Re: Ich bin soweit
Posted: Tue Aug 15, 2017 1:31 pm
Hallo Ichbin,
deine Geduld berührt mich und ich danke dir.
Ja, irgendwas hält mich zurück. Deine letzte Frage war, ob ich es wirklich um jeden Preis will? Ich fand diese Frage schon immer schwierig. Natürlich nicht um jeden Preis. Wenn der Preis der Tod meiner Tochter wäre zum Bsp. - wie sollte ich zu diesem Preis bereit sein. Oder auch nur mein eigener physischer Tod. Ich möchte damit sagen, dass ich die Frage nicht mit ja beantworten kann.
Was ich erkenne ist, dass das 'Ich-sein', diese Illusion in meinem Leben Leid mit sich bringt. Nicht nur für 'mich' sondern auch für 'andere' um mich. Ich bemerke, dass es einen Körper voller Spannungen und Schmerzen hervorgebracht hat. Vielleicht ist das also der Antrieb - all das nicht mehr zu wollen. Ich weiß nicht, ob ich mehr 'bieten' kann als das und ob es reicht. Ich bin sehr sehr müde...das auch. Müde von diesem Ich-Spiel mit allem was dazu gehört (nie zur Ruhe kommen, immer etwas zu Wollen oder etwas vermeiden zu wollen, all das). Reicht diese Müdigkeit? Sie fühlt sich existentiell an.
Wie es ist, wenn ich all das nochmal lese, dass es WIRKLICH kein Ich gibt?
Ich glaube es. Wenn ich hinschaue - in die direkte Erfahrung - dann SEHE ich es. Gleichzeitig bin ich mutlos. Denn das scheint keinen Unterschied zu machen. Da ist der Gedanke 'Ich werde das nie wirklich sehen.' Im Grunde genommen will ich das ganze 'Versuchen' beenden. Auch hier ist einfach eine Müdigkeit da grade. Ich lese es, glaube es, sehe es - und es ändert nichts. Mir fällt kaum ein, wie ich noch direkter in die direkte Erfahrung schauen sollte oder könnte. Was ich dir schreibe ist nicht eine Zusammenfassung all dessen, was ich gelesen hab - es IST meine direkte Erfahrung. Und die Erfahrung dieser direkten Erfahrung wird einfach nur sporadisch wahrgenommen. Weder dauerhaft noch Knall-auf-Fall, so dass mich eine Erkenntnis ein für alle mal bislang von der Illusion befreit. Offenbar sehe ich also etwas nicht. Ich weiß nicht, warum und was es ist, das ich nicht sehe.
Was ich befürchte?
- Dass all jenes in meinem Leben wegfällt, an dem mir etwas liegt. The Work zum Beispiel und die Arbeit damit. Die Arbeit von Christian Meyer, das Lebendigsein mit Gefühlen. Beides hat meine Erfahrung des Lebens deutlich verbessert und mich in vielem vertrauensvoll gemacht - das kann ich sonst von keiner spirituellen Erfarung oder Erkenntnis sagen. Auch jetzt merke ich in diesem 'Prozess' des direkten Sehens oder Erfahrens, dass es mir im Alltag im Grunde schlechter geht. Ja, da sind Momente von 'Erleichterung' - wenn das Sehen da ist - aber alles in allem hilft es mir nicht dabei, mich gut oder frei zu fühlen mit Beziehungen, einem Job, Kind etc. Wenn das der Fall ist, warum sollte ich also das loslassen, von dem ich zumindest die Erfahrung habe, dass es mir geholfen hat? Zugunsten von etwas mit dem ich bisher keine erleichternde Erfahrungen mache? Das also könnte eine Blockade sein.
- Dass das Leben dann nur noch so dahin plätschert und ich nichts mehr von all dem erlebe, was ich gern erleben würde. Denn diese 'Visionen' und Wünsche, die ich da habe, scheinen ja an die Illusion gekoppelt. Ja, ich weiß, es sind Gedanken. Offenbar will ich sie nicht loslassen. Offenbar will ich weiterhin an eine 'bessere Version von mir' glauben.
Die direkte Erfahrung: Da sind Farben, Formen, Geräusche, jetzt ein Geruch, etwas Verbranntes, Bewegung, sowas wie Schmerz im Körper, Verdruss-Gedanken. Keiner dieser Wahrnehmungen braucht ein Ich. Es ist offensichtlich. Der Stuhl sieht mit 'Ich' nicht anders aus. Ich höre, ohne dass ich ein Ich brauche. Jetzt hier zu sein braucht kein Ich.
Danke für deine Geduld und vielleicht hast du den Eindruck, dass ich noch nicht 'soweit' bin. Ich habe zunehmend den Eindruck. Alles was ich schrieb versuche ich unzensiert und so ehrlich wie möglich zu schreiben.
deine Geduld berührt mich und ich danke dir.
