Ohne unser Erinnerungsvermögen würde es keine Gedanken an Vergangenheit und Zukunft geben. Zukunft, weil wir aus der Vergangenheit (Erinnerung) in die Zukunft projizieren.
Du scheinst hier aus der Existenz der Erinnerungen auf eine Vergangenheit und ein Erinnerungsvermögen zu schließen, das diese Vergangenheit aufgezeichnet hat. Das ist eine Annahme, die auf den Gedanken basiert "Wenn da eine Erinnerung ist muss das wohl auch passiert sein, also gibts eine Vergangenheit." Das einzige, was du mit Sicherheit weißt, ist, dass hier Erinnerungen sind. Die Existenz einer realen Vergangenheit ist eine Projektion daraus (die genau wie die Erinnerungen auch im Jetzt erscheint), aber keine Tatsache.
Stimmt das?
Ich sehe keinen Filter, aber ich weiss aus Erfahrung, dass die gleiche Realität unter verschiedenen Umständen anders wahrgenommen werden kann.
Das weißt du nicht wirklich. Es gibt keine Erfahrung, es gibt nur Gedanken, die als Erfahrung (bzw. Erinnerungen) gekennzeichnet werden. Es gibt keine verschiedenen Umstände außerhalb der Gedanken über verschiedene Umstände. All das sind Bilder, die rein in Gedanken gezeichnet werden, die jetzt passieren und von alleine auftauchen.
Stimmt das?
Oder das verschhiedene Personen die gleiche Realität unterschiedlich wahrnehmen. Daher nehme ich an, dass es diesen "Filter" gibt.
Genau, du nimmst an. Der Filter ist eine Annahme, die auf anderen Annahmen basiert, ein reines Gedankenkonstrukt, das, sofern nicht direkt beobachtbar, auch ausschließlich in Gedanken existiert. In Anderen Worten - eine Illusion.
Nur wenn ich drüber nachdenke, lokalisiere ich die Geräusche ausserhalb. Wenn ich sie wirken lasse, also nicht nachdenke, dann scheinen sie durch mich hindurchzuwehen.
Die Grenze zwischen innen und aussen scheint eher erlernt zu sein.
Perfekt, sieh dir das ganz genau an. Achte darauf, wie z.B. Geräusche Gefühle auslösen, Gefühle - Gedanken, etc., das da alles, was vermeintlich innen oder außen ist, in der Wahrnehmung untrennbar verschmilzt. Die Grenze entsteht rein in Gedanken, wenn einfach verschiedene Labels auf verschiedene Wahrnehmungen draufgepickt werden (eben Gefühl=innen, Geräusch=außen). Außerhalb der Gedanken ist sie nirgendwo zu finden.
Spiel dich damit, beobachte das bis es ganz klar und offensichtlich ist, dass es keine Grenze gibt.
Achte auch darauf, wenn du mit geschlossenen Augen ohne dich zu bewegen da sitzt, dass du nicht ganz klar sagen kannst wie groß der Körper ist, was für eine Form er genau hat und wo seine Grenzen genau sind.
Ich schreibe hier viel "ins Blaue" und um Deine Frage herum, in der Hoffnung, auf irgend etwas zu stoßen, was mich die Ich-Illusion Sehen läßt. Aber es kommt mir etwas wie Stochern im Nebel vor. Ich weiss nicht, wo ich noch schauen soll oder was zu Erkennen fehlt...
Es fühlt sich nach Stochern an, weil es wahrscheinlich ungewohnt ist die Welt durch direkte Wahrnehmung zu erfassen als durch Konzepte und Gedankenkonstrukte. In Wirklichkeit hast du hier sehr klar und direkt beobachtet und genau das ist es was wir hier brauchen.
Versuch nicht den Prozess irgendwie zu beschleunigen oder zu forcieren, das passiert alles von alleine, Schritt für Schritt. Ich helfe dir einfach nur deine Aufmerksamkeit auf den nächsten Schritt zu lenken, da ist keine Erwartung "Es muss jetzt bei der nächsten Antwort sofort Klick machen, ansonsten machst du irgendwas falsch." Wenn die Erwartung bei dir da ist, dann sieh sie dir kurz an und lass sie einfach tun. Sie ist nicht im Weg, solang du sie nicht in den Weg stellst.
Alle Sinneswahrnehmungen könnten auch simuliert sein, weil der Körper zB mit einem Simulationsprogramm verkabelt ist, welches Sinneseindrücke erzeugt. Ich kann nicht mit Sicherheit auf Grund der Wahrnehmung sagen, dass es nicht so ist.
Genau. Und mehr als die Wahrnehmung ist da nicht. Der Punkt ist, du kannst nicht unterscheiden, ob du in der Matrix hängst oder in der realen Welt, so gesehen existiert die Unterscheidung gar nicht. Das einzige was für dich real sein kann ist die direkte Wahrnehmung, alles andere sind Annahmen und Gedankenprojektionen (die natürlich als Gedanken und Gedankenbilder auch in der Wahrnehmung auftauchen). Und ausschließlich darauf konzentrieren wir uns jetzt bitte (direkte Wahrnehmung). :)