Gib mir Beispiele vom Alltag für entstehende Identifikation und für Gedanken die „nicht ‚mein‘ sind“.
Entstehende Identifikationen erlebe ich z. B. bei Stress und unangenehmen Situationen/Gefühlen. Dann schaffe ich es nicht anzuhalten, beiseite zu treten und meine Lage zu erkennen, um den Autopiloten mit den typischen Konditionierungen auszuschalten oder auszubremsen.
Gedanken, die nicht "mein" sind, bemerke ich immer erst retrospektiv, wenn sie sich manifestiert haben. Eine typische Situation: Bei einfacher manueller Tätigkeit bemerke ich, wie Gedanken autonom erscheinen ohne das Zutun eines Selbst, dies gilt auch für Gefühle. Bevor wir diesen Dialog begonnen haben, hatte ich häufig nach einer Ursache (in mir) für Gefühle und Gedanken gesucht. Dies lasse ich jetzt sein, denn es hat sich als wenig hilfreich erwiesen.
Wenn du beschreiben kannst wie/wann eine Lücke entsteht - super.
Auf dem Nachhauseweg sah ich wider Erwarten eine Osterglocke am Wegesrand stehen. Die Sequenz der Wahrnehmung war wie folgt: gelbe Farbe, Blüte, grüne Pflanze (alles sehr schnell, ohne Identifikation), dann das Ergebnis: dies ist eine blühende Osterglocke, die ich hier sehe. Diese Wahrnehmung ist anders als jenes Erleben, wenn ich versuche, ohne ein Ich wahrzunehmen/zu sehen.