Offene Einladung zum Direct Pointing

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Bernhard
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Re: Offene Einladung zum Direct Pointing

Postby Bernhard » Wed Mar 28, 2012 4:43 pm

Wie kann ich denn feststellen, ob ich der Ich-Illusion noch erliege.
Gibt es DICH in Wirklichkeit? Bist DU mehr als ein Gedanke, eine Geschichte?

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Mia
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Re: Offene Einladung zum Direct Pointing

Postby Mia » Thu Mar 29, 2012 2:34 pm

Ich kann ja nur das festestellen, was ich wahrnehme. Und wenn ich mich auf meine Beobachtung verlasse, dann finde ich da kein Ich. Nur einen Gedanken von ICH. Aber festzustellen, dass wirklich der Fall ist, liegt prinzipiell nicht in meiner Macht.

Was geschieht, wenn man stirbt? Die Frage beschäftigt mich, da meine Lieben ja gestorben sind. Vielleicht gibt es dann nichts individuelles, was von Ihnen übrig ist?

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Re: Offene Einladung zum Direct Pointing

Postby Bernhard » Fri Mar 30, 2012 9:12 am

Was geschieht, wenn man stirbt? Die Frage beschäftigt mich, da meine Lieben ja gestorben sind. Vielleicht gibt es dann nichts individuelles, was von Ihnen übrig ist?
Lass uns diese Frage nach dem direct pointing ansehen.
Zuerst möchte ich Dir zu Klarheit bzgl des Ich begleiten...
Ich kann ja nur das festestellen, was ich wahrnehme. Und wenn ich mich auf meine Beobachtung verlasse, dann finde ich da kein Ich. Nur einen Gedanken von ICH. Aber festzustellen, dass wirklich der Fall ist, liegt prinzipiell nicht in meiner Macht.
Dein Erleben ist die Realität. Es wird nie realer werden. Thats it.
In Gedanken wird eine virtuelle Realität geschaffen,
die zum Teil beträchtlich von der Erlebten abweicht.

Mir scheint da ist noch Unsicherheit die Ich-Illusion loszulassen,
falls sich irgendwann doch noch das Ich zeigen würde.
Wozu - sobald es da wäre würdest Du es sehen...
Wir können nur erforschen was JETZT real ist.

Gibt es DICH in Wirklichkeit? Bist DU mehr als ein Gedanke, eine Geschichte?

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Re: Offene Einladung zum Direct Pointing

Postby Mia » Tue Apr 03, 2012 8:22 pm

ich merke jetzt gerade erst, dass ich da nicht mehr geantwortet habe. Denn ich kann nur immer dasselbe antworten, dass ich kein Ich sehe, wahrnehme, erfahre. Ausser einem Ich-Gedanken. Aber dennoch bin ich die Illusion nicht los. Das sehe ich daran, dass ich zum Beispiel viel Angst habe.

was kann ich denn jetzt tun?

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Re: Offene Einladung zum Direct Pointing

Postby Bernhard » Tue Apr 03, 2012 11:13 pm

Aber dennoch bin ich die Illusion nicht los. Das sehe ich daran, dass ich zum Beispiel viel Angst habe.
was kann ich denn jetzt tun?
Wovor hast Du Angst?

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Re: Offene Einladung zum Direct Pointing

Postby Mia » Wed Apr 04, 2012 11:04 am

Oft weiss ich es nicht genau. Manchmal passiert es, dass ich mir zuviel zugleich vornehme oder irgendeine Besorgung machen möchte, die ich schon lang geschoben habe, dabei spüre ich immer Angst. Und meiner Mutter geht es gerade nicht so gut und ich habe Angst, sie könnte plötzlich sterben, da sie sich immer etwas übernimmt.

Angst war bei mir schon immer ein großes Thema, die meiste Angst ist undefinierbar. Einfach so wie eine komische Wolke um mich herum.

Den Zusammenhang zwischen der Ich-Illusion, als dem vorgestellten Ich und der Angst sehe ich nicht.

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Re: Offene Einladung zum Direct Pointing

Postby Bernhard » Wed Apr 04, 2012 8:48 pm

Denn ich kann nur immer dasselbe antworten, dass ich kein Ich sehe, wahrnehme, erfahre. Ausser einem Ich-Gedanken. Aber dennoch bin ich die Illusion nicht los. Das sehe ich daran, dass ich zum Beispiel viel Angst habe.
Angst vor einer bedrohlichen Zukunft ist komplett irrational
in dem Sehen, dass die Dinge einfach passieren,
ohne ein Ich das es falsch machen könnte.
was kann ich denn jetzt tun?
Sobald die Ich-Illusion sich zeigt,
weisst Du ja, dass das Ich nicht real ist,
also kann der Gedanke einfach entspannt als unsinnig losgelassen werden.
Wo ist das Problem?
Du kannst auch jederzeit nachschauen und Dich selbst überzeugen.

Auch die Ängste sind kein Problem.
Es bedarf allerdings der Aufmerksamkeit nachzuschauen
vor was die Angst Dich schützen will.
Ist das nützlich oder sind es alte Geschichten,
die genauso entspannt als unsinnig losgelassen werden können.

