Glück

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barb
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Re: Glück

Postby barb » Sat Dec 08, 2018 1:14 pm

Vielleicht ist ja Glauben auch, dass da ein Gedanke zu einem bestimmten Thema ist und es ploppen nichts so viele andere gegenteilige Gedanken auf. Der Gedankeninhalt hängt von bisherigen Erfahrungen ab und ist durch sie geprägt.
Die Glaubenssätze sind auch irgendwann so aufgeploppt.
Hat irgendein Glaubeninhalt etwas mit der Wahrheit, mit der direkten Erfahrung zu tun?
Die Seherfahrung selber weiß nichts, allein der Verstand konzeptualisiert und benennt. Die Seherfahrung merkt verschiedene Qualitäten von Nähe und Distanz..
Kann das Sehen wirklich Nähe und Distanz bemerken? Schau genau! Ist das nicht alles erlernt? Eine Interpretation? Schau irgendein Objekt in Bezug zum Hintergrund an. (Mach es wirklich eindringlich, lass dir Zeit dabei!) Ist da mehr als ein wechselndes Farbenspiel?
Beobachte mal ein Baby, wenn es beginnt nach Dingen zu greifen. Klappt das von Anfang an?

Es ist sehr wichtig, dass wir mit der Sprache ganz pingelig sind, denn bei genauer Untersuchung wird klar, dass sie erst die Ursache der eingebildeten Trennung ist...

Sprache/Interpretationen/Konzepte sind natürlich sehr nützlich ist. Es ist auch nichts "falsch" daran... Aber wenn man das Denken/die Sprache nur als Interpretation sieht, kann man zwischen direkter Erfahrung und Interpretation der Erfahrung unterscheiden.
Und selbst wenn ich merken würde, wie die Gehirnbahnen zucken beim Informationen verarbeiten, diese Wahrnehmung würde wieder einfach nur auftauchen
Taucht Wahrnehmung wirklich auf? So aus dem Nichts? Oder ist die einfach da. So wie in einem Traum, wo du auf einmal an einem Ort bist, und keine Idee hast wie du dorthin gekommen bist?
Weißt du überhaupt sicher, dass es ein Gehirn gibt?
Was ist das einzige das wirklich sicher jemals gewusst werden kann? Kontempliere darüber!

Da ordnet der Verstand Dinge bestimmten Konzepten zu.
Und was ist eigentlich „Verstand“?
Erst durch die Tatsache, dass da überhaupt Wahrnehmung ist, nehme "ich" war was der Körper registriert.
Sind das jetzt 3? Wahrnehmung, ich, Körper? Braucht es diese Differenzierung? Ist die wirklich da? Wenn du ganz entspannt in den Körper hineinspürst ist dann irgendwas von dem ganzen da? Was wird gespürt in der reinen, realen Erfahrung? Ist da irgendetwas anderes als die aus sich selbst heraus wahrnehmende Erfahrung?
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jailwhy
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Re: Glück

Postby jailwhy » Sat Dec 08, 2018 10:18 pm

Hat irgendein Glaubeninhalt etwas mit der Wahrheit, mit der direkten Erfahrung zu tun?
Nein, die beziehen sich ja auf andere Gedanken oder verwenden Konzepte.
Kann das Sehen wirklich Nähe und Distanz bemerken? Schau genau! Ist das nicht alles erlernt? Eine Interpretation? Schau irgendein Objekt in Bezug zum Hintergrund an. (Mach es wirklich eindringlich, lass dir Zeit dabei!) Ist da mehr als ein wechselndes Farbenspiel?
Biologisch gibt es tatsächlich im Bereich von unter 10m Sichtweite neben Farbe eine Wahrnehmungsinformation, die durch die leicht versetzte Sicht der beiden Augen zustande kommt. Das muss das Gehirn aber erst mal in der ersten Lebenszeit mit Räumlichkeit verknüpfen.
Taucht Wahrnehmung wirklich auf? So aus dem Nichts? Oder ist die einfach da. So wie in einem Traum, wo du auf einmal an einem Ort bist, und keine Idee hast wie du dorthin gekommen bist?
Weißt du überhaupt sicher, dass es ein Gehirn gibt?
Was ist das einzige das wirklich sicher jemals gewusst werden kann? Kontempliere darüber!
Wahrnehmung ist einfach da. Ich kann nicht mitkriegen, wie sie langsam auftaucht. Ich kann sie ja erst ab dem Zeitpunkt wahrnehmen wo sie da ist. Da ist keine Leerstelle an der ich auf sie lauern kann und sehen kann wie sie erwächst. Ich habe nie ein Gehirn wirklich gesehen. Ich kann nur sicher wissen was ich wahrnehme oder dass ich gerade mit einem bestimmten Sinn wahrnehme. Ich weiß zb nur sicher dass ich die Farben des Apfels sehe, aber nie ob ich den Apfel wirklich sehe. Es geht hier ja um Wissen bis in die letzte Konsequenz, nehme ich an.
Und was ist eigentlich „Verstand“?

Die Gesamtheit der erscheinenden Gedanken. Wo auch immer sie herkommen. Aber das Konzept Verstand wird zum Leben auch nicht benötigt.
Sind das jetzt 3? Wahrnehmung, ich, Körper? Braucht es diese Differenzierung? Ist die wirklich da? Wenn du ganz entspannt in den Körper hineinspürst ist dann irgendwas von dem ganzen da? Was wird gespürt in der reinen, realen Erfahrung? Ist da irgendetwas anderes als die aus sich selbst heraus wahrnehmende Erfahrung?
Genau, da ist nur Wahrnehmung. Die Differenzierung ist nicht notwendig, und in der Wahrnehmung gibt es auch keine Trennlinien zwischen den dreien.
Ich merke grundlegend, dass da viele Gedanken auftauchen wie: worauf willst du hinaus/warum ist das genau so wichtig? Leugnest du die Existenz eines Gehirns, oder die Berechtigung von Wissenschaft (eigentlich weiß ich, beides nein, aber da entsteht dann so eine Skepsis) Zwischendrin ist dann in dem Zusammenhang so ein Gefühl des Blockiert-Seins im Prozess.

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barb
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Re: Glück

Postby barb » Sun Dec 09, 2018 1:57 pm

Biologisch gibt es tatsächlich im Bereich von unter 10m Sichtweite neben Farbe eine Wahrnehmungsinformation, die durch die leicht versetzte Sicht der beiden Augen zustande kommt. Das muss das Gehirn aber erst mal in der ersten Lebenszeit mit Räumlichkeit verknüpfen.
Und kannst du das wahrnehmen in der direkten Erfahrung? Und in er Seherfahrung im Traum spielt da der Augenabstand eine Rolle? Es gibt für alles mögliche vielfältige Erklärungen und Konzepte.. Welche davon sind wahr, welche nicht? Heute wird das erklärt übermorgen das Gegenteil :)
Ich kann nur sicher wissen was ich wahrnehme oder dass ich gerade mit einem bestimmten Sinn wahrnehme. Ich weiß zb nur sicher dass ich die Farben des Apfels sehe, aber nie ob ich den Apfel wirklich sehe.
Weißt du, was Wahrnehmung ist und wie sie funktioniert? Wahrnehmung ist eine Ansammlung von Erinnerungen, die die empfangenen Daten bearbeitet, sobald ein Reiz auftritt, noch bevor die Daten zur Verarbeitung im Gehirn eintreffen. Wahrnehmung ist dieser Bezugsrahmen, die Voreingenommenheit, die wir alle entwickeln, welche unsere Erfahrungen bewertet und verändert. Und weil jeder Reiz Daten erzeugt, die wahrgenommen werden, noch bevor sie zur Weiterverarbeitung zum Gehirn gesendet werden, können wir die Realität niemals so wahrnehmen, wie sie wirklich ist. Unsere Wahrnehmung wird unsere Erfahrungen immer so formen, dass sie zu unseren Erinnerungen passen.

