Guten Tag Ich bin
Ich hoffe, du bist gut gereist und wohlbehalten zu Hause angekommen.
Dieser Prozess der Ich-Ergründung unter deiner liebevollen und kompetenten Begleitung/Führung ist wahrlich ein segensreiches Geschenk für mich. Und gerade die Momente grosser Verwirrung sind sehr heilsam und erhellend. Vor allem die Momente, in denen mir klar wird, wo und wie ich mich selber an der Nase herumführe, mich im Kreis bewege. Kommen wir jetzt aber auf den Prozess zurück und zu deinen letzten Fragen bzw. Anregungen.
Bitte schau Dich im Raum um und nimm wahr, wo und wie die Instanz sitzt und funktioniert, die sich konzentrieren muss und meint, immer in der DE verweilen zu müssen...
Wie mir scheint, bin ich gestern irgendwie durch die Entstehungsgeschichte des ICH-Gedankens geführt worden. Seine Struktur und auch die Inhalte. Ich fasse das mal zusammen.
Als erstes sah ich ein Baby. Es reagiert auf seine Umwelt, auf das was geschieht, rein emotional. Es kann die Emotionen nicht einordnen und denkt auch noch nicht darüber nach, weil da noch keine Gedanken, kein Denker ist. Je nach Umwelt, baut sich ein emotinales Konstrukt auf, das förderlich aber auch hinderlich sein kann. Da kann Vertrauen entstehen oder Unsicherheit, je nachdem wie verständnisvoll und fürsorglich es betreut wird. Das ist die Struktur. Sie ist wohl bei jedem Menschen die Selbe. Die Inhalte sind verschieden. Bei mir fühlt sich das an wie ein überfordertes, unverstandenes und alleingelassenes Kind.
Daraus entsteht das, was ich als "Emotionale Komponente" der
Instanz erkenne.
Spöter, wenn das Denken beginnt, versucht der Verstand, eine Lösung zu finden für die "emotionalen Sorgen und Nöte. Weil er seine Informationen aber von der selben Umwelt aufnimmt, ist er natürlich nicht in der Lage, eine Lösung zu finden. Also versucht er, durch "magisches Verhalten" eine Situation zu kreieren, die es ihm ermöglicht, zu überleben. So vermischen sich Gedanken und Emotionen und bilden zusammen die
Instanz.
Ihr Name ist ICH. Hier sehe ich den ICH-Gedanken. Ein verworrenes Knäuel aus ungeprüften Vorstellungen, Hoffnungen und Ängsten.
Ich sehe, dass dieses ICH versucht, eine Veränderung zum Besseren zu bewirken, aber immer wieder scheitert, weil es an alten Gewohnheiten, Vorstellungen und Annahmen, also am Bekannten festhält. Dort fühlt es sich sicher. Diese "scheinbare" Sicherheit ist aber eine Illusion und das Verweilen bei ihr, verunmöglicht jede Veränderung.
Der Sitz dieser Instanz wird im Kopf gesehen. Sie ist aber nicht ständig präsent, sondern taucht auf und verschwindet wieder, wie das auch Gedanken und Emotionen tun. Ehrlicherweise muss ich sagen, dass sie in mir fast ständig präsent ist. Manchmal bin ich mir dessen gewahr, oft aber nicht.
Und dann konnte ich das ganze noch in der Zeit betrachten. Die DE findet in der Gegenwart statt. Hier und Jetzt. Der IG ist aber mit Vergangenheit und Zukunft beschäftigt, und meidet das Hier und Jetzt.
Zuvor hast du gefragt:
Schau Dich im Raum um? Legt sich ein ICH tatsächlich über die DE?
Jetzt kann ich sehen, dass sich das Ich nicht über die DE legt. Es ist eine Frage der Ausrichtung der Aufmerksamkeit. Wenn ich in Der DE verweile,gegenwärtig bin, kommen und gehen die Gedanken. Da ist kein ICH. Erst wenn die Aufmerksamkeit sich an die Gedanken anhaftet, sich mit ihnen identifiziert, wird das ICH aktiviert und spult dann seinen Film ab. Und irgendwie ist das immer der gleiche Film. Er handelt von Wünschen, Hoffnungen und dergleichen. Und er handelt von Vergangenheit und/oder Zukunft, überspielt gewissermassen die Gegenwart. So entsteht die Illusion.
Lg Emjetas