Ob es sich um Ängste oder die Ich-Illusion handelt
in beiden Fällen bringt das weglaufen, ignorieren, nicht haben wollen,
keine Veränderung.
Präsent bleiben und genau schauen was da ist, klärt.


Wie geht es Dir mit der Frage
Gibt es DICH in Wirklichkeit? Bist DU mehr als ein Gedanke, eine Geschichte?

Kannst Du sie entspannt beantworten, oder sind noch Ängste damit verbunden?

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Re: Offene Einladung zum Direct Pointing

Postby Mia » Thu Apr 12, 2012 4:00 pm

Vielen Dank für die lange Antwort. Ich habe nicht gleich geantwortet, weil ich Packen und Abreisen mußte. Nun bin ich angekommen und habe Zeit.

Dass es mich nicht wirklich gibt, löst keine Ängst aus. Nur wenn ich denke, dass es die, die gestorben sind, nicht wirklich gibt. Das löst schon so etwas wie Verlassen werden aus. Also so eine Art Angst.

Aber Du sagtest ja, dass diese Frage Zeit hat.

ES macht mich eher ruhig zu denken, dass es mich nicht gibt. Es macht mich weit und ruhig.

Allerdings nimmt es mir nicht all die Ängste. Nur die, etwas falsch zu machen. Es gibt auch ohne das Ich vieles, was unangenehm und körperlich oder unkörperlich schmerzhaft ist. Zum Beispiel die Zahn-OP, die ich vor einer Woche hatte. Wenn ich wieder so eine hätte, hätte ich auch etwas Angst. Denn es tat ja weh.

Auch ist es unangenehm, wenn andere Mensche ärgelich auf mich sind oder enttäuscht. Selbst wenn ich weiß, ich kann gar nicht falsch gemacht haben, reagieren die anderen unangenehm, wenn sie so denken. Und davor habe ich auch Angst.

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Re: Offene Einladung zum Direct Pointing

Postby Mia » Sat Apr 14, 2012 6:16 pm

Jetzt weiß ich gerade nicht, was ich schreiben soll. Ich baue mir immer eine Geschichte. Auch mir geht es gut, oder ich war gestern krank und bin immer noch angeschlagen, ist eine Geschichte.

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Re: Offene Einladung zum Direct Pointing

Postby Mia » Mon Apr 16, 2012 2:29 pm

Wo ich gerade stehe?

Ich habe im Moment viel Zeit durch den Wald zu gehen, dort und an anderen Orten geht es mir immer gut, wenn ich mich daran erinnere, dass es keine Ich gibt. Ich habe dann ein Gefühl von Weite. Mehr Raum für Gegenwärtiges. Ich höre die Vögel klarer und empfange mehr.

Auch wenn ich mich sonst and die Fragestellung, wo ist das Ich eigentlich? erinnere und meine Suchfühler ausstrecke, nehme ich alles klarer und neutraler wahr und finde natürlich kein Ich.

Gestern ging es mir sehr schlecht, weil ich mich für etwas verantwortlich fühlte. Ich habe Stefan einem Musiker vorgestellt, der auch mit mir und meiner Band spielt. Gestern erschien Stefan zur Probe. Ich war nicht da, aber die anderen von meiner Band. Und Martina aus meiner Band erzählte mir später wie unangenhem Stefans Verhalten für sie und die anderen war. Sie erzählte, dass es Streit gab und meine Band fast den Raum verlassen hätte. Sie fühlten sich heftig von Stefan kritisiert. Immer wenn ich daran denke, fühle ich mich sehr schlecht, da es ja meine Idee war, Stefan in den Kreis einzuführen. Ich kann einfach nicht daran denken, dann fühle ich mich besser, aber wenn ich daran erinnert werde, fühle ich mich direkt wie in einem Alptraum, so unangenehm und peinlich ist mir das.

Jetzt, während ich das schreibe, frage ich mich gerade, was passiert, wenn ich an die Situation denke und schaue, wo da mein Ich ist. Dann werde ich auch gleich ruhiger. Es scheint dann so, wie wenn ich nicht für alle verantwortlich bin. Mein Verhalten finde ich dennoch nicht perfekt.

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Re: Offene Einladung zum Direct Pointing

Postby Bernhard » Mon Apr 16, 2012 10:48 pm

Immer wenn ich daran denke, fühle ich mich sehr schlecht, da es ja meine Idee war, Stefan in den Kreis einzuführen. Ich kann einfach nicht daran denken, dann fühle ich mich besser, aber wenn ich daran erinnert werde, fühle ich mich direkt wie in einem Alptraum, so unangenehm und peinlich ist mir das.
Wie ist es zu dieser Idee gekommen?
Hast Du den Ideen-Baukasten geöffnet und Dich entschieden genau diese Idee jetzt zusammenzubauen?

Kannst du dich erinnern, wie es war, als du die Entscheidung getroffen hast?

Wie hast du das gemacht? Triffst DU Entscheidungen?