Wenn du jetzt im Traum etwas siehst, hörst oder sonstiges, dann ist das ja auch wahrgenommen, obwohl die Augen geschlossen sind, obwohl es leise ist, strange, oder? :))
Aber natürlich arbeiten wir hier mit der direkten Wahrnehmung, weil es das ist, was und aus dem Kopfkino, aus der Cyberwelt der Gedanken rausbringen kann :) Die direkte Erfahrung ist das, was uns zum und durchs torlose Tor bringen kann..
Es geht hier ja um Wissen bis in die letzte Konsequenz, nehme ich an.
Sorry, da muss ich dich schon wieder enttäuschen :) Es geht absolut nicht um Wissen hier, sondern um NICHTWISSEN! Wissen ist die Domäne des Verstandes, und dem wollen wir hier zeigen, dass es kein absolutes Wissen gibt... Der Verstand will "ver-stehen". Also „stehen“ bleiben, und sagen können „Das ist es jetzt!“ Doch es gibt keinen Stillstand, kein beständiges Wissen, niemals. Alles fließt, immer! Zu erkennen, dass niemals etwas konsequent gewusst werden kann und das anzunehmen, das Nichtwissen und die absolute Akzeptanz dessen ist die Befreiung! Wie fühlt sich das für dich an?
Die Gesamtheit der erscheinenden Gedanken. Wo auch immer sie herkommen. Aber das Konzept Verstand wird zum Leben auch nicht benötigt.
Genau, ein Konzept. Und wie erwähnt, es ist nichts falsch an Konzepten, im Gegenteil. Sie sind sehr nützlich und auch eine wunderbare, absolut faszinierende Erscheinung im Sein ….
Ich merke grundlegend, dass da viele Gedanken auftauchen wie: worauf willst du hinaus/warum ist das genau so wichtig? Leugnest du die Existenz eines Gehirns, oder die Berechtigung von Wissenschaft (eigentlich weiß ich, beides nein, aber da entsteht dann so eine Skepsis) Zwischendrin ist dann in dem Zusammenhang so ein Gefühl des Blockiert-Seins im Prozess..
Ist das wichtig, welche Gedanken auftauchen? Was macht diese Gedanken so wichtig? Ist es wichtig für dich, ob ich die Existenz eines Gehirnes und die Wissenschaft leugne?
(Und nein, ich leugne nichts von dem allen, im Gegenteil, hier ist ein große Faszination dafür vorhanden. Aber wird dadurch etwas wahr? Direkt erfahrbar? Entsteht dadurch Realität? Könnte ja sein, dass alles ein Traum ist, oder eine Computersimulation... Wer weiß das schon? Wer weiß überhaupt irgendwas? Was ist das einzige, das mit Sicherheit gewusst werden kann?

Es scheint, als wäre bei dir die Tendenz, bzw. der Wunsch zu wissen.. Geh raus aus dem Kopf, komm ins wahre Leben, konzentriere dich aufs Sehen-Hören-Spüren-Riechen-Schmecken!

Es geht hier nur um dich! Um deine direkte, echte Erfahrung von Augenblick zu Augenblick!

Wie fühlt sich dieses „Blockiert-Sein“ an? Schau dem Widerstand direkt mitten in die Augen.. Was ist da? Was will er beschützen? Was ist dahinter?

Und lass uns nochmal abchecken, was Gedanken und Konzepte mit der wirklichen Realität zu tun haben:

Nimm dir dazu eine Frucht. Bevor du sie isst, schließe die Augen und beschreibe aus der Erinnerung den Geschmack der Frucht, ihre Textur, Farbe. Schreibe alles auf, was dir dazu einfällt.

Danach iss die Frucht und beobachte währenddessen, was du dabei wahrnimmst.

Nun schaue auf deine geschriebenen Worte und stell dir zusätzlich vor, wie du die aktuelle Erfahrung beschreiben würdest.


Nun frag dich:

Haben die Beschreibungen in irgendeiner Form etwas mit der eigentlichen Erfahrung zu tun?

Kann ein Wort, wie z.B. süß oder saftig, irgendetwas von der eigentlichen Erfahrung wissen?

Weiß Gedanke generell jemals etwas über Erfahrung?

Können Gedanken denn die absolute Realität verstehen?


:)
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jailwhy
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Re: Glück

Postby jailwhy » Mon Dec 10, 2018 2:30 am

Und kannst du das wahrnehmen in der direkten Erfahrung? Und in der Seherfahrung im Traum spielt da der Augenabstand eine Rolle?
Ich meine schon zu merken im Raum unter 10m räumlicher Wahrnehmen zu können als in dem Raum darüber. Also nicht nur Farbanordnung. Letztendlich weiß aber das sehen ja nicht, dass es da einen getrennten Gegenstand vor sich hat oder nicht. Bzw. das Sehen weiß nichts vom Konzept 'getrennte Gegenstände'.
Im Traum entsteht Räumlichkeit auch ohne diese versetzte Augensicht. Wieso bringst du da den Traum mit rein?
Wenn du jetzt im Traum etwas siehst, hörst oder sonstiges, dann ist das ja auch wahrgenommen, obwohl die Augen geschlossen sind, obwohl es leise ist, strange, oder? :))
Genau, was willst du damit sagen? Und ja das ist schon beachtlich dass ich da etwas sehe aber die Augen zu habe!
Zu erkennen, dass niemals etwas konsequent gewusst werden kann und das anzunehmen, das Nichtwissen und die absolute Akzeptanz dessen ist die Befreiung! Wie fühlt sich das für dich an?
Das fühlt sich schon aufregend an! Da ist auch etwas Skepsis, und die Frage wie ich dann noch an Wissenschaft zb rangehen soll.Und ich habe aber auch heute wieder VOLL gemerkt, was das für ein Theater das ist, wenn ich denn Gedanken so viel Glauben schenke.(Ich weiß zwar nichtmehr genau was glauben ist, aber irgendwie räume ich ja in deiner Sprache den Gedanken da Priorität ein). Das kann ja SO anstrengend sein.
Ist das wichtig, welche Gedanken auftauchen? Was macht diese Gedanken so wichtig? Ist es wichtig für dich, ob ich die Existenz eines Gehirnes und die Wissenschaft leugne?
Da ist die Sorge, dass ich etwas Falschem auf der Spur bin. Und ich will dann wissen wie du es genau meinst. Eigentlich ist da ja auch die Ahnung, dass du die erwähnten Sachen nicht leugnen oder 'abschaffen' willst. Mehr weiß ich dazu nicht, warum mich das gerade so besorgt. Auch diese Angst vor dem auf der Falschen Fährte sein spielt eine Rolle.
Was ist das einzige, das mit Sicherheit gewusst werden kann?
Vielleicht DASS ich wahrnehme? :)
Es scheint, als wäre bei dir die Tendenz, bzw. der Wunsch zu wissen.. Geh raus aus dem Kopf, komm ins wahre Leben, konzentriere dich aufs Sehen-Hören-Spüren-Riechen-Schmecken!
Ja, das ist um einiges 'echter', was es da zu erleben gibt. Und gleichzeitig hilft mir der Aufruf auch noch nicht ganz aus dem Hunger nach Wissen/gedanklich verstehen. Aber das kann ja noch kommen...
Es geht hier nur um dich! Um deine direkte, echte Erfahrung von Augenblick zu Augenblick!
Hilfreiche Einordnung!
Wie fühlt sich dieses „Blockiert-Sein“ an? Schau dem Widerstand direkt mitten in die Augen.. Was ist da? Was will er beschützen? Was ist dahinter?
Ich glaube, da ist wieder so eine Illusion der Getrenntheit. Getrennt von dem weiterkommen im Prozess z.B..
Der Widerstand will mich schützen davor auf der 'falschen Fährte' zu sein. Davor, dass ich auf etwas reinfalle. Ich scheine auch die Gedanken direkt für bare Münze zu nehmem, und nehme sie unhinterfragt in eine Agenda auf ("ich muss denen jetzt nachgehen, die haben Recht, ich muss aufpassen!").
Und lass uns nochmal abchecken, was Gedanken und Konzepte mit der wirklichen Realität zu tun haben:

Nimm dir dazu eine Frucht. Bevor du sie isst, schließe die Augen und beschreibe aus der Erinnerung den Geschmack der Frucht, ihre Textur, Farbe. Schreibe alles auf, was dir dazu einfällt.

Sie ist gebogen, insgesamt gelb, am Stil etwas braungelber mit dunkelbraun-fasrigem Ende. Der Stil ist schmal. Aus ihm erwächst die Frucht. Sie hat mehrere Kanten über die ganze Länge. Die Kanten sind mit einer bräunlichen Linie versehen. Das Enstück ist Dunkelbraun und es sitzt punktförmig am runden Ende der Frucht. Die Frucht ist rau an ihren beiden Enden und ist ansonsten glatt und eher kühl. Ihr Geschmack ist sämig, ganz leicht bitter und vor allem süß.

Danach iss die Frucht und beobachte währenddessen, was du dabei wahrnimmst.

Nun schaue auf deine geschriebenen Worte und stell dir zusätzlich vor, wie du die aktuelle Erfahrung beschreiben würdest.


