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Postby Joram » Fri Jan 20, 2017 2:17 pm

Nein und ja.
Einerseits ist mir klar geworden, dass es kein Ich gibt, sondern dass das am Ende nur durch Gedanken entsteht.
Andererseits gehen mir vom Aufstehen bis zum Schlafengehen ununterbrochen Gedanken durch den Kopf. Demzufolge laufe ich (die es eigentlich nicht gibt) trotzdem den ganzen Tag im Ich-Modus.
Die Erkenntnis alleine hilft mir nicht weiter. Irgendwas fehlt noch.
Verstehst du, was ich meine?
Ja, klar verstehe „ich“. :-)

Nur stimmt es wirklich?
Gibt es wirklich keine Veränderungen im Verhalten?

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Postby Flower123 » Fri Jan 20, 2017 5:24 pm

Ich empfinde es so wie ich's oben geschrieben habe.
Wenn du Fragen stellst, und ich beschäftige mich damit, da ziehe ich mich aus dem Alltag zurück und kann auch tiefer einsteigen. Das sind nur ganz, ganz kurze Momente.
Aber sonst im Normalfall hat sich nicht grundlegend etwas geändert. So in dem Sinne: Ich bin vom Gedankenkarussell abgestiegen und schaue von außen zu, wer mitfährt. Ich bin voll in der Ich-Illusion gefangen, auch wenn ich verstanden habe, wie sie zustande kommt.

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Postby Joram » Fri Jan 20, 2017 5:53 pm

Ich bin voll in der Ich-Illusion gefangen, auch wenn ich verstanden habe, wie sie zustande kommt.
Zeig mir den, der voll in der Ich-Illusion gefangen ist. Wo sitzt er?

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Postby Flower123 » Fri Jan 20, 2017 6:32 pm

Der, der gefangen ist, den kann ich dir nicht zeigen. Er sitzt nirgendwo und ist doch immer da. Genauso wie die Ultrakurzwellen, die das Radio empfängt, auch immer da sind und nicht gesehen oder gehört werden können.
Ich betrachte Gedanken auch eine Art Energie, die trotzdem vorhanden ist, auch wenn sie nicht lokalisiert werden kann.

LG Kerstin

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Re: my home

Postby Joram » Fri Jan 20, 2017 6:40 pm

Der, der gefangen ist, den kann ich dir nicht zeigen. Er sitzt nirgendwo und ist doch immer da. Genauso wie die Ultrakurzwellen, die das Radio empfängt, auch immer da sind und nicht gesehen oder gehört werden können.
Ich betrachte Gedanken auch eine Art Energie, die trotzdem vorhanden ist, auch wenn sie nicht lokalisiert werden kann.
Energie und Wellen, die du als Beispiel gibst, werden mit den Sinnen, Bzw. mit Geräte wahrgenommen.
„Der, der gefangen ist“ – wie wird der wahrgenommen? Was macht ihn aus?

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Re: my home

Postby Flower123 » Sat Jan 21, 2017 10:01 am

Das ist eine Frage, die ich mit dem Verstand nicht beantworten kann. Da kann ich mich noch so anstrengen und nachdenken, mir fällt nichts ein. Na gut, aber zum Wahrnehmen ist der Verstand ja auch nicht gemacht.
Ich kann dir auch nicht sagen, was ihn ausmacht, weil er gar nicht da ist. Es ist keiner da, der gefangen ist.

Kerstin

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Re: my home

Postby Joram » Sat Jan 21, 2017 10:44 am

Kann sein, dass „Der, der gefangen ist“, nicht mehr ist als eine Vorstellung, Gedanke, und deshalb nicht zu finden ist?

Kann sein, dass „Er/Sie“, gar nicht vorhanden ist und mit dem Satz „Der, der gefangen ist“, eine Unzufriedenheit, ein Gefühl/Empfindung, umschrieben wird?

Nur eine Vorstellung, Gedanke, Illusion?

