danke dir für deine lange zeilen :)
noch kurz zu der übung von heute. festgestellt, dass mir das fühlen der reinen körperlichen wahrnehmungen gar nicht so einfach fällt. dabei gibts da ja gar nix, wovor ich angst haben müsste - dennoch schwer, wirklich im reinen körperlichen zu bleiben.
Gut beobachtet! Das ist eine ganz wichtige Sache. Und normalerweise macht man sich das nicht klar. Das solltest du weiter beobachten. Es kommt immer nur ein Gedanke auf einmal. Guck' dir dir Reihenfolge an, wie das alles so hintereinander abläuft. Sinneseindruck> Gedanke>Gefühl>...usw.
mit sinneseindruck meinst du also alle wahrnehmen sinne?
Und all das läuft von alleine ab, dazu braucht es weder einen Seher, einen Denker oder einen Fühler. Und ab und zu taucht der Gedanke auf "Ich sehe"...
prüfe ich.
Übrigens will ich das Ich nicht abschaffen. Das Ich ist eine Geschichte, ein Konstrukt. Es bot wohl Überlebensvorteile, sonst wäre es nicht entstanden. Aber manche Geschichten werden durchschaut. An Feen und Hexen glauben die meisten nicht mehr.
wie weit ist die "metaphysik" des "ichs" hier relevant? in der bibel schlief adam unter dem baum ein, nachdem er den apfel der "erkenntnis" gegessen hatte. alles weitere danach ist traum (raus aus dem paradies etc.), da er bisher nicht erwachte. im ekiw ists, dass ein winziger teil von "gott" (die glückseeligkeit) die wahnidee hatte, wie es wäre von gott getrennt zu sein - resultat sehen wir.
an anderer stelle wird das ego als werkzeug beschrieben, was das herz verdrängt hat, und über den (verselbständigten) kontrollmechanismus sicherheit in der welt haben will, da es sich vor "gottes zorn" (trennungsgedanke; gott ist böse auf mich, weil ich ihn verlassen habe, also erschaffe ich eine welt, in der ich mich vor ihm verstecken kann und dennoch nie sicher sein kann, da er überall lauert...). buddhisten sehen es wieder ein wenig anders usw. usw.
ich vertraue natürlich deinen übungen, die illusion dieses konstruktes zu erkennen ;)
Ja genau, damit fängt die Crux an. Das Ich ist angelernt. Vorher gab es Sinneseindrücke, Gefühle, wohl auch Gedanken - und alles war Welt. Es gab nur Welt. Für kleine Kinder gibt es nicht die hypothetische objektive Perspektive: "wie wäre es, wenn ich ein anderer wäre, dann würde die Welt anders aussehen...". (Lies das nochmal: hypothetische objektive Perspektive!).
Dann wird ihm suggeriert, dass da eine Person namens Thomas ist, die verantwortlich ist für verschüttete Milch und gelobt wird für Errungenschaften.
ist folgende frage für deine fragen / meinen prozess relevant? warum suchen wir das lob (= die liebe), warum projizieren wir schuld?
das hypotetische ist ein spannender ansatz: wenn "ich" xy wäre, wäre alles anders. warum ist das so?
Das, was ich dir jetzt nahebringen möchte, ist, dass die direkt erfahrene Welt immer noch da ist. Ungefiltert. Der "Beobachter" ist nur eine Geschichte. Das Ich, das die Fäden in der Hand zu halten scheint, ist nicht da. Die Fäden machen, was sie machen müssen, nämlich den Gegebenheiten und sich daraus ergebenden Impulsen folgen.
wer strickt dann die fäden? die nornen? oder der träumende geist, dens nicht geben kann?
aber das mit dem nicht vorhandenen beobachter dürfen wir noch ein wenig üben. :)
Tauchen diese Dinge einfach im Bewußtseinsraum auf, oder rufst du sie aktiv hervor?
was entscheidet, ob ich mich auf den monitor konzentriere, deine frage bedenke, darauf achte, wie sich mein tastenschlag anfühlt?
"was fühlen die finger"? dann kommt ein gefühl.
"aua - was war das" - dann sehe ich den nagel im fuss, in den ich getreten bin.
ich glaube, die gefühle an sich kann ich nicht "erzeugen". vielleicht herbeirufen, in dem ich mich auf was konzentriere oder an was denke, was gefühle erzeugt. oder sie kommen einfach / sind einfach da. sie sind da passt wohl am besten.
gedanken sind schon schwieriger. erzeugen kann ich sie nicht, aber ihre richtung ändern. wobei die frage ich, ob ich merken kann, wenn die aktionen "vorherbestimmt" sind. für mich siehts nach "meiner" wahl aus, nach links oder rechts zu gehen. aber wenn die entscheidung schon vorher feststand?
das ego will sich gerade rechtfertigen und meint, dass es nicht berechenbar ist. sonst wäre "zukunftsschau" eine 100% sichere sache.
Ich glaube, du solltest du dir erst mal nur einen Sinneskanal vornehmen. Schließ' die Augen und höre auf die Geräusche um dich herum. (Vielleicht findest du eine Stelle mit Vogelzwitschern?)
Gibt es einen Hörer, Hören und Gehörtes, oder ist dies nur eine sprachliche Konvention? Taucht das Gezwitscher einfach im Bewußtsein auf, mühelos? Oder machst DU "hören"? Wenn du nicht auf Erinnerungen zurückgreifst: wo ist die Grenze zwischen dir und den Vogelstimmen?
kam mir heute auch mal in den sinn. so augen verbinden und dann den verbliebenen sinnen lauschen.
ich übs nochmal, aber gerade im "kurztest" ist es im bewusstsein. der kopf macht dann distanz und andere sachen bis hin zu bildern draus.
hab gerade nur das pc gebläse da - da gibt es keine grenze, erst, wenn der kopf dazu kommt und distanz schafft (trennt).
bis morgen :)