Nun frag dich:
Haben die Beschreibungen in irgendeiner Form etwas mit der eigentlichen Erfahrung zu tun?
Ich weiß während des Essens, was ich mit den Beschreibungen gemeint habe, aber richtig abbilden können die Beschreibungen das Erlebnis nicht.
Kann ein Wort, wie z.B. süß oder saftig, irgendetwas von der eigentlichen Erfahrung wissen?
Nein, ein Wort kann nichts wissen. Auch kann ein Wort nach meiner jetztigen Wahrnehmung nicht wirklich die Erfahrung abbilden. Es ist eher ein Link zu Erfahrung. Wenn jemand das Wort benutzt, wissen die anderen ungefähr, welche Erfahrung damit gemeint ist. Aber nicht weil das Wort so genau-beschreibend ist.
Weiß Gedanke generell jemals etwas über Erfahrung?
Nein, der Gedanke verweist nur auf die Erfahrung. Er selber ist eine leere Hülse.
Können Gedanken denn die absolute Realität verstehen?
Nein, sie können wieder nur auf sie verweisen. Bis jetzt konnte noch keiner meiner Gedanken die absolute Realität verstehen.

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barb
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Re: Glück

Postby barb » Mon Dec 10, 2018 1:12 pm

Ich meine schon zu merken im Raum unter 10m räumlicher Wahrnehmen zu können als in dem Raum darüber. Also nicht nur Farbanordnung. Letztendlich weiß aber das sehen ja nicht, dass es da einen getrennten Gegenstand vor sich hat oder nicht. Bzw. das Sehen weiß nichts vom Konzept 'getrennte Gegenstände'.
Im Traum entsteht Räumlichkeit auch ohne diese versetzte Augensicht. Wieso bringst du da den Traum mit rein?
Schau dir mal das an :) https://www.youtube.com/watch?annotatio ... t-kD_AFmVw

Ist was falsch daran, wenn ich den Traum mit rein bringe? Ist die Wahrnehmung im Traum weniger wert? Erscheint im Traum nicht auch alles super real? Und wenn man aufwacht, denkt man: „Ach, das war ja nur ein Traum!“ Glaubst du dass sich das angeblich Tagesbewusstseins-Kopfkino sehr vom Traum unterscheidet?
Genau, was willst du damit sagen? Und ja das ist schon beachtlich dass ich da etwas sehe aber die Augen zu habe!
Dass du dich mehr auf die reine, ausschließliche Wahrnehmung des Sehen-Hören-Spüren-Riechen-Schmecken fokussieren solltest und dich nicht an Konzepte lehnst :)
Das fühlt sich schon aufregend an! Da ist auch etwas Skepsis, und die Frage wie ich dann noch an Wissenschaft zb rangehen soll.
Hast du eine Wahl, welche Haltung du der Wissenschaft gegenüber hast? Oder erscheint die einfach?
Und ich habe aber auch heute wieder VOLL gemerkt, was das für ein Theater das ist, wenn ich denn Gedanken so viel Glauben schenke.(Ich weiß zwar nichtmehr genau was glauben ist, aber irgendwie räume ich ja in deiner Sprache den Gedanken da Priorität ein). Das kann ja SO anstrengend sein.
Ja, die Gedanken können wirklich schönen Zirkus machen :) Mark Twain hat einmal gesagt: „Das Leben besteht nicht hauptsächlich aus Tatsachen und Geschehnissen, sondern in erster Linie aus dem Sturm der Gedanken, der den meisten Menschen durch die Köpfe braust!“ :) Hinterfrage jeden, wirklich JEDEN Gedanke der auftaucht: „Ist das wahr?“
Ist das wichtig, welche Gedanken auftauchen? Was macht diese Gedanken so wichtig? Ist es wichtig für dich, ob ich die Existenz eines Gehirnes und die Wissenschaft leugne?
Da ist die Sorge, dass ich etwas Falschem auf der Spur bin.
Wo und was ist dieses „Ich“ das auf der Spur ist? Such danach! So intensiv, wie wenn du deine verlorenen Autoschlüssel suchen würdest!
Und ich will dann wissen wie du es genau meinst. Eigentlich ist da ja auch die Ahnung, dass du die erwähnten Sachen nicht leugnen oder 'abschaffen' willst.
Keine Sorge, ich will und kann garnichts abschaffen, mich gibt’s ja garnicht :) Und was ich schreibe können immer nur Pointer sein, da ist es nicht so wichtig, dass „ver-standen“ wird, was ich meine. Worte können sowieso niemals die Wahrheit aussprechen, sie können nur darauf hinzeigen... Immer wieder nachschauen ist die Lösung :)
Was ist das einzige, das mit Sicherheit gewusst werden kann?
Vielleicht DASS ich wahrnehme? :)
Wenn da kein „ich“ ist, was bleibt übrig?
Ja, das ist um einiges 'echter', was es da zu erleben gibt. Und gleichzeitig hilft mir der Aufruf auch noch nicht ganz aus dem Hunger nach Wissen/gedanklich verstehen. Aber das kann ja noch kommen...
Ist der Hunger nach Wissen mehr als ein weiterer Gedanke? Eine Konditionierung, Programmierung aus der Gesellschaft in der du aufgewachsen bist?
Ich glaube, da ist wieder so eine Illusion der Getrenntheit. Getrennt von dem weiterkommen im Prozess z.B..
Der Widerstand will mich schützen davor auf der 'falschen Fährte' zu sein. Davor, dass ich auf etwas reinfalle. Ich scheine auch die Gedanken direkt für bare Münze zu nehmem, und nehme sie unhinterfragt in eine Agenda auf ("ich muss denen jetzt nachgehen, die haben Recht, ich muss aufpassen!").
Wie fühlt sich Getrenntheit an, wenn du die Gedanken dazu ignorierst? Wo ist dieses "Ich", dass getrennt ist?
Und welche Fährte? Was wäre das schlimmste was passieren könnte, wenn du eine „falsche“ Richtung nimmst? Gibt es überhaupt richtig oder falsch? Hat irgendetwas eine Bedeutung, einen Sinn? Für welche Instanz ist das wichtig?


Es ist schon mal gut, dass du sehen kannst, wie du auf Gedanken reinfällst :) Da kommt man aber nicht mit nachdenken raus, nur immer wieder die direkte Erfahrung sofort mit den aufkommenden Gedanken zu vergleichen zeigt das auf. Mach das immer wieder im Alltag: Speziell mal beim Essen, der Geschmacksinn ist sehr ursprünglich; vergleiche immer wieder die Erfahrung des Schmeckens und was die Gedanken davon wissen.. Das hast du bei der Fruchtübung sehr gut erkannt :) Wiederholung ist wichtig!
Auch kann ein Wort nach meiner jetztigen Wahrnehmung nicht wirklich die Erfahrung abbilden.
Es hört sich fast so an, als würdest du hoffen, dass da irgendwann sich mal was ändert, deine Wahrnehmung sich erweitert oder so :) Wieder sorry, wird nicht passieren, das was jetzt hier ist, ist die einzige Realität.. Keine mystischen Geschehnisse oder so.. Es ist alles schon ganz und komplett, es fehlt nichts. ES ist schon alles supermystisch und ein absolut unglaubliches, faszinierendes Wunder, findest du nicht? Diese ganze Erscheinungen, und dass wir hier kommunizieren usw. usw...Nur die Erwartungen dass sich etwas ändern sollte und die Gedanken, dass etwas nicht richtig ist so wie es jetzt ist, verschleiern das..
Es ist eher ein Link zu Erfahrung. Wenn jemand das Wort benutzt, wissen die anderen ungefähr, welche Erfahrung damit gemeint ist. Aber nicht weil das Wort so genau-beschreibend ist.
Ja genau, aber nur wenn die Erfahrung schon gemacht wurde, nicht wahr? Wenn ich eine Banane noch nie gegessen hätte, dann kannst du dich krumm reden und beschreiben, trotzdem werde ich eine Ahnung haben, wie sie schmeckt, erkennst du das?
Können Gedanken denn die absolute Realität verstehen?
Nein, sie können wieder nur auf sie verweisen. Bis jetzt konnte noch keiner meiner Gedanken die absolute Realität verstehen
Glaubst du wird das jemals passieren, dass ein Gedanke was verstehen kann?
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jailwhy
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Re: Glück