Oder wurde da Für und Wider abgewogen, wahrscheinlich größtenteils unbewußt, vielleicht blitzschnell, und dann kam als Entscheidung das heraus, was zu diesem Zeitpunkt am besten erschien. Und damit KONNTE keine "noch bessere" Entscheidung getroffen werden.

Wie sich die Welt danach entwickelt, weiß keiner im Voraus. Man kann aber eine Menge Geschichten darüber erzählen (und tut es auch!).

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Re: Offene Einladung zum Direct Pointing

Postby Mia » Tue Apr 17, 2012 7:52 pm

Ich kann mich nicht erinnern, diese Idee irgendwie selbst gemacht zu haben. Aber ich erinnere mich jetzt, dass ich in meiner Kindheit ab dem 5,5. Lebensjahr von meinem Stiefvater für alles mögliche verantwortlich gemacht worden zu sein. Ich war jahrelang so was wie der Blitzableiter für Stress und eine Art Sündenbock. Ich habe darunter sehr gelitten, und wie ich jetzt merke wohl einiges aufgenommen haben.

Aber bei der Idee, die ich oben beschrieb, kann ich mich nicht erinnern dies gemacht zu haben. Ich habe gedacht, wenn ich Stefan nicht vorgestellt hätte, hätten sie auch keinen Streit mit ihm bekommen, deshalb bin ich verantwortlich. Zumindest teilverantwortlich. Vielleicht ist das ein falscher Schluss. Ich denke trotzdem: Mein Handeln hat ja Folgen. Bin ich dann verantwortlich für die Folgen. Keine Ahnung. Vielleicht nicht, wenn sie gar nicht absehbar sind. Aber diese Sache mit Stefan hätte ich absehen können. So meine ich.

Ich weiß nicht, ob ich entscheide? Das Ich ist ja nur ein Gedanke. Wenn etwas wirklich entscheidet, dann müßte das ja etwas anderes sein.

Ich habe aber schon den Eindruck, dass ich Einfluß auf meine Gedanken habe. Ich kann sie ja befragen, hinterfragen. Andere haben auch Einfluß auf meine Gedanken, denn ich übernehme vieles. Vielleicht alles.

Die Gedanken kommen irgendwoher und gehen wieder. Ich habe bei den meisten nicht den Eindruck, dass ich sie mache. Wenn ich einen Gedanken habe, wie diesen, kann ich mich damit befassen, so wie jetzt. Das scheint schon eine Entscheidung zu sein. Aber die meiste Gedanken kommen und gehen irgendwie von selbst.

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Re: Offene Einladung zum Direct Pointing

Postby Bernhard » Tue Apr 17, 2012 10:13 pm

Die Gedanken kommen irgendwoher und gehen wieder. Ich habe bei den meisten nicht den Eindruck, dass ich sie mache. Wenn ich einen Gedanken habe, wie diesen, kann ich mich damit befassen, so wie jetzt. Das scheint schon eine Entscheidung zu sein. Aber die meiste Gedanken kommen und gehen irgendwie von selbst.
Lies die letzte Nachricht bitte noch einmal.

Kommt der Gedanke der Entscheidung wie jeder andere Gedanke "von irgendwoher"?

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Re: Offene Einladung zum Direct Pointing

Postby Mia » Wed Apr 18, 2012 10:06 am

mnn ... nun weiß ich nicht weiter.

Der Gedanke der Entscheidung kommt nicht so von irgendwoher.
Aber woher dann?

Früher hätte ich gesagt, dass mein Ich der Ursprung ist. Das Ich entscheidet. Da ich das Ich nicht finde, und es auch nur ein Gedanke ist, weiß ich jetzt nicht, wo Entscheidungen herkommen.

Etwas hat den Eindruck Gedanken und Handlungen lenken zu können. Ich weiß aber nicht, ob das eine Illusion ist.

Aber es fühlt sich anders an, wenn ich entscheide zum Beispiel meine Hand zu bewegen. Oder wenn sie sich reflexartig von selbst bewegt. Ebenso mit den Gedanken. Sie scheinen lenkbar zu sein, aber frag mich nicht, wer sie lenkt.

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Re: Offene Einladung zum Direct Pointing

Postby Bernhard » Wed Apr 18, 2012 8:42 pm

Aber es fühlt sich anders an, wenn ich entscheide zum Beispiel meine Hand zu bewegen. Oder wenn sie sich reflexartig von selbst bewegt. Ebenso mit den Gedanken. Sie scheinen lenkbar zu sein, aber frag mich nicht, wer sie lenkt.
Teste das doch mal. Entscheide, deine Hand zu bewegen. Wie machst du das? Und wie überträgt sich die Entscheidung auf deine Hand?
Sag der Hand, dass sie sich bewegen soll. Bewegt sie sich? Wenn sie sich bewegt, ist es, weil DU es ihr gesagt hast?
Entscheide mal, deine Hand mindestens 50 mal auf und ab zu bewegen. Du darfst selbst entscheiden, wie oft. Wann wird es dir zu langweilig? Entscheidest du das?

Wenn du deine Gedanken lenken kannst - warum läßt du dann negative Gedanken zu? Beobachte, wie Gedanken auftauchen und wieder verschwinden. Ohne "dein" Zutun.


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