Lieber Andreas,
1) Gibt es irgendwo oder in irgendeiner Art und Weise ein eigenständiges "Ich", "mich" oder "Selbst"? Gab es das jemals?
Es gibt und gab nirgendwo und in keiner Art oder Weise ein eigenständiges ”Ich”, ”mich” oder ”Selbst”.
2) Erkläre detailliert was die Ich-Illusion ist, wie sie entsteht und wie sie funktioniert. Benutze dazu nur Deine eigene unmittelbare Erfahrung und beschreibe es so, wie Du es jetzt gerade erlebst.
Obwohl Gedanken ”nur” Sinneseindrücke verarbeiten und grundsätzlich keine Persona konstruieren, entsteht die Ich-Illusion durch personifizierte Gedanken, welche zur Aufrechterhaltung der Ich-Instanz permanent erinnert werden.
3) Wie fühlt es sich an die Illusion durchschaut zu haben? Was ist anders im Vergleich zu vor dem Dialog? Berichte aus den letzten paar Tagen.
Es wird wie vorher gefühlt, ausser dass es niemanden gibt der dies interpretiert. Es ist klar und deutlich, dass der jetzige Moment bereits vorbei war. Dieserart ergeht es auch einem eventuell entstehenden Ich-Gefühl oder sonstigen Identifikationen - Sofort vorbei. Keine Ichsubstanz überlebt den Transfer in eine (nicht vorhandene) Zukunft oder zurück in von niemanden wahrzunehmendes oder klar zuzuordnendes ”Jetzt”.
4) Was hat Dir den letzten Schubs gegeben, um die Illusion zu durchschauen?
Die intensive Schatzsuche in Flemmings Historie. Nix da.
Die Erkenntnis der nichtexistenten Welt in Form einer Konservendose. In welche jemand immer wieder hineinschauen könnte, um sich zu vergewissern, was die Welt und all das Zeug darin & darauf ist. Dieserart will sich jemand als Wissenden um die Welt, in Abgrenzung zum Gewussten wahrnehmen können und im Weiteren als Individuum behaupten.
5) Beschreibe Entscheidung, Absicht, freier Wille, Wahl und Kontrolle. Wodurch entstehen sie? Wie funktionieren sie? Wofür bist Du verantwortlich? Gib ein paar Beispiele aus Deiner direkten Erfahrung.
Die Konzepte Entscheidung, Absicht, freier Wille, Wahl, Kontrolle und Verantwortung entstehen durch Ichhaftes konservieren von Vital-, oder Lebensimpulsen. Diese personifizierte Verarbeitung ist jedoch wahnhaft, da sie dem Geschehen - als das wie es geschieht - nur als reflektorisch künstliche Klone hinterher fliegen. Gedanken weisen dahin oder dorthin und bleiben ständig im Fluss. Ein entscheidungsloses Werden und Vergehen.
6) Möchtest Du noch etwas ergänzen?
Zu den obigen fünf Antworten nicht.
Liebe Grüsse
Flemming