Postby jailwhy » Mon Dec 10, 2018 11:58 pm

Ist was falsch daran, wenn ich den Traum mit rein bringe? Ist die Wahrnehmung im Traum weniger wert? Erscheint im Traum nicht auch alles super real? Und wenn man aufwacht, denkt man: „Ach, das war ja nur ein Traum!“ Glaubst du dass sich das angeblich Tagesbewusstseins-Kopfkino sehr vom Traum unterscheidet?
Nein, die Traumbilder sind nicht weniger real oder weniger Wert. Sie sind "echt" meine momentane Wahrnehmung.
Dass du dich mehr auf die reine, ausschließliche Wahrnehmung des Sehen-Hören-Spüren-Riechen-Schmecken fokussieren solltest und dich nicht an Konzepte lehnst :)
Verstehe, weil das "echte Leben" keine Konzepte braucht.
Hast du eine Wahl, welche Haltung du der Wissenschaft gegenüber hast? Oder erscheint die einfach?
Dass Entscheidungen zum einen oder anderen passieren, hatten wir dem Leben doch schon eingeräumt, oder? Nur eben angefügt, dass es da keinen Entscheider gibt. Und es stimmt, ich habe keine Wahl. Meine Haltung ist ein Produkt meiner bisherigen Erfahrungen. An denen kann ich erstmal wenig rütteln. hmmm...
Hinterfrage jeden, wirklich JEDEN Gedanke der auftaucht: „Ist das wahr?“
Ja, das hört sich nach einem sinnvollen Plan an. Nur was mache ich mit der Tatsache, dass manche Gedanken auf nützlicheren Konzepten basieren als andere?
Eigene Teilantwort: Dann habe ich immerhin aber schonmal geprüft, ob der Gedanke überhaupt nützlich ist oder nicht und habe ihn nicht direkt unhinterfragt übernommen. Das Verhältnis bleibt auch distanzierter und ich bin weniger mit den Gedanken identifiziert, weil ich weiß, dass ich nichts wirklich wissen kann...
Wo und was ist dieses „Ich“ das auf der Spur ist? Such danach! So intensiv, wie wenn du deine verlorenen Autoschlüssel suchen würdest!
Was soll ich sagen, ich konnte es in den 2 Minuten Timer-Zeit nicht finden ;) Da sind eben Gedanken in denen "Ich" vorkommt.
Aber mal unter uns, ist es nicht auch ein bisschen quatsch, in der Wahrnehmung nach dem Ich zu suchen? Wie soll etwas, das wahrnimmt, sich selbst im Meer der anderen Wahrnehmungen wahrnehmen können? Und ja, auch das ist ja wahrscheinlich schon eine wichtige Feststellung. Im Gespräch mit einem Freund meinte ich eben auch, "wie soll etwas für mein Leben relevant sein, von dem ich nichts wahrnehmen kann? (es ging um z.B. das Ich, eine Seele oder Gott.)
Wenn da kein „ich“ ist, was bleibt übrig?
Wahrnehmung.
Eigene Gedanken dazu nochmal: Selbst wenn der Körper das Ich wäre: Das was ich von ihm mitkriege besteht soviel aus Wahrnehmung wie die restliche Welt auch. Und er beeinflusst mein Leben so wie die Welt auch. Deswegen ist das mit dem Ich dann auch hinfällig. Ja, das ist wieder die Gedankenebene, aber der Plan ist, die skeptischen Gedanken damit ein bisschen zu stillen.
Ist der Hunger nach Wissen mehr als ein weiterer Gedanke? Eine Konditionierung, Programmierung aus der Gesellschaft in der du aufgewachsen bist?
Das kann schon sein.
Keine Sorge, ich will und kann garnichts abschaffen, mich gibt’s ja garnicht :)
Wieso meinst du, "dein" Körper-Geist kann nichts abschaffen?
Wie fühlt sich Getrenntheit an, wenn du die Gedanken dazu ignorierst?
Da merke ich dann Körpergefühle der Enge und Spannung.
Wo ist dieses "Ich", dass getrennt ist?
Das gibts nicht. Da ist nur die Illusion, dass im Moment, in dem ich mich getrennt fühle, eine Instanz ist, die von irgendetwas getrennt ist. Da ist nur keine Trennung zwischen einem Wahrnehmer und den Gedanken oder den aktuellen direkten Erfahrungen. Alleine ist vielleicht nicht das in meiner Wahrnehmung, was ich mir da gerade hinwünsche (z.B: eine Person oder ein bestimmtes an einem Ort-Sein). Dann ist ja quasi nur meine Wahrnehmung von diesem Gewünschten getrennt. Aber das ist was anderes als der Gedanke eines Ichs, dass existenziell von der Welt getrennt ist.
Und welche Fährte? Was wäre das schlimmste was passieren könnte, wenn du eine „falsche“ Richtung nimmst?
Dann habe ich plötzlich Gedankeninhalte von denen bestimmte Leute finden, dass sie falsch sind. Oder Ich stell mit diesen Gedanken irgendetwas falsches an, z.B.
Gibt es überhaupt richtig oder falsch? Hat irgendetwas eine Bedeutung, einen Sinn? Für welche Instanz ist das wichtig?
Huiuiui, mhhh.... Also in dem Sinn gibt es richtig und falsch nur in den Gedanken, es sind Konzepte oder Normen. Nichts hat eine Bedeutung, alleine Gedanken schaffen die Hülle oder das Konzept 'Bedeutung'.
Alleine für den Verstand ist es wichtig, ob ich jetzt auf der richtigen Fährte bin oder nicht. Meine Entscheidungen für den ein oder anderen Weg geschehen ja sowieso, ohne dass irgendwer da wirklich mitzureden hat.
Es ist alles schon ganz und komplett, es fehlt nichts. ES ist schon alles supermystisch und ein absolut unglaubliches, faszinierendes Wunder, findest du nicht? (...) Nur die Erwartungen dass sich etwas ändern sollte und die Gedanken, dass etwas nicht richtig ist so wie es jetzt ist, verschleiern das..
Stimmt irgendwie ist alles schon ganz und komplett.
Ja genau, aber nur wenn die Erfahrung schon gemacht wurde, nicht wahr? Wenn ich eine Banane noch nie gegessen hätte, dann kannst du dich krumm reden und beschreiben, trotzdem werde ich eine Ahnung haben, wie sie schmeckt, erkennst du das?
Wenn du keine Ahnung meintest, erkenne ich das :) ;) Es brauch zumindest immer schon erste Bilder von anderen Dingen. Darauf würde ich mich dann beziehen wenn ich sage, die Banane sieht aus wie eine kantige gebogene Wurst und hat einen kurzen Stab an ihrem Anfang und eine Art Muttermal an ihrem Ende (oder so :D)
Glaubst du wird das jemals passieren, dass ein Gedanke was verstehen kann?

Wenn Gedanke nur Text ist, wie soll er etwas verstehen? Aber ich weiß gerade nicht wo ich da nachgucken soll um die Frage zu beantworten.

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Re: Glück

Postby barb » Tue Dec 11, 2018 1:13 pm

Eigene Teilantwort: Dann habe ich immerhin aber schonmal geprüft, ob der Gedanke überhaupt nützlich ist oder nicht und habe ihn nicht direkt unhinterfragt übernommen. Das Verhältnis bleibt auch distanzierter und ich bin weniger mit den Gedanken identifiziert, weil ich weiß, dass ich nichts wirklich wissen kann...
Spitze!
Aber mal unter uns, ist es nicht auch ein bisschen quatsch, in der Wahrnehmung nach dem Ich zu suchen?
Wo denn sonst? Gibt es sonst noch was? Wenn es nur Erfahrung gibt, wie willst du es dann rausfinden?

Mit rationalem Denken wird das nichts.. Du kannst noch so oft rational darüber denken und sprechen wie eine Banane schmeckt, wenn du nicht hinein beißt wirst du es nie wissen :) Deshalb müssen wir so oft nach dem „Ich“ suchen, bis das klare Erleben, die unumstössliche ERFAHRUNG da ist, dass es nicht zu finden ist.
Das was real ist, ist immer da, also müsste auch das „Ich“ immer da sein...
Wie soll etwas, das wahrnimmt, sich selbst im Meer der anderen Wahrnehmungen wahrnehmen können?
Bist „du“ Wahrnehmung? Braucht Wahrnehmung den Namen „Ich“?
Wenn da kein „ich“ ist, was bleibt übrig?
Wahrnehmung.
Genau
Ja, das ist wieder die Gedankenebene, aber der Plan ist, die skeptischen Gedanken damit ein bisschen zu stillen.
Komm immer wieder in die DE, und glaub den Gedanken nicht :)
Da merke ich dann Körpergefühle der Enge und Spannung.
Na und? Das nächste mal wenn das wieder auftritt, dann zucke einfach mit den Schultern und denke NA UND?
Wo ist dieses "Ich", dass getrennt ist?
Das gibts nicht. Da ist nur die Illusion, dass im Moment, in dem ich mich getrennt fühle, eine Instanz ist, die von irgendetwas getrennt ist. Da ist nur keine Trennung zwischen einem Wahrnehmer und den Gedanken oder den aktuellen direkten Erfahrungen.
Das ist es! Was willst du noch?
Wenn du genau nachschaust, wirst du nie Getrenntheit oder ein Ich finden. Allein der Verstand bildet sich das ein, bzw. versucht zu verstehen.. Du erlebst Einheit in jedem Augenblick, nur der Verstand ist nicht imstande ES zu verstehen!
Huiuiui, mhhh.... Also in dem Sinn gibt es richtig und falsch nur in den Gedanken, es sind Konzepte oder Normen. Nichts hat eine Bedeutung, alleine Gedanken schaffen die Hülle oder das Konzept 'Bedeutung'. 
Meine Entscheidungen für den ein oder anderen Weg geschehen ja sowieso, ohne dass irgendwer da wirklich mitzureden hat.
Ganz genau! Sieh das immer wieder! Ist das nicht unglaublich befreiend? :)
Alleine für den Verstand ist es wichtig, ob ich jetzt auf der richtigen Fährte bin oder nicht.

