„wahrnehmen“ ist immer stabil, nicht wahr?
Diese Frage hat mich sehr nachdenklich gestimmt..
Wahrnehmen war schon immer da. Die Dinge, die wahrgenommen werde, verändern sich nur.
Das würde ja bedeuten, dass wir Menschen, (nur) 'wahrnehmen' sind. Spannend..
Ein ‚ich‘ kommt und geht auch, wahrgenommen wird es als Gedanke.
Also „ich“ = Ich-Gedanken?
Ja, das Ich ist ein Gedanke, das kommt und geht genau wie andere Gedanken.
Ist „dein“ Leben vom „Ganzen“ getrennt? Unabhängig? Bist „du getrennt vom Leben? Geschieht dir „Leben“ oder drückt „Leben sich durch dich aus?
Versuch mal 3 Minuten die Luft anzuhalten? Geht das? Kann es Trennung/Unabhängigkeit geben?
Das was ich bin, ist ein untrennbarer Teil des Ganzen. Ich kann nicht unabhängig sein. Wenn ich allein an die unzähligen physiologischen Abläufe denke, wie zB. Herzschlag, Atem, Verdauung, Denken, Sprechen, Gehen.
Geburt, Tod, das sind ja auch wieder Mal Dinge, die ich nicht bestimmen kann. Auch das tägliche Einschlafen, Aufwachen..
Es kann also keine Trennung geben. Das Leben lebt sich durch mich aus.
Sollte das anders sein? Gestresst sein geschieht, viele schnelle Gedanken geschehen, Unwohlsein geschieht, ....
Ja, stimmt, diese Dinge geschehen ohne ein Ich. Ein Ich ist nicht auffindbar.
Dann taucht etwas auf, das sich angegriffen fühlt. Es meint sich verteidigen zu müssen. Dieses ‚es‘ ist erst während der Diskussion aufgetaucht, vorher war kein Unwohlsein/ sich-angegriffen fühlen und verteidigen-wollen da.
Ist es wirklich wahr dass dann „ETWAS“ auftaucht? Welche Substanz hat ES? Was ist davon direkt erfahrbar? Also ist „es/ich“ gleich mit Unwohlsein?
Da habe ich nachgeforscht.. Das 'es' ist ein Gefühl aus der Vergangenheit, früher als ich als Kind Krankheit und Tod bei meinen nahen Verwandten erfuhr. Das ist eine Mischung aus körperlichen Empfindungen (Herzrasen, Kloß im Hals, Enge in der Brust) und Gedanken über Hilflosigkeit und Ohnmacht. Gefolgt von Gedanken, die nach Lösungen suchen..
Direkt erfahrbar ist 'es' als körperliche Empfindungen plus Gedanken.
Dieses ‚ich‘ ist letzendlich ein Gedanke, das ein Gefühl auslöst.
Ich ist ein Gedanke, ja. Gehört dieser Gedanke in die 1. Kategorie „Labeln“, so wie Tisch, Fenster, Auto, Wasser – also etwas was eine Substanz hat und gesehen-gehört-gespürt werden kann? Oder in die 2. Kategorie: Weihnachtsmann, Zahnfee, Spiderman...?
Das Ich gehört zur 2. Kategorie. Spiderman :)
Und forsche da richtig gut nach, ob der Gedanke wirklich das immer gleiche Gefühl auslöst, ob er überhaupt eines auslöst, und ob du eine direkte Verbindung zwischen Gedanke und Gefühl finden kannst.
Wenn wir von Gefühlen sprechen dann ist damit körperliches Empfinden gemeint, oder?
Weil dann können Gedanken Gefühle auslösen und umgekehrt. Sie können aber auch unabhängig voneinander erscheinen.
Zb ein plötzliches Unwohlsein ohne Gedankengeschichten (nur Gefühl)
Freudentränen ( Gedanken, Bilder mit Körperempfindung)
Zahnarztbesuch morgen (nur Gedanke, verkleideter Gedanke)
...Alle Gedanken erschienen und verschwanden, ohne dass sich das wahrnehmen davon verändert hat. Da ist wahrnehmen, in dem auch das egoische Selbst erscheint und verschwindet. Es sind alles nur Gedankenformationen und sie sind substanzlos wie Wolken am Himmel...
Das liest sich so schön, trotzdem ist da dieser Widerstand wieder ( Druckgefühl in der Brust). .
Das Gedanken niemals an die wirkliche Erfahrung heran kommen, das wird deutlich durch diese Fruchtübung.
Diese Übung mache ich oft.
Werde weiter forschen :)
Einen entspannten Sonntag,
Liebe Grüße,
Lily