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Re: my home

Postby Flower123 » Sun Jan 22, 2017 5:51 pm

Kann sein, dass „Der, der gefangen ist“, nicht mehr ist als eine Vorstellung, Gedanke, und deshalb nicht zu finden ist?
Ja. Auf alle Fälle. Sehe ich auch so. Aber der Gedanke ist halt da und ziemlich laut und anhänglich.
Kann sein, dass „Er/Sie“, gar nicht vorhanden ist und mit dem Satz „Der, der gefangen ist“, eine Unzufriedenheit, ein Gefühl/Empfindung, umschrieben wird?
Sicher spielen Gefühle auch eine Rolle. In die Richtung in ich noch gar nicht gegangen. Die Unzufriedenheit (die du ansprichst) mit dem jetzigen Zustand. Angst - vor Kontrollverlust?
Was mir bewusst geworden ist: Wenn es ein Ich nicht gibt, was ist dann an dessen Stelle? Unbewusst will ich die Lücke, die durch den Wegfall des Ichs entstehen würde, mit irgendetwas anderem füllen. Mit einer anderen Idee. Vielleicht ist es das, wo ich festhänge.

LG Kerstin

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Re: my home

Postby Joram » Sun Jan 22, 2017 6:04 pm

Kann sein, dass „Er/Sie“, gar nicht vorhanden ist und mit dem Satz „Der, der gefangen ist“, eine Unzufriedenheit, ein Gefühl/Empfindung, umschrieben wird?
Sicher spielen Gefühle auch eine Rolle. In die Richtung in ich noch gar nicht gegangen. Die Unzufriedenheit (die du ansprichst) mit dem jetzigen Zustand. Angst - vor Kontrollverlust?
Was mir bewusst geworden ist: Wenn es ein Ich nicht gibt, was ist dann an dessen Stelle? Unbewusst will ich die Lücke, die durch den Wegfall des Ichs entstehen würde, mit irgendetwas anderem füllen. Mit einer anderen Idee. Vielleicht ist es das, wo ich festhänge.
Schau den Raum an und benenne das was erlebt wird.
Zum Beispiel: „Ich sehe ein Tisch“, „Ich höre den PC Lüfter“, „Ich schmecke den Kaffee von vorher“ usw…
Mach so eine Liste von ca 10 Sachen.

Wiederhole es dann ohne „Ich“: „Tisch wird gesehen“. „PC Lüfter wird gehört“, „Kaffeegeschmack ist da“ usw…
Lass dir etwas Zeit zum erleben...

Was ist der Unterschied in der Wahrnehmung?

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Re: my home

Postby Flower123 » Sun Jan 22, 2017 7:36 pm

Schau den Raum an und benenne das was erlebt wird.
Zum Beispiel: „Ich sehe ein Tisch“, „Ich höre den PC Lüfter“, „Ich schmecke den Kaffee von vorher“ usw…
Mach so eine Liste von ca 10 Sachen.
Ich sehe die Drachenpalme, die auf dem Tisch steht.
Ich sehe, dass ihre unteren Blätter braun werden.
Ich sehe die Münzen, die auf der Untertasse liegen.
Ich spüre den kalten Boden unter meinen Fußsohlen.
Ich spüre den weichen Stuhl, auf dem ich sitze und die harte Lehne im Rücken.
Ich sehe den anderen Stuhl, der in der Ecke steht.
Ich sehe das weiße Holz an der Wand gegenüber.
Ich sehe die weiße Steckdose, die darin eingelassen ist.
Ich sehe den Bildschirm vom Laptop.
Ich höre das Rauschen in meinen Ohren.
Wiederhole es dann ohne „Ich“: „Tisch wird gesehen“. „PC Lüfter wird gehört“, „Kaffeegeschmack ist da“ usw…
Lass dir etwas Zeit zum erleben...
Die Drachenpalme auf dem Tisch wird gesehen.
Die unteren Blätter der unteren Blätter werden gesehen.
Münzen auf der Untertasse werden gesehen..
Unter meinen Füßen wird der kalte Boden gespürt.
Das weiche Stuhlpolster unter mir und die harte Lehne im Rücken wird gespürt.
Der Stuhl in der Ecke wird gesehen.
Weißes Holz an der Wand gegenüber wird gesehen.
In der Vertiefung befindet sich eine weiße Steckdose.
Der Bildschirm vom Laptop wird gesehen.
Es rauscht in den Ohren.
Was ist der Unterschied in der Wahrnehmung?
Bei der zweiten Übung läuft die Wahrnehmung ohne Denken ab. Ich nehme nur wahr, ohne eine Geschichte ranzuhängen.
"Mein" Sehen enthält schon wieder Konzepte bzw. Bewertungen. Ich sehe nicht wirklich, dass die Blätter der Palme braun werden, sondern sie haben braune Spitzen und aus Erfahrung weiß ich, dass sie dann im Laufe der Zeit noch ganz vertrocknen.
Dass ich auf einem Stuhl sitze und das harte Ding im Rücken eine Lehne ist, weiß ich auch nur aus der Erinnerung.
Das fällt beim direkten Wahrnehmen weg. Die Wahrnehmung bringt keine Begriffe für die Dinge mit. Jeder Begriff ist ein Gedanke und setzt wieder eine Maschine in Gang. Wahrnehmen geschieht einfach nur. Ohne mein Zutun.