Ist das mehr als ein Gedanke?
Stimmt irgendwie ist alles schon ganz und komplett.
Erkenne das immer wieder wenn du nachschaust!
Wenn du keine Ahnung meintest, erkenne ich das :) ;) Es brauch zumindest immer schon erste Bilder von anderen Dingen. Darauf würde ich mich dann beziehen wenn ich sage, die Banane sieht aus wie eine kantige gebogene Wurst und hat einen kurzen Stab an ihrem Anfang und eine Art Muttermal an ihrem Ende (oder so :D)
Ah sorry, natürlich hab ich „keine“ gemeint :) Mit Bilder geht das eh noch eher, weil wir eben Augentiere sind und das gut mit anderen Bildern (die aber auch gekannt werden müssen) umschreiben können aber mit Geschmack geht das garnicht .. Jede Beschreibung, jeder Gedanken kommt aus der Erinnerung, aus der Vergangenheit und hat nichts mit dem wirklichen Erleben jetzt hier zu tun.. Siehst du das?
Wenn Gedanke nur Text ist, wie soll er etwas verstehen? Aber ich weiß gerade nicht wo ich da nachgucken soll um die Frage zu beantworten.
Und Bildgedanken.. Wortgedanken sind - wie du schon so schön geschrieben hast – nur leere Hülsen und die verweisen auf vergangene Erfahrungen und mit unserer unglaublichen Vorstellungskraft können wir dann kombinieren und eine Zukunft oder Vergangenheit imaginieren.. Absolut erstaunlich, nicht? Es ist auch nichts falsch daran, wenn erkannt wird, was Gedanken wirklich sind :)


Nimm dir einen Moment, um etwas zur Ruhe zu kommen.

Schliess dann die Augen und richte deine Aufmerksamkeit aufs Hören.
Nimm zur Kenntnis, wie die Aufmerksamkeit auf verschiedene Umgebungsgeräusche gerichtet wird - und wie automatisch gedankliche "Schlüsse daraus gezogen werden": Einzelne Geräusche werden interpretiert, erkannt, benannt (Hund, Auto, Vogel, Kühlschrank...).

Machst du das, oder kommen die Gedanken automatisch?

Beobachte das: Da ist einerseits das reine wirkliche unmittelbare Hören und anderseits diese Schicht aus Gedanken, Annahmen, Benennungen, Assoziationen, Kommentaren, Überzeugungen usw.

Wenn du nun diese Gedankenschichten mal unberücksichtigt lässt und die Aufmerksamkeit aufs direkte wirkliche Erleben richtest, auf den reinen Prozess des Hörens, frage dich:

Ist im direkten Prozess des Hörens der "Sender" eines Geräuschs zu finden?
Gibt es im direkten Erleben Geräusche, getrennt vom Hören?

Ist im direkten Prozess des Hörens ein "Empfänger” eines Geräuschs zu finden?
Gibt es im direkten Erleben einen Hörer, getrennt vom Hören?

:)
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jailwhy
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Re: Glück

Postby jailwhy » Tue Dec 11, 2018 2:14 pm

Wo denn sonst? Gibt es sonst noch was? Wenn es nur Erfahrung gibt, wie willst du es dann rausfinden?
In der Erfahrung ist nichts zu finden, was nicht aus ihrem "Material" ist. Dann lässt sich das ja eh nicht rausfinden, ob da irgendetwas außerhalb der Wahrnehmung ist...
Du kannst noch so oft rational darüber denken und sprechen wie eine Banane schmeckt, wenn du nicht hinein beißt wirst du es nie wissen :)
Hilfreich :)
Bist „du“ Wahrnehmung? Braucht Wahrnehmung den Namen „Ich“?
Nein, bin ich nicht, aber ich bin halt auch nichts anderes. Komisch aber auch...
Die ist aber auch noch nicht soo arg tief gesunken, diese Erkenntnis. Aber ist ja ok.
Komm immer wieder in die DE, und glaub den Gedanken nicht :)
Macht auch wieder Sinn.
Alleine für den Verstand ist es wichtig, ob ich jetzt auf der richtigen Fährte bin oder nicht.
Ist das mehr als ein Gedanke?
Es ist nicht mehr als ein Gedanke. Dadurch nehme ich es aber nicht komplett nicht mehr ernst...
Jede Beschreibung, jeder Gedanken kommt aus der Erinnerung, aus der Vergangenheit und hat nichts mit dem wirklichen Erleben jetzt hier zu tun.. Siehst du das?
Ja! Das sehe ich! Das ist irgendwie auf einer nicht-Gedankenebene aufregend!
Und Bildgedanken
Ok es fügt sich schon mehr zusammen...
Wortgedanken sind - wie du schon so schön geschrieben hast – nur leere Hülsen und die verweisen auf vergangene Erfahrungen und mit unserer unglaublichen Vorstellungskraft können wir dann kombinieren und eine Zukunft oder Vergangenheit imaginieren.. Absolut erstaunlich, nicht?
Ja, nicht schlecht!
________
Machst du das (benennen des Gehörten), oder kommen die Gedanken automatisch?
Die kommen automatisch.
Ist im direkten Prozess des Hörens der "Sender" eines Geräuschs zu finden?
Nein, erstaunlicherweise nicht! Das ist ja alles nur aus "Hörmaterial".
Gibt es im direkten Erleben Geräusche, getrennt vom Hören?
Nein, das ist kein Hören, da sind nur Geräusche. Oder: da sind keine Geräusche, da ist nur Hören. Wie auch immer :D
Ist im direkten Prozess des Hörens ein "Empfänger” eines Geräuschs zu finden?
Nein. Es gibt nur Fokus oder kein Fokus bzw. Geräusch oder nicht Geräusch. Und der Fokus ist auch einfach nur da oder nicht da, da ist kein Lenker des Fokus' zu finden.
Gibt es im direkten Erleben einen Hörer, getrennt vom Hören?
Nee, nee. Die Geräusche sind einfach nur da.

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barb
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Re: Glück

Postby barb » Wed Dec 12, 2018 1:57 pm

In der Erfahrung ist nichts zu finden, was nicht aus ihrem "Material" ist. Dann lässt sich das ja eh nicht rausfinden, ob da irgendetwas außerhalb der Wahrnehmung ist...
Wie könnte etwas ausserhalb von Wahrnehmung existieren?

Wenn du gerade nicht an einem Tisch sitzt, dann setze dich dazu. Schau dann auf eine leere Stelle des Tisches. Kannst du da irgendetwas „Nichtvorhandenes“ wahrnehmen? Fehlt was? Lege jetzt irgendetwas auf diese vorher „leere“ Stelle. Schau es an, sieh, dass da jetzt etwas Wahrnehmbares ist. Dann lege es wieder auf die Seite. Schau wieder auf die leere Stelle. Ohne Erinnerungsgedanken – fehlt da was? Ist da jetzt die Abwesenheit von „Etwas“ erfahrbar?
Nein, bin ich nicht, aber ich bin halt auch nichts anderes. Komisch aber auch...
Die ist aber auch noch nicht soo arg tief gesunken, diese Erkenntnis. Aber ist ja ok.
Wie tief, wohin? Ist diese Tiefe von der du schreibst wahrnehmbar? Was erwartest du wie das aussieht, wenn das "tief genug" gesunken ist?

Wie wäre es mit „Du bist nicht?“ Was wäre wenn es einfach nur Wahrnehmung, einfach nur aus sich selbst heraus gewahre Erfahrung gibt und „Du“ nicht existierst? Außer als Geschichte – so wie der Weihnachtsmann?
Ist das mehr als ein Gedanke?
Es ist nicht mehr als ein Gedanke. Dadurch nehme ich es aber nicht komplett nicht mehr ernst...
Ist „ernstnehmen“ mehr als ein Gedanke?
Nein, das ist kein Hören, da sind nur Geräusche. Oder: da sind keine Geräusche, da ist nur Hören. Wie auch immer :D
Nein. Es gibt nur Fokus oder kein Fokus bzw. Geräusch oder nicht Geräusch. Und der Fokus ist auch einfach nur da oder nicht da, da ist kein Lenker des Fokus' zu finden
.
Nee, nee. Die Geräusche sind einfach nur da.

