Hallo Matthias, so nach einigen Tagen der intensiven Innenschau, hier nun meine Antworten:
1) Gibt es irgendwo oder in irgendeiner Art und Weise ein eigenständiges "Ich", "mich" oder "Selbst"? Gab es das jemals?
Nein, es gibt kein eigenständiges "Ich" oder "Selbst" und es gab es auch nie
2) Erkläre detailliert was die Ich-Illusion ist, wie sie entsteht und wie sie funktioniert. Benutze dazu nur Deine eigene unmittelbare Erfahrung und beschreibe es so, wie Du es jetzt gerade erlebst.
Die Ich-Illusion gaukelt einem Ownership vor, weil der Verstand von klein auf gelernt hat sich was zu eigen zu machen. Mein Ball, mein Spielzeugauto usw. Das geht einher mit einer körperlichen Anspannung, die ensteht, wenn die alte Gewohnheit wieder Fuß zu fassen versucht. Da aber niemand mehr da ist, sind das nur noch "langweilige" Gewohnheiten, die gleichzeitig durchschaut sind.
3) Wie fühlt es sich an die Illusion durchschaut zu haben? Was ist anders im Vergleich zu vor dem Dialog? Berichte aus den letzten paar Tagen.
Ein inneres Gefühl der Freiheit, der Losgelöstheit und eine subtile innere Freude, eine grundlose Freude und Ruhe, die sich vertiefen möchte... es scheint gerade erst der Anfang zu sein und noch so viel mehr und tiefer ist möglich, eine Vorfreude ist auch anwesend....
4) Was hat Dir den letzten Schubs gegeben, um die Illusion zu durchschauen?
Durch deine gezielte Fokussierung, durch die ich mich Anfangs in die Ecke gedrängt gefühlt habe, ist irgendwas passiert. Nach anfänglicher Frustration, innerer Verwirrung und Schwere, war dann auf einem Mal eine klare Sicht, die sich aber ganz normal und natürlich anfühlt, als nichts Besonderes, sondern als immer schon dagewesen.
5) Beschreibe Entscheidung, Absicht, freier Wille, Wahl und Kontrolle. Wodurch entstehen sie? Wie funktionieren sie? Wofür bist Du verantwortlich? Gib ein paar Beispiele aus Deiner direkten Erfahrung.
Entscheidungen fühlen sich an, als ein fließendes Geschehen, absichtsfrei, als ob täglich Abläufe so zu geschehen haben, wie sie geschehen, als ob kein eigener Wille mehr dabei involviert ist. Daher gibt es auch keine Frage von Wahl und Kontrolle, da niemand da ist, der die Kontrolle hat. So viel sonst dagewesene inner Spannung ist abgefallen. Das alles entsteht aus der fehlgeleitenden Identität mit dem "Ich", das glaubte zu existieren und das Leben kontrollieren zu müssen und einen Weg gehen zu müssen nach bestimmten Ideen. Da kein "Ich" existiert, erübricht sich die Frage nach der Verantwortung auch. In Situationen, wie z.B. bei Argumenten und Auseinandersetzung mit meiner Lebensgefährtin, bin ich viel entspannter und sehe die Situation aus einem anderen Blickwinkel, d.h. es berührt mich emotional nicht so wie sonst und gleichzeitig ist mehr Verständnis und Einfühlungsvermögen da, das wiederum reflektiert aus sie ab.
6) Möchtest Du noch etwas ergänzen?
Einfach nur Danke sagen für deine Zeit und der Gelegenheit die ihr hier kreiert habt, um dies möglich zu machen. Wundervoll. In Dankbarkeit, allles Liebe, Gerd