LG Kerstin

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Re: my home

Postby Joram » Sun Jan 22, 2017 7:45 pm

Schön :-)

"Die Drachenpalme auf dem Tisch wird gesehen." - Ist beim "Sehen" ein "Ich" zu finden?

wiederhol es achtsam ein paarmal, wann immer es dir passt. Einfach so, spielerisch.
Lass dir Zeit bis morgen.

Was für Gefühl entsteht bei der Übung immer wieder, wenn direkt, nur geschaut wird?

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Re: my home

Postby Flower123 » Mon Jan 23, 2017 8:38 pm

"Die Drachenpalme auf dem Tisch wird gesehen." - Ist beim "Sehen" ein "Ich" zu finden?
Nein, beim direkten Sehen an sich ist kein Ich zu finden. Erst wenn Gedanken dazukommen (und das geht ziemlich schnell), ist das Ich wieder da.
Was für Gefühl entsteht bei der Übung immer wieder, wenn direkt, nur geschaut wird?
Anfangs, als ich noch spielerisch üben konnte, hat sich ganz kurz ein Gefühl von Frieden, Erleichterung eingestellt.
Aber sofort kamen die Gedanken dazu und haben versucht, das einzuordnen: Ah, was ist denn das jetzt, könnte länger so bleiben, usw. Damit war es natürlich vorbei mit dem Gefühl.
Mittlerweile bin ich sehr angespannt und es schiebt sich Angst davor. Ich erwarte etwas oder will unbedingt etwas erreichen. Wo die Angst herkommt und warum sie da ist, weiß ich nicht.

Kerstin

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Re: my home

Postby Joram » Mon Jan 23, 2017 8:48 pm

Anfangs, als ich noch spielerisch üben konnte, hat sich ganz kurz ein Gefühl von Frieden, Erleichterung eingestellt.
Aber sofort kamen die Gedanken dazu und haben versucht, das einzuordnen: Ah, was ist denn das jetzt, könnte länger so bleiben, usw. Damit war es natürlich vorbei mit dem Gefühl.
Mittlerweile bin ich sehr angespannt und es schiebt sich Angst davor. Ich erwarte etwas oder will unbedingt etwas erreichen. Wo die Angst herkommt und warum sie da ist, weiß ich nicht.
Es gibt nichts zu erreichen. Es ist eher fast langweilig. Da ist nichts besonders. Nichts kommt hinzu und nichts wird weggenommen :-)

Versuche wieder spielerisch um dich zu schauen. Oder überfordert es dich gerade?

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Re: my home

Postby Flower123 » Mon Jan 23, 2017 9:05 pm

Versuche wieder spielerisch um dich zu schauen. Oder überfordert es dich gerade?
Na ja, ich neige dazu, mich immer anzustrengen, um alles richtig zu machen.
Es lässt sich leider auch nicht einfach abstellen.
Ich übe weiter, zu schauen...

Kerstin

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Re: my home

Postby Joram » Mon Jan 23, 2017 9:59 pm

Wer ist da, der Erwartungen hat?

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