Wunderbar geschaut :) Genau - einfach nur hören.. :)

Setze dich auf einen Stuhl und mache es dir richtig bequem, atme sanft und langsam und entspanne den Körper.

Lege die Finger auf die Tastatur, falls du keine Tastatur benutzt den Tisch, und schließe die Augen
Was ist zu fühlen?
Haben die Empfindungen ursprünglich einen Namen?
Wo kommt der Name für die Empfindungen her und wann kommt er dazu?
Gibt es eine Grenze zwischen den Tasten/Tisch und den Fingern?
Gibt es wen, der fühlt, und das Gefühlte oder ist da einfach fühlen?

Wenn du nur aus der realen Erfahrung ohne Interpretation berichtest, was kannst du finden? 

Kannst du feststellen wo der Körper aufhört und dem Stuhl beginnt, kannst du generell in direkter Erfahrung finden wo eine Trennung zwischen Körper und Umgebung ist?


:)
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Re: Glück

Postby jailwhy » Wed Dec 12, 2018 3:18 pm

Wie könnte etwas ausserhalb von Wahrnehmung existieren?
Für mich ist im Moment nichts außerhalb der Wahrnehmung real. Z.B. Personen die nicht in meiner wahrenehmung sind, können dann nur in Gedanken "existieren". Nur sind doch nicht die Dinge nur da, weil ich wahrnehme, oder? Eine Person außerhalb meiner Wahrnehmung kann ja mindestens von sich selbst wahrgenommen werden und ist deswegen trotzdem da/in der Welt...
Kannst du da irgendetwas „Nichtvorhandenes“ wahrnehmen? Fehlt was?
Da fehlt nichts.
[quote Ohne Erinnerungsgedanken – fehlt da was? Ist da jetzt die Abwesenheit von „Etwas“ erfahrbar? ][/quote]
Nein.
Wie tief, wohin? Ist diese Tiefe von der du schreibst wahrnehmbar? Was erwartest du wie das aussieht, wenn das "tief genug" gesunken ist?
Ich meinte dass ich nich nicht "dort" bin: (also dass die Erfahrung/Erkenntnis noch nicht unumstößlich ist)
Deshalb müssen wir so oft nach dem „Ich“ suchen, bis das klare Erleben, die unumstössliche ERFAHRUNG da ist, dass es nicht zu finden ist.
... Letztendlich weiß ich auch nicht wo die Erkenntnis hinsinken soll. Es geht ja eher darum, dass ich der Illusion der Getrenntheit nicht mehr glaube. Die Tiefe von der ich spreche ist nicht wahrnehmbar, da ist nichts tief Verborgenes. Ich erwarte von dieser Erkenntnis oder Ent-täuschung, dass zb ich den Gedanken nicht mehr so schnell automatisch glaube sondern sie eben eher als manchmal nützliche Hilfsmittel ansehe...
Wie wäre es mit „Du bist nicht?“ Was wäre wenn es einfach nur Wahrnehmung, einfach nur aus sich selbst heraus gewahre Erfahrung gibt und „Du“ nicht existierst? Außer als Geschichte – so wie der Weihnachtsmann?
Wäre ganz gut ;) Puh aber auch noch verwirrend, aber auch schon ein bisschen erfahrbar.
Ist „ernstnehmen“ mehr als ein Gedanke?
Lässt sich eine gedankliche Haltung auf einzelne/spezifische Gedanken reduzieren? Oder es ist vielleicht doch einfach eine Reihe dominant wahrgenommener Gedanken.

----------
Zur Übung? :

Was ist zu fühlen?
-Druck/Empfindung an bestimmten Handstellen.
Haben die Empfindungen ursprünglich einen Namen?
-Nein :)
Wo kommt der Name für die Empfindungen her und wann kommt er dazu?
Ich weiß nicht genau wo er herkommt, er erscheint wenn ich die Erfahrung benennen will.
Gibt es eine Grenze zwischen den Tasten/Tisch und den Fingern?
-nein
Gibt es wen, der fühlt, und das Gefühlte oder ist da einfach fühlen?
-das ist einfach nur da
Wenn du nur aus der realen Erfahrung ohne Interpretation berichtest, was kannst du finden?
-nur Wahrnehmungen

Kannst du feststellen wo der Körper aufhört und dem Stuhl beginnt, kannst du generell in direkter Erfahrung finden wo eine Trennung zwischen Körper und Umgebung ist?
-Abseits des Sehens nein. Da ist das wieder dass ich ja meinen Körper sehen kann.
(Nur ist halt das Sehen nicht getrennt von meinem Körper)

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barb
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Re: Glück

Postby barb » Thu Dec 13, 2018 11:57 am

Für mich ist im Moment nichts außerhalb der Wahrnehmung real. Z.B. Personen die nicht in meiner wahrenehmung sind, können dann nur in Gedanken "existieren". Nur sind doch nicht die Dinge nur da, weil ich wahrnehme, oder? Eine Person außerhalb meiner Wahrnehmung kann ja mindestens von sich selbst wahrgenommen werden und ist deswegen trotzdem da/in der Welt...
Wer weiß das schon so genau ;) Vermutlich schon, aber ich habe irgendwann aufgehört darüber nachzudenken.. Keine Möglichkeit das zu erfahren, also warum Zeit verschwenden mit Mutmaßungen :)
Ich meinte dass ich noch nicht "dort" bin: (also dass die Erfahrung/Erkenntnis noch nicht unumstößlich ist)
Alleine die Erwartung, dass irgendetwas anders sein soll, als es jetzt ist; die Annahme, dass dem jetzigen Erleben etwas fehlt, erzeugt diese Illusion, dass du irgendwohin müsstest! Kannst du jemals wo anders sein als hier?

SCHLIESSE DEINE AUGEN, atme sanft und langsam, spüre den Körper, höre auf die Umgebungsgeräusche, höre den Atem. Betrachte alles was wahrnehmbar ist mit liebevoller Achtsamkeit. Wenn Gedankengeschichten auftauchen, freue dich, dass du es bemerkt hast und gehe wieder mit der Aufmerksamkeit zu den Sinneswahrnehmungen. Mach das ein paar Minuten... Und dann frage dich: Fehlt hier irgendwas? Könnte der jetzige Moment anders sein als er ist? Könnte jemals etwas anders erscheinen als so, wie es sich zeigt?
Ich erwarte von dieser Erkenntnis oder Ent-täuschung, dass zb ich den Gedanken nicht mehr so schnell automatisch glaube sondern sie eben eher als manchmal nützliche Hilfsmittel ansehe.
..
Beobachte mal ein bisschen die Gedanken, und wie oft das vorkommt und dann erzähle mir mal ein paar Beispiele, wie das „den Gedanken automatisch schnell glauben“ aussieht.
Wäre ganz gut ;) Puh aber auch noch verwirrend, aber auch schon ein bisschen erfahrbar.
:)
Lässt sich eine gedankliche Haltung auf einzelne/spezifische Gedanken reduzieren? Oder es ist vielleicht doch einfach eine Reihe dominant wahrgenommener Gedanken.
Gedanken, Gedankeninhalte, Gedankengeschichten, Stimmungen, Haltungen... Was davon kannst du in der direkten Erfahrung finden? Die direkte Erfahrung/das reale Erleben ist nur: SEHEH-HÖREN-SPÜREN-RIECHEN-SCHMECKEN-DENKEN (das Wahrnehmen, dass Gedanken da sind, nicht der Inhalt) Mit welchem Sinn kannst du „ernstnehmen“ wahrnehmen?

Es geht hier bei LU nicht darum, bestimmte Gedankeninhalte und Geschichten zu ändern, oder dich zu einer fröhlicheren Person zu machen :) Es geht nur darum den Wahrheitsgehalt davon zu überprüfen (das geht eben damit, dass wir nachschauen, was davon mit den Sinnen wahrgenommen werden kann) und zu erkennen, dass auch das „Ich, mein, mir, mich“ in den Phantasiebereich fällt.
Gibt es eine Grenze zwischen den Tasten/Tisch und den Fingern?
-nein
Gibt es wen, der fühlt, und das Gefühlte oder ist da einfach fühlen?
-das ist einfach nur da
Wenn du nur aus der realen Erfahrung ohne Interpretation berichtest, was kannst du finden? 
-nur Wahrnehmungen 
Wunderbar gesehen :)

Kannst du feststellen wo der Körper aufhört und dem Stuhl beginnt, kannst du generell in direkter Erfahrung finden wo eine Trennung zwischen Körper und Umgebung ist?
-Abseits des Sehens nein. Da ist das wieder dass ich ja meinen Körper sehen kann. 
(Nur ist halt das Sehen nicht getrennt von meinem Körper)
Ich hab ja auch geschrieben „mit geschlossenen Augen“ ;)
Geh auch immer wieder mal die vergangenen Übungen durch. Baue die Experimente in den Alltag ein...

