1) Gibt es irgendwo oder in irgendeiner Art und Weise ein eigenständiges "Ich", "mich" oder "Selbst"?
Gab es das jemals?
Es gibt nichts Festes, nichts Bleibendes, nicht Ewas, was irgendwie greifbar/begreifbar wäre. Man könnte es Einheit heißen aber auch das nur vage, wer wer weiß schon was das sein soll. Wie sollte da ein unabhängiges ICH vorhanden sein. Das Ich ist eine Vorstellung wie z.B. dereinst, dass die Erde statt rund, selbstredend eine Scheibe sei. Vorstellungen sind Gedankengebäude, Fiktionen die sich laufend wiederholen, die sich eingegraben, eingenistet haben, die beharrlich vorgeben, sie wären die unbezweifelte Wirklichkeit als unverrückbare Tatsache. So gab zeitlebens diesen kruden Irrglauben eines persönlichen Ichs, wie abartig…
2) Erkläre detailliert was die Ich-Illusion ist, wie sie entsteht und wie sie funktioniert. Benutze dazu
nur Deine eigene unmittelbare Erfahrung und beschreibe es so, wie Du es jetzt gerade erlebst.
So wie man seit den Kindertagen die Existenz eines Schwarzen- und Weihnachtsmannes, den lieben Gott, später Lenin, Marx und Engels hat glaubhaft eingetrichtert bekommen als übergeordnete Instanzen für gut und böse, für Recht und Unrecht und als Wächter deiner Taten. All diese zahllosen vollkommen falschen Glaubensmuster von denen die Überzeugung unverrückbar im System ihren Platz hatte, sie wären real, wahrhaftig und objektiv.
3) Wie fühlt es sich an die Illusion durchschaut zu haben? Was ist anders im Vergleich zu vor dem
Dialog? Berichte aus den letzten paar Tagen.
Nie dagewesene Entspanntheit. Es gibt nichts mehr zu erreichen, nichts zu gewinnen, nichts mehr wichtig. Keiner mehr da der erfolgreich sein sollte oder gut dastehen. Diese sinnlosen Anstrengungen ohne Ergebnis, vorbei der Streß, vorbei die „Suche“. Diese Hoffnung auf bessere Tage bessere Zeiten… Jetzt ist alles ohne Erwartung, ohne Wünsche, ohne diese Hoffnung. Alles geschieht von selbst, wird betrachtet wie im Kino aber ohne Betrachter: mal amüsant, mal spannend mal so mal so. Die Dramen verschwinden, Frieden ist da, weil nichts mehr anders sein sollte.
Das allgegenwärtige Bedrücktsein hat sich aufgelöst, weil keiner mehr da, der damit was anfangen könnte.
4) Was hat Dir den letzten Schubs gegeben, um die Illusion zu durchschauen?
Keine Ahnung wie das geschehen ist, höchstens weil es anstand, es an der Zeit war wobei Zeit so dahingesagt ist aus Gewohnheit. Es gibt keine Erklärung, keine Ursache. Oder da war niemand, der den Schubs erleben konnte, nicht registrieren konnte und was den gegeben hat. Vielleicht insgesamt eine allmähliche Auflösung dieser seltsamen Ich-idee bis zum Schubs, der genauso wenig erlebbar ist wie der Augenblick des Einschlafens
5) Beschreibe Entscheidung, Absicht, freier Wille, Wahl und Kontrolle. Wodurch entstehen sie? Wie
funktionieren sie? Wofür bist Du verantwortlich? Gib ein paar Beispiele aus Deiner direkten
Erfahrung.
Wo kein ICH ist, ist auch folgerichtig keines, was Entscheidungen treffen kann, einen Willen oder Kontrolle usw. hat. Schon garnicht über Leben und Tod z.B. Also existiert auch kein haftbarer Verantwortlicher. Niemals und Niemand da. Alles geschieht nur scheinbar und weil es scheinbar gerade angestanden hat aber kein Verursacher weit und breit. Fast schon gespenstisch...
6) Möchtest Du noch etwas ergänzen?
Es ist wie ein Wunder aber es tauchen Befürchtungen auf dass alles nicht wahr ist, die alte Leier wieder einsetzt nach einigen Wochen und damit die bedürftige Person mit all ihren Gespenstern, als wäre das hier nie gewesen.
Und nochmal dank dir Matthias und allen, die mich hier unterstützen