz gut. Immer wieder scheinen solche "Kontrapunkte" durchzulaufen (erst wunderbarer Frieden und Klarheit, dann meldet sich der "Schmerzkörper").
Hast du diesbezüglich einen Rat für mich?
(Ich habe schon überlegt, ob's besser wäre zur Zeit mal auf Film und Kino zu verzichten.. weil es die Aufmerksamkeit so mächtig "reinziehen" kann.
Oder wird einfach alles ausgefühlt und angesehen, was immer sich zeigt?
Kann ich dabei irgendetwas besser machen?)
Jetzt kommt es mir schon komisch vor, in der Ich-Form zu schreiben ;-)
Alles nur noch "Halbwahrheiten"..
wenn überhaupt :-)