Ja, irgendwas hält mich zurück. Deine letzte Frage war, ob ich es wirklich um jeden Preis will? Ich fand diese Frage schon immer schwierig. Natürlich nicht um jeden Preis. Wenn der Preis der Tod meiner Tochter wäre zum Bsp. - wie sollte ich zu diesem Preis bereit sein. Oder auch nur mein eigener physischer Tod. Ich möchte damit sagen, dass ich die Frage nicht mit ja beantworten kann.
Was ich erkenne ist, dass das 'Ich-sein', diese Illusion in meinem Leben Leid mit sich bringt. Nicht nur für 'mich' sondern auch für 'andere' um mich. Ich bemerke, dass es einen Körper voller Spannungen und Schmerzen hervorgebracht hat. Vielleicht ist das also der Antrieb - all das nicht mehr zu wollen. Ich weiß nicht, ob ich mehr 'bieten' kann als das und ob es reicht. Ich bin sehr sehr müde...das auch. Müde von diesem Ich-Spiel mit allem was dazu gehört (nie zur Ruhe kommen, immer etwas zu Wollen oder etwas vermeiden zu wollen, all das). Reicht diese Müdigkeit? Sie fühlt sich existentiell an.
Wie es ist, wenn ich all das nochmal lese, dass es WIRKLICH kein Ich gibt?
Ich glaube es. Wenn ich hinschaue - in die direkte Erfahrung - dann SEHE ich es. Gleichzeitig bin ich mutlos. Denn das scheint keinen Unterschied zu machen. Da ist der Gedanke 'Ich werde das nie wirklich sehen.' Im Grunde genommen will ich das ganze 'Versuchen' beenden. Auch hier ist einfach eine Müdigkeit da grade. Ich lese es, glaube es, sehe es - und es ändert nichts. Mir fällt kaum ein, wie ich noch direkter in die direkte Erfahrung schauen sollte oder könnte. Was ich dir schreibe ist nicht eine Zusammenfassung all dessen, was ich gelesen hab - es IST meine direkte Erfahrung. Und die Erfahrung dieser direkten Erfahrung wird einfach nur sporadisch wahrgenommen. Weder dauerhaft noch Knall-auf-Fall, so dass mich eine Erkenntnis ein für alle mal bislang von der Illusion befreit. Offenbar sehe ich also etwas nicht. Ich weiß nicht, warum und was es ist, das ich nicht sehe.
Was ich befürchte?
- Dass all jenes in meinem Leben wegfällt, an dem mir etwas liegt. The Work zum Beispiel und die Arbeit damit. Die Arbeit von Christian Meyer, das Lebendigsein mit Gefühlen. Beides hat meine Erfahrung des Lebens deutlich verbessert und mich in vielem vertrauensvoll gemacht - das kann ich sonst von keiner spirituellen Erfarung oder Erkenntnis sagen. Auch jetzt merke ich in diesem 'Prozess' des direkten Sehens oder Erfahrens, dass es mir im Alltag im Grunde schlechter geht. Ja, da sind Momente von 'Erleichterung' - wenn das Sehen da ist - aber alles in allem hilft es mir nicht dabei, mich gut oder frei zu fühlen mit Beziehungen, einem Job, Kind etc. Wenn das der Fall ist, warum sollte ich also das loslassen, von dem ich zumindest die Erfahrung habe, dass es mir geholfen hat? Zugunsten von etwas mit dem ich bisher keine erleichternde Erfahrungen mache? Das also könnte eine Blockade sein.
- Dass das Leben dann nur noch so dahin plätschert und ich nichts mehr von all dem erlebe, was ich gern erleben würde. Denn diese 'Visionen' und Wünsche, die ich da habe, scheinen ja an die Illusion gekoppelt. Ja, ich weiß, es sind Gedanken. Offenbar will ich sie nicht loslassen. Offenbar will ich weiterhin an eine 'bessere Version von mir' glauben.
Die direkte Erfahrung: Da sind Farben, Formen, Geräusche, jetzt ein Geruch, etwas Verbranntes, Bewegung, sowas wie Schmerz im Körper, Verdruss-Gedanken. Keiner dieser Wahrnehmungen braucht ein Ich. Es ist offensichtlich. Der Stuhl sieht mit 'Ich' nicht anders aus. Ich höre, ohne dass ich ein Ich brauche. Jetzt hier zu sein braucht kein Ich.
Danke für deine Geduld und vielleicht hast du den Eindruck, dass ich noch nicht 'soweit' bin. Ich habe zunehmend den Eindruck. Alles was ich schrieb versuche ich unzensiert und so ehrlich wie möglich zu schreiben.