Weiß „Sehen“ etwas von „mein Körper“. Was von „mein Körper“ wird gesehen, und was ist gedankliche Interpretation? Was macht den Körper überhaupt zu „deinem“ Körper?

Nimm dir bitte einen Zettel, und schreibe darauf groß das Wort „ICH“? Wird der Zettel, dadurch, dass das Label „Ich“ draufsteht zu dir? Kontempliere darüber!


Und entsinne dich immer wieder, dass du nicht in den Gedankeninhalten nach Antworten suchst, sondern nur im direkten, momentanen Erleben! Auch wenn du das Gefühl hast, die Antwort schon zu kennen, schau immer wieder neu und frisch, wie wenn es das aller erste Mal wäre :)
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Re: Glück

Postby jailwhy » Thu Dec 13, 2018 3:55 pm

Kannst du jemals wo anders sein als hier?
Nein kann ich nicht. Nur irgendwie ist doch was anders, wenn die Erfahrung noch nicht unumstößlich ist, oder? Aber ja eh nur auf der InhaltsEbene des Denkens.
Fehlt hier irgendwas? Könnte der jetzige Moment anders sein als er ist? Könnte jemals etwas anders erscheinen als so, wie es sich zeigt?
Nein da fehlt nichts. Und der jetztige Moment könnte auch nicht anders sein als er ist. Ich habe keinen Einfluss darauf wie die Dinge sich zeigen.
Mal die Erkenntnisse angewendet: Also wenn ich jemand vermisse und wir sind räumlich getrennt, dann kann ich entweder den Ort wechseln und wenn das nicht geht mich auf die Situation einlassen. Das heißt ich kann, wenn es denn realistisch ist, dem Gedanken der Person nachgehen. Erstmal ist die Person ja nur in dem Gedanken existent und zu ihm und den Gedanken die er auslöst ist ja keine Trennung vorhanden. Wenn sich jedoch an der Situation nichts ändern lässt, kann ich mich auf die Situation einlassen, also von den Gedanken absehen und in die DE schauen. Wobei letzte Option ja sowieso erstmal notwendig ist bevor ich irgendwie was tun will mit der aktuellen Situation. Sonst geschieht alles Handeln aus Widerstand heraus. Wie klingt das?
erzähle mir mal ein paar Beispiele, wie das „den Gedanken automatisch schnell glauben“ aussieht.
1: Bei Eifersucht: eine bestimmte Freundin redet mit einem bestimmten Bekannten von mir: "Sie hat auf jeden Fall mehr Interesse an ihm als an mir"
2: Ein Freund schlägt keine Verabredung vor: "Er will sich nicht treffen".
3: Eine Freundin möchte nicht dass ich bei ihr übernachte: "das hat auf jeden Fall etwas mit der Größe ihres Interesses an mir zu tun.".
___
Gedanken in 2 und 3 waren nach überprüfung falsch. Haben mich aber ordentlich runtergezogen. Enge und Spannung im Körper haben sich gezeigt.
[quote
]Lässt sich eine gedankliche Haltung auf einzelne/spezifische Gedanken reduzieren? Oder es ist vielleicht doch einfach eine Reihe dominant wahrgenommener Gedanken.
Mit welchem Sinn kannst du „ernstnehmen“ wahrnehmen?
[/quote]
Ah, mit dem Denken :)
Es geht nur darum den Wahrheitsgehalt davon zu überprüfen (das geht eben damit, dass wir nachschauen, was davon mit den Sinnen wahrgenommen werden kann) und zu erkennen, dass auch das „Ich, mein, mir, mich“ in den Phantasiebereich fällt.
Ok
Weiß „Sehen“ etwas von „mein Körper“. Was von „mein Körper“ wird gesehen, und was ist gedankliche Interpretation? Was macht den Körper überhaupt zu „deinem“ Körper?
Nein, weiß es nicht. Nur die Oberfläche von ihm wird gesehen. Gedanken benennen den Körper und sie sagen "es ist mein Körper weil ich von dem etwas spüre und von andern Körpern die gesehen werden ja nicht".
Wird der Zettel, dadurch, dass das Label „Ich“ draufsteht zu dir? Kontempliere darüber!
Bitte nächstes mal dazu sagen was du mit kontemplieren meinst, die Bedeutung kann ich in hier dem Kontext nur erraten.
Nein der Zettel wird nicht zu mir. Und der Hintergrund ist ja sicher, dass der Verstand aber permanent auf den Körper schreibt "Ich". Durch das Benennen verändert sich auf jeden Fall schonmal nicht die Direkte Erfahrung (Körper und Zettel werden weiter nur gleichwertig gesehen).Weiter komm ich erstmal nicht.

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Re: Glück

Postby barb » Fri Dec 14, 2018 12:40 pm

Nein kann ich nicht. Nur irgendwie ist doch was anders, wenn die Erfahrung noch nicht unumstößlich ist, oder? Aber ja eh nur auf der InhaltsEbene des Denkens.
Auf welche Erfahrung bist du denn aus?
Nein da fehlt nichts. Und der jetztige Moment könnte auch nicht anders sein als er ist. Ich habe keinen Einfluss darauf wie die Dinge sich zeigen
Genau
Mal die Erkenntnisse angewendet: Also wenn ich jemand vermisse und wir sind räumlich getrennt, dann kann ich entweder den Ort wechseln und wenn das nicht geht mich auf die Situation einlassen. Das heißt ich kann, wenn es denn realistisch ist, dem Gedanken der Person nachgehen. Erstmal ist die Person ja nur in dem Gedanken existent und zu ihm und den Gedanken die er auslöst ist ja keine Trennung vorhanden. Wenn sich jedoch an der Situation nichts ändern lässt, kann ich mich auf die Situation einlassen, also von den Gedanken absehen und in die DE schauen. Wobei letzte Option ja sowieso erstmal notwendig ist bevor ich irgendwie was tun will mit der aktuellen Situation. Sonst geschieht alles Handeln aus Widerstand heraus. Wie klingt das?
Ist das nicht ein Widerspruch zur obigen Einsicht? Wenn du keinen Einfluss hast, was entscheidet dann „Ort wechseln oder einlassen“? Entscheidest du welche Gedanken auftauchen, welchem du nachhängst? Schau ernsthaft und genau!
1: Bei Eifersucht: eine bestimmte Freundin redet mit einem bestimmten Bekannten von mir: "Sie hat auf jeden Fall mehr Interesse an ihm als an mir"
2: Ein Freund schlägt keine Verabredung vor: "Er will sich nicht treffen". 
3: Eine Freundin möchte nicht dass ich bei ihr übernachte: "das hat auf jeden Fall etwas mit der Größe ihres Interesses an mir zu tun.".
___
Gedanken in 2 und 3 waren nach überprüfung falsch. Haben mich aber ordentlich runtergezogen. Enge und Spannung im Körper haben sich gezeigt.
Es geht hier nicht darum, irgendwelche Stories zu ändern oder schön zu reden..Oder nur mehr angenehme Gefühle zu haben.. Unangenehme Gefühle wie Eifersucht können nach wie vor auftauchen, auch wenn die Illusion des getrennten Ichs durchschaut wurde.. Um mit diesen Gefühlen umzugehen gibt es andere Methoden..
Schau nach, findest du jemanden, dem die Eifersucht gehört? Der sie macht? Ist da ein „Ich“ das eifersüchtig ist?
Mit welchem Sinn kannst du „ernstnehmen“ wahrnehmen? 
Ah, mit dem Denken :)
Der Teil des Denkens den wir DE nennen, ist bloß dass Erkennen, dass Gedanken da sind und hat nichts mit dem Inhalt zu tun! Kannst du „ernstnehmen“ sehen-hören-spüren-riechen-schmecken?
Weiß „Sehen“ etwas von „mein Körper“. Was von „mein Körper“ wird gesehen, und was ist gedankliche Interpretation? Was macht den Körper überhaupt zu „deinem“ Körper?
Nein, weiß es nicht. Nur die Oberfläche von ihm wird gesehen. Gedanken benennen den Körper und sie sagen "es ist mein Körper weil ich von dem etwas spüre und von andern Körpern die gesehen werden ja nicht".
Ist Oberfläche mehr als ein Konzept? Bitte schau wirklich die vergangenen Übungen auch durch.. Wenn du „weiterkommen“ willst, so wie du immer schreibst, musst du dich schon ganz auf den Prozess einlassen! Mal so nebenbei ein bisschen schreiben und gucken funzt nicht! Das Üben der direkten Erfahrung muss zur Hauptpriorität werden!

