Ich denke, dass es keine Wahl gibt, aber 100% durchschaut ist das wahrscheinlich nicht… Es ist einleuchtend, dass alle Entscheidungen im Inneren getroffen werden....eine Wahl, etwas anders zu machen?
Es gibt den Gedanken: "einen der Arme heben". Die Aufmerksamkeit wird auf einen der Arme verlagert und dann wird dieser gehoben. Wenn das langsam geschieht, kommt eher das Gefühl auf, dass Ich mich für einen Arm entschieden habe; wenn es schneller geht, scheint das Ich zu langsam zu sein, um die Entscheidungen getroffen zu haben, auch wenn die Gedanken gerade mit etwas anderem beschäftigt sind (z.B. gleichzeitig etwas lesen), existiert das Gefühl, nichts mit der Entscheidung zu tun zu haben und ich kann "nebenbei" beobachten, wie die Arme sich unterschiedlich auf und ab bewegen.Wer entscheidet da, welcher Arm gehoben wird?
Welche Dinge (hier Nahrungsmittel) ich einkaufe, hängt stark von Gewohnheit, Planung und aktuellen Bedürfnissen ab. Bestimmte Ecken des gewohnten Ladens werden automatisch aufgesucht, weil sie immer aufgesucht werden, da sich dort meist etwas Nütztliches befindet. Das Gedächtnis hält eine Reihe von Bildern mit dazugehörigen Begriffen parat, die die Nahrungsgrundlage der nächsten Woche darstellen sollen. Aktuelle Bedürfnisse des Körpers (Hunger, bestimmter Appetit) spielen auch eine große Rolle, zu welchen Lebensmitteln gegriffen wird. Das "Ich" hat also keine Wahl, denn die Bedingungen steuern den Körper.Einkauf oder Spaziergang?
Bist es nicht Du, die entscheidet, was in den Korb kommt, bzw. wo es lang geht?!
Auch beim Spaziergang sind es die Bedingungen, die steuern: entweder wird der gewohnte Weg gegangen, da fühlt sich der Körper am sichersten oder es gibt einen Erkundungsdrang, da Neues schöne Gefühle auslösen kann. Es hängt von der Stimmung ab, auch davon, was genau wahrgenommen wird: werden Regenwolken gesehen, kehrt der Körper lieber um, da nass werden unangenehm ist, ebenso wenn die Haut unangenehm kühl wird und keine Sonne in Sicht ist. Wird ein Eichhörnchen gesehen, wandert sofort die Aufmerksamkeit dorthin, Freude kommt auf, Annäherung findet statt. Es funktioniert also alles ganz gut ohne "Ich".
Wenn du noch an anderer Stelle "Dich", als handelnde oder entscheidende
vermutest ...
Es wird ständig das Gefühl erzeugt, die Handelnde und Entscheidende zu sein. Insofern kommt man von dieser Ansicht wohl nicht so schnell los. Aber es gibt die Möglichkeit des Perspektivenwechsels.
Einen schönen Abend und viele Grüße
Fina

