Liebe Renate!
deine Antworten haben mich sehr gefreut und motiviert. War mir nicht sicher, ob ich mich
nicht im Kreis drehe. Aber ich merke auch, dass es Zeit braucht.
Hab wieder eine psychologische Arbeit für meine Nichte fürs Studium gemacht.
Bei den ersten Malen habe ich den Text überhaupt nicht verstanden und wollte schon kapitulieren,
zum Teil auch aus Ärger wegen der komplizierten Formulierungen.
Aber dann hab ich einfach versucht, die Fragen zu beantworten. Mit jedem Mal lesen und schreiben
wurde das Verständnis größer. Zuletzt glaubte ich fast den Durchblick zu haben.
Ähnlich geht es mir auch hier. Ich mache die Übungen und denke, eigentlich habe ich garnichts zu
berichten. Beim Schreiben kommt dann doch etwas.
Ablenkung ohne Ablenker--- auch ein Übungsvariante.
Ja, die gefällt mir. Nimmt die immer aufgetretene Selbstkritik weg und lässt mich schnell wieder
weiterüben.
Bau diese Übungen in deinen Tagesablauf ein, vielleicht machst du dir Merkzettel zur Erinnerung.
Ganz wichtig !!!!!! Und berichte von deinen Erlebnissen
Hab mir Merkzettel angelegt. Ich glaube aber, dass ich mehr davon machen und vor allem, dass
ich sie deutlich sichtbar dort anbringen muss, wo ich sie nicht übersehen kann.
Dennoch hab ich deutlich mehr Übungen gemacht bzw. mich öfter an die Übungen erinnert als zuvor.
Meist sind es nur Sekunden vielleicht 1-2 Minuten, aber sie bringen Entspannung und
Gelassenheit und manchmal so etwas wie eine Ahnung auf einer anderen nicht erklärbaren
Ebene mit sich. Da existieren dann "Ich" und "Nicht-Ich" (direktes Erleben?) parallel. Aber immer nur
ganz kurz. Denn der Verstand versucht sofort zu interpretieren. Ich lasse ihn das mittlerweile auch tun
und beobachte ihn dabei. Ich komme mir auch manchmal wie ein Roboter vor.
Grundsätzlich hat sich an meinem Tagesablauf nicht viel geändert. Arbeiten, Essen, Gespräche, Sorgen,
Ärger, Schokolade essen, Filme schauen, lesen. Es passieren auch unangenehme Dinge wie ein Streit,
Schuldgefühle steigen auf, auch aus der Vergangenheit, Angst, Ärger über andere oder Zustände.
Es kommt mir auch so vor, als würde ich sensibler auf Streit und Disharmonien reagiere.
Dann erinnere ich mich daran, dass ich gelesen habe, dass das alles nur in meinem Geist passiert und alles
bestimmt ist. Dabei können sowohl Gelassenheit als auch Angst auftreten. Angst vor allem deshalb, weil
ich nichts tun kann, also keinen freien Willen habe. Gelassenheit, weil dies auch Trost mit sich bringt und
Schuld reduziert. Andererseits verspüre ich Druck, meinen Geist in Ordnung zu bringen.
Also, das ist mit dem Verstand nicht zu erklären. Ich kann nichts tun, es gibt mich garnicht und trotzdem
will ich etwas tun. Angst erinnert mich an die Übungen und die Üben hat Gelassenheit zur Folge. Paradox.
Gibt es Unterschiede zwischen den "Übungsvarianten"?
Nur insoferne, dass ich Sehen ohne Seher bereits oft geübt habe und z.B. Ablenkung ohne Ablenker
oder Essen ohne Esser nicht. Oder meinst du da etwas anderes?
Ich glaube, jede weitere Übungsvariante macht die Grenzen durchlässiger und lässt die Übungen
in immer mehr Lebensbereiche einfließen.
Kann es möglich sein, das da nur "Nichts" ist? Für Moment, für Moment, für Moment....
Erkläre mir bitte warum dieses "Nichts" wenn Gedanken kommen weg sein sollte?
Da dachte ich "Aber klar", nachdem ich deine Frage gelesen habe.
Natürlich ist das Nichts immer da. Aus dem Nichts tauchen die Gedanken aus.
Aber die Essenz ist Nichts.
Danke und liebe Grüße
Martin