Und wie erwähnt, hier geht es auch nicht um angenehme Gefühle und Bequemlichkeit, sondern darum zu lernen die tatsächliche Erfahrung, die JETZT mit den Sinnen wahrgenommen werden kann, von Gedankeninhalten (Konzepten, Interpretationen, Geschichten) zu unterscheiden.

Weiß „sehen“ etwas von Oberfläche? Wenn du den Teil vom Körper anschaust der im Sichtfeld ist, was kann wirklich gesehen werden?
Was ist die erste Erfahrung des Sehens, noch bevor eine Einordnung in Schubladen erfolgt?
Wird der Zettel, dadurch, dass das Label „Ich“ draufsteht zu dir? Kontempliere darüber!
Bitte nächstes mal dazu sagen was du mit kontemplieren meinst, die Bedeutung kann ich in hier dem Kontext nur erraten.
Google weiß das auch :) Kontemplieren = Konzentriertes betrachten
Nein der Zettel wird nicht zu mir. Und der Hintergrund ist ja sicher, dass der Verstand aber permanent auf den Körper schreibt "Ich". Durch das Benennen verändert sich auf jeden Fall schonmal nicht die Direkte Erfahrung (Körper und Zettel werden weiter nur gleichwertig gesehen).Weiter komm ich erstmal nicht..
Also du siehst den Körper nicht mehr als „Ich“ als den Zettel mit dem darauf geschriebenen „Ich“. Habe ich das richtig verstanden? Wenn ja, dann ist also für dich klar, dass „du“ nicht der Körper bist, richtig? Du hast auch schon mehrmals geschrieben, dass du kein „Ich“ finden kannst, dass es nur Wahrnehmung gibt.. Das ist es eigentlich schon :)

Es geht hier nur darum zu erkennen, dass es real kein „Ich“ gibt. Mit dieser Erkenntnis muss sich erstmal im Alltagserleben gar nichts ändern. Denn die ganze Show, die ganze daily soap, ist ja auch schon vorher (vor der Einsicht) ohne „Ich“ gelaufen. Die Durchschauung ist ja auch absolut nicht das Ende, eigentlich ist es erst der erste Schritt :)
Mir scheint, du erwartest dir eine völlig neue Zauberpilz-Perspektive :) Leider, da musst du zu einem anderen Dealer gehen ;)
Lass dich heute wirklich voll und ganz auf die direkte Erfahrung ein. Konzentriere dich ganz aufs Gesehene-Gehörte-Gespürte-Gerochene-Geschmeckte. Wenn das Kopfkino zu viel inzwischen funkt, dann beginne die Sinneserfahrungen zu benennen. Z. B. Zähneputzen: sehen-spüren-hören-schmecken-spüren-riechen-denken-riechen-hören usw... Mach das so oft es geht.. Es ist wirklich wichtig, das als neue Gewohnheit zu etablieren um dem Mindstuff die Anziehung zu nehmen :)


Berichte mir erst morgen, wie es dir heute den ganzen Tag und Abend bis zum schlafen gehen und eventuell in der Nacht, wenn du munter wirst, damit gegangen ist..
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Re: Glück

Postby jailwhy » Fri Dec 14, 2018 9:22 pm

Auf welche Erfahrung bist du denn aus?
Naja, "Erfahrung" übersieht dass ja eigentlich alles schon da ist, und die jetztige Erfahrung schon die "richtige" ist. Es sind ja alleine die Gedanken, die mir etwas andres vormachen.
Ist das nicht ein Widerspruch zur obigen Einsicht? Wenn du keinen Einfluss hast, was entscheidet dann „Ort wechseln oder einlassen“? Entscheidest du welche Gedanken auftauchen, welchem du nachhängst? Schau ernsthaft und genau!
Nein, da ist niemand der das entscheidet. Und das Nachhängen oder Nicht-Nachhängen passiert auch einfach so.
Schau nach, findest du jemanden, dem die Eifersucht gehört? Der sie macht? Ist da ein „Ich“ das eifersüchtig ist?
Nein, die Gedanken sind einfach aus sich selbst heraus wahrnehmbar. Da ist auch niemand der sie macht. Sie sind einfach von einem Moment auf den anderen sichtbar. Ich nehme mir übrigens Zeit zum Überprüfen und es ist trotzdem sicher auch gut wenn du mich zwischendrin nochmal dran erinnerst.
Der Teil des Denkens den wir DE nennen, ist bloß dass Erkennen, dass Gedanken da sind und hat nichts mit dem Inhalt zu tun! Kannst du „ernstnehmen“ sehen-hören-spüren-riechen-schmecken?
Erstnehmen kann ich mit keinem dieser Sinne wahrnehmen. Das fand ich tagsüber auch immerwieder hilfreich zu erkennen, dass zB. Gedanken der Sorge nicht Teil des direkten Erlebens sind und (somit) nichts mit der Wirklichkeit wie sie in diesen Sinnen erlebt wird zu tun haben.
Ist Oberfläche mehr als ein Konzept?
Da haben wir zum Teil an einander vorbeigeredet. Stimmt, tatsächlich ist da nur Seherfahrung. Keine Objekte in irgendeiner Form.
Ist Oberfläche mehr als ein Konzept? Bitte schau wirklich die vergangenen Übungen auch durch.. Wenn du „weiterkommen“ willst, so wie du immer schreibst, musst du dich schon ganz auf den Prozess einlassen! Mal so nebenbei ein bisschen schreiben und gucken funzt nicht! Das Üben der direkten Erfahrung muss zur Hauptpriorität werden!
Puh, die "Ansage" hatte ich eben ein bisschen in den falschen Hals gekriegt. Das liegt vielleicht zum einen Teil daran, dass du es etwas flapsig geschrieben hast, aber der Rest ist mein Bier ;) Und ja, du wolltest mich wahrscheinlich auch wachrütteln. Hat geklappt :D
Mein Verstand ist die ganze Zeit auf der Suche nach dem letzten Stück an dem er sich festhalten kann. Und weil du ihm immer sagst, "nein, auch dieses Stück an dem "du" dich festhalten willst ist eine Illusion", kommen da eben noch mehr Gedanken der Frustration. Aber so ist halt der Lauf der Dinge, mal schauen wie es sich noch verändert. Der Antrieb weiter zu forschen bleibt ja irgendwie trotzdem. Auch wenn ich (zum Glück, hihi) nicht mehr genau weiß, woran ich mich festhalten soll.
Und das "Üben der direkten Erfahrung zur Hauptpriorität" zu machen, klingt richtig. Die Intention das umzusetzen ist (bei "mir") wahrnehmbar :)
Weiß „sehen“ etwas von Oberfläche? Wenn du den Teil vom Körper anschaust der im Sichtfeld ist, was kann wirklich gesehen werden? Was ist die erste Erfahrung des Sehens, noch bevor eine Einordnung in Schubladen erfolgt?
Das ist die erwähnte Seherfahrung, also alleine die Lichtreize.
Also du siehst den Körper nicht mehr als „Ich“ als den Zettel mit dem darauf geschriebenen „Ich“. Habe ich das richtig verstanden? Wenn ja, dann ist also für dich klar, dass „du“ nicht der Körper bist, richtig?
Ja :)

Dann lass ich mich wohl mal jetzt den Rest des Tages auf die Direkte Erfahrung ein und berichte morgen.

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Re: Glück

Postby jailwhy » Sat Dec 15, 2018 11:50 am

Mein Bericht: In den Momenten in denen ich in der DE war, war wieder dieses angenehm nüchterne zu bemerken.
Es fühlt sich auf eine Art auch so normal an. Mir ist jetzt auch noch klarer geworden, dass das Ruhen in der DE eben nicht bedeutet, dass ich immer Begeisterung für das Empfinden muss was ich da gerade wahrnehme. Dass es einfach nur darum geht, wahrzunehmen was gerade ist. Und das was gerade ist, wird bei mir noch ganz schön oft von den Gedanken verschleiert.
Mir ist aufgefallen, dass das momentan immer so ein Wechselspiel ist: Ich bin eine Weile in der DE und dann setzt wieder das Gedankentheater ein. Dann bemerke ich es wieder und gehe wieder in die DE usw.. Dadurch habe ich auch gemerkt wie vielen unnötigen Gedanken ich noch nachgehe.
Es sind auch Gedanken der Sehnsucht aufgekommen, doch nachhaltiger in der DE zu ruhen.
_____
Und ein Nachtrag: Denkst du nicht trotzdem, wenn Eifersucht oder Einsamkeit auftauchen, sind das gute Gelegenheiten um das Zurück-in-die-DE-gehen zu üben? In diesen Momenten ist doch der Gedanke eines Ichs besonders dominant.


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